Langsam wird es etwas zuviel mit diesem Cäsar. Anfangs ging es ja in erster Linie noch um Fakten. Wer war er denn? Wie und wo lebte er? War er ein "Guter" oder ein "Böser"? Warum wurde er ermordet? Und so weiter. Irgendwann dann zog er bei uns ein und seither will der Zweitjüngste mit "Tschüss Cäsar" verabschiedet werden, wenn er zu Bett gehen sollte. Ruft man den Jungen zum Essen, muss er sich "zuerst noch um Cäsar kümmern", müsste er gehorchen, kann er nicht, weil Cäsar "keine Lust hat". Als Mutter müsste man da eigentlich Verständnis haben, hat man doch selber jeweils nach dem Dreikönigstag Napoleon gespielt und den zahlreichen Geschwistern eroberte Ländereien zugesprochen. Doch das war eine Phase während der Pubertät. Was aber wird aus einem Kind, das sich bereits als Vierjähriger für Cäsar hält?
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Aus dem turbulenten Leben einer grossen Familie
So einfach ist das doch, oder?
Gestern Abend in der Sendung "Giacobbo/Müller" des Schweizr Fernsehens. Zu Gast sind der fünffache Vater Filippo Leutenegger und die vierfache Mutter Sandra Studer. Während man bei Leutenegger erst von seinen Kindern erfährt, nachdem man sich eingehend mit seiner politischen Einstellung befasst hat, lautet die erste Frage an Studer: "Sandra, wer betreut denn jetzt deine vier Kinder?".
Diese Frage könnte direkt von Silvia Blocher stammen. Und eigentlich ist sie auch komplett unnötig. Denn es ist hinlänglich bekannt, dass ein Vater nie und nimmer seine Kinder verlassen würde. Wenn er dies (aus ganz und gar uneigennützigen Gründen, versteht sich) dennoch tun muss, sorgt er dafür, dass die Kinder von einer Rund-um-die Uhr- Nanny, im Volksmund auch Ehefrau genannt, bestens betreut sind. Wir Mütter kennen da weniger Skrupel. Verlassen wir (natürlich aus ganz und gar egoistischen Gründen) das Haus, ist es uns vollkommen egal, was mit den Kindern passiert. Gewöhnlich stellen wir ihnen einfach einen Fressnapf und etwas frisches Wasser hin, um danach unsere eigenen Bedürfnisse ausgiebig zu stillen. Meinen wir es ganz gut mit den Kleinen, schalten wir ihnen den Fernseher ein. Ist bei unserer Rückkehr die Wohnungseinrichtung zertrümmert, binden wir die Kleinen beim nächsten Mal eben an.
Leider ist es eine Tatsache, dass heute immer mehr Frauen so handeln. Und darum darf es nicht verwundern, wenn Dreijährige bereits rauchen, Fünfjährige Einbrüche auf dem Kerbholz haben und Siebenjährige mit Drogen dealen. Jugendgewalt, Jugendkriminalität, Rauschtrinken und wie die Schlagworte alle heissen, gehen voll und ganz auf das Konto egoistischer Mütter, oder nicht?
Also, sperren wir die Frauen doch endlich wieder ein. Dann ist die Welt wieder in Ordnung, Silvia Blocher wieder glücklich und die dummen Fragen an vierfache Mütter erübrigen sich ganz von selbst.
Das Schlimmste ist nämlich, dass Sandra Studer sich dazu verpflichtet fühlte, die dumme Frage wahrheitsgetreu zu beantworten.
Ave Caesar
Papa ist im Klassenlager und heute ist Tag drei. Das bedeutet, dass die Nerven inzwischen ziemlich blank liegen. Besonders jetzt, abends um 10, wenn die Abfallsäcke sich irgendwie vom dritten Stock aufs Trottoir bewegen sollten, ohne die Nachbarn aufzuwecken. Wenn sich die trockene Wäsche noch von selbst zusammenfalten müsste, um wieder Platz für die nasse Wäsche zu schaffen. Wenn zwei von vier Kindern noch immer nicht schlafen und einen im Minutentakt davon abhalten, endlich zur Ruhe zu kommen. Gibt es Mütter, die in einer solchen Situation nicht ausrasten? Doch das Schreien macht das Ganze nur noch schlimmer.
Nun, die Kinder wissen inzwischen, wie sie eine solche Situation entschärfen müssen. Plötzlich steht er da, der fast Vierjährige, grinst und sagt in fehlerfreiem Latein: „Ave Caesar. Morituri te salutant!“. Sieg für die Kinder: Die Mutter lacht! Für heute können wir sie getrost in Ruhe lassen, sie hat das Lachen noch nicht verlernt.
Drei Minuten später herrscht in den Kinderzimmern absolute Ruhe.
Panini
Gestern waren Panini noch Brötchen, heute sind es Bildchen. Hunderte von Bildchen, die meisten mit einem hässlichen Fussballer drauf, sündhaft teuer und völlig unnütz. Und dennoch überlebenswichtig, wenn der Siebenjährige während der nächsten zwei Monate nicht allein auf dem Pausenplatz herumstehen will. Es gibt ja alle Arten von Tauschbildchen, mit denen man den Kindern das Geld aus dem Sack ziehen kann. Doch während man bei all den Monstern, Diddls und was es sonst noch alles geben mag, immer jemanden in der Nachbarschaft findet, der sie seinem Kind verbietet, stösst Panini bei allen auf Akzeptanz. Bei allen anderen Sammelbildchen wird das Kind einen Verbündeten finden, der diese ebenfalls blöd findet, doch bei den Fussballbildchen steht es plötzlich ganz alleine da.
Fussballer taugen schelcht als Feindbild. Früher konnte man wenigstens noch behaupten, die Kerle hätten alle ihr Hirn in den Waden, doch heute verfügen auch Fussballer über Universitätsabschlüsse oder haben zumindest eine kaufmännische Lehre absolviert. Zudem soll Sport ja gesund sein.
So kommt es, dass die Mama verschämt am Kiosk aufkreuzt und nach Panini-Bildchen fragt. So elend müssen sich Teenager fühlen, wenn sie zum ersten Mal den Playboy kaufen. Zu Hause stürzen sich die Kinder begeistert auf die Bildchen. Nachdem alle Briefchen aufgerissen und die ersten Fussballer schief eingeklebt sind, verflüchtigt sich die Begeisterung. Irgendwer muss dem Chaos wieder Herr werden. Und so verbringt die Mama den Rest des Tages mit dem säuberlichen Einkleben von Magnin, Henry und wie sie alle heissen. Und irgendwann packt sie der Ehrgeiz: Das Album muss voll werden! Denn wo sonst kann man als Mutter noch die längst verdrängte Sehnsucht nach Perfektion und Ordnung so ungehemmt ausleben?
Unvernunft?
Die Frage, ob man unvernünftig wird, wenn einen die Kinder nicht dazu zwingen, erwachsen zu sein, ist noch nicht geklärt. Die vergangenen Tage haben auch nicht wirklich dazu beigetragen, einer Antwort näher zu kommen. Den grössten Teil unserer freien Zeit haben wir mit Lesen und Diskutieren verbracht, und da ist nun wirklich nichts Unvernüftiges dabei. Erschreckend war bloss, dass wir viel mehr gelacht haben als an normalen Tagen. Dabei sollte man doch mit Kindern viel zu Lachen haben. Doch der Alltagsstress und die jahrelange Erschöpfung haben da wohl einiges an Unbeschwerteheit verschüttet.
Es ist also dringend an der Zeit, die fröhlichen Seiten des Lebens wieder ins Zentrum zu rücken. Tut man dies nicht, ist die Gefahr wohl ziemlich gross, dass man früher oder später in ein pubertäres Stadium zurückfällt und tatsächlich unvernünftig wird und auch unvernünftige Entscheide mit weitreichenden Konsequenzen fällt. Die Verbissenheit kommt wohl zwangsläufig, wenn man über Jahre im Dampfkochtopf von Kindern, Job, Existenzsicherung, Hausbau, etc. vor sich hin schmort. Irgendwann ist der Druck dann einfach zu gross und man begeht die grössten Dummheiten.
Das Einzige, was man dagegen tun kann, ist wieder mit dem Leben zu beginnen, sich nicht mehr mit einer freudlosen Existenz abzuquälen und neben allem, was schief läuft, vor allem auch das Schöne wieder zu sehen. Dankbar zu sein. Und vielleicht kommt dann einmal der Tag, an dem die Kinder nicht mehr fragen müssen „Mama, warum lachst du nie?“. Und vielleicht schafft man es wieder, jeden Tag, vollkommen familien- und partnerschaftstauglich, ein kleines Bisschen unvernünftig zu sein.
Touristenfalle
Nach ein paar kinderfreien Tagen, die man krankheitsbedingt zwischen Bett, Speisesaal und Sauna verbracht hat, ist es wohl normal, dass einem die Decke auf den Kopf fällt. Irgendwie ist alles ganz anders, als man es sich vorgestellt hatte, man mag die fetten alten Männer in der Sauna nicht mehr sehen. Diese Männer, die noch nicht begriffen haben, dass ihr Anblick nicht mehr besonders ästhetisch ist und dass sie deswegen beim Saunagang ruhig etwas mehr Diskretion walten lassen dürften. Immerhin begegnet man sich ein paar Stunden später wieder beim Buffet.
So nimmt man nach drei Tagen den Bus, um etwas anderes zu sehen. Man könnte wieder mal Shoppen. Die Kinder warten ja auch auf Souvenirs. Nach zwanzig Minuten Busfahrt kommt man im nächst gelegenen Städtchen an. Städtchen? Wohl eher eine Touristenfalle, die den Besuchern eine heile Schwarzwälder Welt vorgaukeln soll. Souvenirshop reiht sich an Souvenirshop, dazwischen Kaffeehäuser mit riesigen Torten in der Auslage, ab und zu ein "Fremdenzimmer", für die Fremden, die hier bitte ihr Geld abgeben sollen, sonst aber fremd bleiben sollen. Der ganze Ort ist überlaufen von Schweizern der übelsten Sorte: Ältere Semester auf der Suche nach dem billigsten Schnaps, dem schönsten Dirndl, dem grössten Schnitzel. Dazwischen ein paar Japaner, die auch nicht besser sind, die man aber zum Glück nicht versteht.
Nach fünfzehn Minuten hat mans gesehen, der nächste Bus fährt aber erst in einer Stunde. Immerhin erstehen wir zwei Souvenirs für die Kinder: Eine Glitzerkugel mit einem Clown drin und einen Holzsäbel, der den kampfbegeisterten Dritten in helle Aufregung setzten wird. Leider vergisst die Verkäuferin, das Ding in eine Tüte zu stecken. So ziehen wir säbelschwingend durch die Idylle und träumen davon, all die Souvenirshops kurz und klein zu schlagen.
Vielleicht wird man unvernünftig, wenn keine Kinder da, sind, die einen dazu zwingen, erwachsen zu sein?
Ach du selige Ignoranz
Es gibt Momente, da wünscht man sich, einfach nur dumm zu sein. Nichts zu wissen, keine Zusammenhänge zu kennen. Kein Hintergrundwissen, das einen stört. Einfach nur selige Ignoranz.
Diese Momente spielen sich meistens vor dem Regal mit den Fertigmenus ab. Da ist man gestresst, will ausnahmsweise mal ein Fertiggericht auf den Tisch bringen und dann stürmt es auf einen ein, all das Wissen, das man über die Jahre angehäuft hat.
Wie wär’s mit diesen Pouletkugeln, die mit der Currysauce drin. Nicht dass sie gut wären, aber eben, man ist ja gestresst. Doch halt, das Pouletfleisch kommt aus Brasilien. Brasilien? Werden dort die Hühner in Auslaufhaltung gehalten? Und wie steht’s mit der CO2-Bilanz des Produkts? Vielleicht könnte man auch Fischstäbchen nehmen. Aber halt, die Weltmeere sind überfischt und erst neulich hat man lesen können, dass das Label, das umweltschonenden Fischfang verspricht, alles andere als vertrauenswürdig ist. Dann eben Fertigpizza. Aber die Dinger sind horrend teuer und so unglaublich klein, dass für eine sechsköpfige Familie mindestens vier Packungen her müssen. Auch mit bescheidenen mathematischen Kenntnissen muss man zum Schluss kommen, dass man zum gleichen Preis schon fast im Restaurant speisen könnte. Vom Abfallberg ganz zu schweigen. So geht es weiter. Das eine Produkt fällt weg wegen des zu hohen Fettgehalts, das andere wegen seiner unsinnigen Verpackung. Wieder andere kommen nicht in Frage, weil man mit dem Kauf irgend einen multinationalen Konzern ünterstützen würde, den man unbedingt meiden sollte, auch wenn einem im Moment gerade entfallen ist, warum.
So vergeht die Zeit, während der man in Ruhe ein vollwertiges Mittagessen hätte kochen können. Schliesslich verlässt man das Geschäft mit einem Salatkopf, der zwar immerhin aus der Schweiz stammt, allerdings wegen seiner Herkunft aus dem Treibhaus auch nicht wirklich akzeptabel ist. Man hetzt nach Hause, schnauzt die Kinder an, weil man gestresst ist, bringt irgendwie etwas halbwegs Gesundes auf den Tisch, bringt die ganze Küche durcheinander und vergisst in der Eile ganz, den Salat zu rüsten.
Und wünscht sich, man hätte nur fünf Minuten lang richtig dumm sein können. . .
Kranke Mütter gibt es nicht
„Soll ich Sie krank schreiben?“, will die Ärztin wissen. Krank schreiben? Man lässt sich den Gedanken kurz durch den Kopf gehen. Ist doch kein Problem. Der hausinterne Kinderhort wird zwar von einer 72-jährigen betreut, die selber sieben Kinder grossgezogen hat. Doch sie hat bestimmt nichts dagegen einzuwenden, vier lebhafte Knirpse zu betreuen, bis Papa nach Hause kommt. Dann gäbe es noch das klitzekleine Problem mit der Wäsche und dem Putzen. Mal abklären, wer die Putzfrau bezahlen würde, wenn sie statt der üblichen zwei Stunden pro Woche plötzlich einen Full-Time-Job im Haushalt übernehmen würde. Das Kochen könnte ja der Pizzakurier übernehmen. Geht zwar ein bisschen ins Geld und ist auf Dauer ungesund, aber was soll’s? Dann wären da noch ein paar andere Kleinigkeiten zu regeln, wie zum Beispiel das Einkaufen, das Ausfüllen der Steuererklärung, das Chauffieren der Kinder, wenn sie mal nicht zu Fuss gehen können, das Betreuen der Hausaufgaben, etc. Aber das sind wirklich alles nur Kleinigkeiten. Irgend jemand wird sich ihrer schon annehmen.
Nun gut, nach längerem Überlegen muss man zugeben dass es zu viele Hindernisse gibt. „Ich bin vierfache Mutter. Da geht das wohl nicht so einfach“, antwortet man schweren Herzens der Ärztin. „Ach so, ich dachte, Sie seien berufstätig.“ Damit ist das Thema abgehakt. Mütter schreibt man nicht krank. Die finden immer wieder einen Weg, auf die Beine zu kommen, auch wenn die Batterien schon längst leer sind.
Wieder nicht geschafft…
Nur einmal möchte man so sein wie die anderen. Die Muffins perfekt, keines, bei dem die Glasur heruntertropft, keines, das deformiert ist. Die letzten Vorbereitungen laufen glatt. Es braucht kein Antreiben, kein Ermahnen, schon gar kein Anschreien, damit die Kinder sich bereit machen. Sie sind alle sauber angezogen, Gesichter gewaschen. Alle rechtzeitig bereit, für den grossen Auftritt. Dann pünktlich raus aus dem Haus und ohne Hetze auf in den Kindergarten zur Geburtstagsfeier, auf die sich die Tochter seit Wochen schon freut.
Stattdessen das Gleiche wie immer: Der eine weiss nicht, was er zum Znüni will, der andere weigert sich, sich anzuziehen, die Haare der Tochter sind verklebt und lassen sich kaum kämmen, die Muffins kleben auf dem Blech, der Jüngste ist krank und brüllt, wenn man ihn aus dem Bett holt. Knapp zehn Minuten vor Kindergartenbeginn sind endlich alle auf der Strasse. Die Muffins rutschen gefährlich auf dem Tablett, während man verzweifelt versucht, gleichzeitig den Kinderwagen zu schieben, das Tablett zu balancieren, den Kleinen zur Eile anzutreiben und die Begeisterung des Geburtstagskindes zu teilen. Nach zehn Minuten, die einem vorkommen wie eine halbe Stunde, kommt man nassgeschwitzt und mit den Nerven am Ende im Kindergarten an.
Wieder hat man es nicht geschafft, dem Kind einen Moment der ungetrübten Freude zu bieten. Wieder stand der Stress im Weg, das Unvorhersehbare, die eigene Beschränktheit. Wie schaffen das bloss die anderen Mütter? Schaffen sie es überhaupt?
Zumindest die Kindergärtnerin sieht keinen Unterschied: „Das ist mal wieder perfekt. Wie immer bei dir“, ist ihre Reaktion, als sie die Muffins entgegennimmt. Perfekt? Das sind doch die anderen. Oder sieht in den Augen der anderen alles ein wenig anders aus?
Gibt es ihn, oder gibt es ihn nicht? Natürlich gibt es ihn nicht, und in der grauen Vorzeit, als man noch keine Kinder hatte, war man sich sicher, dass man ihnen nie und nimmer einen solchen Mist erzählen würde. Die Kleinen sollten zu nüchtern denkenden Menschen erzogen werden, die nicht irgendwann, etwa im Alter von 14 Jahren, entsetzt feststellen sollten, dass ihre Eltern sie schamlos angelogen hatten. Kinder wollen ernst genommen werden, so dachte man, und deshalb lieben sie es gar nicht, wenn man ihnen etwas vormacht.
Am Anfang ging dies tatsächlich noch gut. Es gab ihn nicht, aber man kaufte trotzdem einen, und zwar einen aus Schokolade, keinen aus Nougat. Dann aber kam das „magische Alter“, oder wie die Pädagogen dies auch immer nennen mögen. Die Zeit, in der die Kinder alles mögliche glauben wollen. Und mit dem magischen Alter kam der Kindergarten mit all den wunderbaren Geschichten, die die Kinder dort erzählt bekommen. Ja, und plötzlich gab es ihn, ob man wollte, oder nicht. Er brachte die bunten Eier, die Überraschungen, die Süssigkeiten.
Und jetzt kommt das grosse Dilemma: Während die einen Kinder erst gerade im „magischen Alter“ angekommen sind, ist der ältere Bruder bereits wieder daran, für alles eine Erklärung zu suchen, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Der Jüngste hat von allem noch gar keine Ahnung, ist glücklich, solange er das grösste Stück Schokolade bekommt. Richtet man sich nun nach dem Ältesten und sagt, es gebe ihn nicht, zerstört man die Träume der Kleineren. Natürlich sind diese bloss Illusionen, aber verleihen nicht gerade diese der Kindheit ihren Zauber? Richtet man sich nach den Jüngeren, fühlt sich der Älteste für dumm verkauft. Richtet man sich nach dem Jüngsten, dann artet die Sache in ein grosses Fressen aus, was ja auch nicht gerade der Sinn der Sache ist.
Und so stehen sie, die Eltern, vor der grossen Frage: Gibt es ihn bei uns, den Osterhasen? Wenn nein, wie sag ich’s meinem Kinde? Wenn ja, wie können wir uns selbst noch treu bleiben?