Appetitzügler

Unsere Kinder essen mit Genuss, was man denen, die eher nach mir kommen, phasenweise auch ansieht, denen, die nach „Meinem“ kommen hingegen nicht so sehr. Einem – ich werde in diesem Falle keine Namen nennen – sieht man es momentan gerade deutlich an, was vermutlich damit zusammenhängt, dass das betreffende Kind bis vor Kurzem davon ausging, man sei erst satt, „wenn es weh tut“, wie es zu sagen pflegte. Diesem Kind versuchen wir nun beizubringen, wo die Grenze zwischen satt und pappsatt liegt, was bei diesem sensiblen Thema nicht gerade einfach ist. Bringt mal einem, der sich gerade mit vor Vorfreude glänzenden Augen die dritte gehäufte Portion auf den Teller geschaufelt hat, schonend bei, etwas weniger wäre mehr. Das geht nur selten ohne Tränen. Dennoch versuchen wir, den nahezu grenzenlosen Appetit auf diplomatische Art und Weise in etwas gemässigtere Bahnen zu lenken. 

Heute ging es trotzdem wieder schief, als das Kind nur wenige Augenblicke nach drei grossen Portionen Lauchpastete genussvoll zwei Lussekatter verspeiste, die ich heute Morgen gebacken habe. Das sei nun wirklich etwas viel, vor allem wenn man an den Hosenknopf denke, der sich heute früh nicht habe schliessen lassen, bemerkte „Meiner“ vorsichtig und auch ich mahnte, der Magen brauche ganz dringend eine Pause. Das war zu viel, das Kind brach in Tränen aus und stiess unter lautem Schluchzen hervor: „Aber wie soll ich denn weniger essen, wenn Mama immer so viele gute Sachen macht?“

Ja ja, schiebt nur immer schön der Mama die Schuld in die Schuhe…

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