Da liegt der Hund begraben

Wem habe ich nicht schon die Schuld in die Schuhe geschoben, dass mein Asthma in den vergangen Monaten immer schlimmer geworden ist? Mal gab ich den Handwerkern die Schuld, die in unserem Keller derart viel Staub aufgewirbelt haben, dass ich noch eine weitere Ausrede habe, die Wäsche so lange liegen zu lassen, bis „Meiner“ oder das Au-Pair sich ihrer erbarmt. Solange das Wäschefalten im  staubigen Keller meine Gesundheit belastet, kann ich diese Arbeit doch unmöglich erledigen, nicht wahr? Aber inzwischen ist der Keller wieder mehr oder weniger staubfrei, mein Asthma aber nicht besser. Dann geben wir eben der schlechten Luftqualität die Schuld. Zu blöd nur, dass in unserem Quartier deutlich weniger Verkehr herrscht als auch schon, so dass ich eigentlich besser atmen müsste und nicht schlechter. Na dann, sagen wir eben, es seien die Pferde der Nachbarn und all die Katzen, die sich in unserem Garten heimisch fühlen. Aber eigentlich kann auch das nicht sein, bewege ich mich doch als bekennende Stubenhockerin nur dann an der frischen Luft, wenn es sich nicht verhindern lässt und somit begegne ich sowohl Nachbars Pferden als auch Nachbars Katzen relativ selten. Vielleicht liegt es ja am Stress, dachte ich mir, als ich neulich wiedermal keuchend auf dem Treppenabsatz eine kurze Rast einlegen musste. Aber das kann’s ja wohl auch nicht sein, denn gestresst bin ich schon seit Jahren und atmen konnte ich dennoch mehr oder weniger problemlos.

Heute endlich, bei der Lektüre der „NZZ am Sonntag“ bin ich auf des Rätsels Lösung gestossen. Es war nur eine kleine Notiz, so klein, dass ich sie fast übersehen hätte. Doch das Bild des inhalierenden Mannes erregte meine Aufmerksamkeit, wohl, weil ich heute mal wieder meine Medikamente vergessen habe. Und was muss ich da lesen? „Laut den Ärzten könnten soziale Netzwerke wie Facebook eine ganz neue Quelle von psychologischem Stress darstellen. Solche Effekte seien gerade bei jungen Menschen als Auslöser von Asthma nicht zu vernachlässigen.“ Im Text wird das Beispiel eines jungen Mannes erwähnt, der bei jedem Anblick seiner Ex-Freundin einen heftigen Asthma-Anfall erlitten hätte.

Nun gut, zu den im Text erwähnten „jungen Menschen“ gehöre ich nicht mehr unbedingt und meine Ex-Freunde lassen sich a) an einer Hand abzählen, b) handelt es sich dabei um harmlose Teenie-Liebeleien, die nie länger als ein paar Tage gehalten haben und c) bin ich nicht mit ihnen auf Facebook befreundet. Also eigentlich kein Grund, um bei meinen seltenen Besuchen bei Facebook psychologischen Stress zu erleben. Erstaunlicherweise aber fällt die Verschlimmerung meines Asthmas ziemlich genau mit meinem Einstieg bei Facebook zusammen, so dass ich jetzt einfach mal so tue, als ob die zwei Dinge miteinander im Zusammenhang stünden. Denn irgend einen Grund muss ich ja angeben, wenn mich der Arzt fragt, weshalb ich plötzlich so viele Medikamente benötige. Und wenn ich als Quelle meiner Befürchtungen die „NZZ am Sonntag“ angebe, wird der Arzt bestimmt nicht an der Plausibilität meiner Erklärungen zweifeln und mir ein neues Dauerrezept ausstellen.

Zehn Jahre Mama Venditti

Bevor ich morgen auf zehn Jahre Karlsson zurückblicken werde, befasse ich mich heute mit der Mama, die ja auch morgen vor zehn Jahren das Licht der Welt erblickt hat. Ich befasse mich mit einer Mama, die damals sehr viele Dinge wusste, die sie heute nicht mehr weiss. Diese Mama wusste zum Beispiel, dass ihr kleiner, süsser Karlsson nie und nimmer im Elternbett schlafen würde. Kinder haben im Elternbett nichts verloren, darin waren „Ihrer“ und Mama Venditti sich einig. Der kleine Karlsson teilte übrigens die Meinung seiner Eltern und zeigte keinerlei Interesse an allzu viel elterlicher Nähe. Aber Karlsson bekam dann ja auch noch Geschwister, die das Dogma so sehr in Frage stellten, bis schliesslich weder Mama Venditti noch „Ihrer“ sich erinnern konnten, was denn so schlimm sein sollte daran, wenn hin und wieder mal ein kleines Menschlein ins Elternbett gekrochen kommt. Inzwischen sieht übrigens auch Karlsson die Dinge nicht mehr ganz so eng und so verbringt er die Nacht vor seinem zehnten Geburtstag im Elternbett, weil er sonst vor lauter Vorfreude nicht schlafen kann.

Mama Venditti wusste vor zehn Jahren aber auch noch andere Dinge, zum Beispiel, dass das Muttersein sie so sehr erfüllen würde, dass sie ihrem Beruf keine Träne nachweinen würde, obschon sie diesen innig geliebt hatte. Nun, es dauerte nicht allzu lange, bis Mama Venditti zu einer ziemlich unausgeglichenen, launischen Frau wurde, die sich nicht immer so an ihrem Dasein zu Hause erfreuen konnte, wie sie dies erwartet hätte. Leider aber dauerte es ziemlich lange, bis Mama Venditti begriff, woran es lag, dass sie so unausgeglichen und launisch war und deswegen machte sie sich a) den Alltag mit bitteren Selbstvorwürfen zur Qual und b) ihren lieben kleinen Kindern  das Leben mit einer Mama, die nicht wusste, wo das Problem lag, ziemlich schwer. Inzwischen hat Mama Venditti endlich herausgefunden, dass ihre Leidenschaft für ihre Kinder mehr zum Tragen kommt, wenn sie auch anderen Leidenschaften in ihrem Leben Raum gibt. Was nicht heissen soll, dass es die Kinder nun leichter haben mit dieser Mama, denn nun kommt es hin und wieder vor, dass diese diese anderen Leidenschaften mehr Raum einnehmen, als es Mama und Kindern genehm ist.

Dann war da noch die Sache mit dem Temperament. Mama Venditti hatte von ihrer Schwester und anderen Frauen immer wieder gehört, dass sie durch die Kinder viel ausgeglichener und ruhiger geworden seien. Mama Venditti, die schon als Kind mit ihrem hitzigen Temperament aufgefallen war, glaubte natürlich, dass bei ihr genau das Gleiche geschehen würde. Kaum würde sie ihr erstes Kind im Arm halten, würde sie die Ruhe selbst sein. Das glaubte sie ziemlich genau drei Wochen lang, dann flog erstmals mitten in der Nacht eine Schoppenflasche an die Wand, weil Mama Venditti das Weinen ihres entzückenden Kindes nicht mehr ertragen mochte. In den ersten Jahren fragte sich Mama Venditti noch, was bloss mit ihr falsch sei, dass sie einfach nicht ruhiger werden konnte, doch irgendwann begriff sie, dass die Kinder sie nicht zu einem vollkommen veränderten Menschen machen würden und dass sie lernen musste, ihr Temperament in solche Bahnen zu lenken, dass die Kinder nicht darunter leiden müssen. Inzwischen haben sich die Kinder daran gewöhnt, dass Mama Venditti hin und wieder in der Wut einen Teller auf den Fussboden schmeisst, sie wissen aber auch, dass diese Mama danach selber zum Besen greifen wird, um die Scherben aufzuwischen und dass diese Mama sich später auch für ihren Zornausbruch entschuldigen wird. Und vor allem wissen sie, dass diese Mama sehr viel Verständnis hat dafür, wenn ihnen auch mal eine Sicherung durchbrennt.

Ja, diese Mama Venditti wusste sehr viel, damals, vor zehn Jahren. Sie wusste, dass man auch sehr kleine Kinder mit einer gewissen Strenge erziehen muss, dass man einem Kind auf gar keinen Fall vor dem ersten Geburtstag Schokolade geben darf, dass Kinder am glücklichsten aufwachsen, wenn zwischen ihnen und ihren Geschwistern der perfekte Altersabstand liegt, dass man ein grosses Auto braucht, wenn man viele Kinder haben will und dergleichen mehr. Inzwischen ist viel passiert: Mama Venditti hat lernen müssen, dass rechthaberische Strenge nie zum erwünschten Ziel führt. Sie hat erleben dürfen, wie der FeuerwehrRitterRömerPirat im zarten Alter von sieben Monaten ein ganzes Stück Schokoladentorte verzehrt hat, ohne ernsthaften Schaden zu nehmen. Sie hat erfahren, dass es den „perfekten“ Altersabstand nicht gibt und dass es Paare auf dieser Welt gibt, denen die Kinder einfach so in den Schoss fallen, wann es den kleinen Menschlein und ihrem Schöpfer gerade passt. Und inzwischen weiss sie gar, dass eine grosse Familie auch ganz gut mit einem kleinen Auto auskommen kann.

Einiges aber hat die Mama Venditti, die vor zehn Jahren geboren wurde, nicht gewusst: Wie sehr diese Kinder, die ihr in den Schoss fielen, ihr Leben bereichern würden. Wie sehr sie diese Kinder ans Ende ihrer Kräfte treiben würden. Und vor allem, wie sehr  sie diese Kinder lieben würde. Jedes Einzelne mit seiner ureigenen Art.

Überfordert

Es ist mal wieder soweit: Der Haushalt wächst mir über den Kopf und zwar in einem solchen Ausmass, dass ich leicht hysterisch werde, wenn ich daran denke, dass irgend jemand all diesen Mist wegräumen sollte. Und dass dieser „irgend jemand“ theoretisch ich sein sollte. Das Schlimme ist nur, dass ich für diese Aufgabe schlicht und einfach nicht tauge. Klar, das gewöhnliche Haushaltschaos von Küche nach dem Essen wieder sauber machen, die frisch gewaschene Wäsche aufhängen und das WC putzen, das kriege ich hin. Problemlos.

Aber wenn die Küche im Chaos versinkt, die Wäsche sich in jeder Ecke des Hauses stapelt, die Betten frisch bezogen werden müssten, die Sommerkleider weggeräumt und die Winterkleider hervorgeholt werden sollten, die Kleiderschränke von zu kleinen Kleidern gesäubert werden müssten und dann auch noch der Bürotisch mit Dingen bedeckt ist, die nicht dahin gehören, dann übersteigt das mein Vermögen. Nun könnte man natürlich einwenden, ich müsste meine Zeit eben fürs Aufräumen einsetzen, anstatt hier immer meinen Käse niederzuschreiben. Was durchaus etwas für sich hat, aber mein Problem liegt tiefer. Ich weiss nämlich schon gar nicht, wo ich anfangen soll, weil ich den Überblick schon längst verloren habe.

Nimmt der Haushalt bei mir Überhand, dann geschieht in mir drin das Gleiche, was bei anderen Leuten geschieht, wenn sie wissen, dass sie ein 20-seitiges Konzept verfassen, die Steuererklärung ausfüllen, einen Bericht abliefern und eine Gebrauchsanweisung schreiben müssen. Sie fühlen sich gelähmt, fragen sich, wie sie dies alles schaffen sollen und wissen nicht, an welchem Ende sie anfangen müssen, weil ihnen das alles gleichviel sagt, nämlich gar nichts. Ja, ich weiss, es ist schwer vorstellbar, dass so banale Dinge wie aufräumen, sortieren und putzen die gleiche Reaktion hervorrufen können, aber so ist es nun mal bei mir: Dinge, die für die meisten Menschen völlig banal und selbstverständlich sind, sind für mich eine riesige Überforderung. Gut, dafür habe ich kein Problem damit, ein Konzept zu verfassen. Aber das hilft mir ja in meinem Alltag auch nicht weiter. Ich könnte zwar das perfekte Konzept abliefern, wie bei uns in Zukunft aufgeräumt werden muss und ich bin mir fast sicher, dass ich selber auch danach leben würde, aber da die meisten Menschen nicht so ticken, würde sich der Rest meiner Familie eine Dreck scheren um das Papier und mein Konzept bliebe ein Papiertiger. Und meine Überforderung wäre gleich gross wie eh und je.

Es gibt also nur einen Ausweg aus der ganzen Misere: „Meinem“ den Kopf voll jammern, wie sehr mich das alles überfordert und hoffen, dass er bereit ist, die Führung zu übernehmen, um uns alle aus dem Chaos zu retten. Wenn er mir dann irgend eine kleine Aufgabe zuteilt,  damit ich den anderen beim Aufräumen nicht im Wege rumstehe, dann stehen die Chancen gut, dass unser Höhle dereinst wieder bewohnbar sein wird.

 

 

Bitte nicht stören

Nennt mich ruhig altmodisch, aber es gibt da so Zeiten, zu denen ich nicht gestört werden will. Meine Eltern haben mir noch beigebracht, dass man sonntags niemanden anruft, dass man die Leute zu Essenszeiten in Ruhe lässt und dass man sie weder frühmorgens noch feiertags mit Telefongeklingel weckt. Mir scheint, die Zeiten haben sich gewaltig geändert. Kaum ein Mittagessen geht vorbei, ohne dass jemand anruft und heute, wo die Kinder unaufgefordert jeden Anruf entgegennehmen, können wir das Klingeln noch so sehr ignorieren, am Ende rufen die Kinder uns dennoch ans Telefon. Das müssen wir mal im Familienrat thematisieren, sofern wir es endlich auf die Reihe kriegen, einen abzuhalten.

Dass die Leute so unhöflich sind, über Mittag anzurufen, ist an sich schon ärgerlich, wenn ich aber bedenke, weshalb sie zu unseren Essenszeiten zum Telefon greifen, dann werde ich rasend. Da hat doch zum Beispiel tatsächlich einmal eine verzweifelte Mutter „Meinen“ angerufen, weil ihre Tochter nicht essen wollte, was auf den Tisch gekommen war. „Was soll ich bloss tun, Herr Venditti?“, klagte sie. „Meine Tochter will das Fleisch nicht essen.“ Ein anderer Favorit von mir: „Ich weiss, dass ich Sie beim Essen störe und das tut mir ja wirklich Leid, aber…“ und dann kommt irgend eine blöde Geschichte von vergessenen Hausaufgabenheften.

Eine andere telefonische Unzeit ist für mich der Sonntag. Klar, wenn wir mit Freunden verabredet sind und die uns anrufen, weil sie eine Stunde früher kommen, dann stört mich das nicht. Ich habe auch nichts dagegen, wenn man sich spontan zu uns zum Kaffee einlädt. Aber ist es denn so verwerflich, dass weder „Meiner“ noch ich sonntags für Berufliches erreichbar sein will? Und doch kommt es immer mal wieder vor, dass Anrufer nicht bis Montag warten mögen und uns so daran hindern, wenigstens einen Tag lang so zu tun, als hätten wir frei. Reicht es denn nicht, dass wir durch die Verköstigung unserer entzückenden Horde auch sonntags nie ganz von unseren Pflichten entbunden sind?

Anrufe zu Essenszeiten sowie an Sonn- und Feiertagen sind ein Ärgernis, Anrufe am frühen Morgen , sagen wir um sechs Uhr, treiben mich zuerst einmal in Panik und danach, wenn ich weiss, dass es um irgend eine Bagatelle ging, zur Weissglut. Wissen die guten Leute denn nicht, dass ein Anruf, der einen aus dem Schlaf reisst, einen sofort das Schlimmste erahnen lässt? So war das zum Beispiel heute früh um zehn vor sechs, als das Telefon klingelte, ich aber im Halbschlaf nicht schnell genug war, den Hörer zu finden. Wenn der Tag damit anfängt, dass mir das Herz rast vor lauter Angst, dass einem lieben Menschen etwas zugestossen sein könnte, dann bin ich zu nichts zu gebrauchen. Wenn ich dann aber im Laufe der nächsten zwei Stunden feststellen muss, dass die Person keinen weiteren Versuch unternimmt, uns erneut zu erreichen, dann muss ich annehmen, dass es da keinen Notfall gab, sondern nur einen ausgesprochen asozialen Zeitgenossen, der sich nicht bewusst ist, dass auch Vendittis hin und wieder schlafen.

Nein, ich habe nichts gegen Telefone, im Gegenteil. Wenn ich mal in Fahrt bin, dann kann ich stundenlang quasseln. Aber kann man sich denn, bevor man zum Hörer greift, nicht noch ganz kurz daran denken, dass der Mensch am anderen Ende der Leitung auch hin und wieder essen, schlafen oder ausspannen muss? Und ist es denn so schwierig, später noch einmal anzurufen, wenn Mama Venditti beteuert, „Ihrer“ sei jetzt am Essen und möchte nicht gestört werden? Kann man es sich denn nicht verkneifen, darauf zu bestehen, dass er jetzt ans Telefon kommt, weil man ja „nur zwei Minuten etwas mit ihm besprechen will“? Ist das denn zuviel verlangt?

Nun gut, eine Bitte hätte ich noch zum Schluss: Bitte ruft uns samstags nicht vor neun Uhr morgens an. Ich weiss, man geht im Allgemeinen davon aus, dass Eltern samstags spätestens um halb sieben mit tiefen Augenringen am Küchentisch sitzen und sich am Geplärre ihrer Kinder ergötzen. Leider muss ich an dieser Stelle diesem Mythos ein Ende setzen. Es gibt durchaus Kinder, die ihre Eltern samstags etwas länger als gewöhnlich schlafen lassen. Unsere gehören dazu.

Wieder mal ein wenig weiser geworden

Hin und wieder sammeln sich bei mir neue Erkenntnisse an, die ich dann unbedingt mit meinen Lesern teilen will, weil sie so weltbewegend sind. Hier also  wären sie:

1. Wenn man seinen Computer durch Net Nanny bewachen lässt, dann sollte man im Blog nicht unbedingt von Absinthe-Luxemburgerli schwärmen. Denn sonst kann es passieren, dass einem die Net Nanny den Zutritt zum eigenen Blog verwehrt, weil dort angeblich für Alkohol geworben wird. Zum Glück kenne ich das Zauberwort, sonst wäre hier seit gestern Abend vorbei mit Lustig.

2. Das Novemberschreiben findet im November statt, weil es dann –  Zeitumstellung sei Dank –  sogar der grösste Morgenmuffel schafft, frühzeitig aus den Federn zu kommen, um ein wenig zu schreiben, bevor die Kinder durchs Haus rasen. Gott sei Dank gibt es kein Märzschreiben. Da brächte ich wohl keinen Satz zustande, geschweige denn 50’000 Wörter.

3. Wer findet, er werde zu wenig beachtet, muss nur einmal mit einem dunkelhäutigen Prinzchen an der einen und einem blonden Prinzchen an der anderen Hand spazieren gehen.  Spätestens nach zehn Minuten hat man mehr bewundernde Blicke eingeheimst als im ganzen bisherigen Leben.

4. Auch Arbeit, die man mit Leidenschaft tut, laugt aus. Bisher hatte ich ja die Meinung vertreten, nur Dinge, zu denen ich mich aufraffen muss – Unterrichten, Hausarbeit, Rechnungen bezahlen – würden mich ermüden. Inzwischen habe ich leider erkennen müssen, dass ich es auch nicht schaffe, rund um die Uhr das zu tun, was mich begeistert: Schreiben, die Kinder um mich haben, Projektarbeit und dergleichen. Hin und wieder sollte man schlafen, so sehr man sich auch dazu überwinden muss.

5. Zweijährige Jungs sollten auf gar keinen Fall dunkelblondes, dichtes Haar auf dem Kopf haben, denn sonst werden sie grundsätzlich als Mädchen behandelt, mögen sie sich noch so sehr wie ein furchterregender Ritter aufführen.

6. Delegieren klingt zwar gut, ist in der Realität aber völlig unbrauchbar, weil man dreimal mehr Arbeit hat, als wenn man die Sache von Anfang an selber an die Hand genommen hätte.

7. Auch wenn es dir im August, als du den Termin vereinbart hast, noch so vorkam, als würde es nie November, irgendwann ist der November dennoch da und du musst der Tatsache ins Auge sehen, dass du am nächsten Samstag eine Lesung abhalten wirst und dass es jetzt zu spät ist, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen.

8. Es sieht zwar viel ordentlicher aus, wenn man seinen Kalender elektronisch führt und man ihn am Anfang der Woche ausdruckt, anstatt alles in diese winzigen Feldchen auf dem Wandkalender zu kritzeln. Das Leben aber bleibt gleich chaotisch wie eh und je.

9. Glaube bloss nicht, es bliebe der Kinderärztin verborgen, dass das Prinzchen an seinem Geburtstag zu viele Süssigkeiten gegessen hat. Ein kurzes Abtasten des Bauches und es ist klar, dass diese Verstopfung nie und nimmer zustande gekommen wäre, hätte sich das Kind in den vergangenen Tagen von Obst, Vollkornbrot und Apfelsaft ernährt. Und nein, ich bin nicht schon wieder aus nichtigem Grund zum Arzt gerannt. Das Kind musste bloss zeigen, dass es sich seinem Alter entsprechend entwickelt. Und ich kann übrigens wirklich nichts dafür, dass er sich inzwischen zu einem kleinen Klugscheisser entwickelt hat: Da wollte ihm ein Dreijähriger weismachen, das auf dem Bild sei ein Fisch, aber das Prinzchen insistierte, dass es ein „Defwiin“ sei. (Nun ja, ich würde zwar behaupten, es sei ein Hai gewesen und kein Delfin, aber was weiss ich denn schon?)

10. Du kannst Luise tausendmal sagen, sie dürfe nicht mit Mamas Keilabsätzen an den Füssen vom Trip Trap springen. Sie würde auch dann nicht glauben, dass das nicht geht, wenn sie sich  tatsächlich einmal den Knöchel brechen würde.

11. Wenn man versehentlich den Blogpost in den Papierkorb bewegt, anstatt ihn zu veröffentlichen, dann sollte man dies vielleicht als Zeichen auffassen, dass es jetzt Zeit für Feierabend wäre. Oder aber dass der Post zu doof ist, um publiziert zu werden.

Nicht mein (Feier)tag

Bevor ich loslege, muss ich Eines klarstellen: Ich habe nichts gegen Katholiken. Zwar habe ich mit Papst, Marien- und Heiligenverehrung meine liebe Mühe, aber seitdem ich zu meinem Freundeskreis viele nette Katholiken zähle – etwas, was ich mir zu meinen strenggläubigen Zeiten nicht hätte vorstellen können -, habe ich begriffen, dass man Menschen auch über die Konfessionsgrenzen hinaus gern haben kann. Meine Liebe zu den katholischen Mitmenschen erstreckt sich aber nicht auf ihre Feiertage. Die werden mir je länger je mehr zur Qual.

Nehmen wir zum Beispiel heute, Allerheiligen. Die Kinder haben Schulfrei, „Meiner“ darf sich wie gewohnt in den reformierten Teil des Aargaus zur Arbeit begeben, während meine Putzfrau frei hat, da sie, wie wir, in einem katholischen Gebiet lebt. Was auf dem Papier noch halbwegs in Ordnung ist, sieht in der Realität so aus: Die Wohnung ersäuft wie jeden Montag fast im Dreck, aber die Putzfrau darf wegen der Feiertagsruhe nicht kommen. Das Putzen auf morgen verschieben geht nicht weil a) morgen zu viele Termine anstehen und b) der Dreck uns allen schon an den Füssen klebt. Aber putzen mit fünf mies gelaunten Kindern, die eigentlich erwarten, dass wir heute Sonntagsprogramm durchziehen, ist gar nicht so einfach. Klar, das Au-Pair und ich können uns die Kinderbetreuung und das Putzen teilen, aber dann bleiben immer noch unsere katholischen Nachbarn, die wir nicht mit dem Lärm unseres Staubsaugers belästigen sollten. Wird also schwierig heute, allen gerecht zu werden.

Am allerwenigsten wird so ein Tag natürlich mir, der Hausfrau, gerecht. Denn eigentlich hätte ich gar nichts dagegen, mich heute als Katholikin auszugeben und den Tag mit süssem Nichtstun zu verbringen. Oder dann wenigstens die zweitbeste Variante: Den Tag halbwegs über die Runden bringen und meinen Frust in Cola Light ersäufen. Was aber auch nicht geht, weil ich keine Cola Light mehr im Hause habe, die Läden im Dorf aber wegen der Feiertagsruhe geschlossen sind. Dann eben die drittbeste Variante: Meinen trägen Hintern bewegen, die Ärmel hochkrempeln, mich an die Arbeit machen und den Tag nehmen, wie er kommt. Wenigstens hier steht mir, mal abgesehen vom inneren Schweinehund, keiner im Wege.

Und wo wir schon beim Thema sind: Wenn ihr denn unbedingt den durch die Minarett-Initiative angezettelten Kulturkampf weiterführen wollt, liebe Freidenker, dann kümmert euch doch bitte mal um die katholischen Feiertage, die das fein austarierte Gefüge zwischen Arbeits- und Feiertagen durcheinander bringen. Aber ich nehme mal an, ihr habt nichts gegen ein paar zusätzliche Freitage, egal, ob sie nun religiös begründet sind oder nicht. Das heisst, wenn ihr das Pech habt, in einem katholischen Gebiet zu leben und die Brötchen in einem protestantischen Gebiet zu verdienen, werdet ihr diese Tage ebenso „lieben“ wie ich. Und das ist doch schön. So sehen wir zumindest eine Sache gleich. Die Sache mit den Gipfelkreuzen sehe ich nämlich nicht ganz so eng wie ihr.

Wesentliches

Wenn du einen Freitag lang mit Jonglieren beschäftigt warst, manchmal nicht mehr gewusst hast, wie du es schaffen sollst, alle Bälle gleichzeitig in der Luft zu halten, wenn du zwischen Wickeltisch, Sitzungszimmer, Kochherd und Computer hin und her gerannt bist und abends um sechs noch schnell Muffins gebacken hast, dann fragst du dich, ob du nun wirklich zu diesem Elternabend gehen sollst. Der sechste Spielgruppen-Elternabend deines Lebens. Kann der denn so wichtig sein, dass du und „Deiner“ die Wohnung im Chaos verlassen, die Arbeit unerledigt liegen lassen, das Au-Pair mit fünf aufgedrehten Vendittis alleine lassen müsst?

Wenn du eine Stunde später im schummrig beleuchteten Raum auf dem winzigen Stuhl sitzt, auf dem es sich gewöhnlich der Zoowärter bequem macht, wenn du in die Welt eintauchst, die bis jetzt jedem deiner Kinder so viel bedeutet hat, wenn du hörst, wie andere Eltern von ihren Kindern schwärmen und du dir selber Gedanken machst, was den Zoowärter denn so unglaublich liebenswert macht, wenn die Spielgruppenleiterin dir ins Bewusstsein ruft, wie die Welt in den Augen deines kleinen Sohnes aussieht, dann weisst du, dass dieser Elternabend das bedeutungsvollste Ereignis dieses langen Tages war. Wenn du die Bilder siehst, auf denen dein kleines Kind voller Stolz mit Freunden diesen riesigen Bambusstecken durch den Garten trägt, wie es mit voller Konzentration einen Klumpen Knete verarbeitet, wie es  eintaucht in diese Kindertraumwelt, dann wird dir einmal mehr bewusst, was für ein Geschenk es ist, Mama dieses Kindes zu sein.

Wenn du, nachdem du mit „Deinem“ noch kurz die Freiheit des kinderfreien Abends genossen hast, zu Hause am Computer sitzt, dann ist es wieder sonnenklar, was du im Alltag so schnell vergisst: Ein Familienzentrum zu gründen ist wichtig. Ein Buch zu schreiben ist wunderbar. Einen Haushalt zu führen ist herausfordernd. Freundschaften zu pflegen ist bereichernd. In der Gemeinde mitzumachen ist erfüllend. Den Kindern und „Deinem“ zu zeigen, dass du sie liebst, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie einmalig sind und sie ernst zu nehmen, das ist alles zugleich: Wichtig, wunderbar, herausfordernd, bereichernd, erfüllend und noch so viel mehr.

Wärest du zu Hause geblieben und hättest den Elternabend sausen lassen, wer hätte dich dann darauf aufmerksam gemacht, worauf es wirklich ankommt im Alltag?

Dienstag, 26. 10. 2010

Tagesplan für Dienstag, 26. 10. 2010

6:45 Uhr: Aufstehen, duschen, frühstücken
7:10 Uhr: Kinder wecken
8:00 Uhr: Grosse Kinder aus dem Haus, kleine Kinder anziehen
9:00 Uhr: Zoowärter in die Spielgruppe bringen
9:15 bis 10:55 Uhr: Sitzung
11:00 Uhr: Zoowärter abholen
bis 12:00 Uhr: Ungestörtes Arbeiten im Büro
12:00 bis 13:30 Uhr: Mittagspause
13:30 bis 18:15 Uhr: Ungestörtes Arbeiten im Büro
18:15 bis 20:00 Uhr: Abendessen, Gutenachtgeschichte, Kinder bettfertig
20:00 Uhr: Freier Abend mit „Meinem“

Dienstag, 26. 10. 2010, wie er in Wirklichkeit war:

6:45 Uhr: Den Wecker zum Schweigen bringen, weiterschlafen
7:15 Uhr: Karlsson kommt schreiend aus dem Bett, geplagt von unerträglichen Schmerzen

7:20 Uhr: Die anderen Kinder wecken, in der Hand das iPad, um abzuklären, welche Krankheit zu Karlssons Beschwerden passt
7:20 bis 8:00 Uhr: FrühstückservierenKarlssonberuhigenTerminabasagenArztanrufenArztnichterreichenKindernotfallanrufenLuisezurEileantreiben
FeuerwehrRitterRömerPiratmotivierenDuschenPrinzchenwickelnAuPairinformierenIndieKleiderschlüpfenSchuleanrufenKinderausdemHausschicken
TransportindieSpielgruppefürZoowärterorganisierenInsAutositzenundlosfahren
8:20 bis 12:15 Uhr: Mit Karlsson auf der Notfallstation, warten, Untersuchung, Petterson & Findus hören, wieder warten, Untersuchung, Ultraschall, warten, Solitaire spielen, Bescheid der Ärztin: Nein, es ist nicht, was man ursprünglich befürchtet hatte, sondern etwas völlig Harmloses, aber trotzdem gut, dass Sie gekommen sind, denn wenn es das gewesen wäre, was wir befürchtet hatten, hätte das schlimme Folgen gehabt und jetzt machen Sie, dass Sie wegkommen und geben Sie ihrem Kind genügend zu Trinken.
12:15 bis 12:40: Uhr: Mittagessen im Spital
13:00 Uhr: Küche aufräumen
13:00 bis 13:40 Uhr: Dem FeuerwehrRitterRömerPiraten erklären, dass sein Freund bald kommen wird, aber dass die Zeit nicht schneller vergeht, wenn er mich alle fünf Sekunden fragt, ob jetzt Zeit sei. Nebenbei einen Brief an die Geigenlehrerin schreiben, weil Karlsson seine Noten nicht finden kann
13:40 bis 16:15 Uhr: Gemeinsam mit dem Au-Pair das Chaos meistern, hin und wieder einen Anruf tätigen oder entgegennehmen, mit meinem Vater Kaffee trinken, etc.
16:15 bis 18:15 Uhr: Verzweifelter Versuch, vom Bürotag zu retten, was zu retten ist und doch noch wenigstens das Dringendste zu erledigen
18:15 Uhr: Anmeldung zum Novemberschreiben 2010, eine reine Trotzreaktion, um diesem Deppen von Alltag klarzumachen, dass ich mich von ihm nicht so leicht kleinkriegen lasse
18:20 bis 20:20: Abendessen, Kinder bettfertig machen, Gutenschtgeschichte, den FeuwerwehrRitterRömerPiraten verarzten, der sich beim Herumtoben eine blutende Nase geholt hat, erfahren, dass „Meiner“ das mit dem freien Abend etwas anders aufgefasst hat als ich und deshalb weggehen wird,  Enttäuschung herunterschlucken und die Geschichte fertig erzählen
20:20 Uhr: Anruf von „Meinem“ entgegennehmen, der sich hundertmal entschuldigt, dass er mich falsch verstanden hat und damit ohne böse Absicht meinen Abend ruiniert hat
20:25 Uhr: Wäsche aufhängen, im Selbstmitleid baden und dabei in der Waschküche fast erfrieren
20:40 Uhr: Eine – zuerst vor Schmerz, dann vor Angst, dass sie ihre Hausaufgaben vergessen haben könnte –  brüllende Luise beruhigen
20:50 Uhr: Einen jammervollen Blogpost anfangen
21:15 Uhr: Den wunden Po des Zoowärters verarzten
21:20 bis 21:44 Uhr: Blog-Gejammer fertigschreiben, veröffentlichen und dann ist Schluss mit diesem elenden Dienstag, dem 26. 10. 2010.

Manchmal frage ich mich ja schon, wozu ich meine Tage überhaupt plane. Wo sie doch nicht die geringsten Bemühungen erkennen lassen, sich an meine sorgfältig ausgearbeiteten Pläne zu halten.

Putzfimmel

Nein, nicht ich, Gott bewahre! Auch nicht die Putzfrau. Die hat mich heute ausnahmsweise mit schmutzigen Fussböden sitzen lassen, weil die Kinderzimmer mal eine gründliche Putzaktion nötig hatten. Nein, den FeuerwehrRitterRömerPiraten hat’s erwischt. Zuerst kam der verstopfte Ablauf dran, dann die Balkontür, die Küchenfenster, schliesslich auch noch die Fenster im Erker und dann, als ich gerade anfangen wollte, stolz zu sein auf meinen fleissigen Kindergärtner, kam der Riemenboden dran: Mit sehr viel Fensterputzmittel und noch mehr Haushaltpapier. Okay, dann eben kein mütterlicher Stolz.

Dumm nur, dass die missratene Fussboden-Putzaktion dem Eifer des FeuerwehrRitterRömerPiraten keinen Abbruch tat: Heute Abend, kaum war ich im Begriffe, nach einem ermüdenden Montag endlich zusammenzubrechen, kam das obere Bad an die Reihe. Ich weiss nicht so genau, was der Junge da gemacht hat, aber der erbärmliche Gestank und der ziemlich nasse Fussboden lassen mich Schlimmes ahnen. Eigentlich hätte ich ja gerne lauthals schimpfen wollen, aber da mir Luise versicherte, dass das Bad gerade noch viel schlimmer ausgesehen hätte und dass der FeuerwehrRitterRömerPirat die schlimmsten Spuren bereits beseitigt hätte, beschloss ich, es für einmal bei einen sehr tiefen Seufzer bleiben zu lassen.

Ich hoffe dann mal, dass unser Dritter seinen Putzfimmel über Nacht auskuriert. Man munkelt ja, zu viel Reinlichkeit sei ungesund für mütterliche Nerven.

Hallo Alltag!

Morgen hat er mich wieder, der ganz normale Alltag. Und wie soll ich jetzt formulieren, dass ich gar nicht so unglücklich bin über das Ende der Herbstferien, ohne dabei wie eine jener Mütter zu klingen, die kein gutes Haar lassen an den Schulferien? Ich bin nämlich der Meinung, dass Schulferien durchaus ihre Vorteile haben: Wir müssen erst zu einer halbwegs menschlichen Zeit aus den Federn, das Mittagessen kann auch mal erst um halb eins auf dem Tisch stehen, weil keiner nachmittags Schule hat, die Kinder können sich in ihren endlosen Rollenspielen, die sich teilweise über mehrere Tage hinziehen, verlieren, wir können die Tage ganz nach Lust und Laune gestalten. Alles ganz toll und dennoch freue ich mich darauf, dass ab morgen die Vormittage wieder ruhiger, die Tage insgesamt wieder strukturierter sind. Und vor allem freue ich mich wie verrückt auf meine Bürotage.

Drei Wochen Herbstferien, eine davon als Vollzeitfrusthausfrau, haben mir einmal mehr vor Augen geführt, dass ich einfach eine bessere Mama bin, wenn ich alle zwei bis drei Tage die Bürotüre hinter mir schliessen und mich in meine Kopfarbeit vertiefen kann. Einmal mehr habe ich erkennen müssen, dass das eigentliche Problem nicht die Kinder sind, die sich in den Ferien einfach viel mehr in den Haaren liegen, weil sie halt auch viel öfter Gelegenheit haben dazu, da sie sich mehr in die Quere kommen. Klar, das ist nervtötend, aber noch viel nervtötender bin ich, wenn ich drei Wochen lang durchs Haus tigere, im Kopf tausend Ideen, tausend Dinge, die ich erledigen sollte und möchte und keine Arbeitstage, an denen ich die Ideen zu Papier bringen, die Pendenzen abtragen könnte. Oh ja, die Kinder können mühsam sein, wenn sie zu wenig frische Luft und zu viel Freizeit haben. Aber noch viel mühsamer bin ich, wenn ich zuwenig Bürozeit und zu viel Hausarbeit habe. Arme Kinder, die mich drei lange Wochen so haben ertragen müssen.

Ich schätze mal, wenn unsere Kinder hier an meiner Stelle schreiben würden, würde es hier jetzt heissen: „Gott sei Dank sind Mamas Ferien morgen zu Ende. Die Frau war mit ihrem ständigen Gemotze ganz schön nervig. Gut, dass sie sich mal endlich wieder in ihr Büro verkriechen kann und wir unsere Ruhe haben vor ihr.“

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Ganz gleich wie vorher wird der Alltag nicht sein. „Meiner“ und ich haben uns nämlich jede Woche bis Ende Jahr einen Abend ganz für uns in den Kalender eingetragen. Ob wir diesen Abend jeweils in der Sauna verbringen, uns zu Hause einen Film reinziehen, die Ruhe geniessen oder jeder für sich irgend etwas werkelt und dabei die eine oder andere tiefsinnige Bemerkung fallen lässt, ist eigentlich egal. Hauptsache, wir nehmen unsere Zeit zu zweit ebenso wichtig wie all die Sitzungen, Besprechungen und Projekte, die für volle Terminkalender sorgen.