Nicht so gefragt im Moment

Auf dem Küchentisch steht plötzlich ein Red Bull. Genauer gesagt: Eine Dose Red Bull. Also eine klare Übertretung des „Kind, trink bloss keine Energy Drinks, die sind ungesund. Und wenn du schon welche trinken musst, dann gefälligst nicht aus der Dose, denn Dosen sind nicht umweltfreundlich“-Gebots.

Beim samstäglichen Putzen kommt jetzt immer öfter Javel-Wasser zum Einsatz, weil Mamas Meinung zu diesem giftigen Zeug nichts mehr gilt. Wenn Grossmama und Tante sagen, dass man damit alles blitzsauber bekommt, dann stimmt das und obendrein riecht das ja auch so unglaublich gut…

Hätte ich mir erlaubt, auf Facebook einen mütterlichen Kommentar abzugeben, dann hätte er mich aus seiner Freundesliste gekippt.

Filme, die ich lustig finde, sind grundsätzlich doof. Dafür sind die Studienfächer, die ich zum Gähnen langweilig finde, auf einmal unglaublich interessant. Und wenn ich bemerke, er solle bei der Berufswahl seine Talente berücksichtigen, fragt er, ob ich jetzt etwa auch so eine ehrgeizige Glucke sei, die ihren Nachwuchs pushen wolle.

Wenn er dreimal in zehn Minuten meinetwegen seine Lektüre unterbrechen muss, verdreht er entnervt die Augen und fragt, ob ich eigentlich nicht alle Anliegen auf einmal vorbringen könne.

Okay, verstanden. Derzeit stehe ich bei Karlsson nicht besonders hoch im Kurs, doch solange wir noch miteinander herumalbern und über uns selbst lachen können, habe ich kein Problem damit. Früher oder später muss er ja wohl seinen eigenen Weg finden.

Ich hoffe bloss, dass der Frevel mit den Getränkedosen bald ein Ende hat…

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Komfortabel, nicht?

Versteht mich bitte auf gar keinen Fall falsch, ich will mich wirklich nicht beklagen. Und erst recht will ich nicht behaupten, für mich sei es schwieriger als für andere Mütter. Ich will einzig darauf hinweisen, dass es nicht mal in meiner privilegierten Situation einfach ist, Familie und Job unter einen Hut zu bringen.

Komfortabler als ich kann man es ja wirklich nicht haben: Will ich zur Arbeit gehen, muss ich bloss meinen Laptop auf den Tisch stellen, eine Tasse Tee kochen, den guten alten Johann Sebastian auf Endlosschlaufe setzen und schon kann ich mich meinen Aufgaben widmen. Vierzig Minuten bevor die Kinder nach Hause kommen, setze ich das Mittagessen auf, wenn der Herd ohne meine Anwesenheit auskommt, kann ich mich wieder meiner Arbeit zuwenden, danach essen wir gemeinsam. Wenn es der Stundenplan der Kinder erlaubt, arbeite ich am Nachmittag weiter, ansonsten eben erst am nächsten Morgen. Steht ein Abgabetermin bevor, gibt’s auch mal eine Nachtschicht. Wirklich ideal, nicht wahr?

Na ja, in der Theorie schon. In der Praxis sieht das leider ein wenig komplizierter aus, denn in der Praxis ist auch eine von zu Hause aus arbeitende Mutter zu stetiger Flexibilität gezwungen. Mal machen einem die Schulferien einen Strich durchs sorgfältig geplante Arbeitsprogramm – diesmal dank unterschiedlicher Schulferien im Aargau und in Solothurn ganze vier Wochen lang -, mal ist die Lehrerin krank. Dann wieder liegen meine eigenen Kinder im Bett… Ach, was, ich brauche das nicht weiter auszuführen, die Situationen kennt jede berufstätige Mutter und wahrscheinlich denkt sich manch eine hin und wieder: „Wenn ich bloss von zu Hause aus arbeiten könnte. Dann könnte ich nach meinen Kindern schauen und trotzdem meine Sachen erledigen.“

Und das stimmt ja auch irgendwie. Immerhin fällt das Problem mit dem verärgerten Chef und der Krippe, die keine kranken Kinder nimmt, weg. Aber glaubt mir, das Leben findet immer einen Weg, einer berufstätigen Mutter Steine in den Weg zu legen, auch wenn eine glaubt, sie hätte die ideale Lösung gefunden. Die Steine sehen einfach ein wenig anders aus. Da ist zum Beispiel der grosse Bruder, der den kleinen „zufällig“ in den Gartenteich stösst. Oder das Telefon, das pausenlos klingelt, weil irgendwelche Kinder sich einen kleinen Venditti zum Spielen ausleihen möchten, damit es in den Schulferien nicht so langweilig ist. Oder die „Mama, mir ist soooo langweilig und warum musst du immer arbeiten, wenn wir Ferien haben?“-Diskussion. Oder die fiese Programmänderung, die dazu führt, dass „Meiner“ nicht da ist, wenn er eigentlich für die Kinder zuständig wäre, damit ich wenigstens einmal in diesen Schulferien ungestört arbeiten könnte. Und wenn mal mit Mann und Kindern alles reibungslos läuft, steht bestimmt plötzlich eine entfernte Bekannte vor der Tür, die beim besten Willen nicht begreifen will, dass ich den Computer nicht zum Spielen, sondern zum Arbeiten aufgestartet habe. Warum begreifen gewisse Menschen nicht, dass man nicht automatisch Zeit zum Kaffeetrinken hat, wenn man zu Hause ist und an einem Tisch sitzt?

Wie gesagt, ich will mich nicht beklagen, ich habe wirklich die für mich derzeit ideale Form von Familien- und Berufsleben gefunden. Und doch bin ich zuweilen ziemlich frustriert, wenn ich meine Arbeitsstunden schon wieder in den Feierabend schieben muss, weil ich die einzige in unserem ziemlich lebhaften Familiengefüge bin, die ihren Verpflichtungen zu jeder Tages- und Nachtzeit nachgehen kann. 

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Es geht los

2 Sack Aussaaterde
Saatschalen liegen bereit
App heruntergeladen (so richtig britisch, das kommt gut)
Saatgut fotografiert und in die App eingetragen

Morgen dann:
Fruchtfolgen studieren, Bepflanzung der Beete planen, Zeitplan festlegen

Und schliesslich:
Ansäen
Keimlinge hätscheln
Den Frühling herbeisehnen…

Dieses Jahr gehe ich meine Leidenschaft mit System an.

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Tais-toi, Edith!

Als vor einigen ein Teenager bei uns Zwischenstation machte, dauerte es nicht lange, bis eine erzürnte Nachbarin anrief, weil der Junge seine Après-Ski-Musik zu laut und zu lange laufen liess. „Das kann ja heiter werden, wenn unsere Kinder in dem Alter sind“, sagte ich damals zu „Meinem“.

Nun, noch ist keines unserer Kinder ganz so alt wie der Teenager damals war, aber die Musik dröhnt inzwischen ganz schön laut aus Karlssons Boxen. Bis anhin hat sich aber noch niemand über den Lärm beklagt. Weder meine Mutter, die zwei Etagen unter Karlsson wohnt und täglich in den Genuss von seinen Musikvorlieben kommt, noch die damals so gehässige Nachbarin, die auf dem Hundespaziergang ganz bestimmt auch mithören kann. 

Woran das liegen mag? Vermutlich daran, dass die zwei Frauen durch das markdurchdringende „Non, rien de rien. Non, je ne regrette rien..“ in ihre jungen Jahre zurückversetzt fühlen. Und so bleibt es an mir, mit zornesrotem Kopf in Karlssons Zimmer zu stürzen und zu brüllen: „Kannst du dieser Edith nicht endlich einmal den Stecker ziehen? Dieses Gejaule ist ja nicht mehr zum Aushalten!“

Ich muss unbedingt daran denken, meine Enkel eines Tages mit Bob Marley, Eros Ramazotti und Michael Jackson zu versorgen, damit ich dereinst Karlsson mit einem milden Lächeln und einem „Ach, wie ist das schön. Das erinnert mich an meine Teenagerjahre. Meinetwegen müssen sie nicht leiser drehen“ zum Wahnsinn treiben kann. 

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Schweiz?

Prinzchens bester Freund feierte seinen sechsten Geburtstag und wir Gäste kamen von überall her. Aus Griechenland, Marokko, aus der Slowakei, aus Holland, aus Italien, aus Peru, aus der Schweiz, aus Angola… Nun gut, natürlich musste keiner von weither anreisen, denn wir alle waren schon hier in der Gegend, wir alle leben hier. Es war ein tolles Fest. Viel Gelächter, Kindergekreische, viel zu viel gutes Essen, Gestikulieren,  Hochdeutsch mit Akzent, fliessendes Schweizerdeutsch, dazwischen Brocken in den verschiedenen Landessprachen, Getratsche und Tiefschürfendes. Wunderbar war es, man mochte gar nicht mehr nach Hause gehen.

Nach Hause, wo man gezwungen war, sich mit der ernüchternden Tatsache auseinanderzusetzen, dass die Mehrheit der Stimmbürger eine solch farbenfrohe, lebhafte Schweiz lieber nicht haben will. 

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Du und ich

Natürlich bin ich ihnen wichtig. Daran zweifle ich keinen Moment, obschon es oberflächlich betrachtet schon mal danach aussieht, als würden sie ganz gerne auf mich verzichten. Sie lieben mich sogar, des bin ich mir sicher. Aber erkennen sie auch, dass da Grenzen sind? Nein, nicht Grenzen meiner Liebe, nur feine Linien, die sagen „Dort bist du und hier bin ich“.

Zum Beispiel eine geschlossene Bürotür, die unmissverständlich verkündet: „Mama arbeitet, geh zu Papa, wenn du etwas brauchst.“

Oder ein schön eingerichtetes Regal im hintersten Winkel meiner Küche. Ein klares Signal, dass hier ein paar Dinge sind, die ich mit niemandem teile. Dinge, die ich nicht in Scherben vorfinden will, wenn ich sie zur Hand nehmen möchte.

Manchmal stellt auch das Telefon am Ohr eine solche Grenze dar. Nein, nicht dann, wenn ich zur anderen Person sage: „Hör mal, meine Kinder brauchen mich, ich muss jetzt auflegen.“ Sondern dann, wenn ich schwatzend von Zimmer zu Zimmer flüchte, jedes Mal die Tür hinter mir zumache und entnervt die Augen verdrehe, wenn fünf Sekunden später schon wieder jemand gestikulierend an meiner Seite steht.

Einige Familienmitglieder wollen partout nicht verstehen, dass auch die geschlossene Badezimmertür ein klares Zeichen ist, dass ich jetzt nicht mit mir reden lasse. Und schon gar nicht diskutieren, ob man jetzt einen Film schauen dürfe.

Wenn doch die fünf Lieben endlich begreifen würden, dass ich diese Linien nicht aus purem Egoismus ziehe, sondern auch aus reiner Liebe zu ihnen. Überschreiten sie nämlich diese Linien trotz aller Ermahnungen immer und immer wieder, werde ich irgendwann sehr kleinlich und ziemlich ungeniessbar. Dann werde ich laut und plötzlich haben sie das Gefühl, ich würde ganz gerne auf sie verzichten.

Was natürlich ganz und gar nicht der Fall ist. Ich will bloss, dass sie nicht andauernd diese feine Linie zwischen „Dort bist du und hier bin ich“ mit den Füssen treten.

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Wenn das Gewissen zubeisst

„Hätte ich vielleicht doch ja sagen sollen?“

„Nein, hättest du nicht. Du hattest sieben Kinder im Haus, ‚Deiner‘ war weg, das Auto hattest du auch nicht und obendrein hatten sich Gäste angekündigt. Wie hättest du ihr da helfen wollen?“

„Na ja, irgendwie hätte ich es schon geschafft…“

„Nein, hättest du nicht. Und überhaupt, warum muss die ausgerechnet dich anfragen? Gibt ja noch andere, die hätten einspringen können.“

„Aber sie hat doch niemanden…“

„Wen wundert’s?“

„Ich weiss, worauf du anspielst. Aber sie hat doch auch ihre guten Seiten. Und ich weiss doch auch, wie es ist, mit einem fiebernden Baby, einem fiebernden Kleinkind, selber hat man eine verstopfte Nase und das Älteste muss zum Eislaufen. Man kann doch nicht mit zwei kranken Kindern in der kalten Halle warten…“

„Mag sein, dass man das nicht kann, aber man kann ja auch mal eine Eislaufstunde ins Wasser fallen lassen…“

„Aber sie hat doch dafür bezahlt und du weisst, dass sie jeden Franken zweimal umdrehen muss. Und das arme Kind muss doch so schon auf so viele Dinge verzichten.“

„Das mag ja alles stimmen, aber warum fragt sie immer dich?“

„Weil sie doch sonst niemanden hat.“

„Aber siehst du denn nicht, dass du auf dem besten Weg bist, dich ausnützen zu lassen? Ich meine, die kann doch nicht wegen jedem Mückenschiss um Hilfe schreien. Bloss weil sie es schwerer hat als andere, heisst das noch lange nicht, dass du ihr in jeder banalen Alltagssituation, mit der sich jede Mama herumschlagen muss, Beistand leisten musst.“

„Du hast ja recht, aber ich fühle mich trotzdem mies, weil ich nein gesagt habe. Sie hat doch wirklich niemanden…“

„Na ja, sie hat ihre Mutter…“

„…die nicht in der Gegend lebt…“

„…ihren Ex…“

„…der sich einen Dreck um die Kinder schert…“

„…ein paar andere Freundinnen…“

„…die gleich tief in der Tinte sitzen wie sie…“

„…und dich, wenn es wirklich hart auf hart geht.“

„Aber heute habe ich sie eben doch im Stich gelassen.“

„Hast du nicht, es ging einfach nicht anders. Oder hättest du etwa deine Kinder und deine Neffen sich selbst überlassen wollen, um ihr Kind zum Eislaufen zu begleiten?“

„Natürlich nicht. Aber es ist doch irgendwie ganz schön egoistisch von mir, mich nur um meinen eigenen Kram zu kümmern, wenn jemand anders Hilfe braucht.“

„Oh ja, klar, wenn man einen halben Tag lang sieben Kinder betreut, kümmert man sich tatsächlich sehr ausgiebig um seinen eigenen Kram…“

„Du weisst schon, wie ich das meine…“

„Und du weisst, wie ich es meine, also hör endlich damit auf, dich mit Vorwürfen zu überhäufen.“

„Ich werd’s versuchen…“

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In der Discounter-Oase

Discounter sind nicht so mein Ding. Also, eigentlich überhaupt nicht, aber wenn eine Freundin mich darum bittet, sie dorthin zu fahren, wäre es ziemlich doof, im Auto zu warten, bis sie fertig eingekauft hat. Darum fand ich mich heute kurz vor dem Mittagessen inmitten von Dauertiefpreisen und Einführungsangeboten. Weil mir für das Mittagessen noch einige Zutaten fehlten, zwang ich mich dazu, über meinen Schatten zu springen und das zu kaufen, was ich brauchte.

Nun ja, ich versuchte, zu kaufen, was ich brauchte, aber das war gar nicht so einfach denn wie mir scheint, bestimmt im Discounter nicht der Einkaufszettel darüber, was in den Wagen kommt, sondern das Angebot. Und dieses ist zumindest für meinen Geschmack ziemlich dürftig. Oh ja, mit Süssigkeiten, Chips und Beutelsuppe könnte man sich eindecken, zur Not findet man auch Knoblauch, Kokosmilch und Currypaste hingegen sucht man vergeblich, auch im Regal mit den asiatischen Produkten.

Nachdem ich jeden Regalmeter erfolglos nach den gewünschten Zutaten abgesucht hatte, sagte ich meiner Freundin, ich würde mich noch schnell im Discounter gegenüber – die Läden treten ja meist im Rudel auf – umsehen, vielleicht würde ich dort fündig. Wurde ich nicht. Im dritten Geschäft fand ich dann endlich Kokosmilch, Currypaste gab es aber auch dort nicht. Manchmal hätten sie diese schon im Sortiment, erklärte mir einer der Verkäufer. 

Manchmal, aber eben nicht heute, bei meinem hoffentlich einzigen Besuch in dieser Discounter-Oase. Ein Besuch, den ich nur schon deshalb nicht so bald wiederholen werde, weil ich schlicht keine Zeit habe, für eine Handvoll Zutaten dreissig Minuten durch die Läden zu hetzen. Als sich beim Mittagessen auch noch der Knoblauch in den Knoblauchbroten eigenartig grün-violett verfärbte, war klar, dass ich bei meiner bisherigen Haltung bleibe: Solange wir es uns leisten können, kaufe ich dort ein, wo für mich die Qualität stimmt. Auch wenn ich dafür etwas tiefer in die Tasche greifen muss. 

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Erstklässler

Er musste schon zweimal beim Schwimmunterricht zuschauen, weil die Badehose zu Hause geblieben war. – Kennen wir.

Sein Elternbüchlein, das für die Kommunikation zwischen Lehrerin und Eltern vorgesehen wäre, ist unauffindbar. – Kennen wir.

Wenn man ihn nach seinen Hausaufgaben fragt, weiss er meist nicht so recht, was er zu erledigen hat. – Kennen wir. 

Die Lehrerin gibt ihm ein Brieflein mit, in dem sie uns höflich bittet, doch bitte etwas genauer zu kontrollieren, ob er alles gemacht und eingepackt hat. – Kennen wir.

Muss er als Hausaufgabe ein Blatt lesen, langweilt ihn das ziemlich, weil er schon längst lesen kann. – Kennen wir. 

Manchmal muss er die Hausaufgaben vom Vortag nachholen, weil er vergessen hat, uns zu sagen, dass er noch etwas hätte machen müssen. – Kennen wir.

Ihn gleich nach der Mittagspause zum Arbeiten zu bewegen, ist nahezu unmöglich. – Kennen wir. 

Er hat lieber Pause als Unterricht. – Kennen wir.

Wenn man ihm bei den Mathehausaufgaben sagt: „Schau, hier hast du eins mehr und hier eins weniger, also gibt das…?“, dann kommt die richtige Antwort wie aus der Pistole geschossen. – Hä, wie bitte? Das war bestimmt ein Zufall.

Sagt man ihm bei der nächsten Aufgabe: „Also, auf dieser Seite hast du zwei mehr und hier zwei weniger…“, dann steht die richtige Lösung bereits da, bevor man ausgeredet hat. – Du meine Güte, was ist denn mit diesem Kind los? Ob es zum Arzt muss?

Will man ihm die übernächste Aufgabe erklären, steht das Resultat schon da, bevor man sich die Rechnung angeschaut hat. – Himmel, die haben uns doch nicht etwa das falsche Kind mit nach Hause gegeben im Spital?

Schaut man zufälligerweise auf die Uhr, währenddem er seine fertigen Hausaufgaben einpackt, stellt man mit Erstaunen fest, dass er gerade mal fünf Minuten gebraucht hat für die zwei Seiten. Und das ohne Gemotze und Gezeter und „Nun mach schon!“. – In mir meldet sich der Verdacht, dass dieses Kind tatsächlich rechnen kann. 

Bekommt der grosse Bruder diese Szene mit, fragt er: „Von welchem Stern kommt dieses Kind?“ – Das wüsste ich auch zu gerne. 

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Nicht jetzt…

Nicht jetzt, ich muss noch schnell nachschauen, wann der Bus fährt.

Nicht jetzt, ich muss arbeiten.

Nicht jetzt, ich muss herausfinden, was „Verräter“ auf Italienisch heisst.

Nicht jetzt, ich muss erst meine Mails checken.

Nicht jetzt, ich will noch diesen Artikel fertig lesen.

Nicht jetzt, ich will den Kindern das Lied abspielen, das ihnen so gut gefällt.

Nicht jetzt, ich muss unbedingt dieses Kochrezept finden.

Nicht jetzt, ich brauche ganz dringend eine Wegbeschreibung.

Nicht jetzt, ich will wissen, was meine Freunde auf Facebook gepostet haben.

Nicht jetzt, ich erwarte einen Anruf auf Skype.

Nicht jetzt, die Kinder wollen das neue Spiel ausprobieren.


Also gut, dann bewerte ich dich jetzt halt, du doofe App, aber danach ist endlich Ruhe mit diesem ewigen „Na, wie findest du mich? Willst du mich jetzt bewerten oder später?“ Und wehe, du fängst nach dem nächsten Update wieder mit diesem Gequengel an…

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