So geht das nicht

Weisst du, mein Prinzchen, ich kann durchaus verstehen, dass du als beinahe Dreijähriger gewisse Allmachtsfantasien entwickelst. Wer es schafft, den grossen Bruder zum Heulen zu bringen, wer den Papa so lange bestürmt, bis er ja sagt zum Eis, auch wenn noch fast das ganze Mittagessen auf dem Teller liegt, wer den Zoowärter so lange bezirzen kann, bis er seinen Keks freiwillig teilt, der sollte es doch eigentlich auch fertigbringen, die Mama vom Fleck zu bewegen, denkst du. Nun liegst du ja nicht ganz falsch in deiner Annahme, mein Sohn, bloss setzt du den Hebel am falschen Ort an. Mama bewegt sich nicht vom Fleck, wenn man an ihr herumzerrt, dabei laut heulend eine unverständliche Forderung von sich gibt und in einem Akt von Verzweiflung versucht, die Frau, die dich im Bauch getragen hat, gegen das Schienbein zu treten. Okay, wenn du lange genug schreist, kann es schon mal sein, dass ich aus lauter Sehnsucht nach Ruhe nachgebe, aber dein Versuch, mich auch physikalisch von meinem Standpunkt wegzubewegen, ist zum Vornherein zum Scheitern verurteilt. Zumindest, solange ich noch ein Mehrfaches von dir wiege. Und ich hoffe doch sehr, dass du dich dereinst, wenn du schwerer sein wirst als ich, nicht mehr schreiend auf dem Fussboden windest, weil ich mich weigere, die Milch in den Abfluss zu kippen, bloss weil es dir nicht passt, dass ich zuerst die Milch, dann den Kakao eingefüllt habe. Nein, mein Prinzchen, auch wenn du kleiner Kerl dir eine beachtliche Machtposition in unserer Familie erkämpft hast, was die körperliche Kraft anbelangt, bist du den meisten noch unterlegen und darum ist es wirklich eine Energieverschwendung, an mir herumzuzerren.

Und eigentlich wüsstest du sehr genau, welche Waffen du einsetzen musst, wenn du willst, dass dir die Mama aus der Hand frisst. Hast du denn schon wieder vergessen, wie ich dahingeschmolzen bin wie Butter an der Sonne, als du neulich ganz beiläufig bemerktest „De Mami gseht so herzig uus“, was frei ins Hochdeutsche übersetzt bedeuten soll, dass ich zum Anbeissen aussehe? Weisst du nicht mehr, wie sich meine Laune schlagartig gebessert hat, nachdem du letzthin an einem sehr grauen Morgen meine geschmackvolle Garderobe gelobt hast? „Du häs sooo schöni Kleider!“, hast du mir gesagt und schon war ich ein bisschen weniger frustriert über die magere Auswahl, die mir mein Kleiderschrank momentan bietet.

Glaub mir, mein Prinzchen, in jenen Momenten hättest du fast alles von mir haben können. Nun gut, ich hätte die Milch auch dann nicht in den Abfluss gekippt, aber ich hätte zumindest so getan als ob. Mama manipuliert man mit zuckersüssem Augenaufschlag und netten Komplimenten, nicht mit Zerren, Treten und Brüllen. Merk dir das und übe weiterhin fleissig, es könnte dir in Teenagerjahren, wenn du eine zusätzliche Stunde Ausgang herausschlagen willst, ganz hilfreich sein.

Und hier noch, wie gewünscht, die Bilder unseres Familienzuwachses, etwas verwackelt, aber ich wusste nicht, wie lange sie stillhalten:

   

Leone

Henrietta

Versagermama

Versagermama verliert morgens um halb acht, nachdem ihre Tochter sie zum dritten Mal grundlos angekeift hat, zum ersten Mal den Nerv. Wäre sie nicht Versagermama, würde sie säuseln „Mein herzallerliebstes Töchterlein, es würde mir sehr viel bedeuten, wenn du aufhören würdest, in diesem Ton mit mir zu reden. Weisst du, der Mama macht das ganz tief im Herzen weh, wenn du so mit ihr sprichst.“ Aber sie ist Versagermama und darum brüllt sie: „Mein liebes Kind, ich hab‘ deinen giftigen Tonfall so langsam aber sicher satt. Immerhin bin ich der Mensch, der dich zuallererst geliebt hat und der dich immer lieben wird, also willst du wohl damit aufhören, mich als deinen Abfallkübel zu behandeln? Mir reicht es, immer mitansehen zu müssen, wie du mit allen anderen Menschen nett bist, während ich deinen ganzen Frust an den Kopf geworfen bekomme.“

Versagermama hat dienstags auch nur noch zwei oder drei gefleckte Bananen und ein paar verbeulte Nektarinen vorrätig, welche die Kinder für die Pause mitnehmen können. Sie hat es mal wieder nicht geschafft, rechtzeitig einen Zwischendurcheinkauf zu erledigen. Versagermama ist natürlich auch die Einzige, die morgens noch in Richtung Kindergarten unterwegs ist, während all die anderen Mütter und Au Pairs bereits wieder auf dem Heimweg sind. Und wenn sie endlich im Kindergarten ankommt, wird Versagermama gefragt, weshalb denn gestern niemand gekommen sei, um den kleinen Jungen abzuholen. Natürlich gibt es einen Grund dafür – die grossen Geschwister haben ihren kleinen Bruder vergessen -, aber Versagermama weiss sehr genau, dass nicht die Kinder die Schuld trifft, sondern sie ganz alleine, weil sie ihre grossen Kinder noch nicht soweit gebracht hat, ihren kleinen Bruder nie und nimmer zu vergessen. Im Laufe des Tages gibt es noch unzählige Gelegenheiten, bei welchen Versagermama ihr Unvermögen beweisen kann und es wundert keinen, dass sie diejenige ist, die am Kindergarten-Elternabend so spät erscheint, dass sie nur noch ausserhalb des Kreises einen Platz findet. Natürlich weiss sie auch, dass sie damit gemeint ist, wenn die Lehrerin voller Abscheu von Eltern redet, die doch tatsächlich manchmal die Bibliotheksbücher ihrer Kinder nicht mehr finden können und auch wenn Versagermama weiss, dass die Bibliotheksbücher  nur deswegen verschwinden, weil sie in der Masse der eigenen Kinderbücher untergehen, so steigt ihr dennoch die Schamesröte ins Gesicht. Wer will denn schon wissen, weshalb etwas nicht so läuft, wie man dies von einer braven, angepassten Schweizer Familie erwarten würde? 

Manchmal ist Versagermama ziemlich frustriert und tieftraurig über ihr ständiges Versagen. Sie wünschte sich, dass auch in ihrem Leben die Dinge so schön wohlgeordnet und überschaubar wären, sie überhäuft sich mit Selbstvorwürfen, denn eigentlich wüsste sie ja, dass sie einfach nur alles mit etwas mehr Ruhe angehen müsste, damit nicht immer und immer wieder das Chaos ausbricht. Manchmal fragt sie sich auch, weshalb der liebe Gott ihren Kindern eine solche Versagermama zugemutet hat, aber zum Glück meldet sich dann meist eine innere Stimme zu Wort, die sie wieder beruhigt. „Du magst in vielen Bereichen nicht so perfekt sein, wie du es dir wünschen magst und wie man es von dir erwarten mag“, sagt diese innere Stimme „aber zeige mir einen einzigen Menschen – mal abgesehen von „Deinem“ – , der diese Kinder ebenso liebt wie du. Solange du sie liebst und auch fähig bist, es ihnen immer aufs Neue zu zeigen, so lange hast du nicht total versagt.“

 

Der weise Venditti

Es gibt viele Wege, den Stress zum Schuljahresanfang zu meistern, oder es zumindest zu versuchen. Luise, zum Beispiel, fährt im Schnitt etwa 150 mal am Tag aus der Haut, währenddem Karlsson zwar in seiner Haut drin bleibt, diese aber derzeit so dünn ist, dass der leiseste Anflug von Kritik – „Karlsson, würdest du bitte deine Sandalen ins Regal stellen?“ – zu Streit führt. Der FeuerwehrRitterRömerPirat reagiert sich derweilen mit Wohnzimmerfussball ab und das Prinzchen liegt immer mal wieder mit fieberheissem Kopf auf seinem Bären, den er übrigens nur noch „mein Baby“ nennt und auf den ich mich beim Singen nicht mehr abstützen darf, weil das arme Baby sonst Schmerzen hat. Aber kommen wir zurück zum Thema. „Meiner“ und ich greifen in diesen Tagen auf unsere altbewährte Stressbewältigungs-Strategie: Wir streiten uns wegen jeder Kleinigkeit – „Ich hab‘ dir doch gesagt, dass ich den Mozzarella für den Auflauf gekauft habe, warum brauchst du ihn dann für die Pizza, die ich diese Woche gar nicht eingeplant habe?“ – und werfen einander gegenseitig vor „Wenn du nicht immer so lange arbeiten würdest, dann wäre es viel ruhiger…“  Wahrlich keine sehr reife Art, mit dem ganzen Stress fertig zu werden.

Da ist der Zoowärter bedeutend weiser als seine Eltern. Und dabei auch um einiges pflegeleichter als seine Geschwister. Während nämlich die anderen sechs Vendittis im roten Bereich drehen, kommt er mittags nach Hause, isst eine kleine Portion Vorgekochtes und eine grosse Portion Eis und danach zieht er sich in einen Winkel zurück, wo er den Rest des Tages verschläft. Egal wie laut und hektisch es im Hause zu und hergeht, der Zoowärter lässt sich durch nichts davon abhalten, den ganzen Stress aus sich herauszuschlafen. So war er bereits als Baby und so ist er heute noch. Ein wahrlich durch und durch weiser Mensch, unser Zoowärter. Ich wünschte, unser anderen Kinder wären mehr wie er, denn wären sie mehr wie er, dann könnten „Meiner“ und ich auch mehr sein wie er und dann würden wir all nur noch schnarchen, anstatt aus der Haut zu fahren, dünnhäutig zu sein, Wohnzimmerfussball zu spielen, zu fiebern oder zu streiten.

Schulfrust

Okay, ich weiss, das Thema hängt euch wohl langsam zum Hals heraus, aber einmal muss ich mir noch Luft verschaffen, bevor ich das Thema für eine Weile bleiben lasse. Versprochen, grosses Ehrenwort. Ich werde euch nicht mehr mit meinem derzeitigen Schulfrust belästigen, bis… nun, sagen wir, bis zum nächsten Elternabend, der… hmmm…lasst mich mal in der Agenda nachschauen, wann der schon wieder stattfindet…. ach ja, hier steht es: Nächsten Montag. Mist, das ist keine besonders lange Nicht-über-Schulfrust-jammern-Pause. Dann werde ich eben versuchen, meinen Frust beim nächsten Mal hinunterzuschlucken. Aber heute muss ich einfach noch einmal…

Angefangen hat es bereits heute früh, als der FeuerwehrRitterRömerPirat mal wieder nicht rechtzeitig aus dem Haus kam. Er hat mir ja damals im Kindergarten hoch und heilig versprochen, dass er, wenn er erst mal ein Erstklässler sei, morgens immer schön brav aus dem Haus gehen würde. Und, wie lange hat er sein Versprechen gehalten? Genau zwei Wochen lang, in der Schulwoche drei ist er meines Wissens noch kein einziges Mal rechtzeitig im Unterricht erschienen. Nun verstehe ich natürlich schon, dass ein Kind rechtzeitig zur Schule antraben muss, aber so langsam stellt sich mir die Frage, warum denn ausgerechnet unser drittes Kind, das mit einem Wissensdurst von beinahe unbegrenztem Ausmass ausgestattet ist, sich so schwer damit tut, zu der Stätte des Lernens zu gehen. Liegt das wirklich nur an ihm? Oder gar an mir, die ich nicht fähig bin, das Kind richtig zu motivieren?

Frust Nummer zwei erwartete mich, als ich mittags nach Hause kam. Auf dem Küchentisch fand ich einen Zettel mit einem sehr traurig dreinblickenden Zahn drauf. Die Zeichnung war wirklich originell, aber mir schwante dennoch Übles. „Mist! Der Zoowärter hat wohl Löcher in den Zähnen. Ich hab’s doch geahnt, dass nicht jedes unserer Kinder vom Schulzahnarzt kerngesunde Zähne attestiert bekommt.“, waren meine ersten Gedanken. Als ich dann las, was auf dem Zettel konnte ich fürs Erste aufatmen. Keine Löcher, gut so, mein kleiner Zoowärter. Doch was ich las, stimmte mich dennoch nicht fröhlich.  „Liebe Frau Venditti“, stand da nämlich „Der Zoowärter hat die Untersuchung verweigert. Neuer Termin: (Sie + Kind)….. Ich bitte Sie, pünktlich zur Untersuchung zu erscheinen.“ Da habe ich das Urteil also schwarz auf gelb: Mein viereinhalbjähriger Sohn ist ein Schulzahnarztverweigerer. Hat sich einfach geweigert, sich auf diesen absolut schrecklichen Zahnarztstuhl, der nicht nur mich, sondern auch andere Eltern, an ein Foltergerät aus alten Zeiten erinnert, zu setzen. Seufzend legte ich den Brief beiseite, trug den Termin, zu dem ich + Kind gefälligst pünktlich zu erscheinen haben, in den Kalender ein und dachte voller Sehnsucht daran zurück, wie die Besuche beim Schulzahnarzt zu Zeiten von Karlsson und Luise noch waren. Die mussten zwar auch in jenes hässliche Untersuchungszimmer, aber die Lehrerin setzte sich gemeinsam mit dem Kind auf den Stuhl des Schreckens, wenn  die Angst vor dem Zahnarzt zu gross war. Dass das Lieblingsstofftier dabei sein durfte, war selbstverständlich; wenn ich mich recht erinnere, schrieb die Kindergärtnerin gar einen Brief an die Eltern, mit der Bitte, man möge dem Kind doch ein Stofftier mitgeben, wenn es dies wünsche. Ich glaube, es gab damals kein einziges Kind, das sich gegen den Untersuch gewehrt hat, und falls doch, dann war danach bestimmt nicht von Verweigerung die Rede, sondern wohl eher von Angst, welche das Kind überwältigt hatte.

Frust Nummer drei schliesslich war der erste Punkt am heutigen Elternabend der Erstklässler: „Laufbahnreglement – Verbindliche Regelung zur Beurteilung des Arbeits- Lern und Sozialverhaltens“. Ich werde euch nicht mit Details langweilen, für einmal drücke ich mein Empfinden „mathematisch“ aus: Laufbahnreglement + quirliger Erstklässler = schulfrustrierte Mama. So einfach ist das. Und so schwierig zugleich.

Ob er mir damit etwas sagen will?

Notiz von einem meiner Söhne: „Liebe Mama, ich konnte nicht weitermachen  beim Bücherstempeln – weil Stempel verklemmt ist. Und du nicht reagiert hast. Liebe Grüsse Dein Sohn“

Mist! Zuweilen können diese Kinder einen ganz schön in Frage stellen mit ihrer Ehrlichkeit.

Ob ich etwas zuviel gearbeitet habe in letzter Zeit?

Elterngespräche

Elterngespräch 2006
Karlsson ist wirklich ein netter Junge. Er hört sehr interessiert zu, führt seine Aufträge gewissenhaft aus und man spürt auch, dass er viel weiss. Leider zeigt er dies aber viel zu wenig, man muss ihn regelrecht dazu drängen, sein Wissen preiszugeben. Im Kreis meldet er sich nie zu Wort, im Einzelgespräch schafft man es manchmal, ihn zum Reden zu bringen. Mir scheint, dass man sein Selbstvertrauen dringend stärken sollte. Haben Sie auch schon daran gedacht, den Jungen in einen Selbstverteidigungskurs zu schicken? Oder vielleicht  ins Karate? Einfach etwas, was ihn etwas selbstbewusster macht? 

Elterngespräch 2008
Luise ist wirklich ein nettes Mädchen. Sie hört interessiert zu, führt ihre Aufträge gewissenhaft aus und ab und zu wagt sie, zu zeigen, was sie kann. Meistens aber ist sie im Unterricht sehr still und zurückhaltend, beobachtet man sie in der Pause, erkennt man einige Ansätze von ihrem Temperament, welches sie durchaus öfters auch im Unterricht einbringen dürfte. Es wäre schön, wenn sie etwas selbstbewusster auftreten würde. Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht darüber, wie Sie das Selbstbewusstsein Ihrer Tochter stärken könnten?

Elterngespräch 2010
Der FeuerwehrRitterRömerPirat ist  wirklich ein netter Junge. Er hört interessiert zu und weiss auch sehr viel. Im Kreis meldet er sich jedoch kaum zu Wort, sein Wissen und seinen Schalk erkennt man nur im Einzelgespräch. Wenn ihm etwas nicht passt, kann er ziemlich bockig sein, ansonsten dürfte er durchaus noch etwas selbstbewusster auftreten. Vielleicht können Sie ihn dazu ermutigen, sich etwas mehr einzubringen.

Erste Rückmeldung der Lehrerin 2011
Der Zoowärter ist wirklich ein netter Junge. Ich hätte gar nicht erwartet, dass er sich bereits am ersten Kindergartentag so laut und deutlich zu Wort meldet. Manchmal erweckt er den Anschein, etwas verträumt zu sein, aber wenn er mal aufdreht, erkennt man, dass er sehr genau weiss, was er will. Im Vergleich zu seinem grossen Bruder tritt er deutlich selbstbewusster auf.

Elterngespräch 2013???
Das Prinzchen ist wirklich ein netter Junge. Er bringt sich überall ein und hat auch keine Angst davor, sich im Kreis zu Wort zu melden. Manchmal tritt er aber etwas allzu selbstbewusst auf. Sehen Sie eine Möglichkeit, wie Sie Ihrem Sohn etwas mehr Zurückhaltung beibringen könnten? Vielleicht einen Meditationskurs, bei dem das Kind lernt, etwas zur Ruhe kommen kann…. 

 

 

 

Hinterhältig? Na und?

Ihr dürft mich getrost ein hinterhältiges Miststück schimpfen, ich schäme mich trotzdem nicht dafür, dass ich dem Prinzchen heute Abend heimlich Gute-Nacht-Tee in den Feierabend-Kakao gemischt habe. Nach zwei Wochen Prinzchen bis kurz vor Mitternacht liegen meine Nerven derart blank, dass ich meinen allerliebsten Jüngsten nach neun Uhr abends nur noch friedlich schlafend aushalten kann. Ich weiss, das klingt jetzt hart, aber ihr könnt mir glauben, dass man es am Ende eines sehr langen Tages nicht mehr besonders süss findet, wenn ein kleiner Mensch abends um halb elf die Vorratskammer plündert, den Küchenschrank ausräumt und mit der WC-Bürste hantiert, anstatt brav im Bett zu liegen, wie es sich für einen mehr oder weniger wohlerzogenen, übermüdeten beinahe-Dreijährigen gehört.

Darum also der Gute-Nacht-Tee, darum die ungewohnte Ruhe abends um halb zehn, darum auch die wunderbare Aussicht auf ein völlig ungehindertes Wäscheaufhängenfaltenwaschenküchesaubermacheneingangaufräumenfussbodenfegen. Wenn ich mich dabei nicht vollkommen ungeschickt anstelle, reicht die Zeit vielleicht noch für die ersten zehn Minuten des Films, den ich mir für heute Abend ausgeliehen habe.

Zuweilen muss man einfach hinterhältig sein, wenn man für die lieben Kleinen auch in ihren anstrengenden Lebensphasen noch genügend Nerven haben will.

Trainingsprogramm zum Schuljahresanfang

6:30 Uhr: Sich unter Ächzen und Stöhnen aus dem Bett zwängen, dem Prinzchen eine Milch wärmen und sich zurück ins Bett begeben.

6:45 Uhr: Sich unter Ächzen und Stöhnen aus dem Bett zwängen, ganz langsam und vorsichtig die Treppe hochsteigen, Orientierungslauf, um herauszufinden, welches Kind in welchem Bett den Schlaf gefunden hat, Weckruf und dann die Kinder mit sanftem Druck aus dem Bett holen, was zuweilen nur unter Körpereinsatz – „Mama, ziehst du mich bitte hoch, mein Körper ist so schlapp, ich schaffe das nicht alleine.“ – gelingt.

6:55 Uhr: Startschuss zum Stafettenlauf zwischen Herd und Küchentisch: Wer bringt schneller mehr Kakaotassen auf den Tisch, ohne etwas zu verschütten? „Meiner“ ist meistens Sieger, aber er schummelt, denn er wärmt die Milch in der Mikrowelle und nicht auf der Herdplatte.

7:25 Uhr: Startschuss zum Treppenrennen: Mama hetzt drei Treppen hoch, um Kleider für die Kleinsten zu suchen, die Kinder hetzen zwei Treppen hoch, dann wieder eine runter und wieder drei hoch, wozu weiss keiner so genau, aber das alles wirkt sehr geschäftig und am Ende hetzen doch wieder Mama und Papa gemeinsam hoch und runter, um Schuhe, Schulhefte, Zahnbürsten, etc. herbeizuschaffen.

Irgendwann zwischen 7:25 und 7:50 Uhr: Ein verzweifelter Versuch, mal kurz zu duschen. Meist gelingt es, manchmal nicht.

7:55 Uhr: Der Endspurt für die Schulkinder beginnt. Schulsäcke stemmen, Kinder anfeuern „Ja, Luise, du schaffst das. Nur noch diesen einen Zahn bürsten und dann kannst du losziehen! Jawohl, Karlsson, nur noch einmal die Treppe hoch und die Schuhe holen, dann bist du bereit! Bravo, der FeuerwehrRitterRömerPirat hat’s als Erster geschafft! Bitte um einen kräftigen Applaus für den FeuerwehrRitterRömerPiraten!“

8:00 Uhr: Endspurt für die Vorschulkinder. Tief bücken, um beim Anziehen der Schuhe zu helfen, weit in die Höhe strecken, um die eigenen Schuhe, die man vor Luise in Sicherheit hat bringen müssen, aus dem Regal zu holen und wieder tief bücken, um das Prinzchen hochzuheben, der „nicht laufen kann“.

8:10 Uhr: In raschem Schritt zum Kindergarten. Wer ist schneller, der Zeiger der Uhr oder Mama Venditti mit Prinzchen auf dem Arm und verträumtem Zoowärter im Schlepptau? Der Uhrzeiger gewinnt fast immer und die Kindergärtnerin fragt besorgt nach, ob Mama Venditti wohl auch mitgekriegt hat, dass der Kindergarten in diesem Schuljahr bereits um Viertel nach acht beginnt und nicht wie früher um halb neun. Ja, Mama Venditti hat das mitgekriegt, aber ihre Kinder scheren sich einen Dreck darum, wo der Uhrzeiger steht, Hauptsache, sie können noch schnell der Nacktschnecke guten Tag sagen und die hohe Mauer beim Kirchgemeindehaus erklimmen. Genau so, wie es eigentlich sein müsste, wenn man denn noch Zeit hätte, Kind zu sein.

8:20 Uhr: Heftiges Winken, um sich vom Zoowärter zu verabschieden.

8:21 Uhr: Prinzchen hochheben, der noch immer „nicht laufen kann“ und ab zur Arbeit.

8:30 bis 11:30 Uhr: Verschnaufpause für den Körper, jetzt ist der Kopf dran.

11:35 Uhr: Zum Kindergarten rennen – diesmal ohne Prinzchen auf dem Arm – und den Zoowärter abholen.

11:45 Uhr: Den Zoowärter und die anderen Kinder, die sich uns auf dem Heimweg angeschlossen haben, zu Hause abladen. Überprüfen, ob wirklich nur eigene Kinder ins Haus gehen und falls Fremde darunter sind, dafür sorgen, dass diese zu Hause anrufen, um zu melden, dass sie bei uns gelandet sind. Zurück ins Büro rennen, um die Arbeit abzuschliessen und das Prinzchen abzuholen.

12:15 Uhr: Mit dem Prinzchen auf dem Arm nach Hause hetzen, wo „Meiner“ hoffentlich schon Zeit gefunden hat, das Essen fertig zu machen, das einer von uns beiden im Morgengrauen oder am Vorabend halbwegs vorbereitet hat..

12:55 Uhr: Kurze Verschnaufpause auf dem Sofa, zumindest, wenn niemand anruft und damit den Wettlauf „Wer ist zuerst beim Telefon?“ in Gang setzt.

13:15 Uhr: Der Endspurt für die Schulkinder beginnt. Schulsäcke stemmen, Kinder anfeuern „Ja, Luise, du schaffst das. Nur noch diesen einen Zahn bürsten und dann kannst du losziehen! Jawohl, Karlsson, nur noch einmal die Treppe hoch und die Schuhe holen, dann bist du bereit! Bravo, der FeuerwehrRitterRömerPirat ist als erster bereit! Bitte um einen kräftigen Applaus für den FeuerwehrRitterRömerPiraten!“

13:15 bis 18:00 Uhr: Das Nachmittagsprogramm ist weniger straff organisiert. Es beinhaltet wahlweise „Noch schnell ins Büro rennen und dort eine oder zwei Stunden arbeiten“ oder „Mit zwei oder drei Kindern im Schlepptau – das Prinzchen natürlich wieder auf dem Arm – zum Arzttermin hetzen“ oder „Nur mal rasch in die Migros gehen, um Milch und Obst zu kaufen – natürlich wieder mit Kindern auf dem Arm und im Schlepptau“ oder „Kommt, wir begleiten Karlsson zur Geigenstunde. Ich muss doch die neue Lehrerin auch mal treffen. Ja, Prinzchen, ich nehme dich auf die Schultern und ihr anderen lauft schön brav mit. Nein, die Geigenstunde ist nicht mehr im Schulhaus gleich um die Ecke, sondern im anderen. Ja, genau, Luise, in dem Schulhaus, zu dem man immer so weit laufen muss…“. Hin und wieder, wenn nur die Kleinen und ich zu Hause sind, sieht das Nachmittagsprogramm auch so aus: „Kommt mal aufs Sofa, ihr zwei,  ich erzähle euch eine Geschichte“ und wenig später schlafen wir drei kreuz und quer übereinander tief und fest, bis die Grossen nach Hause kommen und eine Motivationsspritze für die Hausaufgaben brauchen.

18:00 bis 21:00 Uhr: Allmählich wird das Tempo gedrosselt, alle schalten einen Gang tiefer. Nun ja, zumindest, wenn kein Elternabend auf dem Programm steht. Falls doch, dauert das Trainingsprogramm eben noch ein wenig länger: Kinder in Rekordzeit füttern, ins Bett bringen und dann, pünktlich um fünf vor sieben, los zum Schulhaus. Wann endlich teilt jemand der lieben Lehrerschaft mit, dass ein Elternabend um sieben Uhr uns Eltern daran hindert, unseren Kindern einen pädagogisch wertvollen Tagesabschluss mit Ritualen, Gutenachtgeschichten und „Ich hab‘ dich lieb“ zu bieten? Und die Strafe tragen natürlich wieder wir Eltern, denn wenn wir um halb neun nach Hause gehetzt kommen, sind bestimmt alle noch wach, weil sie doch ohne Rituale, Gutenachtgeschichten und „Ich hab‘ dich lieb“ nicht einschlafen konnten.

 

 

Kein Feierabend in Sicht

Das Unvermeidliche ist eingetroffen: Kaum haben unsere Kleinsten damit aufgehört, unsere Nacht zum Tag zu machen, fangen unsere Grössten damit an, den Tag bis in die späten Abendstunden zu verlängern. Konnte man bis vor wenigen Monaten noch damit rechnen, dass es ab acht Uhr ruhiger und ab neun Uhr fast ganz still wird, so ist heute frühestens um halb elf endgültig Feierabend. Ihr erfahrenen Mütter, die ihr das Ganze schon hinter euch habt und die ihr schon immer gepredigt habt, dass es mit grossen Kindern nicht leichter, sondern anders wird, dürft jetzt wieder aufhören, hämisch hinter den Seiten eures Romans, den ihr euch zum Feierabend gönnen könnt, hervor zu grinsen. Ich habe ja nie behauptet, ihr hättet nicht Recht mit eurer Aussage, aber ein wenig Gejammer müsst ihr mir nun einfach durchgehen lassen. Bei uns geht das eine ja nahtlos in das andere über, von den durchwachten Nächten zu den nicht enden wollenden Tagen. Wer weniger Kinder hat, der bekommt zwischen den zwei Phasen immerhin eine kleine Verschnaufpause, während der die Kinder schön artig um acht ins Bett gehen und durchschlafen bis morgens um sieben. 

Wäre ich ein Mensch, der die Dinge hin nimmt, wie sie nun mal sind, so würde ich mich jetzt in mein Schicksal fügen und durchbeissen. Aber erstens passt das mit „die Dinge nehmen, wie sie sind“ nicht so recht zu meinem Wesen und zweitens fühle ich mich nach nahezu elf Jahren Mutterschaft körperlich derart ausgelaugt, dass ich mir einen Massnahmenkatalog erarbeitet habe, der mir dabei helfen soll, die neue Lebensphase mit meinen grösser werdenden Kindern zu überstehen, ohne noch näher an den Rand des Nervenzusammenbruchs zu geraten:

1. Lerne so rasch als möglich, dich nicht als faule Schlampe zu fühlen, wenn du dir morgens oder nachmittags – je nachdem, wie es der Teilzeitjob und die Stundenpläne der Kinder zulassen – eine ausgiebige Auszeit gönnst. Du bist keine faule Schlampe, du ziehst lediglich den Feierabend vor, den dir deine Kinder nicht mehr gönnen wollen.

2. Finde einen Weg, wie „Deiner“ und du die Zeit zu zweit, die ihr bisher abends hattet, am Morgen oder am Nachmittag – wieder abhängig von (Teilzeit)Jobs und Stundenplänen – haben könnt. Glaube nur ja nicht, dass es einfach wird, diesen Weg zu finden, aber wer hat denn je behauptet, es sei einfach, eine Familie zu haben?

3. Wenn deine Kinder nicht schlafen wollen, sollen sie eben arbeiten. Warum sollst du die Einzige sein, die zu später Stunde noch Wäsche aufhängt und Geschirr spült? Spätestens nach drei abendlichen Arbeitseinsätzen werden deine Kinder erkennen, dass Mamas und Papas Feierabendprogramm gar nicht so unterhaltsam ist, wie sie sich das immer vorgestellt hatten, als sie noch kleiner waren und sich darüber aufregten,  dass die Eltern noch ihren Spass haben durften, während sie bereits im Bett liegen mussten. Wenn sie arbeiten müssen, werden deine Kinder von allein wieder früher schlafen gehen  oder zumindest so tun, als ob sie schlafen würden. Aber dir ist ja eigentlich auch egal, ob sie schlafen oder bloss so tun als ob, Hauptsache, du kannst nach einem anstrengenden Tag endlich die Füsse hochlegen und lesen.

4. Sorge dafür, dass du nur noch mit den Menschen ehrenamtlich zusammenarbeitest, mit denen du dich auch privat gut verstehst. Dadurch erreichst du, dass abendliche Sitzungen Spass machen. Wenn ihr wirklich diszipliniert seid, dann schafft ihr es locker, die Traktanden innerhalb von fünfzehn Minuten abzuhaken, um danach einen gemütlichen Abend unter Freunden zu haben. Warum man dazu einen Sitzungstermin braucht? Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens sind ehrenamtlich tätige Menschen meist so vielbeschäftigt, dass sie sich ungemein faul und egoistisch fühlten, würden sie sich einfach so einen netten Abend ganz und gar ohne Arbeit leisten. Und zweitens wollen deine noch wachen Kinder garantiert nicht mitkommen, wenn du ihnen sagst, du müsstest zu einer Sitzung gehen. Würdest du ihnen nämlich sagen, dass du dich mit einer Freundin zum Kaffee triffst würden sie garantiert zetermordio schreien, weil du mit ihnen nie so etwas machst und weil du immer nur im Restaurant sitzt und Kaffee trinkst.

5. Finde dich damit ab, dass das, was du jetzt erlebst, erst der Anfang ist. Noch ein paar Jahre und du wirst an den endlosen Tag ohne Feierabend auch noch eine halbe durchwachte Nacht anhängen, weil du nicht zu Bett gehen magst, solange deine Kinder noch nicht zu Hause sind. Aber das ist ja nicht das Ende. Noch ein paar Jährchen mehr, und deine Kinder werden mit schwarzen Schatten unter den Augen an deinem Tisch sitzen und fragen: „Mama, waren wir auch mal so schlimm? Ich möchte nur noch schlafen, schlafen, schlafen…“

Und das würde ich jetzt auch tun, wenn ich nicht noch die Küche aufräumen müsste.

Durchgeknallt oder Mutterliebe?

Okay, ich weiss, ich hätte cool bleiben sollen, als die Freundin anrief, weil sie Karlsson nach der Orchesterprobe nicht finden und somit auch nicht nach Hause bringen konnte. Ich hätte nachdenken müssen, mir überlegen, wie Karlsson gewöhnlich reagiert, wenn etwas nicht so läuft wie erwartet, hätte mich in seine Gedankenwelt versetzen müssen. Nun ja, immerhin war ich sicher, dass er nicht den Bus genommen hatte, denn Karlsson hatte kein Geld dabei und Schwarzfahren käme ihm nicht im Traum in den Sinn. Ihm, der sich weigert, eine Strasse ohne Fussgängerstreifen zu überqueren. Soweit konnte ich also noch klar denken, aber natürlich blieb ich dennoch alles andere als cool. Nun ja, nach dem ersten Anruf der Freundin schon, aber als sie zehn Minuten später Bescheid gab, sie hätte unseren Ältesten noch immer nicht finden können, wurde ich so langsam panisch. Karlsson alleine zur Feierabendzeit in der Stadt – diese Vorstellung war zu viel für meine zuweilen etwas zu lebhafte Fantasie und so heulte ich beim dritten Anruf der Freundin nur noch hilflos ins Telefon. Was sollte ich bloss tun? Der Zoowärter sass in der Badewanne, das Prinzchen war bereits im Bett und „Meiner“ war beim Elterngespräch, kein Auto im Haus und kein Vertrauen in die Selbständigkeit unseres Sohnes, dafür umso mehr schreckliche Vorstellungen, was dem Kind alles zustossen könnte.

Hätte ich doch bloss auf den Zoowärter gehört. Als der nämlich merkte, dass ich nicht bloss so tat, als würde ich heulen, meinte er ganz ruhig „Karlsson ist nichts passiert, du brauchst keine Angst zu haben“. Aber welche Mama ist denn so klug, in solchen Momenten auf ihren vierjährigen Sohn zu hören? Mag ja sein, dass es solche Mamas gibt, ich gehöre auf alle Fälle nicht dazu und so rief ich schliesslich „Meinen“ an, damit er sich sofort auf die Suche nach unserem Sohn machte. Nun ja, vollkommen unvernünftig war das wohl nicht, denn immerhin hätte er bereits vor 45 Minuten auftauchen müssen. Aber vielleicht war es dann doch ein wenig übertrieben, dass ich danach auch noch meine Mutter auf den Plan rief, die sich gemeinsam mit Luise und dem FeuerwehrRitterRömerPiraten auf die Suche machte.

Während nun alle nur erdenklichen Leute auf der Suche nach dem verlorenen Sohn  waren – die Freundin hatte inzwischen eine Freundin alarmiert und eine weitere Freundin hätte sich ebenfalls auf die Socken gemacht, wenn ich sie darum gebeten hätte -, tigerte ich durch die Wohnung und hatte nichts Weiteres zu tun, als all die Gespenster, die wohl in fast allen mütterlichen Gehirnwindungen schlummern, aufzuwecken und durch meinen Kopf spuken zu lassen. „Ruf ins Spital an!“, heulte das eine Gespenst „vielleicht ist er unters Auto gekommen.“ „Nein, die Polizei musst du alarmieren“, widersprach das andere. „Ach, so ein Quatsch!“, brauste das dritte auf „Das Kind fürchtet sich bestimmt vor dem neuen Schuljahr und hat sich irgendwo im Wald verkrochen.“

Ich weiss nicht, was ich getan hätte, wenn das Geheul dieser Gespenster nicht plötzlich durch Schritte im Treppenhaus unterbrochen worden wären. Vielleicht hätte ich tatsächlich die Polizei alarmiert. Doch die Schritte, die ich hörte, gehörten ganz eindeutig zu Karlsson und da kam er  tatsächlich die Treppe hoch gehumpelt, vollkommen zufrieden und ziemlich hungrig. Er hätte unsere Freundin nirgendwo finden können und deshalb sei er eben zu Fuss nach Hause gekommen, viereinhalb Kilometer, mit heftigen Wachstumsschmerzen im Knie, mit der Geige auf dem Rücken und im Kopf die Angst, dass „Meiner“ und ich bestimmt schimpfen würden, weil er so spät nach Hause kam.

Okay, vermutlich habe ich die Situation mal wieder nicht besonders bravourös gemeistert, aber zumindest wissen die Kinder nun, wie sehr ich heulen muss, wenn ich mich um sie sorge. Ich hoffe doch sehr, dass sie dies als Zeichen von Mutterliebe deuten und nicht als Zeichen dass ihre Mama so langsam aber sicher den Verstand verliert…