Fast-Food-Stress

Heute ist es mal wieder so, dass ich die ganze Zeit dem Tag hintendrein renne und ihn nicht erwische. Immer, wenn ich glaube, ich hätte ihn, kommt etwas dazwischen und weg ist er wieder. Hätte Karlsson mich nicht um Viertel nach sieben geweckt, ich würde wohl jetzt noch in den Federn liegen. Und so geht es weiter. Luise kommt beinahe zu spät zur Schule, weil ich ihr das Haar zu spät kämme, der FeuerwehrRitterRömerPirat kommt beinahe zu spät in den Kindergarten, weil ich ihm keinen Znüni bereitgelegt habe, der Zoowärter kommt, nicht nur beinahe, zu spät in die Spielgruppe, weil ich unbedingt noch eine Seite zu Ende lesen musste, als ich auf dem WC sass.

Weil der Rest des Vormittags ähnlich verläuft, ringe ich mich irgendwann dazu durch, den für heute geplanten Milchreis nicht selber zu kochen. Ich verabscheue Fertigprodukte. Aber es gibt Tage, an denen es nicht anders geht und so irre ich, nachdem ich den Zoowärter zu spät von der Spielgruppe abgeholt habe, mit den beiden Jüngsten im Coop herum und suche verzweifelt den Milchreis. Und weil ich mich a) im Coop nicht auskenne, weil ich, wie alle Welt weiss, Migroskundin bin, und b) keine Ahnung habe, wo man die Fertigprodukte findet, weil ich normalerweise keine kaufe, irre ich lange, sehr lange herum. Als mir bewusst wird, dass ich in der Zeit, die ich mit Suchen vergeudet habe,  längst den Milchreis aufgesetzt, die Äpfel für das Kompott gerüstet und einen Kaffee getrunken hätte, ringe ich mich durch, eine Verkäuferin zu fragen. Und versinke dabei fast im Boden vor Scham: Frau Venditti, die an gewöhnlichen Tagen ihr Brot selber backt, hausgemachte Teigwaren auftischt, die Suppe prinzipiell nicht aus dem Päckchen kauft, verlangt Fertig-Milchreis! Kann ich noch tiefer sinken?

Ich kann. Nachdem ich möglichst unauffällig die drei Beutel in den Einkaufskorb gelegt habe, bringt mich der Zoowärter dazu, ihm vier bunte Badefischchen zu kaufen. Weil wir so dringend nach Hause müssen, habe ich einfach keine Zeit mehr, mir Gegenargumente zu überlegen, um den flehenden Blick in seinen Augen abzustellen. Und was ist der Dank dafür? Der Kleine lässt alle Welt wissen, dass seine Mama ihm einen Nemo gekauft habe!  Wie oft habe ich dem Kind denn schon gesagt, die orange-weissen Fische heissen Anemonenfische?  Im schlimmsten Fall dürfe er sie auch Clownfische nennen. Und er nennt sie Nemo. Als würde der den ganzen Tag vor der Glotze hocken und „Finding Nemo“ schauen.

Dabei hat er den Film gar nie gesehen. Als wir ihn nämlich vor zwei Jahren einmal ausgeliehen hatten, kamen Karlsson, Luise und der FeuerwehrRitterRömerPirat nach zwanzig Minuten heulend aus dem Wohnzimmer gerannt, weil sie „diesen brutalen Streifen“ nicht sehen wollten. Seither ist Nemo bei uns erst ab 16 Jahren freigegeben.

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5 Gedanken zu “Fast-Food-Stress

  1. Zuviel ist bei uns nicht tragisch. im Notfall frisst der Hund den Rest 😉

    Es lässt sich ganz gut einrichten, so glutenfrei. Es wird nur dann kompliziert wenn ich mal wieder ideenlos bin oder für den Rest der Familie „normal“ koche und x-Pfannen und Töpfe auf dem Herd habe.

    Schöne Grüsse!

  2. Ach ja, die Vorräte! Entweder ich habe zu viele oder zu wenige, aber bestimmt nie passend. 🙂 Ist bestimmt nicht ganz einfach, Zöliakie-verträglich zu kochen…

    Liebe Grüsse zurück

  3. Ja, das kenne ich doch. Ich habe immer einige Fertigprodukte (solchen Milchreis z.B.) zu Hause oder aber Selbstgemachtes im Tiefkühler (Gefrierschrank), das dann auch nicht lange hat.
    Was auch schnell geht ist Pilawreis. Da kommt dann meine Gemüsemischung mit rein (immer im Voraus kleingeschnitten und im TK vorrätig). Wichtig ist dabei der Lorbeer für den Geschmack ^^

    Die schnellsten Gerichte (Nudeln mit Tomatensauce, Couscous etc.) sind bei uns seit meiner Zöliakie-Diagnose leider nicht mehr uneingeschränkt auftischbar.

    Liebe Grüsse von drüben ^

  4. Tönt gut! Habe Couscous bis jetzt immer nur salzig zubereitet, aber muss ich süss auch mal probieren. Merci für den Tipp und liebe Grüsse zurück.

  5. Kommt mir irgendwie bekannt vor …
    Wenn bei mir die Zeit für Milchreis nicht mehr reicht, dann mache ich ein Couscous, das dauert nur zwei Minuten und schmeckt mit Zimtzucker auch sehr lecker!
    Liebe Grüsse, Kaisa

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