Lange nicht gesehen

Was fragt man eine Frau, die man viele Jahre nicht gesehen hat, die man früher mal gut gekannt hat, über deren aktuelles Leben man aber lediglich weiss, dass sie mehr Kinder hat als der Durchschnittsschweizer? –  „Wie viele sind’s?“
Was fragt man danach? –  „Wo wohnt denn eigentlich deine Schwester?“
Und die nächste Frage? – „Wie viele Kinder hat sie jetzt?“
Und die Frage danach? – „Was macht sie beruflich, deine Schwester?“
Und dann? – „Dein Bruder soll ja beruflich aufgestiegen sein. Wie geht’s ihm denn so?“
Und die abschliessende Frage? – „Ach ja, und dein anderer Bruder, was macht der? Geht’s ihm gut?“

Viele Fragen, noch viele viele mehr, als ich hier protokolliert habe. Aber nicht eine einzige Frage bezieht sich auf die Person, mit der man spricht. Doch was sollte man diese schon fragen? Man weiss ja, dass sie fünf Kinder hat. Und was machen Frauen, die fünf Kinder haben, den lieben langen Tag?

Das Klischee erfüllen natürlich. Was denn sonst?

Karfreitag

Vermutlich würde man erwarten, dass eine christliche Familie, wie „Meiner“ und ich sie zu leben versuchen, Karfreitag, den höchsten aller christlichen Feiertage, besonders heiligt. Aber allzu heilig ging es bei uns heute nicht zu und her. Der Tag fing damit an, dass ich um zehn Uhr morgens völlig verkatert – habe wiedermal zu lange gequatscht und zu viel Lesestoff konsumiert letzte Nacht – aus dem Bett gekrochen kam und die Kinder anschnauzte. Es blieb uns genau eine Stunde Zeit, um sieben Personen ausgehfertig zu machen, weil wir um elf Uhr eingeladen waren. Dies führte natürlich zu viel Stress, mehr Herumbrüllen und einigen geknallten Türen. Nein, wirklich nicht sehr heilig, aber immerhin hatte ich danach ein anschauliches Beispiel zur Hand, um den Kindern zu erklären, warum das Geschehen von Karfreitag so wichtig ist für mich. Doch bei diesem einen Wort zum Karfreitag blieb es, denn nachher waren die Kinder vollauf beschäftig mit Ostereierfärben, Pecan-Pie in sich hineinzustopfen und Barbapapa zu schauen, während „Meiner“ und ich die Zeit mit unseren Freunden genossen. Okay, in einem Anfall von religiösem Eifer schmiss das Prinzchen die Buddha-Statue unserer Freunde auf den Fussboden, aber das ist ja eigentlich nicht die Art von Christentum, die wir unseren Kindern zu vermitteln versuchen. Als ich dann, kaum zu Hause, dazu gezwungen war, den Staubsauger in Betrieb zu nehmen, weil das Prinzchen sämtliche Schwarztees auf den Teppich verschüttet hatte, da war mir endgültig klar, dass es heute wohl nichts wird aus Meditation und Besinnlichkeit.

Früher hätte ich mich furchtbar schuldig gefühlt, einen Karfreitag so zu begehen. Ich brauchte die Feiertage, um mir vor Augen zu führen, was meinen Glauben so wichtig für mich macht. Das ganze Jahr über hetzte ich durchs Leben und versuchte mehr schlecht als recht, Regeln einzuhalten, die ich für  besonders christlich hielt. Und an Weihnachten, Karfreitag, Ostern und Pfingsten wurde ich still, liess mich berühren von den Geschehnissen und danach hetzte ich wieder weiter. In den letzten Jahren aber hat sich mein Glaube verändert. Ich habe gelernt, nicht mehr so sehr auf die äusseren Formen zu schauen, nicht mehr einen Katalog von Regeln einzuhalten und stattdessen zu versuchen, das, was ich glaube, in meinen Alltag einzubauen. Und plötzlich kommt es vor, dass ich an einem ganz banalen Dienstag das Gefühl habe, Gott ganz nahe zu sein. Dass ich mich irgendwann, mitten im Jahr berühren lasse von den Geschehnissen an Karfreitag und Ostern. Und dass ich einen Karfreitag erlebe, der zwar schön ist, aber sich nicht im Geringsten unterscheidet von einem ganz normalen wunderbar turbulenten Tag mit meiner Familie.

Träume ich?

Nach Jahren der Stagnation, nach unzähligen Misserfolgen, nach der beinahe-Resignation unternimmst du einen verzweifelten Versuch, dir einen Tritt in den Hintern zu geben. Und plötzlich stehst du vor einer offenen Tür. Ohne dass du zuerst zehnmal laut hast dagegen poltern müssen. Ohne dass du jemandem den Schlüssel hast entwinden müssen. Ohne, dass dir Obelix zu Hilfe gekommen wäre und sie für dich eingeschlagen hätte. Einfach so.

Kann das wirklich sein? Oder schnappt die Türe im letzten Moment wieder zu und klemmt dir die Finger ein? Hast du es noch nicht vollständig verlernt,  an das Gute im Leben zu glauben und nicht nur an das Frustrierende? Glaubst du noch daran, dass man manchmal im Leben auch etwas geschenkt bekommt, ohne dafür kämpfen zu müssen? Wagst du es, dem ungewohnten Terrain unter deinen Füssen zu trauen und mutige Schritte zu tun? Wenn du es herausfinden willst, wird dir nichts anderes übrig bleiben, als vorwärts zu gehen.

Und wenn ihr wissen wollt, worum es geht, dann müsst ihr euch noch ein kleines bisschen länger gedulden. Zumindest so lange, bis die Tinte auf dem Vertrag trocken ist. Erst dann wage ich es wirklich zu glauben, dass ich keinen Schritt ins Leere getan habe.

Begegnung

Neulich hatte ich nichts mehr anzuziehen. Und zwar nicht so, dass ich vor dem vollen Schrank stand und mit nichts zufrieden war, sondern so, dass alles entweder zu eng, zu weit, zu lang, zu kurz, zu löchrig oder zu abgetragen war. In der Verzweiflung griff ich zu den einzigen Kleidern, die irgendwie noch passten: Ein magentafarbener Rock mit orangefarbenem Abschluss, dazu eine knallbunt gemusterte Bluse, hauptsächlich in Violett und Orange gehalten und eine pinkfarbene Strumpfhose. Ich schlüpfte in die Kleider und plötzlich sah ich im Spiegel nicht mehr mich, sondern mich.

Zuerst war ich ein wenig baff ob meines Anblicks, doch als ich die Fassung wieder erlangt hatte, fragte ich mich mit leisem Vorwurf in der Stimme: „Wo hast du all die Jahre bloss gesteckt? Ich habe dich bestimmt seit sechzehn Jahren nicht mehr gesehen.“ „Und das verwundert dich?“, fragte ich ziemlich eingeschnappt zurück und fuhr dann, ohne eine Antwort von mir zu erwarten, fort: „Das war ja nicht mehr auszuhalten mit dir. Du hast das Versprechen gebrochen. Du bist nicht die, die ich sein wollte.“ „Versprechen? Welche Versprechen denn?“, wollte ich wissen. „Erinnerst du dich vielleicht noch an die Zeit, als es mein ganz grosser Stolz war, dass in meinem Schrank kein einziges schwarzes Kleidungsstück hing? Und an das Versprechen, dass es auch so bleiben würde. Auch dann, wenn ich Hausfrau und Mutter sein würde? Und was ist daraus geworden? Hä? Dein Schrank quillt über vor braunen Pullovern, schwarzen Hosen und dunkelblauen T-Shirts. Ja, du hast sogar einen schwarzen Mantel.“Der ist grau“, warf ich zu meiner Verteidigung ein. „Grau? Noch schlimmer! Du weisst genau, was ich von Grau halte“, entrüstete ich michIch errötete. Ja, ich hatte Recht, es war anders gewesen, damals, als ich noch jung und idealistisch war. Doch auch wenn ich die Wahrheit sagte, es war dennoch nicht fair von mir, dass ich mir solche Vorwürfe machte und deshalb verteidigte ich mich mit ziemlich weinerlicher Stimme: „Du weisst ja gar nicht, was ich durchgemacht habe in den letzten Jahren. Endloser Stress, keine Zeit für mich, finanzielle Engpässe, Depression, Hausfrauenfrust,Glaubenskrisen …“

„Halt!“, schrie ich und stopfte mir die Finger in die Ohren. „Ich mag dein Gejammer nicht mehr hören. Natürlich hattest du es nicht immer leicht in den vergangenen Jahren. Aber musst du dich denn deswegen gleich derartig gehen lassen, dass man dir die frustrierte Hausfrau schon aus zehn Kilometern Distanz ansieht? Und das, was man von aussen sieht, spiegelt nur das wider, was in dir steckt: Eine Frau, die sich selber verloren hat.“ Das sass. „Mag ja sein, dass du Recht hast“, gab ich etwas kleinlaut zu. „Aber es war wirklich nicht immer einfach, ich zu sein, während so Vieles anders lief, als ich es mir vorgestellt hatte. Und ich habe mir in den vergangenen Monaten wirklich Mühe gegeben, wieder mehr ich zu werden.“ „Darum bin ich ja zurückgekommen“, sagte ich. „Komm, wir gehen Shoppen!“. Ich zog mich zum Computer, loggte uns bei La Redoute ein und bestellte grüne Strumpfhosen, einen knallroten Mantel, violette Hosen, und orangefarbene Unterwäsche.

„So gefällst du mir schon besser“, sagte ich zu mir, als heute Morgen die Kleider geliefert wurden. „Wenn du es jetzt auch noch schaffst, das Innere mit den Äusseren abzustimmen, dann passen ich und du wieder zusammen. Dann bist du wieder ich und ich erkenne mich in dir wieder.“

Das Ganze war ein wenig verwirrend, aber ich glaube, die Begegnung mit mir hat mir gut getan.

Kein Anschluss unter dieser Nummer

Bis vor wenigen Monaten war jeder Schweizer, der von zu Hause aus telefonieren wollte, automatisch Sklave der Swisscom. Wer nicht Sklave der Swisscom sein wollte, der musste eben aufs Telefonieren verzichten. Oder sich ein Handy anschaffen. Oder versuchen, noch irgendwoeine funktionierende Telefonkabine zu finden, wodurch er aber wieder von der Swisscom abhängig wurde. Weil wir Schweizer aber ein freiheitsliebendes Volk sind, hat man beschlossen, uns von der Alleinherrschaft der Swisscom zu befreien. Doch weil wir Schweizer uns unserer neugewonnenen Freiheit noch nicht bewusst geworden sind, ziehen eben die anderen Telefonanbieter aus, um uns aus der Sklaverei zu befreien.

Auch wir sollen befreit werden. Unser Befreier heisst Sunrise, doch leider stellt sich dieser etwas ungeschickt an bei der Befreiungsaktion. Schon vor Monaten hat er mit uns Kontakt aufgenommen, hat uns mit dem Versprechen rosiger Zukunftsaussichten den Wechsel schmackhaft gemacht. Bis wir schliesslich eingewilligt haben, einem Aussendienstmitarbeiter zwecks Befreiung Zutritt zu unserem Haus zu verschaffen. Doch der Befreier kam nicht. Liess uns einfach in unserem Elend sitzen und entschuldigte sich dann irgendwann bei uns. Er habe leider wichtigere Termine gehabt. Zuerst waren wir natürlich zutiefst verletzt, doch nach einer Weile verziehen wir unserem Retter und vereinbarten einen neuen Termin. Dieser Termin wurde uns mehrmals bestätigt und tatsächlich: Ein paar Tage später stand ein Ritter in glänzender Rüstung vor unserer Haustüre und holte unseren unterschriebenen Vertrag ab.

Dann passierte lange Zeit nichts mehr. Bis letzte Woche ein Anruf kam. Der Anrufer entschuldigte sich dafür, dass er leider den Termin, damals im Sommer nicht habe wahrnehmen können. Ob er in den nächsten Tagen bei uns vorbeikommen dürfte um den Vertrag abzuholen? Ich erklärte ihm, dass der Vertrag bereits abgeholt worden sei und dass wir eigentlich nur noch darauf warten würden, bis unser Retter, wie versprochen, den Telefonanschluss von der oberen in die untere Wohnung verlegen würde. Man versprach uns, dass dies heute, kurz nach dem Mittagessen geschehen würde.

Doch kurz nach dem Mittagessen stand nicht etwa ein Elektriker vor der Türe, sondern „Sheila“. Einen Nachnamen hat uns die Retterin nicht gennant. Was bei einer Befreiungsaktion auch durchaus verständlich ist. Aber sie kam gar nicht, um uns aus den Fängen der Swisscom zu befreien, Nein, sie kam, um den unterschriebenen Vertrag abzuholen, den ihr Kollege schon vor Wochen mitgenommen hat. Als sie merkte, dass wir nicht mit ihr, sondern mit einem Elektriker gerechnet hatten, stand „Sheila“ etwas betreten in unserer Küche, die „Meiner“ und ich gerade putzen wollten und fragte sich, wie die Befreiungsaktion nun weitergehen sollte. Leider konnten wir ihr auch nicht weiterhelfen, denn, wie meine Leser wissen, haben „Meiner“ und ich schon genug damit zu tun, unseren eigenen Laden unter Kontrolle zu behalten. Da können wir unmöglich auch noch beim internen Chaos der Sunrise den Überblick behalten. Wie genau unser Problem gelöst werden kann, wissen wir noch nicht. Ich habe „Sheila“ aber fest versprechen müssen, dass ich zu Hause bleiben werde, bis sie mich wieder kontaktiert, um die weiteren Schritte der Befreiungsaktion zu planen.

Was bin ich doch froh, dass man sich so rührend um uns kümmert.

P. S. „Sheila“ hat mich soeben erneut kontaktiert und mir mitgeteilt, dass sie im Moment nichts für uns tun könne. Man werde uns Bescheid geben, wenn das weitere Vorgehen bekannt sei.  Vorläufig werden wir aber in den Klauen der Swisscom bleiben müssen.

Dicke Post

Dicke Couverts mit dem Absender der Krankenkasse verheissen nie etwas Gutes. Sie verkünden einem nämlich gegen Ende Jahr, wie viel man im kommenden Jahr bei der Krankenkasse abzuliefern hat. Nächstes Jahr wird es sehr viel sein, das weiss man ja bereits seit dem Frühjahr. Und deshalb blieb das dicke Couvert bei uns vorerst mal liegen. Weder „Meiner“ noch ich hatten das Bedürfnis zu wissen, wie viel man uns ab Januar aus der Tasche zieht. Doch weil man nicht ewig die Augen verschliessen kann vor der Realität, habe ich heute früh doch mal einen Blick auf die neue „Familiengruppierung“, wie das unsere Krankenkasse so schön nennt, geworfen.

Nun, umgehauen hat mich die Summe in der unteren rechten Ecke der „Familiengruppierung“ nicht. Es könnte schlimmer sein. Und dennoch: Die Erhöhung der Kinderzulagen, die am Anfang dieses Jahres endlich in Kraft getreten ist, wird nächstes Jahr von der Krankenkassenprämie wieder weggefressen. Soviel zu der Behauptung gewisser Leute, die Erhöhung der Kinderzulage sei „Abzockerei par excellence“ gewesen. Und wer jetzt findet, hohe Krankenkassenprämien seien für Unsereins kein Problem, da wir ja Prämienvergünstigung bekämen, darf nicht vergessen, dass die Vergünstigung frühestens im Juni ausbezahlt wird und dass wir, zusammen mit allen anderen Familien, bis dahin werden schauen müssen, wie wir durchkommen.

Ich mache mir keine Sorgen, dass wir die Krankenkassenprämien nächstes Jahr nicht werden bezahlen können. Irgendwie schafft man es immer, dass das Geld reicht. Manchmal staune ich ja selbst darüber, woher plötzlich im richtigen Moment wieder das Geld kommt, das wir gerade benötigen. Aber auch wenn das Geld immer reicht, so reicht es mir dennoch langsam, dass in diesem Land bestraft wird, wer es wagt, Kinder auf die Welt zu stellen.

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Bitte recht freundlich

Der FeuerwehrRitterRömerPirat und ich sind aus unseren Identitätskarten herausgewachsen, das Prinzchen braucht seine Erste. Lange liess sich die Sache herauszögern, doch langsam drängt die Zeit. Sonst wird nichts aus den Sommerferien. Also ab zum nächsten Fotografen. Doch der will nichts wissen von Passfotos. Die Maschine sei kaputt. Dann eben zum Nächsten.

Damit das Prinzchen nicht allzu lange still sitzen muss, kommt er zuerst dran. Anfangs läuft alles bestens. Bis die Fotografin wissen will, ob wir nicht dafür sorgen könnten, dass das Prinzchen seinen Mund geschlossen hält. Selbstverständlich können wir das. Wenn sie uns eine Rolle Klebeband zur Verfügung stellt. Bloss sind wir nicht sicher, ob das Bild dann noch durchgeht, oder ob unser Prinzchen zum Terroristen abgestempelt wird, bevor er laufen kann.

Schliesslich lässt die Fotografin die Bilder auch mit offenem Mund gelten und bittet den FeuerwehrRitterRömerPiraten auf den Stuhl. Mit finsterer Miene sitzt er da, was aber niemand sehen kann, weil er unverwandt auf seine Schuhspitzen starrt. All unser Drohen, wenn er nicht mitmache, könnten wir nicht in die Ferien fahren, hilft nichts. Stur starrt er vor sich hin. Also kommt Mama dran. Vielleicht merkt dann der FeuerwehrRitterRömerPirat, dass Fotografieren nicht weh tut.

Ich habe keine Angst vor der Kamera. Dafür aber vor den Bildern. Ist die Frau auf dem Bild tatsächlich die Gleiche wie die auf der alten Identitätskarte? Auf dem alten Foto war noch nichts von diesem neckischen Doppelkinn zu sehen. Und auch die Augenringe waren damals noch nicht da. Nun, zwischen den beiden Bildern liegen elf Jahre, fünf Schwangerschaften, zahllose schlaflose Nächte und ein paar klitzekleine Enttäuschungen. Aber dass man dies alles einem Passbild ansieht, ist erschreckend. Wahrscheinlich hat Ephraim Kishon recht: Wenn man beginnt, seinem Passbild zu ähneln,  ist es höchste Zeit wegzufahren. Vielleicht hätten wir die Bilder erst nach den Ferien machen lassen sollen. Aber ohne neue Identitätskarte keine Reise und ohne neues Bild keine neue Identitätskarte.

Als „Meiner“ die Fotos sieht, meint er, ich sollte vielleicht noch einmal posieren. Doch leider wird der Kopf auf einem neuen Bild immer noch der Gleiche sein, also kann man die Bilder lassen, wie sie sind. Obschon natürlich immer die nagende Ungewissheit bleibt, ob der Chef der Einwohnerkontrolle diese akzeptieren wird. Normalerweise schaut er sich die Fotos mit ernster Miene an und brummt: „Da bin ich mir aber nicht sicher, ob diese Bilder durchkommen.“ Wenn man ihm dann versichert, dass die Fotografin aber alles nach Vorschrift gemacht habe, runzelt er die Stirn und meint, man könne es ja einmal probieren, wir sollten uns aber nicht wundern, wenn wir nochmals zum Fotografen müssten. Bloss das nicht!

Irgendwann haben wir alle Fotos, auf der Einwohnerkontrolle wird man für einmal sogar freundlich empfangen und schliesslich sind die Karten  bestellt und bezahlt. (Macht insgesamt 125 Franken plus dreimal fünf Franken Gebühr fürs Einschreiben, damit jede Karte separat an die gleiche Adresse zugestellt werden kann. Es lebe die Bürokratie!)

Zu Hause wird feierlich ein oranges Post-it entsorgt. Jetzt bleiben bloss noch etwas 498. Das muss gefeiert werden!