Natürlich verstehe ich das

Natürlich hat Karlsson ein Recht darauf, seinen Geburtstag mit ein paar Freunden zu feiern und wenn er möchte, dass die Freunde bei ihm übernachten dürfen, habe ich volles Verständnis dafür. Ich kann aber auch sehr gut nachvollziehen, dass „Meiner“ bei diesem Anlass lieber nicht dabei wäre, weil er den Betrieb nicht ertragen kann. Und selbstverständlich haben die kleinen Geschwister ein Anrecht darauf, bei dem ganzen Spass dabei zu sein.

Aber klar sollen das Prinzchen, der Zoowärter und der FeuerwehrRitterRömerPirat auch bei schlechtem Wetter wilde Spiele spielen dürfen, also drinnen. Auch dass Luise gleichzeitig ungestört an ihren Hausaufgaben arbeiten will, kann ich bestens nachvollziehen. Und natürlich soll „Meiner“ jederzeit schlafen können, wenn er Erholung braucht.

Es freut mich, dass „Meiner“ wieder Lust zum Malen hat und mich darum in den Baumarkt schickt, um neue Malunterlagen zu kaufen. Es ist rührend, dass sich Luise und der Zoowärter jetzt auch Selbstgestricktes von mir wünschen und dass Karlsson von seinem werdenden Pullunder so hingerissen ist, dass er von mir lernen will, wie man Zopfmuster strickt. Toll, dass der FeuerwehrRitterRömerPirat jetzt schon weiss, was er unter dem Tannenbaum finden will und natürlich habe ich gar nichts dagegen einzuwenden, dass das Prinzchen meine Hilfe beim Puzzeln möchte.

Selbstverständlich darf Luise in unserem Zimmer schlafen, wenn nachts die Angst angeschlichen kommt. Wenn der Zoowärter plötzlich Monster unter seinem Bett entdeckt, soll er eben auch zu uns kommen und wenn sich der FeuerwehrRitterRömerPirat deswegen einsam fühlt, rücken wir eben noch etwas näher zusammen, auch wenn der Schlaf dadurch gestört wird. Notfalls haben wir ja noch ein Sofa.

Jedes dieser Bedürfnisse ist gerechtfertigt, jeder Wunsch verständlich. Bloss, wie ich all dem in diesen Tagen gerecht werden soll, ist mir ein grosses Rätsel.

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Sechzehn einfache Schritte zur eigenen Sauna

1. Sauna geschenkt bekommen, sich riesig über das Geschenk freuen und die Elemente in der Garage zwischenlagern, bis die Zeit reif ist, nicht alleine an Erholung zu denken, sondern auch etwas dafür zu tun.

2. Fünfzehn Monate später: Sauna-Elemente mit zornesrotem Kopf vor die Haustüre schleppen, damit „Meiner“ endlich glaubt, dass es mir Ernst ist mit Wellness im eigenen Keller.

3. Einen Samstag lang für genügend Essen und Getränke sorgen, damit „Meiner“ und mein Bruder beim Aufbau nicht verhungern und verdursten.

4. Erkennen, dass sich die Saunatüre nicht öffnen lässt, wenn der Waschtrog im Wege steht. Vier Monate warten, bis „Meiner“ Zeit findet, den Trog umzuhängen.

5. Schüchtern nachfragen, ob der Elektriker in der Verwandtschaft eventuell einmal in nicht allzu ferner Zukunft und natürlich nur, wenn es ihm auch Freude macht und selbstverständlich als ganz gewöhnlicher Auftrag ohne Verwandtenrabatt, die Stromversorgung einrichten könnte.

6. Sich auf einen entspannenden Saunaabend freuen und dann feststellen, dass noch die Saunasteine fehlen.

7. Das Internet nach Lieferanten für Saunasteine durchforsten. Eine Liste erstellen mit allen Baumärkten in der Gegend, die in Frage kommen.

8. Beim ersten – und grössten – Baumarkt erfahren, dass das „umfassende Sauna- und Wellnessangebot“ aus einigen Holzkesseln, einer Massagebürste und zwei oder drei verschiedenen Aufguss-Düften besteht. Ach ja, einen Whirlpool für nur 4999.90 hätte es auch noch gehabt, aber uns fehlte gerade das nötige Kleingeld. Die Saunasteine waren „leider alle schon ausverkauft“, wie man uns beschied, als wir es endlich schafften, uns todesmutig einem rasenden Mitarbeiter in den Weg zu stellen, um ihn zu fragen.

9. Beim zweiten Baumarkt – der mit dem „breitgefächerten Angebot an Sauna- und Infrarot-Kabinen“ – feststellen, dass es wohl feuerfeste Dekosteine für den Holzofen gibt, nicht aber Saunasteine. Der Versuch, zu fragen, ob diese auch für die Sauna geeignet wären scheiterte daran, dass sich die Mitarbeiter aus lauter Angst vor den Kunden hinter Türen mit der Aufschrift „Zutritt nur für Personal“ flüchteten, sobald man sich ihnen auf zehn Schritte näherte.

10. Beim dritten Baumarkt schiefe Blicke ernten, weil man jeden Sack mit Steinen ganz genau mustert und dann doch ohne Steine aus dem Laden geht.

11. Beim vierten Baumarkt – einer grösseren Filiale von Baumarkt Nummer zwei – erfahren, dass man bis vor einem Jahr noch ein grosses Sauna-Sortiment hatte, jetzt aber leider gar nichts mehr anbietet.

12. Auf der Heimfahrt rätseln, ob man vielleicht doch noch bei Baumarkt Nummer fünf vorbeischauen soll, weil er ja gerade am Weg liegt. „Aber einen Einkaufswagen nehmen wir nicht. Die werden ja ohnehin keine Steine haben“, entscheide ich, als wir schliesslich mit wenig Hoffnung auf Erfolg vor dem Eingang stehen.

13. Drei Minuten später zum Eingang hetzen, um einen Einkaufswagen zu holen, währenddem ein Kind die letzten vier Kartons mit Saunasteinen bewacht, damit sie uns keiner wegschnappt.

14. Saumässig viel bezahlen für vierzig Kilo ganz banale Steine, aber nach dieser Odyssee spielt der Preis keine Rolle mehr.

15. Wieder zu Hause, die Steine in den Keller schleppen, den Ofen auffüllen und hoffen, dass die fünf kleinen Vendittis abends um halb sieben darum betteln, ins Bett gehen zu dürfen, weil sie sooooooooo müde sind.

16. Saunadüfte, die seit einer Ewigkeit auf dem Schrank darauf warten, gebraucht zu werden, von Staub und Spinnweben befreien und hoffen, dass sie nach all den Monaten noch duften.

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Windstille

Karlsson, Luise und der FeuerwehrRitterRömerPirat in der Schule, der Zoowärter im Kindergarten und das Prinzchen in der Krippe. Die nasse Wäsche ist aufgehängt, Geschirrspüler und Waschmaschine laufen, die Wohnung ist aufgeräumter als gewöhnlich. Von draussen die üblichen Alltagsgeräusche, drinnen einzig das Ticken der Uhr und das Schnurren der Katzen. Zwei Stunden noch bis das Mittagessen auf dem Tisch stehen muss, bis dahin einfach nur Ruhe.

Diese heiligen Zeiten der absoluten Windstille gäbe es nicht, hätten nicht Herbststürme unser Leben durcheinander gewirbelt. Ich bin unendlich dankbar für diese Momente, ich bin aber ebenso dankbar, dass unser Leben nicht immer so still ist wie oben beschrieben.

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A ram sam sam

Das Prinzchen hat’s in der Krippe gelernt und singt es andauernd.

Der Zoowärter hat’s im Kindergarten gelernt und singt es ebenfalls andauernd.

Der FeuerwehrRitterRömerPirat hat es von den kleinen Brüdern gelernt und probiert aus, wie viel schneller es noch geht.

Luise muss es auf der Querflöte üben.

Karlsson klimpert es auf dem Klavier, weil er Luise begleiten möchte.

Ich frage mich, ob denn keiner an die armen Mütter denkt, die pausenlos das gleiche banale Liedchen hören müssen.

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Wenn bloss die blöden Kieselsteine nicht wären…

Es sind nicht die grossen Brocken im Leben, die mir derzeit am meisten zu schaffen machen. Ich kann damit leben, dass es noch mehrere Wochen bis Monate dauern kann, bis „Meiner“ sich von seiner Krankheit erholt hat. Hauptsache, er kommt wieder auf die Beine und die Aussichten dafür sind gut. Natürlich treibt es mich an die Grenzen, dass die Hauptlast für Kinder und Haushalt in diesen Wochen auf meinen Schultern lastet, aber irgendwann haben wir ja gesagt zu „in guten wie in schlechten Tagen“ und „Meiner“ hat ja auch schon oft für mich geschleppt. Ich kann es verkraften, dass ich zu ausgelaugt bin für einen neuen Job. Klar, ich freue mich schon auf den Tag, an dem ich endlich wieder energiegeladen aus dem Bett springen werde, aber bis dahin nehme ich das Leben so ruhig wie das eben möglich ist.

Oder versuche es zumindest und genau da liegt das Problem: Mit den grossen Brocken wäre ich genügend ausgelastet und darum würde ich zu gerne auf die lästigen Kieselsteine verzichten, die in meinen Schuhen drücken. Die Flöhe, die sich ausgerechnet jetzt auf unseren Katzen niederlassen müssen und deren Bekämpfung viel Zeit erfordert. Die Panne beim Online-Banking, die mich dazu zwingt, die Rechnungen am Postschalter zu begleichen und eine neue „Smart Card“ zu organisieren. Der Geschirrspüler, der mal wieder nicht will, wie er sollte. Der heruntergerissene Duschvorhang, den ich erst dann wieder aufhängen kann, wenn ich die richtigen Ringe aufgetrieben habe. Prinzchens Weigerung, etwas anderes als grüne Hosen anzuziehen, wodurch jedes An- und Umziehen zum Machtkampf ausartet. Die Mandarinenschalen, welche die Kinder überall liegen lassen. Der Katzenkot hinter der Spielzeugkiste. Der Anruf, der genau dann kommt, wenn ich endlich mal auf dem Sofa liege. Der Autoschlüssel, der nicht dort ist, wo er sein sollte…

Lauter kleine Banalitäten, an die ich nicht mehr als einen Gedanken verschwenden sollte und die in diesen Tagen doch so oft dazu führen, dass ich laut werde. Nichtigkeiten, keiner Beachtung Wert und doch oft so gewichtig, dass meine Laune – und meine Familie – darunter leidet. Ich möchte mich nicht darüber aufregen und schaffe es doch nicht, cool zu bleiben. Vielleicht rauben mir die grossen Brocken doch mehr Energie, als ich wahrhaben möchte.

 

Höhlenträume

Wenn die Geschirr- und Wäscheberge die Sicht auf den Feierabend versperren….
Wenn man trotz Putzfrauenbesuch schon wieder über die Spielsachen stolpert…
Wenn der ganze Bürokram, mit dem man in einem durchschnittlichen Privathaushalt schon bald eine Teilzeit-Sekretärin beschäftigen könnte, wieder einmal liegen bleibt….
Wenn man aus dem Altpapier eines einzigen Tages Isoliermaterial für ein ganzes Haus herstellen könnte….
Wenn die Kindergeburtstagswünsche ins Unermessliche steigen….
Wenn der Kater das Katzenfutter verschmäht, weil die Speisereste so viel besser schmecken….
Wenn das Telefon andauernd klingelt….
Wenn zum vierten Mal am Tag jemand wegen einer Nichtigkeit an der Türe steht….
Wenn schon wieder ein Lattenrost den Geist aufgibt….
Wenn die Zeitungslektüre mal wieder nur Sorgenfalten auslöst….

…. dann denke ich jeweils, eine sichere Höhle mit ein paar Fellen und einem warmen Herdfeuer hätte auch gereicht. Okay, vielleicht noch eine Badewanne und eine gut sortierte Hausbibliothek dazu, aber den Rest hätte man sich doch wirklich schenken können.

Ja, ich weiss, WLAN und iPad fehlen noch, aber tun wir mal so, als könnte ich noch ohne… Ich meine, WLAN in einer Höhle, sowas geht nun mal einfach nicht. Man stelle sich nur mal vor, wie schlecht die Verbindung dort wäre.

 

 

Was soll das?

Meine sehr verehrten Wettermacher

Mit diesem Schreiben möchte ich meine tiefste Enttäuschung ausdrücken. Bis anhin hatte ich stets geglaubt, Sie hätten mit Kommerz nichts am Hut. Immerhin scheren Sie sich einen Dreck darum, ob das Wetter im Süden an Ostern schön ist, ob das Open Air-Kino verregnet wird, ob die Skipisten schneefrei bleiben. Diese standhafte Unabhängigkeit vom grossen Geld habe ich stets bewundert.

Und nun dies. Als ob es nicht schlimm genug wäre, dass die Läden schon seit Wochen vollgestopft sind mit dem ganzen Weihachtskram. Mit Ihrem verfrühten Schneegestöber haben Sie die den Kindern vorgegaukelt, es würde jetzt dann gleich losgehen mit der Bescherung. Im Gegensatz zu uns desillusionierten Erwachsenen glauben die lieben Kinderlein nämlich noch an das Märchen von weissen Weihnachten.

Ausbaden müssen das einmal mehr wir Eltern. „Nein, lieber Zoowärter, der Samichlaus kommt noch lange nicht.“ „Nein, Prinzchen, wir stellen den Tannenbaum nicht gleich nach deinem Geburtstag auf.“ „Ja, Luise, dir bleibt noch genug Zeit, einen Wunschzettel zusammenzustellen.“ „Ach, FeuerwehrRitterRömerPirat, muss ich denn wirklich jetzt schon Jingle Bells vorsingen?“ Wissen Sie denn nicht, wie anstrengend es ist, bereits Wochen vor Weihnachten nur noch ein einziges halbwegs vernünftiges Kind im Haus zu haben? Das Ganze auch noch kurz vor Vollmond.

Sie verstehen also, meine verehrten Wettermacher, dass ich von Ihrer Anbiederung an die Geschäftemacher nichts halte. Als Wiedergutmachung erwarte ich von Ihnen, dass Sie uns für den Rest der kalten Jahreszeit einschneien. Nach diesem Wochenende brauche ich ganz dringend einen Winterschlaf.

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Karlsson hat nie…

Karlsson hat nie wissen wollen, warum wir bei Halloween nicht mitmachen. Er hat es einfach akzeptiert, dass der Brauch uns nichts sagt.

Karlsson hat nie den Wunsch geäussert, regelmässig eine Vorabendserie schauen zu dürfen.

Karlsson hat sich mit neun keinen iPod gewünscht.

Karlsson hat sich nie darüber beschwert, dass wir uns keine ausgedehnten USA-Ferien leisten können.

Karlsson hat stets klaglos akzeptiert, dass bei uns gewisse Dinge anders sind als bei anderen.

Karlsson fand es ganz okay, dass wir den Kindergeburtstag zu Hause feiern und nicht an dem wohlbekannten Ort mit Rundum-Bespassung.

Karlsson hatte kein Problem damit, dass ich viel von dem Weihnachtsklimbim, den sie dir im Oktober schon nachwerfen, links liegen lasse.

Karlsson liessen Monster, Ninjas und Star Wars kalt.

Heute konfrontieren uns Karlssons Geschwister mit all diesen und vielen weiteren Wünschen. Und ich frage mich, ob Karlsson wirklich so genügsam war, oder ob er einfach nicht den Mut hatte, zu wünschen, was die Jüngeren zuweilen fast schon fordern.

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Auf die Plätze, fertig….

Der Startschuss in die diesjährige Käfer-Saison ist gefallen. Zu Beginn sah es ganz danach aus, als würde der FeuerwehrRitterRömerPirat allen anderen die Show stehlen. Doch dann entpuppte sich das, was wir als erste Anzeichen einer ausgewachsenen Erkältung ansahen, als Fehlstart. Ein steifer Hals, ein Hauch von Müdigkeit und das war’s dann auch schon. Während sich aller Augen noch auf den FeuerwehrRitterRömerPiraten richteten, machte sich das Prinzchen heimlich in die Startlöcher. Und siehe da, der Jüngste zeigt den anderen, wo es lang geht. Mit Fieber, Triefnase und schlechten Träumen zieht er an allen anderen vorbei. Karlsson, Luise und der Zoowärter, die bisher noch auf den Zuschauerrängen sitzen, reagieren ganz unterschiedlich auf den Erfolg ihres jüngsten Bruders. Während Luise ihn mit „Komm schon, Prinzchen, du schaffst das. Bald bist du am Ziel“, anfeuert, lässt der Zoowärter kein gutes Haar an Prinzchens Auftritt. Zu quengelig, zu nervig, zu wenig lustig. Karlsson hingegen scheint noch gar nicht bemerkt zu haben, dass das Rennen begonnen hat. Sein einziges Ziel ist derzeit ein gelungener Übertritt an die Oberstufe, da hat man keine Zeit für diese läppischen Käfer. Ich hingegen beobachte mit Spannung, was auf der Käfer-Rennbahn abgeht und weil der Wettlauf so viel aufregender ist als das Zuschauen, laufe ich mich schon mal mit Ohrensausen und einem Hauch von Schnupfen warm.

„Meiner“ läuft dieses Jahr ausser Konkurrenz. Es dürfte schwierig sein, mit den gewöhnlichen Feld-Wald-und Wiesenkäfern die gleiche Leistung hinzukriegen wie er. Und ich gehe nicht davon aus, dass ihm einer von uns den Titel als „König der Käfer“ vergönnt.

Dranbleiben

Heute Abend sind der innere Schweinehund und die brave Hausfrau mal wieder tüchtig aneinander geraten:

Innerer Schweinehund: „Ich mach dann mal Feierabend für heute. Das bisschen Hausarbeit kann ruhig bis morgen liegen bleiben.“

Brave Hausfrau: „Nichts da! Das ist genau die Haltung, die dazu führt, dass die Geschirr- und Wäscheberge in den Himmel wachsen. Du bleibst jetzt hier und wir bringen die Sache hinter uns.“

Innerer Schweinehund: „Aber ich muss mich doch schonen…“

Brave Hausfrau: „Und du denkst natürlich, sich zu schonen bedeutet, alles liegen zu lassen, bis man einen ganzen Tag braucht, um das Zeug wieder wegzuschaffen?“

Innerer Schweinehund: „Na ja, so ähnlich. Ich würde natürlich nicht warten bis Samstag, aber morgen ist auch noch ein Tag. Und ich bin ja so schrecklich müde.“

Brave Hausfrau: „So what? Müde bin ich auch und schonen tut man sich am besten, indem man jeden Tag brav seine Pflicht tut. Kleine Schritte erhalten die Gesundheit…“

Innerer Schweinehund: „Willst du wohl endlich die Klappe halten? Wenn ich nur schon das Wort Pflicht höre wird mir übel. Ich leg‘ mich dann mal hin…“

Brave Hausfrau: „Genau das wirst du nicht tun. Wir gehen jetzt nach oben und hängen die nasse Wäsche auf. Dann noch den Geschirrspüler einräumen, den Tisch sauber machen und die Grünabfälle entsorgen. In zwanzig Minuten sind wir fertig.“

Innerer Schweinehund: „Und du glaubst wirklich, dass ich die zwanzig Minuten noch durchhalten kann? Ich bin seit sieben Uhr ohne Pause auf den Beinen…“

Brave Hausfrau: „Ich wäre schon seit halb sieben auf den Beinen, wenn du mich nicht mir Gewalt im Bett festgehalten hättest. Denk dir mal, was wir in dieser halben Stunde alles hätten schaffen können…“

Innerer Schweinehund (verdreht die Augen): „Oh ja, ich kann es mir lebhaft vorstellen. Dann würden meine Füsse noch etwas mehr weh tun und das Schädelbrummen wäre noch heftiger.“

Brave Hausfrau: „Schluss jetzt mit deinem Gejammer. Bringen wir die Sache hinter uns, dann gibt’s heute einen frühen Feierabend und wir kommen morgen früher aus den Federn.“

Innerer Schweinehund: „Aber wir können doch jetzt nicht arbeiten. Sollten wir nicht lieber mit ‚Meinem‘ plaudern? Jetzt, wo er wieder zu Hause ist, möchte er bestimmt nicht, dass wir schon wieder anschleichen…“

Brave Hausfrau: „Jetzt, wo er wieder zu Hause ist, sollten wir erst recht für Ordnung sorgen, sonst glaubt er noch, er müsse zum Besen greifen. Du ruinierst seine Gesundheit, wenn du dich weiter verweigerst.“

Innerer Schweinehund: „Okay, dann komme ich halt. Aber wundere dich nicht, wenn es morgen in der Zeitung heisst: ‚Innerer Schweinehund mit Moralkeule zu Tode geprügelt‘.“