Kinderfrei-Dilemma

Noch nie war es so einfach, kinderfrei zu bekommen. Nummer zwei, drei und vier sind im Jungscharlager, also war nur eine kurze Lohnverhandlung mit Karlsson erforderlich, um die Prinzchenbetreuung zu regeln. Karlssons Bedingungen: Der Stundenlohn – der auf gar keinen Fall unter dem liegen darf, was wir vor Jahren einem grottenschlechten Babysitter bezahlt haben -, sollte vorzugsweise in Naturalien ausbezahlt werden. Er hat da nämlich neulich bei eBay eine von der heiligen Edith signierte Single aufgestöbert, deren Preis den Rahmen des Taschengeldes sprengt. Wir müssen nur noch herausfinden, ob die Unterschrift wirklich echt ist. (Himmel, in welchem Erziehungskurs bereiten sie dich auf so etwas vor? Was man mit widerspenstigen Trotzköpfen anstellt, das sagen sie dir, aber keiner erklärt dir, wie du das Gekritzel einer verblichenen Chansonnière auf seine Echtheit überprüfst. Dabei kann es durchaus eine mittelgrosse familiäre Krise auslösen, wenn du nur dämlich sagst: „Also, da kann ich dir jetzt wirklich nicht weiterhelfen. Vielleicht ist die Unterschrift echt, vielleicht auch nicht. Auf alle Fälle finde ich das Ding ganz schön teuer.“) 

Nun, wie dem auch sei, wir haben morgen kinderfrei und das Prinzchen freut sich wie verrückt darauf, mal einen ganzen Tag ohne uns, dafür alleine mit Karlsson, dem grossen Bruder, den er ähnlich vergöttert wie dieser die kleine Sängerin aus Paris, zu verbringen. Blöd ist einfach, dass „Meiner“ und ich keine Ahnung haben, was wir morgen anstellen sollen. Gewöhnlich müssen wir ja keine Sekunde überlegen, denn in unserem Wortschatz lautet das Synonym für „kinderfrei“ schlicht und einfach „Saunatag“. Aber Sauna, wenn es draussen wärmer ist als in der Schwitzhütte? Sowas kommt nicht mal uns in den Sinn. Der freie Tag lässt sich aber auch nicht einfach auf kühlere Zeiten verschieben, denn a) weiss kein Mensch, ob die je wieder kommen, b) kommen Nummer zwei, drei und vier am Samstag wieder zurück und Karlsson wird ganz bestimmt nicht auf die ganze Truppe aufpassen und c) würde er uns wegen Vertragsbruchs anklagen, wenn wir morgen früh sagten: „Wir bleiben nun doch lieber zu Hause…“

So sind wir also gezwungen, uns ein Alternativprogramm auszudenken. „Meiner“ hat vorhin etwas von „wandern zwischen Gewässern“ gebrabbelt. Ich habe vorerst mal mit einem zweideutigen „Hmmmm“ geantwortet, aber wenn ich nicht ganz schnell eine bessere Idee liefere, muss ich mir am Ende noch eine handfeste Ausrede ausdenken und dafür ist es eindeutig zu heiss. Vorschläge sind also willkommen. (Aber bitte nicht zu teuer, Karlssons Stundenlohn ist nämlich nicht ganz ohne. Der Babysitter von damals war eindeutig überbezahlt…)

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5 Kommentare zu “Kinderfrei-Dilemma

  1. Eine Dampfschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee und anschliessend Baden im See in der „Uufschütti“ Luzern. Die kühle Brise während der Bootsfahrt ist wohltuend und die Badi „Uufschütti“ ist ein gelungenes Beispiel für eine gelingende Multikultigesellschaft, über alle Generationen und sozialen Schichten hinweg. Und während dem Baden im See kann man dann seine Blicke schweifen lassen und einfach entspannen. Egal wohin es Euch zieht, einen wundervollen, entspannten Sommertag wünsch ich Euch

    • Klingt himmlisch. Vielleicht mache ich das mit dem FeuerwehrRittertRömerPiraten. Der hat noch einen Mama-Tag zugute und möchte Richtung Vierwaldstättersee.

  2. Go to Colmar, France in the Alsace region. Only 1 1/2 hours to drive. Have a wonderful lunch and walk around quaint town. Eguisheim is along the way and should not be missed…very quaint little village. There is also Hoch Königsburg and a Raptor exibit and also Monkey exibit within 15 minutes of Colmar. Wonderful day to spend with hubby (or children….if you don’t have a chance to do it tomorrow). BTW, I had to laugh when you wrote: you have the day to yourselves but have NO IDEA WHAT TO DO!!!! I know what you mean….but since my youngest is 15, we have quite a few children free days…..but my husband doesn’t always want to do things….so, I find „friends“ to go do things with me.

    Hope you enjoy your time with your hubby.

    • Thanks for the tip. We’ll certainly do that one day, probably with the kids. Next time you feel like doing something, and your husband wants to stay home let’s do some baking. 😊

  3. Pingback: Das war so… | Beautiful Venditti - Grossfamiliengroove à discrétion

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