Überbewertet

Glaubt mir, so ein Mittagsschlaf ist eine vollkommen überbewertete Sache. Ich meine jetzt nicht den kindlichen Mittagsschlaf. Der ist eine segensreiche Erfindung, zumindest solange das Kind die tagsüber verschlafene Zeit nicht abends nachholt. Nein, ich meine den elterlichen Mittagsschlaf. Da sinkst du nach dem Mittagessen nichts Böses ahnend in einen tiefen Schlaf, neben dir das Prinzchen und „Deiner“, die es dir gleichtun und wenn du wieder aufwachst, ist der Tag im Eimer. Die Küche versinkt im Chaos, die Kaulquappen, die schon seit zwei Wochen fröhlich im Becken schwimmen schweben in Lebensgefahr, weil jemand einen Haufen Erde ins Becken geschüttet hat, die Vorratskammer ist geplündert und dir platzt der Kragen. Du greifst zum Besen, um die schlimmste Unordnung zu beseitigen, räumst die Vorratskammer notdürftig auf, knallst wütend die Tür zu – und stellst fest, dass der Schlüssel der Vorratskammer nicht im Schloss steckt, sondern ganz offensichtlich in der Kammer. Zusammen mit ganz vielen Lebensmitteln, darunter einigen überlebenswichtigen Dingen, ohne die das Wochenende ganz schön schwierig werden dürfte: Wasser, Kakao, lactosefreie Milch, Apfelsaft, Kartoffeln, Cola und Honig. 

Was tun? Nun, zuerst mal den Schuldigen finden, aber das war mal wieder „der andere“ und somit bekommen alle das mütterliche Donnerwetter zu hören. Dann geht’s los mit der Befreiungsaktion für die eingeschlossenen Nahrungsmittel. Zuerst wird das Schloss mit Küchenmessern und Schraubenziehern traktiert, dann mit Schlüsseln anderer Wandschränke, was „Deiner“ aber bald einmal aufgibt, weil einer der Versuchsschlüssel zerbricht und es einen Moment lang ganz danach aussieht, als  müssten Vendittis in Zukunft nicht nur ohne Kakao und Apfelsaft, sondern auch ohne Bettwäsche leben. Doch der Wäscheschrank hat zum Glück einen Ersatzschlüssel. Was deine Kinder auf die Idee bringt, dass der Schlüssel von Grossmamas Vorratskammer vielleicht auch in unser Schloss passen könnte. Zu dumm nur, dass die Grossmama übers Wochenende verreist ist und die Wohnung abgeschlossen hat. Also klettern Karlsson und Luise über das Balkongeländer in Grossmamas Küche, bringen den Schlüssel nach oben, wo du leider feststellen musst, dass er nicht passt. Und morgen darfst du dann deiner Mutter erklären, weshalb ihre Wohnung nicht mehr abgeschlossen ist…

Weil er keinen Weg mehr sieht, die Befreiungsaktion vor Montag durchzuführen, gibt „Deiner“ an diesem Punkt auf, du hingegen mühst dich eine weitere Stunde mit der verschlossenen Türe ab. Aber egal, womit du es versuchst – ob mit der Eisensäge oder mit dem Suppenlöffel – die Tür macht keinen Wank und so musst du zwei zerbrochene Küchenmesser und einen epochalen Familienstreit später schweren Herzens erkennen, dass alle deine Bemühungen aussichtslos sind. Und du fragst dich, was dich dabei mehr nervt, die Tatsache, dass „Deiner“, den du in diesem Moment auf den Mond schiessen könntest, Recht hatte, oder der Umstand, dass das Cola, das du nach all dem Ärger eigentlich verdient hättest,  eingeschlossen ist.

Zwei Dinge aber sind dir sonnenklar, nämlich a) dass „Deiner“ und du noch immer ziemlich ausrasten könnt, auch wenn ihr mit zunehmendem Alter etwas ruhiger geworden seid und b) dass ein elterlicher Mittagsschlaf zwar angenehm entspannend sein kann, dass das bisschen Entspannung aber durch all den Ärger, der darauf folgt, wieder aufgefressen wird. 

Bad Mummy

Es ist die klassische Filmszene, wenn man ohne weit auszuholen darstellen will, dass Mama eine elende Egoistin, das Kind ein armer, vernachlässigter Tropf ist: Das Kind hat einen wichtigen Auftritt – zum Beispiel als Strohballen im Krippenspiel – und die Mama hat nichts Besseres zu tun, als schwarzbestrumpft und hochhackig in irgend einem Meeting zu sitzen. Vor lauter Angst, dass die Mama es auch diesmal nicht zum grossen Auftritt schaffen wird, ist das Kind den Tränen nahe, aber weil Mama in letzter Sekunde eine himmlische Stimme vernimmt, die ihr sagt, dass dies die einzige Gelegenheit ihres Lebens ist, ihr Kind als Strohballen verkleidet zu sehen, rennt sie aus dem Meeting, lässt Boss und böse Konkurrentin sitzen und schafft es gerade noch im letzten Augenblick, zu sehen, wie der Strohballen vom Esel – im Kostüm steckt das lästige Nachbarskind – verzehrt wird. Von dem Moment an ist Mama ein neuer Mensch und verspricht ihrem Kind, es nie mehr wegen eines Meetings warten zu lassen, sondern es in Zukunft zu jeder Sitzung mitzunehmen.

So ist das in Hollywood und ich selber musste leider schon sehr früh erkennen, dass die Geschichte in der Realität anders ausgeht. In meiner Realität war das so, dass meine Mama sich alle Mühe gab, rechtzeitig zum grossen Auftritt zu kommen, dass dann aber im letzen Moment ein Schaf durchbrannte oder die Konfitüre überkochte oder eine lästige Bekannte sich nicht abschütteln lassen wollte und dann war sie eben spät dran. Und dann geschah es eben, dass sie exakt in dem Moment, als ich das letzte Wort des auswendig gelernten Gedichts – „Dunkel war alles und Nacht, in der Erde tief die Zwiebel schlief, die Braune…“ – gesagt hatte, atemlos zur Tür hereinkam und nur noch das enttäuschte Gesicht ihrer Tochter sehen konnte. Fürchterlich, nicht wahr? Meine arme Mama muss sich schreckliche Vorwürfe gemacht haben.

Woher ich das weiss? Nun, inzwischen bin ich selber eine Mama und zwar eine, die nicht wegen entlaufener Schafe oder überkochender Konfitüre den Auftritt ihres Sohnes verpasst, sondern einfach nur deshalb, weil sie einen Termin zugesagt hat, ohne zu wissen, dass an genau diesem Abend Schülerkonzert sein würde. Gut, eigentlich wären die beiden Termine ja ganz glatt aneinander vorbeigegangen, denn das Konzert begann um sieben, der Termin war um acht. Aber wer schon mal bei einem Schülerkonzert gewesen ist, der weiss, dass allein der Applaus nach jeder Ansage – kann mir mal einer verraten, weshalb man nach einer Ansage applaudiert? – eine halbe Stunde füllt. Wenn also Mama eine knappe Stunde Zeit hat, Karlssons Auftritt aber auf Position 11 im Konzertprogramm steht, dann ist klar, dass es unmöglich ist, dass Mama dabei sein wird, wenn Karlsson spielt.

Menschen, die keine Kinder haben, mögen nun denken, es sei doch nicht so schlimm, einen Auftritt am Schülerkonzert zu verpassen. Sind ja nicht die Berliner Philharmoniker, die da auftreten. Nein, sind es nicht, aber es ist Karlsson, der mich gestern ganz aufgeregt daran erinnert hatte, heute sei dann „der grosse Abend“. Es ist Karlsson, der zum ersten Mal gemeinsam mit viel grösseren Schülern auftreten darf. Es ist Karlsson, der miterleben muss, dass seine Mama zwar noch den Auftritt des FeuerwehrRitterRömerPiraten mitbekommt, bei seinem aber schon längst wieder abgerauscht ist, weil sie dummerweise schon wieder beruflich eingespannt ist. Ich weiss, wie elend sich Karlsson fühlt. Genau so elend, wie ich mich damals gefühlt hatte, als meine Mama nicht dabei war, als ich das Gedicht von der Tulpenzwiebel aufsagte.

Was Karlsson jetzt noch nicht weiss, vielleicht aber später einmal wissen wird: Für die Mama oder den Papa ist so eine Situation genauso schlimm wie für das Kind. Denn Mamas und Papas wollen nichts lieber als dabei sein, wenn ihr Kind auf der Bühne steht. Weil sie wissen, wie wichtig so eine Sache für ihr Kind ist. Weil sie jeden Moment lang mit ihrem Kind mitfiebern wollen. Weil sie heulen könnten vor lauter Rührung, dass ihr kleines grosses Kind schon so viel kann. Und weil sie nach dem Auftritt aufrichtig sagen wollen: „Du warst der Beste!“ und nicht „Ich bin sicher, dass du der Beste warst, aber leider habe ich das nicht mehr mitgekriegt, weil ich schon wieder woanders war, als du endlich dran warst.“

Mayonnaise-Tag

Schon der erste Satz heute Morgen hätte mich vorwarnen müssen: „Der FeuerwehrRitterRömerPirat hat gekotzt und ich kann es nicht aufwischen, weil ich selber gleich kotzen muss“, sagte „Meiner“, als er morgens um sieben kreidebleich ins Schlafzimmer kam, wo ich noch selig schlummerte. Nun sagt bitte nicht, das sei typisch Mann. Bei uns ist es nämlich gewöhnlich umgekehrt. Während er ohne mit der Wimper zu zucken Erbrochenes aufwischt, würge ich jedes Mal, wenn ich gezwungen bin, die Sache selber zu erledigen. Wenn also er nicht konnte, war klar, dass heute ein besonders schlechter Tag werden würde.

Optimistisch, wie ich nun mal bin, liess ich mir die Laune darob noch nicht verderben. Nun ja, offen gestanden ist meine Laune momentan ohnehin ziemlich schlecht, also konnte sie sich auch durch einen Magen-Darm-Käfer nicht erheblich verschlechtern. Ich ging also nach oben, um die Lage zu inspizieren. Was ich sah, war nicht gerade ermutigend. Wie das Bett des FeuerwehrRitterRömerPiraten aussah, brauche ich euch nicht zu beschreiben. Ihr wisst ja, wie sowas aussieht. Im Zimmer nebenan fand ich das Übliche vor: Eine morgenmuffelige Luise, die aber immerhin gesund war. Der Zoowärter sah zwar halbwegs gesund aus, klagte aber über Bauchschmerzen. Also nicht fit für die Spielgruppe. Dass auch Karlsson heute zu Hause bleiben würde, war mir sofort klar, als er mich mit fieberglänzenden Augen traurig ansah und meinte, ihm sie hundeelend. Das Prinzchen wirkte zwar fit, aber zu Hause bleiben würde er ohnehin, denn er geht ja noch nicht zur Schule.

Wieder unten machte ich eine kurze Bestandesaufnahme: Eine gesunde Tochter, drei kranke oder halbkranke Söhne, ein quirliges Prinzchen, ein kranker Ehemann und eine ziemlich schlecht gelaunte und nur halbwegs gesunde Mama. Das konnte ja heiter werden. Nachdem alle fürs Erste versorgt waren, hatte ich meine erste grosse Hürde zu überwinden, nämlich „Meinen“ davon zu überzeugen, dass er so nicht in die Schule gehen konnte. „Aber ich habe kein Material vorbereitet. Ich kann doch nicht zu Hause bleiben“, wehrte sich der pflichtbewusste Herr Lehrer. Ich liess ihn wissen, dass seine Kollegen allesamt bestens ausgebildete Fachpersonen sind, die genau wissen, was zu tun ist, wenn ein Teammitglied krank ist. Ausserdem erinnerte ich ihn daran, dass die Eltern seiner Schüler wohl nicht besonders erfreut sein würden, wenn er den Magen-Darm-Käfer an sämtliche Kinder weitergeben würde. Schliesslich griff er dann doch zum Telefon, meldete sich in der Schule ab, zog sich auf das Sofa zurück und dämmerte weg. Gut, einer war versorgt. Blieben noch fünf.

Fragt mich nicht, wie ich zu diesem Punkt kam, aber irgendwann, nachdem Luise in die Schule gegangen war, ich alle anderen mit dem Nötigsten versorgt und mich selber für die Arbeit bereit gemacht hatte, platze mir der Kragen und ich brüllte laut vernehmlich:“ Ich schaff das alles nicht!“ Aber wenn man Mama ist, schafft man fast alles, auch wenn man längst nicht mehr daran glaubt. Man schafft es, doch noch pünktlich zur Arbeit zu kommen. Man reisst sich zusammen, wenn bei der Arbeit so viel läuft, dass man gar nicht erst dazu kommt, die Arbeit zu erledigen, die man eigentlich für den Vormittag geplant hatte. Man beisst auf die Zähne, wenn man keine Zeit fürs Mittagessen hat. Man erledigt dies und jenes und plant, was man abends, wenn alle Patienten im Bett sein werden, noch nachholen wird. Gute zwei Stunden später als geplant kommt man nach Hause, wo man zuerst mal das ganze Chaos beseitigt und schaut, dass jeder das Nötigste bekommt. Als Mama weiss man, wie man sich zusammenreisst.

Schwach werden darf man erst, wenn alles, was dringend getan werden muss, getan ist. Dann erst ist Zeit für das, was einen an solchen Tagen wieder aufstellt: Ein Essen, dass man nur im Verborgenen essen darf, weil man den Kindern sonst ein schlechtes Vorbild abgibt, nämlich Pasta, Mayonnaise und viel Käse. Und der Gesundheit zuliebe zum Dessert noch ein paar Rosinen. Mit Schokolade überzogen, versteht sich.

Freizeit

Was machen wir da bloss? Da hat man mir doch für morgen und übermorgen ein absolutes Büroverbot verhängt. Zudem sind fast alle Pendenzen abgearbeitet. Zumindest diejenigen, die ich auf keinen Fall in die neue Woche mitschleppen will. Und die zwei oder drei Dinge, die unbedingt noch erledigt sein wollen – Arbeitszeugnis für unser ehemaliges Au Pair schreiben, ein paar Rechnungen bezahlen, den Lohn für die Putzfrau ausrechnen – dürften kaum mehr als eine Stunde in Anspruch nehmen. Im Terminkalender herrscht bis Montag gähnende Leere. Und Luise, die am Nachmittag noch keinen Schluck Wasser behalten konnte, hüpfte am Abend schon wieder quietschfidel durch die Wohnung. Also auch kein Erbrochenes, das aufgeputzt werden muss.

Beängstigend, nicht wahr? Freiräume, die gefüllt werden wollen mit Ausschlafen, Nachdenken, Familienleben, Gottesdienstbesuch und ausgiebiger Zeitungslektüre. Ob das wirklich gut kommt? Immerhin sind das geschlagene 48 Stunden ohne Gehetze, ohne das Gefühl, man hätte alles eigentlich schon gestern gemacht haben müssen. 48 Stunden in denen das Leben eine Verschnaufpause einlegen will und weit und breit kein Termin in Sicht, der es an dem Vorhaben hindern will.

Ob ich für morgen noch einen Coiffeurtermin bekomme? Ich meine, 48 Stunden lang nur tun, was einem Spass macht ist bestimmt gefährlich und da wären zwei qualvolle Stunden mit waschen, färben, föhnen und schneiden genau richtig, um zu verhindern, dass ich auf die Idee komme, die freie Zeit einfach so zu geniessen.

Frau, Kind und Job

Ist frau kinderlos und vollzeitlich berufstätig, dann kommt irgendwann der Tag, an dem sie glaubt, gestresst zu sein. „Vom frühen Morgen bis zum späten Abend immer nur Arbeit“, seufzt sie „und wenn man abends nach Hause kommt, sollte man auch noch haushalten. Ich glaube, ich werde schwanger, schmeisse meinen Job und geniesse das Glück im trauten Heim.“

Also bekommt frau ein Kind, gibt sich voll und ganz der neuen Aufgabe hin, stillt, so lange sie kann, kocht Bio-Brei, steht nachts zehn mal auf, geht täglich an die frische Luft, hält die Wohnung blitzsauber, damit auch ja keine verschluckbaren Kleinteile in der Wohnung herumliegen, die das Leben des Krabbelkindes gefährden. Rund um die Uhr ist sie im Einsatz und eines Tages, vielleicht schon beim ersten Kind, vielleicht aber auch erst beim Dritten, dämmert ihr, dass sie früher, als sie noch berufstätig war, keine Ahnung davon hatte, was Stress ist. „Wie war ich doch naiv damals“, schimpft sie mit sich selber. „Ich glaubte, gestresst zu sein, dabei war damals alles noch so schön überschaubar. Ich glaube, ich suche mir einen Job. Damit ich hin und wieder ein wenig entspannen kann.“

Wenn frau Glück hat, findet sie tatsächlich einen Job. Wenn sie noch mehr Glück hat, findet sie auch noch einen Krippenplatz dazu. Und wenn sie sehr viel Glück hat, dann hat sie einen Mann, der sein Pensum reduzieren kann, so dass sie ihr sauer verdientes Geld nicht gleich wieder in der Krippe abliefern muss. Frau hat jetzt also beides, ihr geregeltes Leben als Berufstätige mit fixem Einkommen, bezahlten Ferien und geregelten Arbeitszeiten und ihr Leben als Mutter mit fröhlichen Bastelnachmittagen, Ausflügen in den Zoo und gemütlichen Kaffeerunden mit anderen Müttern. So zumindest hat sich das frau vorgestellt, als sie wieder berufstätig geworden ist: Von beiden Welten das Beste. Das perfekte Leben also.

Woran frau nicht gedacht hat: Kinder halten sich selten an geregelte Arbeitszeiten. Ihnen wird nicht erst dann übel, wenn Mamas Sitzung vorbei ist. Chefs nehmen wenig Rücksicht auf Stundenpläne. Sie verschieben die Sitzung nicht, weil das Kind im Kindergartentheater einen Auftritt als Wal hat. Sie hat also nicht nur von beiden Welten das Beste, sondern auch von beiden Welten den Stress. Und endlich begreift frau, dass zwischen 25 und 55 – die Zahlen können je nach Lebensentwurf variieren- ein Leben ohne Stress bloss ein schöner Traum bleiben wird.

Es ist mir ernst

Wenn ich sage, dass mir so langsam der Schnauf ausgeht, sage ich dies nicht, um zur Antwort zu bekommen: „Ich würde das ja nie durchhalten. Aber du schaffst das mit Links.“

Wenn man mich fragt, wie es mir so geht und ich antworte „Nicht besonders gut“, dann meine ich das auch so. Denn wenn es mir gut ginge, würde ich sagen, dass es mir gut geht.

Wenn ich sage, dass mir die Dinge manchmal über den Kopf wachsen, dann brauche ich keine Ratschläge im Sinne von „Du müsstest eben besser delegieren…“ oder „Du hättest die Sache eben anders angehen müssen…“ Nein, dann wäre ich ganz froh, wenn ich einfach mal erzählen könnte, dass es nicht immer einfach ist, Familie, Arbeit, Schreiben und Haushalt zu jonglieren, dass das Ganze zwar unglaublich viel Freude macht, dass es aber auch ganz schön an die Substanz gehen kann. Ein wenig Verständnis würde so viel mehr bringen als ein besserwisserisches „Du müsstest eben…“ Was ich müsste, weiss ich sehr wohl, aber ob das, was ich müsste auch in die Realität umgesetzt werden kann, liegt nicht alleine in meiner Hand.

Wenn ich sage, dass ich mich schwach fühle, dann ist es schmerzhaft, wenn man mir sagt, ich sei doch eine starke Frau, ich würde das schon alles hinkriegen. Muss man denn immer stark sein, bloss weil man offenbar – völlig unbeabsichtigt übrigens – das Bild einer starken Frau abgibt?

Wenn ich verkünde, dass ich mal wieder eine Pause brauche, dann meine ich dies nicht als Aufforderung, dass ich jetzt endlich Zeit habe für all die Dinge, die man auch noch gerne mit mir besprechen möchte. Nein, dann meine ich, dass ich mich mal wieder einen Moment lang hinsetzen möchte, um in Ruhe etwas zu trinken, ein wenig zu lesen oder meinen Gedanken nachzuhängen.

Wenn ich diesen Blog mal wieder als Jammerkasten missbrauche, dann tue ich dies nicht, um Mitleid zu erregen, sondern einfach darum, weil zu meinem Leben eben nicht nur die Höhepunkte, sondern auch die Tiefpunkte gehören. Würde ich diese aussparen, könnte man am Ende noch auf die Idee kommen, ich sei eine jener Frauen, die so tun, als hätten sie immer alles im Griff. Und weil ich das nicht habe, will ich auch nicht so tun als ob.

Ungeniessbar

Da bin ich mal wieder, an dem altbekannten Punkt, an dem ich nie sein will, an dem ich aber unweigerlich lande, wenn meinem unausgeglichenen Temperament die Ruhe fehlt, um sich hin und wieder abzukühlen. Zu viel Zeit auf dem Bürostuhl, zu wenig auf dem Sofa, zu viele Gespräche am Telefon, zu wenige mit denen, die da um mich herum sind, zu viel Gehetze von hier nach da, zu wenige Atempausen und schon bin ich wieder die alte, ungeduldige und gereizte Mama Venditti, die ich schon immer war, wenn die Balance nicht stimmte. Eigentlich war ich schon so, bevor ich Mama war und Venditti hiess und schon damals war mir klar, dass es grundverkehrt ist, die eigenen Kräften so schlecht einzuteilen, dass man am Ende jene, die man liebt, nur noch anschnauzt.

Das das nicht in Ordnung ist, wusste ich schon damals, als ich Morgen für Morgen meine Eltern anmotzte und fünf Minuten später fröhlich lachend mit meinen Schulfreunden unterwegs war. Ich wusste es auch, als ich bei der Arbeit allen Frust herunterschluckte und freundlich blieb und dann, kaum zu Hause angekommen, allen Ärger an „Meinem“ ausliess. Ich weiss es auch heute, wo ich schlicht ungeniessbar bin, weil ich meinen ganzen Vorrat an Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit am gestrigen Tag der offenen Tür verpufft habe. Ich weiss, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen wäre, um mir mal wieder eine ausgiebige Pause zu gönnen, alle Pflichten für einige Tage beiseite zu schieben und mich voll und ganz auf die Menschen einzulassen, die ich liebe. Und das möchte ich auch, türmte sich da nicht die Arbeit auf meinem Schreibtisch und in meinem Kopf. Klar, ich werde versuchen, es in den nächsten Tagen besser zu machen, ausgeglichener und freundlicher zu sein, aber ich weiss, dass es mir, wie seit Jahren schon, nur zum Teil gelingen wird. Denn so sehr ich es auch möchte, ich kann nicht aus meiner Haut. Und deshalb wird mir nichts anderes übrig bleiben, als mich einmal mehr zu entschuldigen, die Selbstvorwürfe in die Schranken zu weisen und darauf zu hoffen, dass diejenigen um mich herum nicht aufhören, mich trotz meiner Macken zu lieben.

Möbelsamstag

Man sagt uns ja hin und wieder, wir seien verrückt, aber so richtig wahrhaben wollen wir das nicht. Wir tun so, als sei alles ganz normal und vernünftig, was wir tun. Bis wir mal wieder in der Tinte sitzen und wir der Tatsache ins Auge schauen müssen, dass andere weitsichtiger sind als wir. Viel weitsichtiger. Die sind zum Beispiel so vernünftig, dass sie einen Babysitter engagieren, wenn sie ins Schwedische Möbelhaus fahren. Oder sie nehmen nicht nur ein Handy mit, sondern zwei, damit man einander anrufen kann, wenn man sich im Getümmel nicht mehr findet. Gut, dass wir heute Morgen mit der ganzen Meute in zwei Autos losgefahren sind, um ein Zoowärter-Bett, einen FeuerwehrRitterRömerPiraten-Schreibtisch, ein „Meiner“ und ich – Bett und noch ein paar andere Dinge zu besorgen, ist ja so unvernünftig nicht. Okay, man kann sich fragen, ob der Zoowärter unbedingt mitmusste, wo er doch beim letzen Mal einen Fieberkrampf bekam, als er im Möbelhaus Köttbullar ass. Und vielleicht hätte „Meiner“ ja wirklich zu Hause bleiben und aufräumen können, aber mit wem hätte ich mich denn darüber streiten können, ob wir nun einen neuen Schrank fürs Kinderzimmer oder eine neue Kommode fürs Elternschlafzimmer erstehen sollten?

Wie auch immer, wir fuhren los, der festen Überzeugung, dass heute nichts schief gehen konnte, weil wir a) genügend Geld im Portemonnaie hatten, b) eine ziemlich klare Vorstellung hatten, was wir wollten (mal abgesehen von der Meinungsverschiedenheit betreffs Schrank oder Kommode), c) die Kinder mit der Aussicht auf viele schöne neue Dinge motiviert wie selten waren und wir d) zu dritt waren, um fünf Kinder bei Laune zu halten. Anfangs sah die Sache wirklich erfolgsversprechend aus. Luise, der FeuerwehrRitterRömerPirat und der Zoowärter liessen sich bereitwillig im Kinderparadies abgeben. Also zogen wir – drei Erwachsene, zwei Kinder und zwei Einkaufswägen – los. Hätte nicht das Prinzchen, der in diesen Tagen gewöhnlich pausenlos an meinem Rockzipfel hängt, auf einmal diesen unbändigen Entdeckerdrang verspürt, wären wir beinahe in Versuchung geraten, den Einkauf zu geniessen. Damit dies nicht geschehen konnte, versteckte sich unser Jüngster immer mal wieder, so dass wir nach einer Stunde doch schon ziemlich müde waren.

Und dann fing das übliche Chaos an. Wir begingen den groben Fehler, am Kinderparadies vorbeizuspazieren, Luise sah uns, sah, dass Karlsson ein neues Stofftier im Arm hielt und vorbei war die Ruhe. Luise wollte raus, wollte auch ein Stofftier, wollte mal das Känguru, mal den Frosch, mal den Hund. Ich wollte keine Kommode, „Meiner“ wollte keinen Schrank, das Prinzchen wollte den Plastikhammer, den er in der Kinderabteilung entdeckt hatte, nicht mehr aus der Hand geben, Karlsson wollte sein Stofftier in der Gegend herumwerfen und die Frau im Kinderparadies wollte, dass wir den Zoowärter und den FeuerwehrRitterRömerPiraten abholen, weil die Zeit um war. Und dann ging es weiter mit wollen: Zoowärter und FeuerwehrRitterRömerPirat wollten auch ein Stofftier, das Prinzchen wollte den Plastikhammer, den wir inzwischen für ihn in den Wagen gelegt hatten, ausprobieren, bevor er bezahlt war, „Meiner“ wollte keine weiteren Stofftiere kaufen und ich wollte essen gehen, damit wir am Tisch endlich die leidige Diskussion ob Schrank oder Kommode zu einem Ende bringen könnten. Im Restaurant wollten Karlsson, Luise und der FeuerwehrRitterRömerPirat eine grosse Portion Fleischbällchen und dann, als die Teller erst zur Hälfte leer waren, wollten sie nicht mehr weiter essen, der Zoowärter wollte mehr Fleischbällchen und weniger Pommes Frites, „Meiner“  und ich wollten reden und konnten nicht, weil die Kinder nicht wollten, dass wir miteinander reden, sondern mit ihnen. Was das Au Pair wollte, weiss ich nicht. Sie hielt sich vornehm zurück und half, das Chaos unter Kontrolle zu halten, aber ich nehme an, dass sie wollte, dass wir endlich mal Ruhe geben und uns wie normale Menschen gebärden, die still und artig am Tisch sitzen.

Bis dahin war alles noch in den für uns gewohnten Bahnen gelaufen, doch dann, als wir uns am Ende unseres Einkaufsabenteuers wähnten, ging es erst richtig los. Während das Au Pair, die Kinder und ich uns ans Bezahlen und Einpacken des Kleinkrams machten, machte sich „Meiner“ auf, die Dinge zu organisieren, die wir uns nach Hause liefern lassen wollten, weil unser Fünfplätzer sich weigerte, sie zu transportieren. Nachdem wir fertig eingepackt hatten, warteten wir auf „Meinen“, aber der kam nicht. Also gingen wir zum Parkplatz, um die Autos zu beladen. Aber „Meiner“ hatte den Schlüssel, ich das Auto. Also beluden wir das Auto des Au Pairs, verfrachteten – nachdem wir den Streit, wer mit wem fahren darf und wer auf dem Weg welche CD hören darf geschlichtet hatten – Karlsson und den FeuerwehrRitterRömerPiraten ins Au Pair-Auto und schickten die drei auf die Heimfahrt.

Die drei fuhren los und wir warteten weiter auf „Meinen“, der noch immer nicht auftauchte und den ich nicht anrufen konnte, weil sein Handy nicht mitgekommen war. Irgendwann tauchte „Meiner“ auf, drückte mir den Autoschlüssel in die Hand und entschwand wieder in der Menschenmenge, weil er „nur noch ganz schnell“ alles bezahlen musste. Nett wie ich bin, organisierte ich in der Zwischenzeit, was es zu organisieren gab: Auto beladen, Kinder anschnallen und dann schnell Richtung Ausgang fahren, um „Meinen“ ins Auto zu packen. Aber „Meiner“ war spurlos verschwunden. Also warteten wir wieder. Während die Kinder artig im Auto sassen und abwechslungsweise jammerten und beteten, dass der Papa doch endlich kommen möge, tigerte ich immer gereizter in der Tiefgarage herum, in der Hoffnung, irgendwo „Meinen“ auf der Suche nach uns herumirren zu sehen. Aber „Meiner“ irrte nicht in der Tiefgarage herum, sondern im Laden, wo man ihn von Pontius zu Pilatus schickte, bis er endlich, nach einer geschlagenen Stunde völlig entnervt wieder auftauchte. Fragt mich bitte nicht, weshalb er so lange gebraucht hat, um ein paar Möbel zu bezahlen. Er hat’s mir erklärt, aber verstanden habe ich es nicht.

Nun, irgendwie haben wir die Sache hinter uns gebracht und ich bin auch wirklich ganz stolz auf uns, dass es zwar zur einen oder andere Reiberei, nicht aber zum üblichen Krach, gekommen ist. Wobei, vielleicht habe ich gar keinen Grund zum stolz sein, denn vermutlich hatten wir bloss deshalb keinen Krach, weil wir nach all dem Stress einfach zu müde waren dazu.

Zauberwort

Zuweilen kommt es mir vor, als sei eine halbe Ewigkeit vergangen, seitdem ich unzählige Stunden durch den Wald geirrt bin auf der Suche nach mir selber. Dabei sind kaum mehr als achtzehn Monate vergangen seither. In den Jahren, in denen ich ein Kind nach dem anderen bekommen hatte, war ich mir irgendwie abhanden gekommen und weil man nach der Geburt der Kinder nicht mehr die Gleiche ist wie vorher, dauerte es zumindest bei mir eine ganze Weile, bis ich wusste, wonach ich überhaupt suchen musste. „Meiner“ half mir zwar bei der Suche, wo immer er konnte, aber am Ende ging es doch nicht ohne die Einsamkeit, die Stille. Und so ergriff ich jede nur erdenkliche Gelegenheit, um durch den Wald zu streifen und nachzudenken. Und zu heulen. Und dem Himmel mein Elend zu klagen. Denn auch wenn ich eine glückliche Ehefrau und Mutter war, ein glückliches Ich war ich nicht.

Ich weiss nicht, wie oft ich so unterwegs war. Ich weiss auch nicht, wie oft ich meinen Frust über die konstante Überforderung, eine gute Hausfrau und Mutter zu sein, aber auch meine Trauer über die konstante Unterforderung, dass ich meine Fähigkeiten nicht einsetzen konnte, zum Himmel schrie. Und zum Glück weiss ich nicht, ob andere Spaziergänger mich jeweils gehört haben. Dass der Himmel mich gehört hat, das weiss ich, sofern man hier überhaupt von Wissen reden kann. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass sich nach der Zeit des Umherirrens eine Türe nach der anderen öffnete. Es war wie im Märchen: Eben noch hatte ich mich gefühlt, als stünde ich vor dem absoluten Nichts und plötzlich waren meine Hände voll mit Gutem. Mit Dingen, die ich nie zu träumen gewagt hätte und die doch genau dem entsprachen, wovon ich stets geträumt hatte. Ich war erfüllt und zufrieden wie noch selten zuvor in meinem Leben, mein Bedürfnis, in den Wald und in die Stille zu flüchten verschwand fast gänzlich und ich wollte nichts anderes mehr, als vorantreiben, was mir da so unvermittelt in den Schoss gefallen war.

Wäre das Leben ein Märchen, dann wäre die Geschichte hier zu Ende. Aber das Leben ist kein Märchen, zumindest keines, in dem man nach Bestehen der Prüfungen glücklich und sorglos in Saus und Braus lebt. Dann schon eher eines jener Märchen, in denen das Gute in falsche Hände gerät – das Pfännchen, das Brei kocht in die Hände einer reichen Frau, die ohnehin genug zu Essen hat, zum Beispiel –  dann geht das Zauberwort vergessen und schliesslich nimmt das Gute so lange kein Ende mehr, bis es nicht mehr gut, sondern einfach nur zu viel und zu belastend ist.

Nun, ich möchte nicht so weit gehen, zu behaupten, das Gute in meinem Leben sei in die falschen Hände geraten, denn das eine oder andere erscheint mir, als wäre es genau auf mich zugeschnitten worden. Was mir aber inzwischen klar geworden ist: Ich habe das Zauberwort vergessen, mit dem ich das Ganze in erträgliche Schranken weisen kann. Ich weiss, dass es dieses Wort geben muss, aber zurzeit ist mir nicht ganz klar, welches es denn ist. Stop? Oder eher Nein? Oder vielleicht auch Mach du doch mal ? Lautet es Das kann ich nicht, oder vielleicht eher Das muss ich nicht? Müsste es heissen Nicht mit mir oder genügt ein kurzes und knappes Morgen dann wieder? Oder geht es am Ende nur noch mit Schluss jetzt. Es reicht. Ich schmeiss den Bettel hin?

Eigentlich ist es ja furchtbar peinlich, dass ich mich nicht mehr an das Zauberwort erinnern kann, wo ich mir doch beim letzten Mal, als ich an diesem Punkt war, fest vorgenommen hatte, es nie wieder zu vergessen. Aber so ist es nun mal mit mir: Ich lerne langsam und vergesse schnell, zumindest wenn es darum geht, die Lektionen des Lebens zu lernen. Und so kommt es, dass meine Sehnsucht nach ein paar einsamen Stunden im Wald wieder wächst. Ob ich dort das Zauberwort finden würde?

Mütter

Man sollte ja eigentlich davon ausgehen können, dass eine Mutter von fünf Kindern, zwar  widerwillige aber doch immerhin Autobesitzerin, Teil einer weit verzweigten Verwandtschaft, gesegnet mit vielen Freunden und dem besten Au Pair der Welt, irgend einen Weg findet, ihr Kind von der Spielgruppe abzuholen. Aber weil diese Mutter momentan das mit der Organisation nicht so ganz auf die Reihe kriegt, war sie blöd genug, „Ihrem“ zu sagen, es sei doch kein Problem, wenn er bei diesem Mistwetter das Auto nehme, um zur Arbeit zu fahren, ohne daran zu denken, dass sie ja das Auto selber brauchen würde. Aber diese Mutter weiss, dass sie eine Mutter im Hause hat, die notfalls auch mal ihr Auto zur Verfügung stellt. Aber die Mutter der Mutter braucht heute das Auto selber. Was dann? Die Nachbarin fragen? Nein, geht nicht, denn die hat heute Vormittag bereits angefragt, ob sie das Auto der fünffachen Mutter ausleihen könne, weil die Nachbarin nicht dran gedacht hatte, dass sie heute Morgen ihr Auto braucht und deshalb „Ihrem“ gesagt hat, es sei kein Problem, wenn er bei diesem Mistwetter mit dem Auto zur Arbeit fahre… Dann eben das Au Pair fragen, ob man sich kurz ihr Auto leihen könne? Geht auch nicht, denn das Au Pair hat frei und was wäre man denn für eine Gastmutter, wenn man einen jungen Menschen einfach aus dem Bett schmeissen würde, bloss weil man mal wieder ein organisatorisches Chaos angerichtet hat?

Nun mag vielleicht jemand die Idee bringen, die Mutter könnte ja zu Fuss gehen, denn der Weg sei zwar schon weit, aber nicht so weit, dass man ihn nicht notfalls zu Fuss bewältigen könnte. Und die Mutter würde sofort sagen, dass dies durchaus eine Option wäre, auch wenn man bei diesem Mistwetter nicht gerne zu Fuss unterwegs ist. Aber die Mutter kann dennoch nicht zu Fuss gehen, denn sie hat da noch ein Prinzchen, aber keinen Kinderwagen mehr, in den sie das Kind setzen könnte. Und einen zappeligen kleinen Prinzen bei Mistwetter den Berg hochschleppen, das ist auch einer Frau, die fünfmal die Qualen der Geburt durchgestanden hat, zu viel der Anstrengung.

Da bleibt nur ein Weg, das Problem zu lösen: Darüber bloggen, in der Hoffnung, dass beim Schreiben die Erleuchtung kommt, auf welchem Wege der Zoowärter wieder zurück zu seiner Mama kommt. Und dann, mitten im Schreiben, der Anruf der Schwester, die mitteilt, die Mutter der Mutter und der Schwester werde dafür sorgen, dass der Zoowärter wieder zurück zu seiner Mutter komme. Die Mutter des Zoowärters freut sich, dass sich das Problem so problemlos lösen lässt und denkt dann, dass sie sich ja gar keine Sorgen hätte machen müssen. Denn welche Mutter lässt denn schon ihr Kind in der Tinte sitzen? Egal, wie alt das Kind ist. Und egal, wie sehr das erwachsene Kind selber Schuld ist, dass es in der Tinte sitzt, weil es momentan das mit der Organisation nicht so ganz auf die Reihe kriegt…