So ist es gar nicht so schelcht

Gestern habe ich etwas ganz Verrücktes angestellt: Als die Kinder aus dem Haus waren, habe ich einfach meine Alltagsroutine links liegen gelassen und mir dieses Ding mit dem langen Schlauch geschnappt, das so fürchterlich Krach macht. Wie heisst es noch mal? Irgend etwas mit Dreck und saugen oder so. So ein hässliches graues Gerät, für das sie immer Werbung machen im Fernsehen. Ich hab‘ es mir also geschnappt und angefangen, damit in der Wohnung herumzurennen. Hat irgendwie Spass gemacht und darum griff ich gleich noch zu diesem besenartigen Gerät, das man anfeuchtet, bevor man es über die Fussböden zieht. Und weil auch das noch ganz amüsant war, zog ich zum Schluss ein paar bunte Stofffetzen aus dem Schrank, um mit ihrer Hilfe herauszufinden, wie es bei uns aussehen könnte.

Zwei Stunden lang tobte ich mich auf diese Weise aus, dann musste ich Schluss machen, weil die Kinder nach Hause kamen. Spielfelder, um mich weiter auszutoben, wären zwar noch ausreichend vorhanden gewesen, doch die Pflicht rief mich in meinen Alltag zurück. Obschon ich noch viel länger hätte spielen können, waren „Meiner“ und Luise tief beeindruckt von den Folgen meines kleinen Ausbruchs aus der Routine von Kochen, Tisch abräumen, Schreiben und Schadensbegrenzung. Es war fast wie früher, als ich noch regelmässig ganz alleine mit dem Saugding, den bunten Tüchern und dem besenartigen Ding spielte. Irgendwie lustig und zufriedenstellend. 

Es ist ja nicht so, dass ich heute nie mehr mit diesen Dingern spiele, die ich gestern aus dem Schrank gezerrt habe. Aber heute spiele ich nicht mehr alleine. Immer muss ich teilen, immer gibt es einen, der sich nicht an die Regeln halten will, immer tritt einer mit schmutzigen Füssen auf mein Spielfeld, immer steht einer schmollend am Rand und will nicht mitmachen.

Darum habe ich beschlossen, in Zukunft etwas egoistischer zu sein und wieder viel öfter ganz alleine durch die Wohnung zu toben. Macht einfach mehr Spass. Und für die anderen gibt es auch so noch mehr als genug zu tun. 

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Ein Gedanke zu “So ist es gar nicht so schelcht

  1. Pingback: Schreiben (und putzen) nach dem Faulus-Prinzip | Beautiful Venditti - Grossfamiliengroove à discrétion

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