Wie wär’s mit einer Heugeburt?

Bereits zum zweiten Mal begleite ich sie durch eine Schwangerschaft und wie schon beim letzten Mal lässt sie sich viel Zeit mit der Entscheidung, wo der Nachwuchs zur Welt kommen soll. Wir haben uns zwar schon zwei oder drei Geburtsstätten angeschaut, doch bisher ist sie mit keiner so richtig warm geworden; mal tendiert sie eher zu kuschelig und warm, dann wieder zu kühl und funktional. Allmählich macht sie mich ein wenig nervös mit ihrem andauernden Hin- und her, denn die Geburt steht unmittelbar bevor. Wenn sie sich nicht endlich entscheidet, passiert es am Ende noch im Treppenhaus.

Gut, immerhin scheint sie inzwischen zu wissen, in welche Richtung es gehen soll: Zurück zum Wissen ihrer Vormütter. Mir scheint, sie liebäugelt mit einer Heugeburt, so wie das früher eben üblich war. Ich habe da zwar noch einige Bedenken bezüglich der Sauberkeit im Gebärsaal, doch wir haben ihr schon mal vorsorglich ein weiches Heulager unter dem Sofa eingerichtet. Einfach für den Fall, dass sie sich für die traditionelle Geburt entscheidet. Wo sie schon den ganzen Schmerz durchstehen muss, soll Katzenmama Henrietta wenigstens wählen dürfen, wo sie ihre Kinder zur Welt bringt.

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Furchtlos

Sie schaffte es, kleine Kätzchen zuerst zu waschen, mit Flohshampoo einzureiben und dann noch einmal zu waschen. Klar, sie bekam dabei ein paar Kratzer ab, doch kaum waren sie trocken, liessen sich die Kleinen wieder von ihr hätscheln und streicheln.

Nur sie war fähig, unseren Katzen die Entwurmungstabletten so in den Mund zu schieben, dass sie drin blieben. 

Sie war die Einzige, die unsere – inzwischen leider entlaufenen – Kaninchen kämmen konnte.

Als sich die Wachteln noch gegenseitig die Köpfe hackten, verarztete sie geduldig die blutenden Wunden, bis sie wieder verheilt waren.

Katze Henrietta lässt sich von ihr den schwangeren Bauch abtasten, gerade so, als hätte sie sich bei ihr zur Vorsorgeuntersuchung eingefunden. 

Dass Luise mit ihrer speziellen Mischung aus Zärtlichkeit und Strenge so ziemlich jede schwierige Situation mit unseren Tieren meistert, wissen wir schon seit einiger Zeit. Dennoch hat uns ihr heute geleistetes Paradestück fast aus den Socken gehauen. Kater Leone kam mit drei widerlichen, vollgesogenen Zecken an Kopf und Nacken von einem Ausflug nach Hause. „Meiner“, der ansonsten Widerlichkeiten keineswegs abgeneigt ist, weigerte sich, hinzusehen und ich hätte es ihm gleichgetan, hätte ich nicht das Pech gehabt, die Biester als Erste zu entdecken. Während wir Eltern uns noch gegenseitig dazu zu drängen versuchten, den armen Kater von den Blutsaugern zu befreien, zog Luise sie ihm mit sicherer Hand aus der Haut. Danach betrachtete sie die Biester eingehend und sinnierte darüber nach, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, dass sie sich leicht entfernen lassen.

Das allein war schon ziemlich beeindruckend. Noch beeindruckender aber war, dass Luise mit ihren Schilderungen „Meinen“ dazu brachte, sich mit leicht grünlichem Gesicht abzuwenden und sie anzuflehen, sofort mit diesem Gerede von Zecken aufzuhören, weil er sich sonst erbrechen müsse. Ich glaube, auch diese Leistung hat ausser ihr noch keiner fertig gebracht. 

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Schon schön, aber…

Klar doch, ich liebe es auch, unter dem blühenden Kirschbaum zu stehen und den wolkenlosen Himmel zu betrachten. Ich freue mich über die Bienen, die zahlreicher herumsummen als in den letzten Jahren. Mehrmals am Tag mache ich eine kurze Runde ums Haus, um die Osterglocken zu bewundern, die Aurikel, die Veilchen, den Löwenzahn… Manchmal bin ich meinen Kindern peinlich, weil ich mit allem rede, was da spriesst und gedeiht, zum Beispiel mit der Brennessel, die ich zwar in meinem Garten haben will, aber nicht dort, wo sie zu wachsen beliebt, weshalb ich sie zum Umzug auffordern muss. Und natürlich schlägt mein Herz höher, wenn ich wieder mit nackten Füssen in der kühlen Erde stehen kann.

Doch kühle Erde hat es nur dort, wo ich das Beet frisch aufgefüllt habe. Die Erde, die vom letzten Jahr noch da ist, fühlt sich staubtrocken an, egal, wie oft ich sie befeuchte. Auch wenn ich tiefer grabe, finde ich keine Feuchtigkeit, es sei denn, ich erwische einen Katzendreck. (Nebenbei gesagt: Wann begreift dieser Gottegris endlich, dass eine Katze nie in den eigenen, sondern stets in Nachbars Garten macht?) Jeden Abend mache ich die Runde mit der Giesskanne, zweimal habe ich gar den Gartenschlauch hervorgeholt, gerade so, als hätten wir Hochsommer.

Nein, ich will mich nicht über den Sonnenschein, das Vogelgezwitscher und die Blütenpracht beklagen. Zu Denken gibt mir die andauernde Trockenheit aber trotzdem.

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Frühsport

Zwanzig nach sieben, Karlsson verlässt als Erster das Haus, Momente später klingelt jemand Sturm. „Ein Eingeschriebener? Aber wir haben doch nichts falsch gemacht“, schiesst es durch meinen noch sehr müden Kopf. „Meiner“ geht an die Tür und kommt nicht wieder, was mich nach einer Weile zu beunruhigen beginnt. Wenn er so lange nicht zurückkommt, gibt’s bestimmt schlechte Nachrichten. Vielleicht ist etwas passiert… (Nein, nicht auslachen. Im Halbschlaf bin ich manchmal ein wenig irrational.)

Ich mache mich auf die Suche, finde ihn im Garten auf Hasenjagd. Der Zoowärter hat gestern offenbar vergessen, nach dem Füttern der Tiere die Volière zu schliessen. Er muss wohl noch ein wenig üben, ehe er als Wärter in einem echten Zoo taugt. Vögel und Wachteln sind zum Glück noch da, die Kaninchen aber sind entwischt. Das Weisse, handzahme, hat „Meiner“ bereits wieder eingefangen, das Dunkelgraue hoppelt im Dunkelgrau der Morgendämmerung herum und will sich nicht fangen lassen, auch nicht, als ich „Meinem“ zu Hilfe komme. Nach einer Weile gibt „Meiner“ auf, er muss zur Arbeit. Also bleibe ich – barfuss und im Pyjama – draussen und versuche das Tierchen davon zu überzeugen, dass es in der Volière sicherer ist als im Garten. Kater Gottegris gesellt sich zu mir, völlig aus dem Häuschen, weil er einen seiner Fernsehstars aus nächster Nähe zu sehen bekommt. Er hilft mir bei der Jagd, wohl in der Hoffnung, ein Autogramm zu ergattern, doch das Kaninchen hat jetzt keine Lust auf eine Begegnung mit seinem treuesten Fan und schlägt deshalb jedesmal einen Haken, wenn wir ihm auf den Fersen sind.

Irgendwann muss auch ich aufgeben, denn nachdem „Meiner“ das Haus verlassen hat, werde ich oben gebraucht. Dringend offenbar, denn während das Kaninchen sich nicht in sein Haus jagen lassen will, sträubt sich der FeuerwehrRitterRömerPirat dagegen, aus dem Haus gejagt zu werden. Na ja, immerhin bin ich nach dem Herumgerenne an der frischen Luft wach genug, um mich dem Widerstand meiner Kinder zu stellen. Als ich später wieder in den Garten komme, ist das Kaninchen unauffindbar, dafür kommt wenig später der FeuerwehrRitterRömerPirat wieder von der Schule nach Hause. Ihm sei so schlecht, sagt er. Am Nachmittag lässt sich der Ausreisser wieder blicken, einfangen können ihn Luise und ihr Cousin aber nicht.

Ich hoffe doch sehr, dass das Tier in dieser Nacht Vernunft annimmt und sich morgen freiwillig wieder in die Volière begibt. Auf eine erneute Runde Frühsport im Morgengrauen kann ich nämlich ganz gut verzichten. Auch wenn es für einmal ganz erfrischend war.

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Vogelliebe

Es gibt auf diesem schönen Planeten Kreaturen, die nicht sein können ohne ihre tägliche Ration Zärtlichkeit. Babies und Kleinkinder zum Beispiel, Ehemänner, Katzen, Hunde,… Aber Nymphensittiche? Klar, ich wusste, dass die ziemlich anhänglich sein können, vor allem, wenn sie ohne Artgenossen gehalten werden. Unsere aber werden mit Artgenossen gehalten, zwei Hähne und zwei Hennen. Dennoch kommt Sittich Boris angeflogen, kaum habe ich die Volière betreten. Er setzt sich auf meine Schulter, legt sein Köpfchen auf meine Brust und wartet, bis ich zu streicheln anfange. Fange ich nicht rechtzeitig an damit oder will ich zu früh aufhören, schnappt er ganz vorsichtig nach meinen Fingern und bringt mich dazu, seinen Nacken weiter zu kraulen. Lasse ich am Morgen ausnahmsweise mal den Besuch in der Volière weg, fordert Boris am nächsten Morgen eine doppelte Portion Zärtlichkeit. Manchmal stösst er auch mit seiner zartgelben Stirn gegen meine Hand, ganz ähnlich wie unsere Katzen, wenn sie gestreichelt werden wollen. Fehlt nur noch, dass er zu schnurren anfängt…

Ich glaube, allmählich werden die Damen im Gehege leicht eifersüchtig auf die innige Beziehung, die Boris und ich da pflegen. Zumindest beäugen sie mich ziemlich kritisch von ihrem Ast aus. Hoffentlich bleibt es bei den kritischen Blicken. Ich möchte nämlich nicht eines Morgens von zwei eifersüchtigen Nymphensittich-Damen attackiert werden. Wenn schon sollen sie ihren Zorn an Boris auslassen. Er ist es ja, der mehr auf meine rosa-geblümte Jacke abfährt als auf das graue Federkleid seiner Artgenossinnen.

Nun gut, vielleicht trage auch ich das Meine zu dieser innigen Liebschaft bei. Nach den allmorgendlichen neunzig Minuten „Mama, wo ist schon wieder mein…“ und „Mama, schreibst du jetzt endlich meinen Entschuldigungsbrief?“zähle nämlich auch ich mich zu den liebesbedürftigen Kreaturen, die diesen schönen Planeten bevölkern.

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Wunsch erfüllt

Wie sehr habe ich mir doch immer ein ordnungsliebendes Kind gewünscht. Kein Pedant, das natürlich nicht, aber ein Kind, das zu seinen Sachen Sorge trägt, nicht immer alles überall herumliegen lässt und sein Zimmer halbwegs in Ordnung hält. Meinem sehnlichen Wunsch wurde entsprochen, vor fünf Jahren wurde mir nach einer ziemlich kurzen Geburt ein ordnungsliebendes Kind in den Arm gelegt. Das wussten wir damals natürlich noch nicht, doch je älter das Kind wird, umso deutlicher tritt die Liebe zur Ordnung zutage. Wäre ich keine liebende Mutter, sondern eine psychologisch geschulte Fachfrau, müsste ich sagen, dass dieses Kind – gemeint ist übrigens das Prinzchen – einen ausgeprägten Hang zum Perfektionismus hat. Noch versuche ich, die Dinge schönzureden und das Ganze als Phase abzutun, doch allmählich beschleicht mich das Gefühl, ich hätte den Wunsch nach einem ordnungsliebenden Kind etwas zu oft geäussert.

Ich meine, es ist ja nett, wenn ein kleiner Mensch seine Schätze abends so versorgt, dass er sie am Morgen gleich wieder zur Hand hat, ohne lange nach Einzelteilen suchen zu müssen und Mama, Papa, Geschwister und Katzen des Diebstahls zu bezichtigen, weil er die Dinge nicht mehr finden kann. Aber muss denn gleich jedes winzige Teilchen an seinem Ort sein? Das Körpermodell, welches sich das Prinzchen zum Geburtstag gewünscht und auch bekommen hat, hätte die Nacht bestimmt auch ohne Leber, Herz und linken Lungenflügel überstanden. Es sollte doch wohl reichen, dass die Teile auf dem selben Tisch liegen, damit man sie morgens wieder einsetzen kann. Aber nein, das darf nicht sein. Erst als der arme Kerl mit dem offenen Bauch dank meiner Hilfe sein Herz wieder auf dem rechten Fleck hatte, war das Prinzchen zufrieden. Mit dem Körpermodell zumindest, danach mussten noch das Augenmodell und der Schädel wieder tadellos in Stand gesetzt sein, die Michel-Müsse musste den richtigen Platz am Kopfende von Prinzchens Bett finden, für die Legoschachtel musste der perfekte Ort her, ein Ort, wo sie nahtlos hineinpasst, der Arztkittel brauchte einen Kleiderbügel und… Irgendwann liess ich das Prinzchen alleine perfektionieren, denn im Wohnzimmer waren noch Gäste, mit denen ich mich zu gerne unterhalten hätte (währenddem ich Prinzchens Lego-Ambulanz zusammenbaute, damit diese auch noch an den richtigen Ort gestellt werden konnte). Noch lange nachdem ich unseren Jüngsten offiziell ins Bett gebracht hatte, hörte man ihn im dunklen Zimmer rumoren.

Heute Morgen musste alles für den Tag eingerichtet werden, ehe das Prinzchen in den Kindergarten gehen konnte. Also Legoschachtel ans Kopfende des Bettes, rotes Stethoskop in die Tasche, Müsse auf den Kopf, schwarzes Stethoskop auf den Tisch, Fiebermesser etwas weiter nach rechts… Alles perfekt eben, als stünde demnächst eine wichtige OP an. Ziemlich nervenaufreibend für eine Mutter, die ihr Kind abends rechtzeitig im Bett und morgens rechtzeitig im Kindergarten sehen möchte. Aber die Ordnung, das könnt ihr mir glauben, die Ordnung ist wirklich perfekt.

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Ja zum Kaninchen

Nein, auf Kaninchen hatte ich mich nie wieder einlassen wollen. Die Geschichte mit Elisa und Giuliano hatte mir gereicht. Die schwarze Elisa und der beigefarbene Giuliano, die „Meiner“ und ich einander unabhängig voneinander zum Geburtstag geschenkt hatten. Die Zwei wurden nicht glücklich miteinander, darum suchte Elisa eines Tages das Weite, liess sich nicht wieder einfangen und wurde vom Hund des Nachbarn aufgefressen. Da wir Giuliano keine neue Gefährtin zumuten wollten, liessen wir ihn kastrieren und schenkten ihn einem einsamen verwöhnten Jungen. Noch einmal würden wir es nicht mit Kaninchen versuchen. Sind ja ohnehin nicht besonders interessant, diese Tiere, lassen sich nicht mal richtig streicheln. Zwar versuchte Luise mehrmals, mich umzustimmen, weil sie ja so gerne ein „Häschen“ haben möchte, doch ich liess nicht mit mir reden.

Dann bekam ich heute Morgen dieses winzige, handzahme Tierchen mit schneeweissem Fell und blauen Augen in die Hand gedrückt. Glaubt mir, ich wollte wirklich unbeeindruckt bleiben, denn eigentlich war ich ja wegen der Nymphensittiche gekommen, die nach dem Verschwinden der undankbaren Doris in unsere Volière einziehen sollten. Doch dann schmiegte sich dieses flauschige Tierchen an mich, legte die Ohren flach, als ich es streichelte und eroberte mein Herz. Von wegen Kaninchen lassen sich nicht richtig streicheln! Als die Besitzerin mir sagte, Kaninchen liessen sich problemlos mit Wachteln und Sittichen halten, wurde mir bewusst, dass es keinen einzigen Grund gibt, hart zu bleiben, wo ich doch ohnehin täglich meine Runde bei den Gefiederten machen muss. Damit sich das Schneeweisse nicht einsam fühlen muss, nahm ich ein Rabenschwarzes dazu, beides Weibchen, wie mir die Züchterin versicherte.

Jetzt sind sie also bei uns, die Zwei, sind offenbar ganz glücklich in ihrem neuen Zuhause und alleine schon Luises überglücklicher Blick überzeugte mich sofort, dass mein Ja richtig gewesen war.

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Undankbare Doris

Da durchforste ich monatelang das Internet nach einer geeigneten Volière. Als ich endlich eine finde, telefoniert sich „Meiner“ die Finger wund, um einen Termin mit dem Verkäufer zu vereinbaren. Wir mieten zu angeblich günstigen Konditionen, die sich dann als doch nicht so günstig herausstellen, einen Lieferwagen und karren das Ding durch die halbe Schweiz. Wir zwingen die Wachteln zum Umziehen, bauen unter grosser Mühe die Elemente zusammen und schrauben heute mit klammen Fingern das Dachgitter fest. „Meiner“ muss dazu durchs Gebüsch turnen als wäre er auf einem Abenteuer-Ausflug. Ich klaube heruntergefallene Schrauben und Muttern aus dem Dreck, „Meiner“ schleppt Äste herbei und Luise fängt für Karlsson die beiden Nymphensittiche ein, um sie in ihr neues Domizil zu bringen.

Und was tut Nymphensittich-Dame Doris? Dankt sie uns für die ganze Mühe, die wir ihretwegen auf uns genommen haben? Pfeift sie uns eine besonders schöne Melodie? Legt sie vor later Freude ein Ei? Nichts dergleichen. Das undankbare Tier wartet den Moment ab, in dem das Prinzchen, der Karlsson beim Füttern hilft, die Tür der Volière loslässt und weg ist sie, zuerst auf dem Zaun, dann auf dem Dach und schliesslich hoch oben in Nachbars Tanne. Glaubt mir, sollte es Nymphensittich Loris gelingen, seine Partnerin mit seinen verzweifelten Rufen zurück zu locken, bekommt die undankbare Doris etwas von mir zu hören.

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Heute investiert

75 Minuten und 110 Blumenzwiebeln in einen bunteren Frühling. 

6,5 Minuten in die botanische Erziehung des Prinzchens und seines besten Freundes. („Zuerst mit dem Ende des Kochlöffels ein Loch in die feuchte Erde graben…Nein, noch etwas tiefer…noch etwas tiefer…Halt! So tief nun auch wieder nicht…jetzt die Blumenzwiebel rein, zudecken und das nächste Loch graben. Nein, nicht hier, hier habe ich schon eine gesetzt….Ihr mögt nicht mehr? Die hier noch, dann seid ihr fertig. Bringt den Kochlöffel wieder nach oben, den brauche ich noch. Nein, das machst du. Ja, ich weiss, du hast Rückenschmerzen von der harten Arbeit, aber glaub mir, das habe ich auch und mein Rücken ist bedeutend älter als deiner….“)

125 Gedanken und drei Gesprächsminuten mit „Meinem“ in eine verbesserte Nutzung des Gewächshauses. 

18 Gedanken in die Optimierung der Melonengrösse. Nicht, dass ich es übertreiben möchte, aber ich habe das Gefühl, dass für eine ausgereifte Tigermelone auch etwas mehr als 5 Zentimeter Durchmesser drinliegen.

39.80 Fr. in ein Verbessertes Raumklima und damit unendlich viel in das Wohlbefinden unserer Gäste, die den Geruch unserer Katzen durchaus noch wahrnehmen, wenn sie die Wohnung betreten.

Eine mit Curry-Blumenkohl belegte Piadina in die Liebesbeziehung zwischen dem Zoowärter und dem genannten Gemüse.

2 Stunden in das Anlegen eines Pfirsich-Wintervorrats. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an unseren Nachbarn, der seinen Pfirsich-Überfluss mit uns teilt. Ja, wir haben auch anständige Nachbarn, nicht nur solche, die immer gleich die Polizei rufen.

2 Kilo zukünftiger Essiggurken in das Glück meines Mannes. Und meiner Kinder, falls „Meiner“ etwas für sie übrig lässt.

Je einmal ausschlafen und einmal Mittagsschlaf in die Bekämpfung meiner Dauermüdigkeit.

30 Minuten in ein glücklicheres Leben unserer Wachteln.

Viel Arbeit, ein bisschen Shopping und noch mehr Abwechslung in die Verhinderung meiner üblichen samstäglichen Misere. 

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Generalstreik

Das Notebook, auf dem sich meine ganze Arbeit befindet, tut keinen Wank mehr. Noch habe ich nicht herausgefunden, ob die Katzen oder die Kinder sich an dem Gerät vergriffen haben.

Der Familiencomputer ist meist durch andere Familienmitglieder besetzt, lädt keine Bilder mehr hoch, hat ein sehr angespanntes Verhältnis zum Drucker und steht ausserdem an denkbar schlechter Stelle für jemanden, der in Ruhe schreiben sollte.

Jetzt hat auch noch eine unserer Katzen das iPad zu Boden geschmissen und dadurch das Display so sehr zertrümmert, dass mir beim Schreiben beinahe die Scherben in den Fingern steckenbleiben.

Wahrlich ideale Voraussetzungen für jemanden, der sein Geld damit verdient, schreibend und redigierend am Computer zu sitzen.

Ich verspüre gerade das dringende Bedürfnis, sehr laut zu schreien.

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