Back to Hermann…

Da wären wir wieder! Vier Tage ohne Kochen, Abwaschen, Aufräumen und du fühlst dich wie neugeboren. Die Kinder so beschäftigt mit dem Beobachten von Kaulquappen, dem Herumstrolchen mit Freunden und dem Knüpfen von Freundschaftsbändern, dass du sie erst spät abends wieder siehst, wenn du sie kaum wiedererkennst, weil sie so schmutzig sind. Stunden voller Gespräche mit Menschen, die aus dir völlig fremden Kulturen stammen. Zum Beispiel aus einem Einpersonenhaushalt, einer Studenten-WG oder einem Empty-Nest. Dann wieder Austausch mit Eltern, die Tagein Tagaus den gleichen Wahnsinn erleben wie du. Nach solchen Tagen fühlst du dich, als wärst du fünf Wochen weg gewesen.

Wenn du dann zu Hause die Wäscheberge vor dir siehst, bist du sicher, dass es ein halbes Jahr war. Wie hat sich das kleine bisschen Ersatzkleidung in einen solchen Haufen Wäsche verwandeln können? Wir haben doch fast gar nichts mitgenommen. Dazu brauchen dich der halb verdurstete Garten, der volle Geschirrspüler, die Rechnungen, fünf traurige Kinder, die noch nicht  nach Hause wollten. Und natürlich Hermann.

Nein, Hermann ist nicht unser neues Haustier. Auch nicht unser sechstes Kind. Hermann ist, wie alle echten Hausfrauen und Hausmänner wissen, der Sauerteig, der sich rascher vermehrt als wir Vendittis. Hermann ist ein ganz anständigerKerl, doch leider braucht er fast noch mehr Zuwendung als unser Prinzchen. Zärtliches Umrühren jeden Tag (bitte auf keinen Fall mit einer Metallkelle!) und üppiges Essen alle paar Tage (nur die erlesensten Zutaten!) damit aus ihm nach zehn Tagen ein luftiger Kuchen wird.

Eigentlich habe ich Hermann inzwischen ins Herz geschlossen. Aber muss er mich ausgerechnet heute so traurig anschauen? Als hätte er es kaum ausgehalten so ganz alleine zu Hause? So, als hätte er auch Kaulquappen fangen wollen? So, dass ich einfach gezwungen bin, ihn zu einem Kuchen zu verarbeiten? Ja, Hermann muss und deshalb bleibt alles andere vorerst einmal liegen.

Möchte noch jemand ein Stück Kuchen?

Barfuss

Es ist kein Verbrechen, barfuss zu gehen. Man sagt ja sogar, dass dies ausgesprochen gesund sei. Es ist auch kein Verbrechen, barfuss mit dem Zug von Bettingen nach Schönenwerd zu reisen. Oder vielleicht doch? Die Blicke, die einen verfolgen, wenn man auf nackten Sohlen unterwegs ist, schreien nur ein einziges Wort: Sozialfall! Zumal man ja noch fünf nicht mehr ganz saubere Kinder im Schlepptau hat. Aber wie hätten sie auch sauber sein können, wo wir ja nicht genügend Ersatzkleider dabeihatten. Bloss, weil das mit dem Gummiboot leicht übertrieben war, heisst das noch lange nicht, dass alles, was Mama mitnehmen will, zu Hause bleiben muss.

Aber zurück zu den nackten Füssen. Dass einen die Leute auf der Tramhaltestelle in Riehen schräg anschauen, ist ja klar. In Riehen schauen sie dich ja schon schräg an, wenn du kein Diamantcollier trägst. Oder wenn du anstelle eines süssen rassenreinen Schosshundes ein sabberndes, stinkendes Etwas, genannt Baby, bei dir hast. Aber in Basel haben die doch bestimmt schon schlimmere Gestalten gesehen als eine barfüssige Mama an einem sehr heissen Tag. Und der Lokführer des TGV ist in Paris sicher schon einigen Clochards begegnet, so dass er mich nicht so ungeniert hätte anstarren müssen.

Wie ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, bei dieser Hitze ohne Schuhe über den glühenden Asphalt zu hüpfen?  Nun, gründlich wie „Meiner“ ist beim Packen, hat er meine Schuhe vor der Abreise säuberlich im Koffer verstaut. Und weil nette Menschen uns die Heimreise erleichtern wollten, fuhren die Schuhe mit allem anderen Gepäck auf der Autobahn nach Hause, während wir im ÖV Cornets assen.

Das alles wäre natürlich zu verhindern gewesen, hätten meine Tussischuhe nicht zu Hause bleiben müssen.

Koffer packen

Was der Kleine alles mit sich schleppen muss, wenn er mal für ein paar Tage verreist. Schmusetücher, Ersatzkleider, Schlafsack, Brei, Schoppen und und und. Aber was will man? Er ist eben ein Prinz und da muss man schon darauf achten, dass er standesgemäss reist. So kommt es, dass der Kleinste doppelt soviel Gepäck dabei hat wie die anderen.

Aber auch ohne des Prinzchens Bagage kommt so einiges zusammen, wenn Vendittis über Auffahrt wegfahren. Ohne Mamas Liste könnte man da glatt den Überblick verlieren. Und weil „Meiner“ und ich uns nie darüber eingen können, wieviel zu viel ist, läuft  die Packerei nie ohne Zoff ab. So sitzen wir dann zwischen Bergen von Koffern, Kleidern, Decken, Zahnbürsten und Medikamenten und schnauzen uns gegenseitg an. Er findet, eine Kleidergarnitur pro Tag müsse reichen, während ich für jeden mindestens vier Garnituren pro Tag einpacken will.  Für den Fall, dass das Wetter umschlägt, jemand die Magen-Darm-Grippe bekommt oder wir auf St. Chrischona eingeschneit werden und länger bleiben müssen. Und vielleicht verspüre ich dort oben plötzlich Lust, die Tussi rauszulassen. Was mache ich dann ohne meine Tussischuhe? Oder das Prinzchen entwickelt ganz unvermittelt einen riesigen Appetit auf Nektarinen. Wo soll ich die dann holen, wenn alle Läden geschlossen sind? Und was, wenn die Kinder keinen Anschluss finden bei den anderen? Wie sollen sie dann klarkommen so ganz ohne Asterix-Hefte, Playmobil-Burgen und Plastilin? Man muss doch für jeden Fall vorsorgen, oder etwa nicht?

Leider liegt „Meiner“ meistens richtig. Aber sagen Sie ihm bitte nichts davon, sonst packt er alles wieder aus, was ich so sorgsam zusammengetragen habe. Und was machen wir dann so ganz ohne Gummiboot, wenn es plötzlich eine Überschwemmung gibt?

Damit melde ich mich, bestens auf die Reise vorbereitet, für ein paar Tage vom Schreiben ab. Wir werden ja dann sehen, wer recht hatte, „Meiner“ oder ich.

Sammelfieber

Als treuste Migros-Kundin des Landes wurde ich natürlich bereits am Sonntagabend per Mail über die neuen Sammelbildli informiert. Zweihundert Bildchen mit  Tieren aus dem Regenwald, viele Infos über Umweltschutz, ein Hardcover-Sammelalbum und ein Teil des Erlöses geht an den WWF. Kann Mama da noch widerstehen? Kann sie nicht, denn Sammeln bedeutet Perfektionismus, Kontrolle, den Überblick behalten. Und das kommt in Mamas Leben eindeutig zu kurz. Also muss gesammelt werden, und zwar gleich vom ersten Tag an.

Wie? Das Ganze soll nur eine Masche der Migros sein, um mir das Geld aus der Tasche zu ziehen? Aber ich deponiere doch auch ohne Bildchen monatlich einen grossen Teil des Einkommens bei der Migros und ausserdem meide ich Coop-Filialen wie der Teufel das Weihwasser. Da darf ich dich schon mal mit ein paar Bildchen belohnt werden.

Ach so, die Bildchen sind gar nicht für mich gedacht? Die sind für Kinder? Klar doch. Aber Karlsson will nur sammeln, wenn es Eisbären und Pinguine dabei hat, und die leben bekanntlich nicht im Regenwald. Der FeuerwehrRitterRömerPirat will sich lieber was zum Spielen kaufen und die beiden Jüngsten haben vom Sammelfieber noch keinen blassen Schimmer. Bleibt als letzte Hoffnung nur noch die tierliebende Lusie. Doch wo bleibt sie denn? Da rennt man für einmal bereits am Dienstag (und nicht am Donnerstag, wie es sich für eine Hardcore-Migroskundin gehört) in die nächste Migros, kommt aufgeregt mit den Bildchen und dem Sammelalbum nach Hause und dann muss man warten, bis Luise endlich den Heimweg findet. So langsam wird mir das Warten zu lange. Wenn sie nicht bald kommt, fange ich selber mit Kleben an.

Da ist sie ja endlich! Und sie beisst sofort an. Inzwischen ist auch Karlsson nach Hause gekommen. Kaum sieht er die Bildchen, ist seine Skepsis verschwunden und er beginnt zu kleben. Das sei viiiiieeeel schöner als Fussballbildchen, findet er.  Ja, sogar der FeuerwehrRitterRömerPirat ist plötzlich Feuer und Flammme. He, und was ist mit mir? Ich will auch kleben! Ach so, mir bleibt die dankbare Aufgabe, den Abfall zu entsorgen. Ihr könnt mich mal! Morgen besorge ich mir mein eigenes Sammelalbum. Bildchen werden wir ja ohnehin genug bekommen.

Prägendes Erlebnis

Karlssons erster Auftritt mit der Geige ist natürlich ein wichtiges Erlebnis. Und so ist es auch keine Frage, dass die ganze Familie, inklusive Grossmutter mütterlicherseits, dabeisein muss. Karlssons „George got out of bed too late“ dauert zwar nur knappe 30 Sekunden, doch natürlich ist Karlsson trotzdem prächtig nervös.

Dafür aber halten sich seine Geschwister erstaunlich ruhig. Der Zoowärter, ein bekennender Bach-Liebhaber („Findsch schön du dä musig!“) lässt das Programm ziemlich gelangweilt über sich ergehen. Den Auftritt des grossen Bruders nimmt er mit einem gewissen Stolz zur Kenntnis, doch der Rest interessiert ihn nicht. Plötzlich aber hält er es nicht mehr auf seinem Stuhl aus. Völlig ergriffen und mit offenem Mund steht er da, als ein Schwyzerörgeli-Trio „An den Ufern des Mexico Rivers“ spielt.

Es bleibt zu hoffen, dass durch dieses prägende Erlebnis des Zoowärters Musikgeschmack nicht für immer ruiniert ist.

Einer ist immer in der Opposition

Ein volles Jahr lang liess sich der FeuerwehrRitterRömerPirat zu nichts bewegen, was wir von ihm wollten. Das vormals lammfromme Büblein schaltete auf stur, egal, ob es darum ging, die Zähne zu putzen, sein Zimmer aufzuräumen oder einen Bissen von seinem Mittagessen zu probieren. Es half kein Flehen, kein Drohen, kein Dessert-Entzug. Der FeuerwehrRitterRömerPirat war in der Opposition. Von seiner Sturheit hätte die SVP noch so Manches lernen können.

Dann plötzlich, von einem Tag auf den anderen, war alles  anders. Die Mama forderte ihn auf, sich anzuziehen und machte sich innerlich bereit für den gewohnten Kampf. Doch einen Augenblick später stand ein fertig angezogener FeuerwehrRitterRömerPirat da und putzte sich unaufgefordert auch noch die Zähne. Kein Kampf, kein Streit, kein Flehen auf den Knien. Himmlisch!

Dieser Zustand währte genau zwei Tage, dann trat Luise in die Opposition. Ein falsches Wort, ein harmloses Nein und schon knallte sie die Türen und schrie, dass die Wände wackelten. Man wusste nie genau, wann der Vulkan wieder ausbrechen würde, zitterte innerlich vor der nächsten Katastrophe. Doch so langsam scheint sich Luise wieder etwas zu beruhigen.

Zeit, dass Karlsson mal wieder den Aufstand probt. Ausgerechnet Karlsson, der sich in den letzten Monaten zu einem wirklich vernünftigen Kind entwickelt hatte, mit dem man Konflikte ganz zivilisiert durch lange Gespräche lösen konnte. Plötzlich fliegen die Fetzen, weil die Lieblingshose noch nicht gewaschen ist. Die Mama wird angebrüllt, weil sie es wagt, ihn darauf aufmerksam zu machen, dass es Zeit sei, in die Schule zu gehen und die Schwester bekommt eins übergebraten, weil sie es wagt, ihn schräg anzusehen.

Der FeuerwehrRitterRömerPirat beobachtet die Anfälle seiner Geschwister mit totaler Gelassenheit. Wie können die nur so stur sein? Es ist doch viel einfacher, zu tun, was die Eltern von einem wollen. Er, der uns mit seiner Opposition bis vor Kurzem täglich unzählige Male auf die Palme trieb, scheint jetzt das Wörtchen „Nein“ aus seinem Wortschatz gestrichen zu haben.

Wenn das so weiter geht mit ihm, wird er mal ein erfolgreicher Politiker.

Ausgang

Irgend einer findet sich immer, der etwas dagegen hat, dass Mama in den Ausgang geht. Mal sind es die Babysitter, die in letzter Minute absagen, mal machen die Kinder ein Geschrei, als begebe man sich für drei Jahre auf eine Weltreise, mal kommt ein unerwarteter Termin dazwischen. Und heute? Lange Zeit sah es wirklich gut aus für den gemütlichen Besuch beim Griechen um die Ecke. Ein netter Abend in angenehmer Gesellschaft. Wer könnte da etwas dagegen haben?

Mein Magen. Genau wie letztes Jahr, als mit den gleichen Leuten ein Besuch beim gleichen Griechen auf dem Programm stand. Wohl aus lauter Gewohnheit fand mein Magen, griechisches Essen sei nicht nach seinem Geschmack und deshalb rebellierte er schon am frühen Morgen. Als nach einem Liter ekligen Orangenjus-Backpulver-Gesöffs, einem Glas Cola und ein paar Schlucken Artischockengebräu der Magen noch immer nicht nachgeben wollte, hätte ich beinahe aufgegeben. Doch dann beschloss ich, mich zu widersetzen. Hat ein rebellisches Organ  das Recht, mir einen freien Abend zu vermiesen, auf den ich mich wochenlang gefreut habe? Nicht mit mir, dachte ich und ging trotz allem zum Griechen.

Hätte ich das bloss nicht getan. Am Anfang ging alles noch gut. Doch als beim dritten Gang der Wirt bemerkte, dass ich eine einzige Kartoffel im Teller hatte, während alle anderen ihr Fleisch genossen, wurde es brenzlig. Sollte ich mich jetzt als wählerische Zicke geben, der nichts gut genug ist? Zu sagen, mir sei schlecht, wäre eine Beleidigung gewesen. Also gestand ich dem Wirt, dass ich Vegetarierin bin. Was tat der Wirt? Offerierte er Lamm, weil das kein Fleisch ist? Warf er mich aus dem Restaurant? Aber nicht doch! Er servierte mir Erbsen und mit Käse gefüllte Auberginen und zwar eine riesige Portion. Eigentlich hätte mir die Kartoffel vollauf genügt. Aber weil das Essen wunderbar war und man als Vegetarierin dankbar sein muss, wenn man überhaupt etwas zu essen bekommt, ass ich brav fast alles alleine auf. Die anderen waren ja auch schon pappsatt vom vielen Fleisch.

Eines ist sicher: Beim nächsten Mal wird mein Magen härteres Geschütz auffahren, um mich an einem Besuch beim Griechen zu hindern. Mal sehen, wer dann der Stärkere ist.

Schlaraffenland

Schon seit Jahren träume ich vom italienischen Schlaraffenland. Vom Vulkan, der Gnocchi speit, die dann, siedend heiss, über Abhänge voller Parmesan rollen. Um dem Traum ein wenig näher zu kommen, habe ich vor vielen Jahren eine riesiege Servierschüssel gekauft, die eines Tages randvoll mit frischen Gnocchi sein sollte. Ganz selten unternehme ich auch einen zaghaften Versuch, den Traum unzusetzen.

Heute war es wieder mal so weit. Ich habe alles in meiner Macht stehende getan, um die perfekten Gnocchi auf den Tisch zu zaubern. Doch leider scheint meine Macht sehr beschränkt zu sein. Hätte „Meiner“ den Teug nicht gerettet, der Besuch hätte hungrig wieder von dannen ziehen müssen. So gab es eine halbwegs passable Mahlzeit, die Stunden später noch schwer im Magen liegt.

So langsam scheinen auch die Kinder nicht nur an meinen Qualitäten als Hausfrau, sondern auch an meinen Kochkünsten zu zweifeln. So sprach heute Luise, als die Gnocchi auf dem Tisch standen, folgendes Tischgebet: „Lieber Gott, mach bitte, dass das Essen gut ist. Mach, dass wir es alle gern haben und dass es nicht wieder ‚abverheit‘ ist. Amen.“

Danke, liebe Lusie. Das macht mir wirklich Mut.

Junk Food

Fleischkäse ist gesund. Wie, Sie glauben mir nicht? Bis vor einigen Tagen sah ich das auch noch anders. Ich schaute  immer zuerst nach allen Seiten, bevor ich es wagte, Fleischkäse in den Einkaufswagen zu legen. Wenn ich sicher war, dass mich niemand beobachtet, schlug ich zu. Warum das? Nun ja, ich kenne das auch. Beim Warten an der Kasse schaue ich, was die Leute vor mir aufs Band legen und ohne es zu wollen, bilde ich mir ein Urteil über sie. Und die anderen machen das bei mir wohl auch. Seit einigen Tagen aber hat die Heimlichtuerei ein Ende. Jetzt stehe ich ganz ungeniert dazu, dass ich meinen Kindern Fleischkäse kaufe.

Woher dieser Gesinnungswandel? Nun, von Zeit zu Zeit gibt es an der Schule unserer Kinder ein „gesundes Znüni“. Letztes Mal gab’s Gemüsespiessli mit Fleischkäse. Fleischkäse ist also von der Schule offiziell für gesund erklärt. Wie soll ich jetzt noch behaupten können, er sei ungesund? Deshalb ist er ab sofort von der Junk-Food-Liste gestrichen.

Auch Gläschenbrei gehörte für mich lange zu den verbotenen Nahrungsmitteln. Nicht, weil er ungesund ist, doch eine Mutter, die etwas auf ihre Kochkünste gibt, verzichtet auf Fertigprodukte, auch für das Baby. Leider ist es aber so, dass ich bei jedem Kind etwas weniger Zeit zum Breikochen habe und deshalb habe ich mir angewöhnt, für ganz dringende Fälle ein paar Gläschen vorrätig zu haben. Damit abgefunden habe ich mich aber noch nicht ganz. Und so ertappte ich mich neulich dabei, wie ich die Gläschen so rasch als möglich verschwinden liess, als der Versicherungsvertreter vorbeikam. Der Mann ist knapp aus den Windeln und weiss vermutlich nicht einmal, dass Babys Brei essen und ich verstecke den Gläschenbrei!

Wird langsam Zeit, dass ich ein etwas entspannteres Verhältnis zu Fertigprodukten und Junk Food entwickle. Nicht ganz so entspannt jedoch wie jene Leute, die denken, sie hätten selber gekocht, wenn sie Stocki mit Fischstäbchen zubereitet haben.

Kunst

Es ist sein bis anhin bestes Werk. Man sieht, dass er sich so richtig ins Zeug gelegt hat. Diese schwungvolle Eleganz des Piratenschiffes, der Ausguck hoch oben auf dem Masten und dann natürlich die beiden grimmig grinsenden Piraten. Dem Betrachter des Bildes läuft es kalt über den Rücken. Das soll dem FeuerwehrRitterRömerPiraten mal einer nachmachen. Und sein eifriger Schüler, der Zoowärter, hat für die passende Umrahmung gesorgt. Mit seinen grossflächigen abstrakten Mustern verleiht er dem realistischen Meisterwerk einen modernen Touch.

Wer möchte, darf das Bild gerne in unserem Wohnzimmer bewundern, denn der Transport in eine Galerie gestaltet sich etwas schwierig. Leider ist das Wek noch unverkäuflich, denn irgendwo müssen  wir auch noch sitzen. Die beiden Künstler haben nämlich instinktiv gespürt, dass nur eine ganz besondere Leinwand ihr Meisterwerk so richtig zur Geltung bringt: Das knallorange „Klippan“- Sofa, das vor einem halben Jahr bei uns eingezogen ist. Als wahre Künstler haben sie natürlich auch dafür gesorgt, dass ihr Werk unsterblich ist. Alle bisherigen Versuche von uns Kulturbanausen, es zu entfernen, sind fehlgeschlagen. Und so bleibt uns nichts anderes übrig, als mit dem Werk so richtig Kohle zu machen, damit wir bald ein neues „Klippan“ anschaffen können. Kennt vielleicht jemand einen gewieften Agenten, der uns bei der Vermarktung unserer beiden Nachwuchskünstler hilft?