So also läuft das, ….

…. wenn eine Grossmama die Autorität der Eltern untergräbt. Ich hatte heute das Privileg, live dabei zu sein. Und da keine mir bekannten Personen involviert waren, konnte ich heimlich, still und leise meine Schlüsse ziehen.

Enkel, ca. 5 Jahre alt: Letzte Woche hatte ich Ausschlag. Meine Mama hat gefragt, ob ich Bonbons gegessen hätte.

Nonna: Nickt, lächelt, sagt nicht viel.

Enkel: Mama hat gefragt, ob Nonna mir Bonbons gegeben hätte.

Nonna, gibt sich entrüstet: Ich gebe dir doch nie Bonbons!

Enkel: Mama hat gesagt, ich hätte Ausschlag, weil Nonna mir Bonbons gegeben hat.

Nonna, hämisch grinsend: Von mir bekommst du nie Bonbons. Verstehst du, nie!

Enkel: Aber Mama hat gesagt…

Nonna unterbricht ihn: Nein, ich gebe dir nie Bonbons. Sag das der Mama.

Die Nonna grinst mir schelmisch zu, und sagt mir damit, dass sie sehr wohl diejenige ist, die dafür sorgt, dass der Junge regelmässig Ausschlag bekommt. Ich grinse nicht zurück. Wie könnte ich auch? Dafür bin ich schon viel zu lange Schwiegertochter…

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Der Musterknabe

Gar nicht so einfach, einen Sitzungstermin mit dem FeuerwehrRitterRömerPiraten zu vereinbaren. Zwischen Mittagessenhinunterschlingen, Pingu-Kassette hören und Spielnachmittag mit dem Nachbarsmädchen, dem man schon vor Jahren versprochen hat, es eines Tages zu heiraten, bleibt nicht gerade viel Zeit für Mama. Aber nachdem die Kindergärtnerin heute angerufen hatte, gab es da noch Einiges zu klären. Zum Beispiel, weshalb er seine Finken – für deutsche Leser: Finken sind Hausschuhe, nicht Vögel, – herumgeschmissen hat. Die weiteren „Vergehen“ bleiben ein Familiengeheimnis. Nur soviel: Überrascht hat mich nichts. So ist er eben, mein FeuerwehrRitterRömerPirat. Und schlimm war es auch nicht, was die Kindergärtnerin da erzählt hat, aber doch wichtig genug, dass ich einen Gesprächstermin mit meinem Dritten ausmachen musste.

Nach dem Mittagessen schenkte er mir gnädigerweise zehn Minuten seiner wertvollen Zeit, wies mich aber jedes Mal, wenn ich Luft holte, darauf hin, dass er jetzt eigentlich viel lieber Pingu hören möchte. Was bedeutet, dass es noch langweiliger ist, mit mir zu reden, als Pingu beim Quasseln zuzuhören. Quä quä! Das Gespräch war dennoch äusserst fruchtbar. So weiss ich jetzt zum Beispiel, dass der FeuerwehrRitterRömerPirat seine Finken nur herumgeschmissen hat, weil er herausfinden wollte, ob sie fliegen können wie Helikopter. Also keine böse Absicht, nur unstillbarer Forscherdrang, physikalische Früherziehung  sozusagen. Deswegen muss man doch nicht gleich die Mama anrufen, liebe Kindergärtnerin! Aber die Wissenschaft hat es eben schwer hierzulande. Ich weiss jetzt auch, dass alle anderen Kinder im Kindergarten die Regeln brechen und dass es dem FeuerwehrRitterRömerPirat fast das Herz bricht, dies mit ansehen zu müssen. Und  furchtbar laut sind die anderen Kinder und sie stören meinen FeuerwehrRitterRömerPiraten beim Nachdenken. Ja, das Leben eines Musterknaben, der umgeben ist von lauter ungehobelten Rabauken, ist nicht einfach.

Da frage ich mich doch, wie mein Sohn mit seinem Alter Ego klarkommt, mit dem säbelschwingenden, herumbrüllenden, sich um sämtliche Regeln foutierenden FeuerwehrRitterRömerPiraten, den er jeweils hervorkehrt, kaum hat er die Schwelle zu seinem Zuhause überschritten. Wie schafft er es nur, tagein tagaus mit einem Jungen im selben Körper zu stecken, der seine Müesliriegel auf dem Sofa isst anstatt, wie befohlen,  in der Küche? Der erst dann das Zimmer aufräumt, wenn man ihm droht, sämtliche Spielsachen in den Keller zu verbannen? Der unverschämt grinst, wenn die Mama ihm eine Standpauke hält? Leider hatte der FeuerwehrRitterRömerPirat keine Zeit mehr, mir diese Fragen zu beantworten. Pingu wartete und die Freundin auch. Ich werde ihn um eine weitere Audienz ersuchen müssen.

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Fast-Food-Stress

Heute ist es mal wieder so, dass ich die ganze Zeit dem Tag hintendrein renne und ihn nicht erwische. Immer, wenn ich glaube, ich hätte ihn, kommt etwas dazwischen und weg ist er wieder. Hätte Karlsson mich nicht um Viertel nach sieben geweckt, ich würde wohl jetzt noch in den Federn liegen. Und so geht es weiter. Luise kommt beinahe zu spät zur Schule, weil ich ihr das Haar zu spät kämme, der FeuerwehrRitterRömerPirat kommt beinahe zu spät in den Kindergarten, weil ich ihm keinen Znüni bereitgelegt habe, der Zoowärter kommt, nicht nur beinahe, zu spät in die Spielgruppe, weil ich unbedingt noch eine Seite zu Ende lesen musste, als ich auf dem WC sass.

Weil der Rest des Vormittags ähnlich verläuft, ringe ich mich irgendwann dazu durch, den für heute geplanten Milchreis nicht selber zu kochen. Ich verabscheue Fertigprodukte. Aber es gibt Tage, an denen es nicht anders geht und so irre ich, nachdem ich den Zoowärter zu spät von der Spielgruppe abgeholt habe, mit den beiden Jüngsten im Coop herum und suche verzweifelt den Milchreis. Und weil ich mich a) im Coop nicht auskenne, weil ich, wie alle Welt weiss, Migroskundin bin, und b) keine Ahnung habe, wo man die Fertigprodukte findet, weil ich normalerweise keine kaufe, irre ich lange, sehr lange herum. Als mir bewusst wird, dass ich in der Zeit, die ich mit Suchen vergeudet habe,  längst den Milchreis aufgesetzt, die Äpfel für das Kompott gerüstet und einen Kaffee getrunken hätte, ringe ich mich durch, eine Verkäuferin zu fragen. Und versinke dabei fast im Boden vor Scham: Frau Venditti, die an gewöhnlichen Tagen ihr Brot selber backt, hausgemachte Teigwaren auftischt, die Suppe prinzipiell nicht aus dem Päckchen kauft, verlangt Fertig-Milchreis! Kann ich noch tiefer sinken?

Ich kann. Nachdem ich möglichst unauffällig die drei Beutel in den Einkaufskorb gelegt habe, bringt mich der Zoowärter dazu, ihm vier bunte Badefischchen zu kaufen. Weil wir so dringend nach Hause müssen, habe ich einfach keine Zeit mehr, mir Gegenargumente zu überlegen, um den flehenden Blick in seinen Augen abzustellen. Und was ist der Dank dafür? Der Kleine lässt alle Welt wissen, dass seine Mama ihm einen Nemo gekauft habe!  Wie oft habe ich dem Kind denn schon gesagt, die orange-weissen Fische heissen Anemonenfische?  Im schlimmsten Fall dürfe er sie auch Clownfische nennen. Und er nennt sie Nemo. Als würde der den ganzen Tag vor der Glotze hocken und „Finding Nemo“ schauen.

Dabei hat er den Film gar nie gesehen. Als wir ihn nämlich vor zwei Jahren einmal ausgeliehen hatten, kamen Karlsson, Luise und der FeuerwehrRitterRömerPirat nach zwanzig Minuten heulend aus dem Wohnzimmer gerannt, weil sie „diesen brutalen Streifen“ nicht sehen wollten. Seither ist Nemo bei uns erst ab 16 Jahren freigegeben.

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Putschversuch

Angefangen hat es damit, dass ich vorgestern den Kochwein nicht mehr finden konnte. Ich suchte die ganze Küche ab, doch finden konnte ich ihn nicht. Kaum bewege ich mich mal auf zehn Schritte vom Herd weg, – mehr liegt momentan nicht drin, – findet „Meiner“ bessere, prinzchenfreundlichere Plätze für alles Mögliche. Und weiss dann nicht mehr, wo er das Zeug hingetan hat.

Weiter ging es damit, dass mich Luise eines Abends darüber informierte, dass sie und Karlsson ab jetzt für das Aufräumen der Küche zuständig seien, der FeuwerwehrRitterRömerPirat für das Versorgen der Schuhe und der Zoowärter für sonst etwas. Ich habe vergessen, was es war. Nicht vergessen habe ich aber, dass „Meiner“ und die Kinder dies vereinbart hatten, als ich mal kurz weg war.

Heute nun überraschte mich Karlsson mit der Frage, wann wir denn nun unseren Familienrat abhalten würden. Familienrat? Bei Vendittis? Noch nie davon gehört. Haben die das Thema etwa in der Schule durchgenommen? Währenddem mir diese Gedanken durch den Kopf schiessen, höre ich, wie „Meiner“ Karlsson erklärt, er hätte es am Sonntag vergessen. Aber nächsten Sonntag würden wir uns ganz bestimmt zum Familienrat treffen.

So langsam fühle ich mich wie Obelix: Die wollen mich nur dabei haben, weil ich so dekorativ bin. Die planen einen Putsch gegen mich! Es ist unübersehbar: „Meiner“ will meinen Job übernehmen. Und zwar nicht als Co-Präsidium, wie bisher,  sondern als Alleinherrschaft. Dabei wäre ein Putschversuch doch gar nicht nötig. Die Hälfte meines Jobs gebe ich freiwillig her.  Aber nur die Hälfte. Ich will ja meine Kinder auch mal sehen.

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Warnung vor den Window Colors

Darf man die Erfinder von Window-Colors verklagen, weil sie es geschafft haben, einen vollkommen kinderuntauglichen Artikel in jeden bekinderten Haushalt einzuschleusen?

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Nein, das Prinzchen hat nicht aus der Window-Colors-Flasche getrunken. Ein vom FeuerwehrRitterRömerPiraten auf dem Balkon zwischengelagertes Bild hat genügt, um das ganze Chaos anzurichten. Und nein, das Prinzchen heulte nicht, weil ich ihn wegen der Schmiererei bestraft hätte. Er heulte, weil er in die Badewanne musste. Zum zweiten Mal an diesem wunderbaren Tag. Und nein, ich habe nicht geheult. Nur fast. Weil das Prinzchen eine Flasche Window Colors im WC versenkt hat, wo sie trotz all meiner Bemühungen, sie rauszuholen, geblieben ist.

Zumindest weiss ich jetzt, dass meine Strategie, die Misere zu fotografieren anstatt zu explodieren,  funktioniert. Bis ich endlich die Kamera gefunden hatte, war mein Zorn schon längst verraucht.

Muss ich das wirklich?

Nein, ich habe das Buch nicht gelesen, noch habe ich vor, es zu lesen. Der Titel reicht, um mich davon abzuhalten: „Verwandeln Sie ihr Kind in 5 Tagen“, heisst das Buch. Zugegeben: Es ist unfair, über ein Buch zu urteilen, das man nicht gelesen hat. Aber sagt der Titel nicht bereits alles? Muss ich meine Kinder verwandeln? Möchte ich, dass andere Menschen mich verwandeln wollen?

Klar, unsere Kinder haben ihre Macken und ja, sie treiben mich damit tagtäglich fast in den Wahnsinn. Doch muss ich sie deswegen verändern? Ist es nicht viel eher meine Pflicht, meinen Kindern dabei zu helfen, herauszufinden, wie sie sich die positiven Seiten ihrer mühsamen Eigenschaften zunutze machen können? Tönt kompliziert? Ist es auch. Es bedeutet zum Beispiel, dass Karlsson lernt, nicht dann einen Aufstand zu machen, wenn die Schwester ein Gummibärchen mehr bekommen hat als er. Sondern dann, wenn er in der Schule gehänselt und geplagt wird. Es bedeutet, dass der FeuerwehrRitterRömerPirat seine Kraft nicht dazu benützt, seinen kleinen Bruder zu verprügeln, sondern dazu, einem Schwächeren zu helfen. Es bedeutet, dass Luise ihre sprachliche Gewandtheit nicht einsetzt, um andere schlecht zu machen, sondern um zu vermitteln, wenn die kleinen Frauen mal wieder Intrigen spinnen. Es bedeutet, dass der Zoowärter seine Kreativität nicht braucht, um das Elternschlafzimmer in einen Abenteuerspielplatz zu verwandeln, sondern um mit seinen Duplos den höchsten und schönsten Turm der Welt zu bauen.

Es bedeutet natürlich noch viel mehr und darum dauert es auch viel länger als fünf Tage, dieses Ziel zu erreichen. Sehr viel länger, nämlich ein ganzes Leben. Meine Eigenschaften setze ich ja auch nicht nur für Gutes ein, obschon ich nun schon ein paar Jahre am Lernen bin. Und sagen Sie jetzt nicht, meine Eltern hätten eben das Buch lesen müssen, dann hätten sie mir meine Marotten innert fünf Tagen ausgetrieben!

Das Traurige an der ganzen Sache ist, dass der Verlag das Buch als Bestseller anpreist. Sind wir Eltern wirklich so dumm? Oder so verunsichert?

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Ruhig, ganz ruhig, liebe Mama

Bei mir hat das alles nie funktioniert: Wenn man die Fassung zu verlieren droht, aus dem Zimmer gehen, bis man sich beruhigt hat. Oder leise auf zehn zählen. Oder an etwas Schönes denken. Oder gaaaaaanz tiiiiiiiief durchatmen. Schöne Ratschläge für Menschen, die mit einem ausgeglichenen Temperament gesegnet sind. Wer aber, wie ich, eher aufbrausend ist, hat die Tür schon geknallt und herumgebrüllt, bevor er überhaupt gemerkt hat, dass er wütend ist. Und gibt damit ein miserables Vorbild ab für die Kinder.

Jetzt endlich habe ich eine Methode gefunden, die auch mir hilft, Ruhe zu bewahren: Wenn wiedermal alles aus dem Ruder läuft, das Chaos mich zur Weissglut bringt, die Kinder mich auf die Palme treiben, dann hole ich die Kamera und fotografiere die ganze Misere. Bis das Bild im Kasten ist, ist auch mein Zorn verraucht. Drei Tage später lachen wir alle zusammen über das Bild. Und in zwanzig Jahren kann ich mich beim Betrachten der Bilder  darüber freuen, dass sich meine Kinder mit dem gleichen Chaos ihrer Kinder herumschlagen dürfen, währenddem für mich die Schokoladenseiten reserviert sind.

Nun ja, zumindest hoffe ich, dass es so sein wird.

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Die zehn häufigsten Sätze, die aus meinem Mund kommen

1. „Räum bitte endlich die Legosteine weg!“ Ca. 1 Million Mal pro Tag, kann aber sein, dass ich mich verzählt habe.

2. „Könnt ihr nicht ein bisschen leiser sein?“ Zeigt aber erst eine Wirkung, wenn mit einer Lautstärke von mindestens 100 Dezibel gebrüllt wird.

3. „Danke!“

4. „Tür zu!“ So langsam mache ich Alf Bertini Konkurrenz. Nur dass dieser nicht noch folgenden Satz angefügt hat: „Oder willst du, dass die Eisbären aussterben?“

5. „Das hast du grossartig gemacht!“ Wahlweise wird dann angefügt: „Keiner malt so schöne Kopffüssler wie du.“ oder „Soooooo einen grossen Haufen hast du aufs Töpfchen gemacht!“ oder „Du kannst ja so wahnsinnig schnell rechnen.“ oder „Das ist aber lieb, wie du deinem Bruder geholfen hast.“

6. „Lass deinen Bruder am Leben!!“ Und dabei handelt es sich meistens um den genau gleichen Bruder, dem vor zwei Sekunden noch geholfen wurde.

7. „Ich mache jetzt eine halbe Stunde Pause. Bitte stört mich nicht.“ Komischerweise hat dieser Satz noch nie, aber auch gar nie eine Wirkung gezeigt. Es sei denn, ich wäre eingeschlafen und hätte all die Fragen nicht mehr gehört, die mir gestellt wurden, kaum hatte ich den Beginn meiner Pause angekündigt.

8. „Wo sind meine Schuhe?“ Meine Schuhe gehen dorthin, wo Luise will. Wie wird das erst sein, wenn Luise Grösse 36 trägt?

9. „Ich hab dich soooooooooooooo lieb.“ Zum Glück habe ich jeden Tag mindestens einen Grund, diesen Satz zu jedem meiner Kinder zu sagen. Und wenn mir mal kein Grund einfällt, sage ich es trotzdem.

10. „Beeil dich! Wir kommen /du kommst zu spät!“ Ja, ich weiss, dieser Satz lässt sämtliche Kinder auf diesem Planeten völlig kalt. Und ja, ich weiss auch, dass Kinder vor irgend einem bestimmten Alter noch gar kein Zeitgefühl haben. Aber was soll ich denn sonst sagen, wenn die Knöpfe mal wieder nicht vorwärts machen?

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Armer Winnie the Pooh

Vielleicht muss ich mir das mit dem Bonus für den Zoowärter noch einmal überlegen. Zwar ist er heute schön brav aufs Töpfchen gegangen – der Tag ist noch jung – aber ob er das mit der artgerechten Tierhaltung begriffen hat, wage ich zu bezweifeln. Darf ich wirklich ein Kind mit einem grossen Winnie the Pooh belohnen, wenn es den kleinen Winnie the Pooh, – eine Leihgabe von Karlsson, – in eine Pausenbrotbox sperrt? Auch Winnie hat doch ein Recht auf artgerechte Haltung, so mit Honigtopf, Baumhaus und Fluss zum Stöckchen-Werfen.

Ausserdem mache ich mir Sorgen, ob der Zoowärter seinen Tieren auch ein angemessenes Gottesbild weitergibt. Winnie the Pooh müsse weinen, weil Gott ihn geschlagen habe, erzählte mir der kleine Kerl heute ernsthaft. Als ich wissen wollte, weshalb Gott denn so etwas Schreckliches getan habe, meinte der Zoowärter schulterzuckend: „Einfach so!“. Da bemühst du dich redlich, deinen Kindern einen Gott der Liebe näher zu bringen. Und was geben sie ihren Stofftieren weiter? Holzhammertheologie!

Ich muss mir wirklich noch einmal überlegen, ob der Zoowärter schon reif genug ist, für Winnie the Pooh zu sorgen. Man weiss ja, wie zartfühlend der kleine gelbe Bär ist…

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Bonusprogramm

Der Zoowärter möchte seinen Zoo erweitern. Momentan hat er ein Auge auf Winnie the Pooh geworfen. Die Rasse scheint mir zwar nicht gerade vom Aussterben bedroht zu sein und mich dünkt auch, sie sei fast noch häufiger anzutreffen als die gewöhnliche Hauskatze, doch der Zoowärter findet dennoch, Winnie dürfe in seiner Sammlung auf gar keinen Fall fehlen. Da ich meinem kleinen Tierfreund gerne einen Wunsch erfüllen möchte, gleichzeitig aber auch sein Wille zum Trockenwerden erlahmt ist, kaum hatten wir ihn soweit, dass wir ihn ohne Windeln aus dem Haus schicken konnten, habe ich beschlossen, ihn seine nächste Anschaffung erarbeiten zu lassen. Für zwanzig mal Töfpchen gibt es den heiss ersehnten Winnie the Pooh. Als Bonus sozusagen. Ist ja  heutzutage wieder chic.

Nun, wie so Viele in unserem Land, scheint auch der Zoowärter den Sinn des Bonussystems noch nicht ganz verstanden zu haben. Er setzt jetzt der Reihe nach ein Stofftier nach dem andern aufs Töpfchen, macht sich selber die Windel voll und fragt, wann er denn endlich seinen Winnie-Bonus bekomme. Wie man sieht, hat er zwar nicht verstanden, was man leisten muss, um einen Bonus zu erhalten, will aber dennoch nicht darauf verzichten. Kommt einem doch irgendwie bekannt vor…

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