Vor den Sommerferien…

  • Schulreiseproviant rechtzeitig einkaufen, aber nicht so früh, dass sich irgend ein Ausgehungerter sich darüber hermacht, wenn keiner hinschaut.
  • Instrumentallehrer frühzeitig vorwarnen, dass das Kind vielleicht auf Schulreise sein wird und dann im letzten Moment wieder dran denken, Bescheid zu geben, dass die Reise ins Wasser fällt und darum für die Instrumentallehrer bedeutungslos ist. 
  • Lehrer über den Arzttermin informieren, der leider während der Schulzeit stattfindet, was dir aber insgeheim gar nicht leid tut, weil es ja nicht deine Idee war, den Schülern in regelmässigen Abständen diese gelbe Ärztekarte abzugeben, die kurz vor Schuljahresende wieder zurück beim Lehrer sein muss und weil Kinderärzte dünn gesät sind, musst du eben die Termine nehmen, die man dir anbietet. (Und auf gar keinen Fall vergessen, die Ärztekarte zur Ärztin mitzubringen, ausfüllen zu lassen und wieder in die Schule mitzugeben, denn nur darum gehst du ja zur Ärztin, wenn die Kinder gar nicht krank sind.)
  • Blätter sammeln. Ein Mäppchen für Stundenpläne und Lehreradressen, die erst nach den Sommerferien relevant sein werden. Ein Stapelchen für Schulreisezettel, die dann doch wieder unauffindbar sind, wenn du wissen willst, wann du dein Kind abholen musst, weshalb es irgendwann mit vorwurfsvollem Blick in der Küche steht und wissen will, warum du die einzige Mama warst, die nicht am Bahnhof gewartet hat. Ein Stapelchen mit den Anweisungen für das Schulhausfest. Den Läusezettel aber, den lässt du gleich im Altpapier verschwinden. Erstens, weil du ganz und gar nicht gewillt bist, dich noch einmal auf Läuse einzulassen und zweitens, weil du inzwischen sämtliche Tricks, die sie dir noch verraten wollen, getestet und als untauglich verworfen hast. 
  • Mindestens einen halben Tag lang den kommenden Samstag (Schulhausfest) auf die Sekunde genau planen, weil Kind Nr. 5 sein Essen pünktlich um halb zwölf unter Aufsicht der Lehrperson einnehmen muss und genau dann wieder in deine Obhut entlassen werden soll, wenn Kind Nr. 3 in einem anderen Winkel des Geländes erwartet wird und Kind Nummer 4 zum Essen unter Obhut der Lehrperson erscheinen soll.  (Das ist nur ein winzig kleiner Ausschnitt aus dem Tagesprogramm.) Okay, ich weiss, drei von fünf sollten das allmählich alleine können, aber das Programm muss trotzdem in deinem Kopf abgespeichert sein, falls einer einen wichtigen Einsatz (z. B. Essen fassen) verpasst und deswegen heulend und hungrig dasteht. 
  • Irgendwie dafür sorgen, dass jedes Kind, das wegen eines Lehrerwechsels heimlich noch irgend einen Beitrag zum Klassengeschenk fertigstellen muss, diesen Beitrag auch wirklich rechtzeitig fertigstellt. (Und peinlich berührt erfahren, dass eines deiner Kinder, von dem du geglaubt hast, es hätte dies bereits getan, den Beitrag im Schulsack vergessen hat. Nein, du willst nicht wissen, in welchem Zustand dieser Zettel nach vier Tagen Schulsackaufenthalt ist.)
  • Endlich entscheiden, ob du allen Lehrpersonen, von denen sich deine Kinder Ende Schuljahr verabschieden, eine kleine Aufmerksam schenken sollst, oder nur jenen, die es auch verdient haben, die sich auch darüber freuen werden. 
  • Daran denken, wer wann Abschiedsfest oder sonst ein Spezialprogramm hat und deshalb nicht zum Mittagessen nach Hause kommt, damit du a) nicht andauernd zu viel kochst und b) nicht jeden Tag um Viertel nach zwölf wie ein kopfloses Huhn durchs Quartier rennst und nach deinen verloren geglaubten Kindern suchst. 

Und bitte auf gar keinen Fall alle diese Dinge durcheinanderbringen. 

wehre do you hide your money?; prettyvenditti.jetzt

prettyvenditti.jetzt

10 Kommentare zu “Vor den Sommerferien…

  1. „heimlich noch irgend einen Beitrag zum Klassengeschenk fertigstellen muss“
    …und mir ist gerade siedendheiss eingefallen, dass ich (oder mein Sohn) auf Morgen für die Spielgruppenleiterin ein Rezept hätte ausdrucken sollen und ein zweites Blatt verzieren/bekleben. Tja, wird wohl eine Woche später werden… vielen Dank für den Reminder 😉

    • Gern geschehen. Ist inzwischen bestimmt erledigt, wo ich mir doch mit dem Beantworten des Kommentars soooooo viel Zeit gelassen habe. 😉

  2. Ich hätte zwei Fotos und 7.- für ein Abschiedsgeschenk mitgeben müssen. Habe noch gehirnt wegen der Fotos, aber keinen Zettel gefunden. Dachte dann, ich hätte mir das eingebildet oder geträumt oder so… Aber dann kam die Erinnerung per WhatsApp, genau wie die ursprüngliche Aufforderung. Daran hatte ich gar nicht gedacht. Man ist so zettelfixiert nach 15 Jahren mit Schulkindern. 😁

    • Wie praktisch! Muss unsere Primarlehrer unbedingt auf die Vorzüge von wahtsapp aufmerksam machen. Auf der Oberstufe läuft das bei uns ja schon so geschmiert, dass Mama gar nicht mehr mitbekommt, was Lehrer und Schüler da gegenseitig austauschen.

      • Das ist wirklich so. Wobei wir das eingemauert einen Fall hatten, wo ein verheirateter Lehrer sich per WA an eine Schülerin rangemacht hat. (8. oder 9. Klasse) Der durfte dann mal leise Servus sagen. Mit sofortiger Wirkung.

  3. So aus Lehrersicht ist es doch immer auch mal ganz spannend die Elternseite zu lesen….sag mal kannst du vielleicht mal eine Wunschliste an erwünschtes, alltagstaugliches Lehrerverhalten erstellen? Wäre sehr interessant…

  4. So aus Lehrersicht ist es doch immer auch mal ganz spannend die Elternseite zu lesen….sag mal, kannst du vielleicht bei Gelegenheit mal eine Wunschliste an erwünschtes, alltagstaugliches Lehrerverhalten erstellen? Wäre sehr interessant…

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