Wie werden sie mal über uns reden?

Mama Venditti sitzt auf dem Sofa und sinnt darüber nach, wie ihre Kinder wohl dereinst, wenn sie erwachsen sind, über sie und „Ihren“ reden werden. Man mag sich fragen, weshalb Mama Venditti über solche Dinge Gedanken macht. Doch wenn man bedenkt, dass sie zu einer Generation gehört, die für alles, was im Leben schief läuft, die Schuld bei den eigenen Eltern sucht, dann ist es nicht mehr als normal, dass Mama Venditti sich diese Frage stellt. Lange ist sie nicht alleine mit ihren Gedanken, denn bald gesellen sich der Optimismus und der Pessimismus zu ihr, die beide ihren Senf zum Thema geben wollen.

„Also ich bin mir sicher, dass eure Kinder ganz zufrieden sein werden mit eurer Leistung“, sagt der Optimismus. „Die werden sich daran erinnern, wie ihr jeweils zusammen Kuchen gebacken und Lieder gesungen habt, welchen Spass ihr auf Ausflügen hattet und wie wunderschön es jeweils an Weihnachten war.“

„Ist doch vollkommener Quatsch“, mischt sich der Pessimismus ein, noch ehe Mama Venditti etwas zur Sache sagen kann. „Wenn die Kinder sich ans gemeinsame Backen erinnern werden, dann werden sie bloss daran denken, wie gereizt du jeweils nachher beim Aufräumen warst. Und von den Ausflügen werden sie nur in Erinnerung behalten, wie oft ihr im Zug geschimpft habt, weil die Kinder sich wie eine Horde wild gewordener Wikinger aufführten. Glaub mir, den Kindern bleibt nur das Schlechte in Erinnerung. Das weisst du doch von deiner eigenen Kindheit…“

„Aber ich erinnere mich doch auch an viel Schönes“, wehrt sich Mama Venditti. „Klar, es war nicht alles perfekt und es gab auch eine Zeit, da habe ich unter den Fehlern meiner Eltern gelitten. Aber inzwischen habe ich erkannt, dass meine Eltern eben auch nur Menschen sind, die ihre guten und schlechten Seiten, ihre guten und schlechten Tage haben…“

„Siehst du, genau so wird es bei dir und deinen Kindern auch sein: Sie werden dir ein paar Dinge übel nehmen, aber im Grossen und Ganzen werden sie dir dankbar sein für das, was du ihnen mitgegeben hast“, ermutigt der Optimismus.

„Pah! Von wegen! Hast du schon mal erlebt, dass Kinder ihren Eltern dankbar waren?“, spottet der Pessimismus.

Mama Venditti schaut etwas verwirrt vom einen zum anderen und weiss nicht so recht, was sie sagen soll. Also redet der Pessimismus weiter: „Und überhaupt. Wofür sollen dir deine Kinder je dankbar sein? Etwa dafür, dass du sie angebrüllt hast? Oder dafür, dass du dich so viele Stunden hinter dem Computer verschanzt hast, um dich deinem Geschreibsel zu widmen?“

„Halt, das geht jetzt aber zu weit!“, schaltet sich der Optimismus sich ein. „Es könnte ja auch sein, dass sich die Kinder voller Stolz daran erinnern, dass ihre Mutter ihnen ein Buch gewidmet hat. Ich glaube, die Kinder werden alles Negative vergessen und sich nur an all das Schöne erinnern, was sie mit dir und ‚Deinem‘ erlebt haben.“

Der Pessimismus schüttelt mitleidig den Kopf und meint: „Ach, was bist du doch naiv. Denk doch mal daran, was die Leute ihren Eltern alles vorhalten. Die einen beklagen sich, sie hätten nie Taschengeld gekriegt, die andern jammern, sie hätten immer zuviel davon gehabt. Die einen finden, ihre Eltern hätten keine Zeit für sie gehabt, die anderen beklagen sich über Überbehütung. Es ist doch einfach so: Was immer man als Eltern auch macht, in den Augen der Kinder ist es falsch und der Tag wird kommen, an dem sie dir die wüstesten Vorwürfe machen werden. So sie denn überhaupt noch mit dir reden werden…“

Der Optimismus unterbricht und schimpft: „Jetzt hör doch mal auf, solchen Mist zu erzählen. Von wegen, die werden nicht mehr reden mit dir! Schau doch nur, wie offen ihr heute miteinander reden könnt. Glaubst du wirklich, dass so etwas verloren gehen kann? Wo ihr doch sogar ganz offen über euer Versagen redet und euch bei euren Kindern entschuldigt, wenn ihr etwas falsch gemacht habt. Wie sollen die Kinder euch da nur etwas nachtragen können?“

„Und ob die euch etwas nachtragen können: Die werden keinen Respekt haben vor euch, weil ihr jedes Mal zu Kreuze kriecht, wenn ihr versagt habt. Und glaub mir, eure Entschuldigungen nützen einen alten Hut, denn es reicht nicht, wenn man versucht, sein Bestes zu geben. Man muss der Beste sein, um vor dem strengen Urteil der Kinder bestehen zu können“, sagt der Pessimismus.

In diesem Stil tobt die Diskussion weiter. So lange, bis Mama Venditti nicht mehr hinhören mag, sich die Finger in die Ohren stopft und vor sich hin murmelt: „Es wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben, als zu sehen, was die Zukunft bringt. Und immer schön gesprächsbereit bleiben, damit wir später, wenn die Vorwürfe kommen, noch miteinander reden können, um die Missverständnisse wieder aus dem Weg zu räumen. Denn was immer wir auch falsch machen, eigentlich meinen wir es ja nur gut, ‚Meiner‘ und ich…“

Was ist hier falsch?

Dialog zwischen Mama Venditti und Karlsson, November 2010

Karlsson: „Kaum zu glauben, dass schon wieder Weihnachten ist. Das Jahr hat doch eben erst angefangen.“

Mama starrt ihr Kind mit offenem Mund an und meint, sie hätte sich verhört. Noch ehe sie etwas sagen kann, fährt Karlsson fort:

„Mama, findest du es nicht völlig verrückt, wie schnell die Zeit vergeht? Mir kommt es vor, als hätten wir den Tannenbaum eben erst weggeräumt und jetzt kaufen wir schon bald einen Neuen.“

Mama schaut ihren Ältesten nachdenklich an und sagt: „Als ich ein Kind war, hatte ich immer das Gefühl, ein Jahr würde eine halbe Ewigkeit dauern.“

Karlsson, ebenfalls nachdenklich, meint: „Ja, so war das bei mir auch, als ich noch klein war. Aber jetzt vergeht die Zeit wie im Fluge.“

Schrecklich, die Jugend von heute! Zu meinen Zeiten galt es noch nicht als jugendfrei, darüber zu jammern, dass die Zeit zerrinnt wie Sand zwischen den Fingern.

Und dann noch ein Gespräch, das mir in den letzten Wochen zu Denken gegeben hat

Dialog zwischen Mama Venditti und Luise, kurz bevor der Blinddarm raus musste:

Mama: „Du siehst so besorgt aus. Hast du Angst vor der Operation?“

Ein leicht spöttisches Lächeln huscht über das Gesicht des Kindes. „Aber Mama, ich habe doch keine Angst vor der Operation. Am liebsten möchte ich wach bleiben, damit ich alles mitkriege.“ Dann wird das Kind wieder ganz ernst: „Aber ich habe Angst wegen der Schule. Ich kann doch nicht so lange fehlen, sonst verpasse ich so viel und das muss ich dann alles wieder nachholen. Und die Lehrerin hat doch gesagt…“

Mama unterbricht Luise: „Jetzt mach dir mal keine Gedanken um die Schule. Das Wichtigste ist, dass du jetzt wieder gesund wirst. Alles andere hat Zeit…“

Luise: „Aber ich werde so viel nachholen müssen…“

Noch einmal die Jugend von heute. Zu meinen Zeiten durfte man sich frühestens dann, wenn es so langsam Richtung Berufswahl ging, Sorgen über verpassten Schulstoff machen. Aber wer weiss, vielleicht machen die ja schon in der zweiten Klasse einen ersten Test für die Berufswahl…

Männlein und Weiblein

Zurzeit gibt es bei uns am Tisch nur noch ein Gesprächsthema: Die Liebe und zwar diejenige zwischen Männlein und Weiblein. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass alle unsere Kinder im Zuge ihrer Entwicklung zur gleichen Zeit das gleiche Thema entdecken. Gewöhnlich befasst sich die eine mit Lesen- und Schreibenlernen, der andere mit seinem Bauchnabel und der Dritte mit der Frage, wie man es fertigbringt, den Kindergartenfreund zu besiegen, ohne dass man dafür selber Haue bekommt. Diesmal aber scheint es, als hätten sich unsere Kinder miteinander abgesprochen, um alle zur gleichen Zeit möglichst viel zu lernen.

Der Zoowärter, zum Beispiel, hat vor ein paar Tagen seinen ersten Filmkuss gesehen. Nein, keine Angst, es war nichts Unanständiges. Er sass nur zufällig dabei, als Luise und ich uns „Emma“ anschauten. Diesen Kuss, den er da gesehen hat, beschäftigt ihn nun schon seit Tagen und auch heute Nachmittag wollte er wieder über das Gesehene reden. Weil ihm aber nicht mehr einfiel, wie der Herr und die Dame, die da so Unsägliches taten, heissen, fragte er mich: „Mama, wie heisst schon wieder der Mann, der die Frau aufgesogen hat?“ Gewöhnlich versuche ich ja, bei solchen Fragen ernst zu bleiben, weil ich nicht will, dass die Kinder aufhören, Fragen zu stellen. Aber versucht mal, keine Tränen zu lachen, wenn ihr euch vorstellt, wie Mr. Knightley einem Staubsauger gleich seine Emma in sich hinein saugt.

Weniger zum Lachen gibt es, wenn der FeuerwehrRitterRömerPirat die neuesten Wörter aus dem Kindergarten nach Hause bringt. Eigentlich hätte ich ja gedacht, dass mich beim dritten Kind nichts mehr so leicht aus den Socken haut, aber die Ausdrücke, die unser Sechsjähriger da lernt, kenne ich sonst nur von vorpubertären Rotznasen. Nun weiss ich nicht, wie das bei euch zu Hause war, als ihr mit wüsten Wörtern nach Hause kamt. Bei uns wurden solche Dinge einfach überhört, da es zu peinlich gewesen wäre, über Unaussprechliches zu reden. „Meiner“ und ich haben uns aber zum Ziel gesetzt, dass unsere Kinder auch über die Vorgänge unter der Gürtellinie möglichst unbefangen aber auch mit dem nötigen Respekt reden können und so kommt es durchaus vor, dass wir während des Mittagessens darüber diskutieren, weshalb man das eine sagen soll, das andere aber nicht. Dass man dabei nicht umhin kommt, auch die derben Ausdrücke in den Mund zu nehmen, versteht sich von selbst. Da hoffe ich doch bloss, dass das Tageskind, das bei uns am Tisch Deutsch lernt, nicht die falschen Ausdrücke mit nach Hause nimmt. Aber vielleicht haben die Kinder, die dem FeuerwehrRitterRömerPiraten die wüsten Wörter beigebracht haben, ja auch nur erklären wollen, was man nicht sagen darf…

Auch wenn Luise Fragen stellt, muss man die Kinder zuweilen sehr tief unter die Bettdecke blicken lassen. Bei unserer Tochter dreht sich momentan alles darum, wie Männlein und Weiblein es schaffen, sich bis an ihr Lebensende zu lieben und warum es Viele eben nicht schaffen. Und weil Kinder direkt sind, sieht man sich dann schon mal zwischen Zimmer aufräumen und Guetzli backen mit Fragen konfrontiert wird, ob es eigentlich Spass mache, mit jemandem ins Bett zu gehen, oder ob man das nur mache, um Kinder zu kriegen. Ich liebe solche Fragen, auch wenn sie mich dazu zwingen, sehr viel über mich selber preiszugeben. Aber wer, wenn nicht „Meiner“ und ich, sollen unseren Kindern Red und Antwort stehen? Und wo wir schon dabei sind, Antworten zu geben, sitzt auch Karlsson gerne dabei und hört zu. Fragen mag er nicht mehr besonders viel, denn dazu ist er wohl langsam zu gross. Aber hören, was gesagt wird, wenn andere fragen, das scheint ihm nichts auszumachen und so schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir befriedigen Luises Neugier und füttern zugleich Karlsson, der nicht mehr so offensichtlich neugierig ist, mit Informationen, die ihm nur zu bald schon nützlich sein könnten.

Während die Grossen also schon ziemlich intime Details wissen wollen, dreht sich beim Prinzchen alles noch um die Basics, dies aber momentan fast rund um die Uhr: Ich bin ein grosser Bub, Mama ist eine Frau, Papa ist ein Mann, Luise ist ein Mädchen und alle anderen in der Familie sind Jungs. Papa hat einen Bart, Mama nicht, die Geschwister auch nicht, aber Papa sagt, dass Karlsson, der FeuerwehrRitterRömerPirat, der Zoowärter und das Prinzchen später auch einen haben werden. Männlein und Weiblien auch hier. Und weil es auf der Welt ja nicht nur die sieben Vendittis gibt, hat das Prinzchen momentan sehr viel zu tun, wenn wir einkaufen gehen, denn bei jedem Menschen, den er sieht, gilt es festzustellen, ob er / sie nun Bub, Mädchen, Mann oder Frau sei. Ich weiss nicht, wie oft ich heute, als das Prinzchen und ich den letzten Weihnachtseinkauf tätigten, gesagt habe „Ja, Prinzchen, das ist ein Mann, ja, das dort drüben ist ein Mädchen und das daneben ist eine Frau“, aber glaubt mir, er war sehr sehr oft und die Leute waren nicht alle begeistert darüber. Besonders die nicht, bei denen ich sagen musste „Nein, das ist kein Mann, das ist eine Frau.“

Auch nur ein Mensch

Wir Christen zerbrechen uns ja gerne den Kopf darüber, was Gnade sei. Ob Menschen, die anders glauben als wir, sich auch so sehr mit diesem Thema auseinandersetzen, weiss ich nicht. Ich weiss aber, dass ich schon unzählige Predigten zu diesem Thema gehört habe und dass mir der Begriff dennoch immer ein wenig schleierhaft geblieben ist. Gestern Abend brachte ein einziger Satz zustande, was endlose Predigten bis jetzt bei mir nicht geschafft hatten: Ich erlebte, wie es sich anfühlt, wenn jemand gnädig ist.

Wie ihr wohl mitgekriegt habt, entsprach ich gestern noch weniger der perfekten Mutter, als ich es gewöhnlich tue. Ja, ich weiss, die perfekte Mutter gibt es nicht. Aber machen wir uns doch nichts vor: Wir versuchen dennoch insgeheim, die Erste zu sein, die es schafft. Ich schaffe es nicht. An gewöhnlichen Tagen nicht und gestern erst recht nicht. Abends, bevor die Kinder zu Bett gingen, rief ich sie deshalb noch einmal zusammen und gestand ihnen unter Tränen, wie Leid es mir tue, dass ich so eine böse, ungeduldige, schlecht gelaunte, brüllende, ungerechte Versagermama gewesen sei. Gut, ich kroch nicht mehr im Staube, wie ich es früher getan hätte, aber ich habe dennoch ganz offen und ehrlich darüber geredet, wie gerne ich dem Tag eine andere Wendung gegeben hätte, wie ich es aber einfach nicht geschafft hätte, das Steuer herumzureissen um uns alle wieder auf einen friedlicheren, liebevolleren Weg zu bringen. Anders als sonst hielt ich dabei den Kindern nicht vor, wie viel sie selber dazu beigetragen hatten, dass der Tag so schrecklich geworden war. Denn was nützt eine Entschuldigung, die zugleich dem anderen Schuld auflädt?

Für einmal hörten mir die Kinder brav zu. Nun gut, das Prinzchen hätte wohl nicht zugehört, sondern alles nachgeplappert, aber weil er schon schlief, schwieg er ausnahmsweise auch. Als ich mit meiner Rede am Ende war, schauten mich die vier Knöpfe treuherzig an und murmelten etwas von „wir haben ja auch ziemlich blöd getan“. Und dann sagte Luise diesen entscheidenden Satz, der alles besser machte: „Weisst du Mama“, sagte sie ernst „du bist auch nur ein Mensch.“ Ein banaler Satz? Nicht in diesem Moment, denn mit diesen wenigen, sonst oft so leeren Worten hatte Luise mir klar gemacht, dass sie damit leben kann, dass ich nicht perfekt bin, ja, mehr noch, dass sie gar nicht erwartet, dass ich alles richtig mache. Mit dieser einen klaren Aussage hatte Luise all mein Herumbrüllen, all meine Ungeduld und meine Unzufriedenheit in einen Abfallsack gestopft und den Sack zugebunden. Und durch ihr zustimmendes Nicken bestätigten mir Karlsson, der FeuerwehrRitterRömerPirat und der Zoowärter, dass sie das ganz genau gleich sahen wie ihre Schwester.

Ach ja, ganz durchschaut habe ich das grosse theologische Geheimnis dennoch nicht. Denn anstatt den Abfallsack, den mir meine Kinder so gnädig geschnürt hatten, im Müll zu entsorgen, nahm ich all den Mist später noch einmal hervor, schaute mir voller Abscheu jedes meiner Versagen noch einmal an und als „Meiner“ nach drei sehr langen Elterngesrprächen nach Hause kam, musste er sich den ganzen Müll auch noch einmal anschauen. Aber immerhin habe ich es danach fertig gebracht, zu mir selber zu sagen „Was soll’s? Du bist eben wirklich nur ein Mensch und morgen ist ein neuer Tag, an dem du es zwar nicht perfekt, aber immerhin besser machen kannst.“

Was übrigens auch keine grosse Kunst war, denn um heute eine bessere Mama als gestern zu sein, brauchte es nun wirklich nicht viel…

Sonntagnachmittag

Waren sie nicht furchtbar langweilig, unsere Eltern, wenn sie sonntags nichts weiter tun wollten als schlafen, essen und vielleicht noch ein wenig lesen? Da mochte man noch so sehr betteln, sie möchten sich zu einem Ausflug in den Zoo aufraffen, ein Eis essen kommen oder vielleicht draussen mit den Kindern ums Haus jagen, aber für all dies hatten sie nur ein Gähnen und ein deutliches Nein übrig. So sie denn überhaupt reagierten. Denn meist schliefen sie schon tief und fest, ehe man nur die Chance gehabt hätte, mit den zähen Verhandlungen um das Sonntagnachmittagsprogramm zu beginnen. Wie konnten diese Erwachsenen bloss so langweilig sein? Das bisschen Arbeit, das sie wochentags zu bewältigen hatten, konnte doch nicht dermassen anstrengend sein, dass man sonntags nur noch ausgelaugt auf dem Sofa lag. Aber die Erwachsenen sahen dies anders und deshalb blieb den Kindern nichts anderes übrig, als die Sache selber in die Hand zu nehmen.

Waren sie nicht furchtbar lustig, diese Sonntagnachmittage ganz ohne Einmischung der Eltern? Diese endlosen Stunden, während derer man tun und lassen konnte, was man wollte? Zum Beispiel alle Arten von Kräutern sammeln und über dem offenen Feuer – zum Glück waren die grossen Brüder Pfadfinder und wussten, wie man so etwas macht – einen Tee brauen. Oder unter der Regie der ältesten Schwester ganze Theaterstücke einüben, die man den Eltern, wenn sie endlich mal wach waren, voller Stolz vorführte. Oder heimlich den Kühlschrank plündern, weil man glaubte, die Eltern bekämen nichts mit davon, weil sie ohnehin zu tief schliefen. Aber sonderbarerweise bekamen sie solche Dinge immer mit, auch wenn alles andere nicht durch ihre bleierne Müdigkeit dringen konnte. Am Ende hatte man an einem solchen Nachmittag so viel Spass, dass man froh war, dass die Eltern sich nicht hatten aufraffen können, irgend ein Programm durchzuziehen. In der verklärten Erinnerung sind jene Sonntagnachmittage die schönsten Stunden einer Kindheit, die ohnehin viel besser, fröhlicher, unbeschwerter und sonniger war.

Wie bei so vielen Dingen im Leben geht es auch beim Sonntagnachmittag darum, aus welcher Perspektive man ihn anschaut. Die Kinder, die damals die Erwachsenen so furchtbar öde fanden, sind heute selber erwachsen und wissen, wie sehr einem die ganze Verantwortung, die man damals noch nicht zu tragen hatte, zu schaffen machen kann. So sehr, dass sie heute diejenigen sind, die nur einen tiefen Seufzer von sich geben, wenn die Kinder fragen, ob man nicht mal wieder schlitteln gehen könnte. Sie sehnen sich nach den unbeschwerten Stunden von damals und erkennen nicht, dass sie einen Hauch davon wieder haben könnten, wenn sie mit ihren Kindern auf dem Schlitten sässen und ihnen der kalte Wind um die Ohren bliese. Sie glauben, ihre Kindheit damals sei viel schöner gewesen als diejenige der Kinder heute und sehen dabei nicht, dass die heutigen Kinder sich den Spass nicht nehmen lassen, auch wenn auf den Strassen mehr Autos fahren, die Spielsachen nicht mehr so stilvoll sind und die Wiese rund ums Haus leider nicht mehr so gross ist wie diejenige, die das eigene Elternhaus umgab. Die Welt, die in unseren Augen so schrecklich ist, erscheint in den Augen der Kinder noch so wunderbar, wie sie wohl einst mal war.

Die Kinder, die heute Kinder sind, schütteln genauso verständnislos die Köpfe ob der erwachsenen Trägheit und wissen noch nicht, dass in nicht allzu vielen Jahren sie diejenigen sein werden, die ihren Allerwertesten nicht mehr hochkriegen, um ein wenig Spass zu haben. Sie wissen auch nicht, dass die Erwachsenen schon wollten, wenn sie denn noch könnten. Sie wissen nicht, dass sich ihre Eltern ein schlechtes Gewissen machen, weil sie sich vom Alltagsstress so sehr vereinnahmen lassen, dass sie sonntagnachmittags nur noch ausspannen mögen. Und schon gar nicht wissen sie, dass ihre heimlichen Raubzüge durch die Vorratskammer, ihre fantasievollen Geschichten, die sich erst so richtig entspinnen können, wenn sich die Kinder frei von elterlicher Kontrolle fühlen, ihre chaotischen Experimente und was sie sonst noch an so einem Nachmittag anstellen mögen, den elterlichen Augen nicht verborgen bleiben.

Denn so ist das nun mal mit uns Eltern: Wir mögen zwar schlafen, aber wir wissen, dass wir auch im Schlaf die Verantwortung nie ganz abgeben und darum kriegen wir fast alles mit, auch wenn wir die Augen fest geschlossen haben.

Akku leer

So gegen Weihnachten ist es meistens so, dass der Akku unserer Kinder leer ist. Nun gut, der Akku von uns Eltern ist auch leer, aber darüber will ich heute ausnahmsweise nicht jammern, auch wenn ich schon könnte, wenn ich wollte. Aber reden wir über den Akku unserer Kinder. Bei Karlsson merkt man es meistens daran, dass er vermehrt kränklich wird und irgendwann im Bett landet. Auch Luise möchte im Bett bleiben, allerdings nicht, weil sie krank wäre, sondern weil sie es draussen einfach zu kalt, zu ungemütlich und zu blöd findet. Dementsprechend schlecht ist ihre Laune, wenn die Energie langsam abnimmt. Der Zoowärter kommt morgens schon gar nicht mehr vor zehn Uhr aus dem Bett und einzig das Prinzchen tut so, als hätte die Energie nie ein Ende. Egal, ob Sommer oder Winter, Morgen oder Abend, warm oder kalt, der kleine Mensch hüpft durchs Leben, als gebe es nichts Schöneres und damit hat er wohl auch Recht.

Ja, und dann ist da noch der FeuerwehrRitterRömerPirat. Das Kind, das noch kaum mal krank war. Bis auf eine Mittelohrentzündung im zarten Alter von sechs Monaten, die er mit solch stoischer Ruhe über sich ergehen liess, dass ich sie erst bemerkte, als ihm der Eiter schon aus dem Ohr floss – ich hatte wohl zu kinderlosen Zeiten allzu laut verkündet, meinem Kind würde so etwas nie passieren – war das Kind meistens kerngesund. Wenn der FeuerwehrRitterRömerPirat müde ist, ist auch nicht störrischer als gewöhnlich. Wie sollte er auch, wo er doch auch an gewöhnlichen Tagen bocken kann wie kein Zweiter? Und schlafen tut er auch nicht viel mehr.

Nein, wenn der Akku des FeuerwehrRitterRömerPiraten sich leert, dann wird der heldenhafte Kämpfer plötzlich butterweich und zart. Dass es mal wieder soweit ist, hätte mir gestern Abend schon auffallen können. Da sassen wir alle wie gebannt vor dem Bildschirm und genossen das Happy Ending der Emma-Verfilmung. Je romantischer es wurde, umso näher rückte unser Dritter zu mir und schliesslich sass er auf meinem Schoss. „Findest du den Film nicht langweilig“, fragte ich mein Kind, das gewöhnlich für „Wickie und die starken Männer“ schwärmt. „Nein Mama“, sagte er verträumt. „Ich mag eben nicht nur wilde Sachen.“

Heute Morgen dann, als es eigentlich Zeit gewesen wäre, in den Kindergarten zu gehen, kam er wieder zu mir auf den Schoss gekrochen. Ich glaube, wenn er einen Weg gefunden hätte, wäre er zurück in meinen Bauch geschlüpft. Da sass er und machte keinerlei Anstalten, sich ausgehfertig zu machen. Gewöhnlich spiele ich ja Tag für Tag den Drachen und kommandiere das arme Kind aus dem Haus, weil das Gesetz das einfach so vorschreibt, ob es ihm nun passt oder nicht. Heute aber war mir klar, dass er gar nicht gehen konnte, nicht, weil er krank war oder weil ihm etwas im Kindergarten nicht passte, sondern einfach, weil sein Akku leer war. Und ich glaube, es war nicht nur der Energie-Akku, der am unteren Limit angelangt war, es war auch der Mama-liebt -mich-über-alles-Akku, der ganz dringend mal wieder geladen werden musste.

So liess ich ihn eben gewähren, meinen liebesbedürftigen, übermüdeten FeuerwehrRitterRömerPiraten. Wie wir so endlos lange bei Kerzenschein auf dem Sofa sassen, spürte ich, wie der Akku sich langsam wieder füllte. Und zwar nicht nur derjenige meines Sohnes.

Voll erwischt

Noch keine acht Jahre alt ist sie, unsere Luise, und schon hat es sie erwischt, dieses Fieber, an dem wir Romantikerinnen früher oder später erkranken. Ich musste ganze zweiundzwanzig Jahre alt werden, bevor ich vom Jane-Austen-Virus befallen wurde, aber wenn das Virus mal in der Familie ist, dann dauert es meist nicht lange, bis auch andere Familienmitglieder ansteckt. „Meiner“ war der Erste, was mich doch sehr erstaunte, können doch Männer, Romantiker hin oder her, gewöhnlich wenig mit Emma Woodhouse, Lizzie Bennet & Co. anfangen. Nun, „Meiner“ konnte und so ist es wohl kaum verwunderlich, dass Luise schon jetzt auf den Geschmack gekommen ist.

In den Ohren lag sie uns ja schon lange mit ihrem Wunsch, sie möchte doch endlich einmal die Verfilmung von „Emma“ sehen, doch nachdem unsere Nichten damals wenig begeistert gewesen waren von dem Film, wehrten wir ab, mit der Begründung, Luise würde sich bloss langweilen. Gestern aber liess sich unsere Tochter nicht mehr länger vertrösten und suchte bei YouTube nach Filmausschnitten. Natürlich wurde sie fündig und bald darauf sass sie schmachtend da, entrückt in eine andere Welt. In eine Welt, in der die Kleider schöner, die Männer galanter und die Liebe romantischer ist. Spätestens als Luise sehnsüchtig seufzte, als Mister Knightley und Emma sich hingebungsvoll küssten, wusste ich, dass es unsere Tochter ganz gewaltig erwischt hat. Man konnte die rosa Wölkchen, auf denen sie schwebte, förmlich sehen.

Das Ende des Trailers brachte Luise wieder auf den harten Boden der Tatschen zurück: „Ich glaube, ich werde nie einen Mann finden“, seufzte sie und ich wollte schon bemerken, dass es wohl heutzutage wirklich schwierig werden könnte, einen Gentleman wie Mister Knightley zu finden, als sie fortfuhr: „Mein Mann muss nämlich so schön sein wie Papa und so einen finde ich ganz bestimmt nicht.“ Karlsson, der daneben sass und nicht so recht wusste, ob er nun bei der romantischen Schwelgerei der beiden einzigen Frauen im Haus mitmachen sollte oder nicht, ermahnte seine Schwester: „Aber Luise, du weisst doch, dass es nicht nur auf die äussere Schönheit ankommt. Die innere Schönheit ist viel wichtiger.“ Luise überlegte einen Moment lang und sagte dann: „Aber Mama hat bei Papa auch auf die äussere Schönheit geschaut, als sie ihn geheiratet hat.“

Nun, ich meine, dass Luise sich noch ein wenig Zeit lassen soll mit der Frage nach dem Mann des Lebens, aber dass ich nun endlich weibliche Gesellschaft habe, wenn ich mir mal wieder einen Kostümfilm reinziehen will, freut mich natürlich ungemein. Denn auch wenn es schön ist, dass „Meiner“ meine Liebe zu Schnulzen teilt, so richtig schwelgen lässt sich eben nur mit anderen Frauen. Auch wenn diese Frau, mit der ich in Zukunft schwelgen werde, noch keine acht Jahre alt ist.

Home sweet home?

Luise ist wieder zu Hause, was ich als fürsorgliche Mutter natürlich begrüsse. Ich meine, es gibt doch nichts Besseres für ein Kind, als in seiner vertrauten Umgebung gesund zu werden. Dort, wo die Menschen sind, die sie lieben und die sie liebt. Dort, wo sie all ihre Sachen, ihr gewohntes Essen und auch die Ruhe hat, die sie im Spitalzimmer, das sie mit einer fünfzehnjährigen Quasselstrippe teilen musste, vergeblich herbeisehnte. Ist doch einfach schön, dass man heute die Kinder nicht mehr unnötig lange im Krankenhaus behält, wo sie sich vor lauter Schläuchen und Apparaturen kränker fühlen, als sie wirklich sind. So sehe ich das, theoretisch zumindest.

Praktisch ist es leider so, dass in den Augen eines kleinen Bruders die grosse Schwester, die einen Infusionsschlauch hinter sich herzieht, ein schutzbedürftiger Mensch ist. Auf eine grosse Schwester aber, die zwar noch etwas müde und blass, sonst aber wieder ganz die Alte ist, muss man doch nicht sonderlich Rücksicht nehmen, nicht wahr? Jetzt ist sie ja wieder da, also kann man sich wieder wie gewohnt mit ihr streiten. Wegen dieser klitzekleinen Wunde am Bauch soll die doch kein Geschrei machen. Ist doch alles halb so wild. Dann will sie auch noch ganz alleine mit Mama Guetzli backen, bloss weil sie nicht dabei war, als die anderen das Lebkuchenhaus bauten. Und das, nachdem sie Mama einen Tag und zwei Nächte lang ganz für sich alleine haben durfte. So ein Affentheater, bloss wegen diesem kleinen Blinddarm.

Aber auch für uns Eltern ist es im Alltag gar nicht so einfach, Luise die Ruhe zu bieten, die sie eben auch jetzt noch braucht, obschon sie zwischendurch schon ganz fit und munter ist. Liegt dein Kind im Krankenhausbett, klein, hilflos und müde, dann wird dir bewusst, wie sehr sie auf dich angewiesen ist. Liegt dein Kind zu Hause auf dem Sofa, musst du aufpassen, dass du überhaupt mal Zeit findest, dich um sie zu kümmern. Zwischen dem schrillenden Telefon, den anderen Kindern, die jetzt auch wieder Aufmerksamkeit brauchen, zwischen Abwasch, kochen und Aufwischen geht ein krankes Kind zuweilen fast vergessen. Und dies, obschon sie auch jetzt noch ganz viel Zuwendung bräuchte, um wieder ganz auf die Beine zu kommen.

Mag sein, dass Luise sich zu Hause wohler fühlt, aber ich bin mir fast sicher, dass ihr ein weiterer Ruhetag im Krankenhaus dennoch ganz gut getan hätte. Auch wenn ich theoretisch weiterhin der Meinung bin, dass man zu Hause schneller gesund wird.

Da waren’s nur noch drei…

Drei Blinddärme, meine ich natürlich, die uns nächtens auf die Notfallsation treiben könnten, mit der bangen Frage im Kopf, ob der Kerl nun entzündet, bereits geplatzt oder völlig gesund ist. Zumindest bei zwei Kindern werden wir in Zukunft sagen können, dass es garantiert nicht der Blinddarm ist, der Kind und Eltern Bauchschmerzen bereitet. Luise ist den Ihren nämlich vergangene Nacht losgeworden. Jetzt liegt sie da und erholt sich, währenddem ich an ihrer Seite abwechslungsweise Handschuhe stricke, den Laden zu Hause via Fernsteuerung – auch unter dem Namen Handy bekannt – halbwegs unter Kontrolle zu halten versuche und die Welt an unserem neuesten Abenteuer teilhaben lasse.

Und ich muss gestehen: Auch wenn ich gerne auf das Drama verzichtet und Luise die Operation erspart hätte, es ist dennoch ganz schön, wieder einmal nur für ein einziges Kind da zu sein, es zu trösten, zu ermutigen und zu hätscheln. Und sich halb krank zu lachen über den Humor, den die unverwüstliche Luise gleich nach dem Aufwachen wieder entwickelt hat. Einfach köstlich, ihr dabei zuzusehen, wie sie mit gefährlichem Blitzen in den Augen und einem frechen Spruch auf den Lippen in ihrem Krankenbett auf und ab fährt.

Wenn ich zurückdenke an die ersten Stunden nach Karlssons Blinddarmoperation, dann wird mir klar, dass einiges anders ist als damals. Was nicht bloss daran liegt, dass Karlssons Blinddarm bereits seit zwei Tagen geplatzt war, bevor unser Erstgeborener endlich so richtig zu jammern begann, während Luises Blinddarm erst leicht entzündet war, als sie bereits weinte vor lauter Schmerz. Was übrigens nichts über den Umgang der beiden Kinder mit Schmerzen im Allgemeinen aussagt, denn oft ist Luise viel härterem Nehmen als Karlsson. Es liegt auch nicht nur daran, dass Karlsson damals von der Ambulanz im Hotel abgeholt werden musste, in dem wir die Ferien verbrachten, während Luise und ich gestern Abend viele Wartestunden hatten, in denen wir uns damit abfinden konnten, dass der Blinddarm weg muss. Und auch die Tatsache, dass ich damals schwanger und deswegen überempfindlich war, fällt nicht so sehr ins Gewicht.

Nein, der allergrößte Unterschied liegt darin, dass diesmal eben nicht alles neu und deswegen beängstigend war. Klar, auch in dieser Nacht brachte ich kein Auge zu, ehe meine geliebte Luise nicht wieder bei mir war. Und natürlich kamen auch diesmal Erinnerungen an Geschichten hoch, die man irgendwo gelesen hatte. Geschichten von Routineeingriffen, die in einem Drama endeten. Aber dank der Erfahrung, dass Karlsson damals eine weitaus schlimmere Blinddarmgeschichte unbeschadet überstanden hat, half mir, die düsteren Gedanken besser in Schach zu halten. Wir sind im Umgang mit dem Routineeingriff also einiges routinierter als auch schon. Auch wenn keine Geschichte gleich verläuft wie die andere, ruhiger ist man dennoch, wenn man zumindest ein bisschen weiß, worum es geht.

Den nächsten entzündeten Blinddarm werden wir dann wohl erkennen, bevor das Kind überhaupt Bauchschmerzen kriegt und den Übernächsten lassen wir präventiv entfernen, damit er gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt.

Ach ja, und dankbar, dass das geliebte Kind wieder auf dem Wege der Besserung ist, bleibt man, egal, wie oft man schon größere und kleinere Dramen durchgestanden hat.

Stammgast

Ob man auf der Kinder-Notfallstation auch Zimmer mieten kann? So langsam scheinen wir hier zu Stammgästen zu werden, einfach jedes Mal mit einem anderen Kind. Diesmal mit dabei: Luise mit Verdacht auf Blinddarmentzündung. Die Warterei ist endlos, Luise tapfer und sehr darum bemüht, jetzt schon möglichst viel über ihren Traumberuf Krankenschwester zu lernen. Nicht mal bei der Blutabnahme schaut sie weg und schlafen will sie erst recht nicht, aus Angst, etwas zu verpassen.

Und Mama? Die ist inzwischen auch ein wenig weiser geworden und hat vorsorglich ihr Strickzeug, das iPad und ein Buch eingepackt. Bloß etwas hat sie vergessen: Dass man ein Abendessen im Magen haben sollte, bevor man sich aufmacht, im Spital zu warten.