Die Flut ist da

Das Schuljahr ist gerade mal zwei Tage alt und schon türmen sich bei uns wieder die Papiere. Alle haben sie uns etwas mitzuteilen. Der Schulleiter, die Hausaufgabenhilfe, die Kinderbetreuer, die lieben Menschen, die in den Herbstferien Zeit opfern werden, um die Kinder zu beschäftigen, die Gemeinde… Sie alle wollen sicher gehen, dass wir lesen, was sie uns zu sagen haben, also bekommt jeder unserer drei Primarschüler die Papiere in die Hand gedrückt. Ergänzend dazu natürlich noch einige Briefe, in denen die Klassenlehrer ihre Infos weitergeben. (Also die einzigen Zettel, die wirklich von Bedeutung wären, die aber leider in der Flut unterzugehen drohen.)

Ich find’s ja wirklich wichtig, dass man uns informiert und gegen den einen oder anderen Zettel, der hin und wieder ins Haus flattert, hätte ich ja auch nichts einzuwenden, aber wenn ich mich dran mache, den ganzen Stapel zu sortieren – „aufbewahren“, „nur ein Exemplar aufbewahren und die anderen entsorgen“, „unterschreiben und zurück in die Schule“, „ein Teil zurück in die Schule, den Rest aufbewahren“, „in den Kalender eintragen und entsorgen“, „keines Blickes würdigen und entsorgen“ – dann frage ich mich zuweilen schon, ob sich unsere Primarschule nicht vielleicht wenigstens ein winziges Schrittchen in Richtung digitales Zeitalter bewegen könnte. 

Na ja, vielleicht wäre die Facebook-Meldung „Lehrer xy hat dich zu seiner Veranstaltung ‚Elternabend 2016‘ eingeladen“ etwas gar informell, aber gesehen würde sie mit Sicherheit von sämtlichen Eltern. Wo doch Facebook schon längst zum weltumspannenden Mami-Treff verkommen ist. 

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4 Kommentare zu “Die Flut ist da

  1. Lustig, genau das habe ich vor zwei Tagen mit meinem Mann diskutiert. Wir haben vier Kinder und die Papierflut ist unglaublich. Dabei bekommen wir eigentlich nur noch von zwei Kindern Papierberge aufgetischt. Die hiesige Oberstufe verschickt bereits beinahe alle Infos per Mail. Der Älteste startete die Lehre und man bekommt überhaupt nichts mehr (nicht mal mehr einen Elternabend scheint es zu geben, ist das nicht traurig…?). Naja, auf jeden Fall bin ich mir am Überlegen, ob das nicht mal ein Tema für den Elternrat wäre.
    So, nun noch ein dickes Kompliment an deinen Blog. Ich lese schon lange sehr gerne bei dir mit. Es tönt einiges oft sehr vertraut:-)
    Im Übrigen habe ich das Gefühl, einer deiner Brüder könnte mit meinem Bruder zu Schule (Bez. Lenzburg) gegangen sein… Aber das ist eine andere Geschichte und vielleicht liege ich ganz falsch.
    Herzliche Grüsse Kathrin

    • Liebe Kathrin
      Die Erfahrung, dass die Papierflut an der Oberstufe abnimmt, mache ich auch. Nun bin ich gespannt, wie das an der Kanti aussieht.
      Freut mich, dass mein Blog gefällt. Eltern mit mehr als den durchschnittlichen 1,54 Kindern machen wohl in der ganzen Schweiz ähnliche Erfahrungen.
      Und dann noch zu den Brüdern: Könnte durchaus sein, dass das einer meiner grossen Brüder war. Als Jüngste der Familie hatte ich die zweifelhafte Ehre, dass meine Familie bestens bekannt war, als ich an die Bez. kam… (Ich durfte dann dafür sorgen, dass keine weiteren der damals gefürchteten gelben und roten Zettel ihren Weg zu uns nach Hause fanden… 😉)
      Liebe Grüsse
      Tamar

    • Eine Erklärung, die an manchen Orten durchaus einleuchtet. Bei uns jedoch nicht, denn hier sammelt nicht die Schule. Ich muss mal nachforschen, wer bei uns Interesse an Altpapierbergen haben könnte…

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