Brot-Snobs

Karlsson findet, im Restaurant, wo er neulich mit der Klasse zum Brunch war, hätten sie keine Ahnung, wie man anständige Baguettes und Croissants bäckt. Zoowärter beklagt sich, das Brot in der Migros sei auch nicht mehr, was es mal gewesen sei. Viel zu weich, fast schon wie Gummi sei es. Kommt ausnahmsweise mal wieder ein Brot aus der Bäckerei auf den Tisch, geht des Gemotze erst recht los. Das Zeug könne man nun wirklich nicht essen, ob ich es überhaupt noch verantworten könne, in einem Laden Geld auszugeben, der so wenig auf anständige Qualität gebe, wollen die Knöpfe unisono wissen. 

Nach aussen gebe ich natürlich die Moralistin. „Nun seid doch dankbar für das, was ihr habt. Andere Kinder müssen hungern“, sage ich, wenn sie jammern, weil gerade nichts Ofenfrisches zu haben ist. Insgeheim bewegt es mich aber sehr, dass sie inzwischen zu regelrechten Snobs in Sachen Brot geworden sind, denn damit sagen sie mir, dass ich auf meinem Weg, richtig gutes Brot zu backen ein ganzes Stück weiter gekommen bin. Und eigentlich bin ich kein bisschen besser als meine Brut, habe ich doch gestern, als „Meiner“ und ich endlich mal wieder ein paar Momente ohne Kinder in der Bar am Fluss sassen, das Brot kaltschnäuzig verschmäht, obschon es eines war, das ich vor noch nicht allzu langer Zeit als durchaus gut bezeichnet hätte. 

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6 Kommentare zu “Brot-Snobs

  1. Sali Tamar, heute habe ich selber Baquettes gebacken und nun lese ich deinen Beitrag und betrachte deine perfekten Baguettes….
    (deren Rezept mich brennend heiss interessieren würde…)
    Ich habe heute welche nach einem Münchner Rezept nachgebacken.

    http://kueche-muenchen.blogspot.ch/2012/04/klimagaren-im-miele-backofen-baguette.html

    Ich war dort das vergangene Wochenende zu Besuch und der Gastgeber hat mir sein Rezept auf Youtube gezeigt. Es sah so superlecker aus, dass ich kaum zuhause angekommen den Vorteig ansetzte. Da ich keinen Klimaofen mit Dampfstössen habe, spritzte ich stattdessen mit einer Wasserspritzflasche in den Ofen. Die lange Vorlaufzeit von 3 Tagen ist für mich aber eher problematisch, da ich eher spontan und nicht wirklich vorausschauend bin.
    In jedem Fall ist der Geruch von selbstgebackenem Brot unübertrefflich. Ich backe meist nur noch den Sonntagszopf selber, das liegt aber nur an dem extrem guten Biobeck in unserem kleinen Dorf, dessen Brot noch so schmeckt, wie Brot schmecken soll.
    Lg Carmen

    • Emmanuel Hadjiandreou hat in seinem Buch ein ganz tolles Rezept, bei dem man am Vorabend den Vorteig macht und dann am nächsten Tag den Rest. Ein wenig Vorausschauen ist also auch nötig, aber nicht gerade drei Tage…

    • Das Baguetteblech habe ich ganz günstig in Frankreich entstanden. Gibt es dort in vielen Supermarchés. In der Schweiz habe ich es bei bakeria.ch gesehen, allerdings nur mit zwei Vertiefungen und deutlich teurer. Beginne demnächst mit Bäckerleinen zu experimentieren. Soll auch ganz gut sein für Baguettes.

    • Nein, mit ins Grab nehme ich es nicht. Aber ich muss noch ein wenig tüfteln, ehe ich es preisgeben kann. Bin noch nicht ganz zufrieden damit.

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