Geschafft

Hätte man mir vor ein paar Monaten gesagt, dass es möglich ist, mit fünf Kindern und Ehemann die Schweinegrippe inklusive anschliessender Mittelohrentzündung durchzustehen, dazwischen Karlssons Geburtstag zu feiern, das ganz normale Leben mit Haushalt, Gästen und Wäschebergen zu meistern und daneben noch 62399 Worte zu schreiben, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Neben all dem Trubel in unserer Familie kann man nicht an einem Text dranbleiben. So lautete meine Standardausrede, wenn mich jemand fragte, weshalb ich meine Schreibprojekte nicht endlich zu Papier bringen würde. Und nun habe ich mir, ohne es ernsthaft zu wollen, das Gegenteil bewiesen. Dass ich mich beim Novemberschreiben angemeldet habe, war nämlich nur so eine Idee, von der ich gedacht hatte, ich würde sie beim geringsten Widerstand wieder aufgeben. Eine Erkältung oder ein paar zu kurze Nächte würden genügen, um mich wieder davon abzubringen, hatte ich gedacht. Zwei, drei Tage würde die Begeisterung andauern, länger nicht.

Aber ich hatte nicht mit der Leidenschaft gerechnet, die mich packte, sobald ich mit dem Schreiben begonnen hatte. Ob ich kochte, wickelte, einkaufte oder putzte, immer war mein Kopf am Schreiben. Immer wieder musste ich mich zum Computer schleichen, um ein paar Sätze einzutippen, die ich vergessen würde, wenn ich sie nicht sofort notierte. Und dennoch ist unser Leben nicht vollkommen aus den Fugen geraten. Okay, „Meiner“ und ich haben etwas weniger miteinander geredet als gewöhnlich, sind uns sogar einmal in die Haare geraten, der Zoowärter musste sich etwas öfter mit sich selbst beschäftigen, die in gewöhnlichen Zeiten schon spärliche Adventsdekoration fällt dieses Jahr noch etwas spärlicher aus und die Putzfrau musste heute vier Stunden putzen anstatt der sonst üblichen zwei. Aber wenn ich sehe, wie viel glücklicher ich war, wie viel ausgeglichener, wie viel erträglicher für meine Umwelt, dann war es das Wert.

Und wenn ich sehe, wie viel Novembertext darauf wartet,  überarbeitet zu werden, dann wird mir klar, dass dieser November noch lange dauern wird. Sehr sehr lange.

Frühlingslüftchen

Wie hatte ich doch stets gelacht über den Mathematiklehrer, der uns einst mit leuchtenden Augen erzählt hatte, wie er jede Grippe in den Griff bekomme: Er löse ein paar Maturaufgaben und schon wehe ein frisches Frühlingslüftchen durch sein Gehirn und alles sei wieder viel besser. Nun, ist es denn ein Wunder, dass ich ihn nicht verstehen konnte? Wo man mich mit dem freiwilligen Lösen vom Maturaufgaben wohl eher auf die Intensivstation befördert hätte und wäre ich vorher noch kerngesund gewesen.

Doch heute muss ich erkennen, dass ich gar nicht so anders bin als mein ehemaliger Mathematiklehrer. Hoffentlich bekommt er dies nie zu lesen, sonst lacht er sich krank und muss wieder Maturaufgaben lösen, um wieder gesund zu werden. Oder er verfällt in eine tiefe Identitätskrise,  weil eine der schlechtesten Schülerinnen seiner Karriere behauptet, sie sei ihm ganz ähnlich, wenn auch nur in einem Bereich. Was für ihn nämlich die Maturaufgaben sind, ist für mich das Schreiben. Hatte ich zu Beginn der schweinischen Seuche noch befürchtet, diese sei das Ende meines Novemberschreibens, so stelle ich jetzt fest, dass nicht nur mein Novemberschreiben prächtig gedeiht, sondern dass ich durch das Schreiben auch noch gleich meine Grippe ausgetrieben habe. Nun gut, kann ja sein, dass die Medikamente, die mir der Arzt verschrieben hat, das Ihre dazu beigetragen haben. Ich habe sie nämlich eingenommen, auch wenn ich gestern noch das Gegenteil behauptet hatte. Aber ich bin mir sicher, dass das Schreiben mehr bewirkt hat. Wie sonst lässt es sich erklären, dass ich nach Stunden des Schreibens keinen Brummschädel habe, sondern das Gefühl habe, ich könnte Bäume ausreissen.

War da etwa ein frisches Frühlingslüftchen durch meinen Kopf geweht? Vielleicht. Aber sagen Sie es bitte nicht meinem Mathematiklehrer!

DSC02882-small

Halbzeit

Mein Novembertext ist zur Hälfte fertig. Mehr als fünfundzwanzigtausend Worte habe ich geschrieben in der vergangenen Woche.  Ohne mein Blog-Geschreibsel dazuzuzählen. Habe zu wenig geschlafen, zu viel gegessen, um wach zu bleiben, meinen Haushalt schleifen lassen, dass es eine Schande ist. Aber es hat sich gelohnt: Noch nie zuvor war ich so zufrieden, noch nie zuvor habe ich mit einer solchen Gelassenheit auf die zahlreichen Mätzchen meiner Kinder reagieren können, noch nie zuvor habe ich mich so ausgeglichen gefühlt.

Zu dumm nur, dass ich schon die Hälfte geschafft habe. Was mache ich bloss, wenn der November vorbei ist?

DSC02857-small

Süchtig

Bis anhin hatte ich mich eigentlich nicht für einen suchtgefährdeten Menschen gehalten. Okay, ich kann Luxemburgerli nicht widerstehen. Aber die Dinger sind so teuer, dass ich sie mir alle Schaltjahre leiste, – oder schenken lasse,- so dass keinerlei Suchtgefahr besteht. Dass ich süchtig sein könnte nach Lesen ist mir schon eher mal durch den Kopf gegangen. Wenn ich mich dabei erwischt habe, wie ich eine Gebrauchsanweisung durchgelesen habe, weil gerade kein anregenderer Lesestoff zur Hand war. Oder den Text auf der Shampooflasche. Oder die Wegleitung zur Steuererklärung.

Gestern aber ist mir klar geworden, dass auch ich ein Suchthaufen bin. In meinem Kopf schwirrten zwei Texte herum. Wunderschöne, geschliffene Sätze, Pointen, die ich nicht vergessen wollte, Worte, die so treffend waren, dass ich sie auf keinen Fall vergessen wollte. Aber ich hatte keine Zeit. Der Zoowärter wartete auf sein Frühstück, das Prinzchen hatte eine volle Windel, die Putzfrau wartete darauf, dass ich das Chaos aus dem Weg räume, damit sie ungehindert staubsaugen konnte. Keine Chance zu entkommen, sich hinter den Bildschirm zu setzen und zu tippen, was das Zeug hält. Nicht mal Zeit, mir ein paar Notizen zu machen, damit die Sätze nicht wieder verschwinden. Und so verwandelte ich mich in eine Furie mit zittrigen Fingern, rasendem Puls und starrem Blick. Ich wollte schreiben, musste schreiben und zwar jetzt gleich, sofort! Es fehlten nur noch die Schweissausbrüche, und ich hätte mich gefühlt wie ein Junkie auf Entzug. Nicht, dass ich Erfahrung hätte mit solchen Dingen…

Wenn das so weitergeht mit mir, kann das ja heiter werden. Im Moment zum Beispiel schwirren in meinem Kopf Blog-Posts durcheinander, Sätze für das Novemberschreiben, Ideen für die nächste Geschichte. Und ausserdem habe ich da noch ein Buch, dass ich unbedingt fertig lesen muss. Nichts Hochstehendes, bloss eine belanglose Chick-Lit-Schnulze in miserabler deutscher Übersetzung, die ich mir gekauft habe, um die Fahrt von Zürich nach Aarau zu verkürzen. Aber ich muss doch wissen, ob die Tussi am Ende Ed nimmt oder Josh, nicht wahr? Okay, ich geb’s zu, ich weiss, dass sie Ed nimmt. Ich habe das Ende schon gelesen. Aber ich muss doch wissen, wie es dazu kommt.

Während ich mich in einem Rausch von Lesen und Schreiben befinde, dämmt „Meiner“ das Chaos in Haushalt, Terminkalender und Wäschekorb ein, so gut es geht. Mit solchen Trivialitäten kann ich mich momentan einfach nicht herumschlagen…

DSC02403-small

November

Das fängt ja gut an! Schon am ersten Morgen schaffe ich es nicht, mich um fünf Uhr aus dem Bett zu quälen. Und als ich es um sechs Uhr dann endlich doch schaffe, macht sich das Prinzchen aus Protest die Windel voll. Und da „Meiner“ noch immer hexenschussbedingte Probleme beim Aufstehen hat, ist klar, wer des Prinzchens Windel wechselt.

Man kann sich ja fragen, ob eine Mama von fünf Kindern nichts Besseres zu tun hat, als sich frühmorgens hinter den Computer zu setzten, um beim Novemberschreiben mitzumachen. Immerhin ist landläufig bekannt, dass ich bei Schlafmangel noch kratzbürstiger bin als im Normalzustand. Aber da ich in den letzten Jahren ohnehin einen gigantischen Schlafmangel angehäuft habe, kommt es auf dieses kleine bisschen Unvernunft im November nicht mehr an. Wenn ich jetzt nicht anfange, fange ich nie an. Heute ist es der Schlafmangel, der mich abhält, in drei Jahren die Vorpubertät, in zehn Jahren die Berufswahl der Kinder und irgendwann dann die Gicht. Also lege ich heute los, Schlafmangel hin oder her. Irgendwann muss ich damit anfangen, den Geschichten den Weg aus meinem Kopf zu bahnen. Ob die dann als Datei in meinem Computer vergammeln, oder ob eines Tages mehr daraus wird, ist momentan völlig egal. Hauptsache, ich schreibe.

Und da ich mich jetzt so schön warmgeschrieben habe, starte ich offiziell in das erste Novemberschreiben meines Lebens. Wenn ich mir meinen brummenden Schädel wegdenke, freue ich mich wie ein kleines Kind…

DSC02801-small

Noch mehr bunte Smarties

265 Posts habe ich bis heute geschrieben, dieser hier ist der 266. In dieser Zeit habe ich darüber geschrieben, wie gerne ich Mutter bin, wie oft ich mich als völlige Versager-Mama fühle, habe von meiner Überforderung berichtet, von meinem Ärger über die kinderunfreundliche Schweiz, habe über Absurditäten gespottet, ein wenig von meinen Glauben preisgegeben,  habe davon erzählt, wie unglaublich witzig und lieb unsere Kinder sind, habe von „Meinem“ geschwärmt und ab und zu auch ein wenig politisiert. Und was lesen meine überaus geschätzten Leser aus diesem Sammelsurium am Liebsten? Meinen kleinen, banalen Eintrag über Kindergeburtstage und Viele viele bunte Smartieskuchen.

Keine Ahnung, was diesen Text so beliebt macht, aber seit Wochen hält er sich hartnäckig unter den meist gelesenen Beiträgen meines Blogs. Weil ich ein Mensch bin, der immer wissen muss, weshalb etwas ist, wie es ist, habe ich mir inzwischen eine Theorie zurecht gelegt, um mir zu erklären, weshalb ausgerechnet dieser Beitrag so oft gelesen wird: Das Kind hat Geburtstag, die Mama überlegt sich, was sie backen soll, denkt „Smarties wären doch süss! Und erst noch bunt.“, Mama sucht im Internet nach einem Rezept, meint, bei mir gebe es eines und liest den Beitrag. Fragt sich bloss, was sie für einen Kuchen backt, nachdem sie bei mir gelesen hat, dass alle Mamas Smarties-Kuchen backen…

Und fragt sich, weshalb der Beitrag von Juni bis September nie, seit Anfang Oktober aber täglich gelesen wurde. Irgendwo müssen Smarties in einem unglaublich günstigen Sonderangebot erhältlich sein…

Vollbild anzeigen

Prioritäten

Vielleicht hat sich nach meinem gestrigen Beitrag der eine oder die andere LeserIn gefragt, weshalb ausgerechnet ich zuständig sein soll für herumliegendes Spielzeug und partnersuchende Schuhe. Und es stimmt ja auch: Meistens bin nicht ich diejenige, welche die Sachen liegen lässt. Aber es ist nun mal so, dass auch meine Kinder Prioritäten setzen. Und sonderbarerweise steht Aufräumen ziemlich weit unten auf ihrer Prioritätenliste, gleich nach den Posten „Impfungen“, „Zähne ziehen“ und „Rosenkohl essen“. Düstere Aussichten für unseren Haushalt also.

Noch düsterer sieht es aus, wenn man bedenkt, dass Karlsson und Luise mir jetzt schon in den Ohren liegen, sie möchten auch „endlich“ bloggen. Was, wenn wir dereinst alle unser Dasein hinter dem Bildschirm fristen?

DSC02555-small

Welcher Haushalt denn?

In letzter Zeit werde ich öfters gefragt, wie ich es überhaupt schaffen würde, so viel zu bloggen. Ich hätte daneben ja noch eine ziemlich grosse Familie zu versorgen. Nun, die Frage müsste eigentlich nicht lauten, wie ich es schaffe, soviel zu schreiben. Sie müsste lauten: „Wie sieht denn dien Haushalt aus?“ Worauf ich zurückfragen würde: „Welcher Haushalt denn? Ach so, du meinst jenes endlose Chaos aus herumliegenden Spielsachen, gefalteter Wäsche, die darauf wartet, endlich im Schrank zu verschwinden, Schuhen, die im Treppenhaus auf Partnersuche sind und Grünabfällen, die auf dem Balkon vor sich hin gammeln.“ Wenn mich der Fragende dann fragend ansehen würde, würde ich sagen: „Tja weisst du, als Hausfrau muss man eben Prioritäten setzen. Lieber ein chaotischer Haushalt mit einer halbwegs zufriedenen Hausfrau als ein perfekt aufgeräumter Haushalt mit einer Kratzbürste.“

Wobei: Eine Kratzbürste bin ich auch dann, wenn ich halbwegs zufrieden bin…

IMG_1648-small

Liebesbrief an die moderne Technologie

Immer, wenn  wir in die Ferien verreisen gilt meine erste Sorge dem Internetanschluss. Nicht dass ich mich in der Illusion wiege, meine Leser könnten nicht ein paar Tage ohne neues Gebrabbel meinersteits auskommen. Ob ich das allerdings  überstehen würde, ist eine andere Frage. Diesmal aber war es besonders wichtig, denn ich hatte den Abgabetermin meiner Kolumne bereits verschieben müssen, weil ich Donnerstag und Freitag im Spital mit Warten vertrödelt hatte. Die Zeit drängte also, als wir in Chamonix ankamen. Undwie immer, wenn die Zeit drängt, lief alles schief.

Zuerst mal funktionierte das Modem nicht, das mir die Réception zur Verfügung gestellt hatte. Also begann ich ohne Internetverbindung zu schreiben. Irgendwann stellte ich mit Schrecken fest, dass das Schreibbprogramm des Laptops zwar Wörter, nicht aber Zeichen und Leerschläge zählt. Also begannen „Meiner“ und ich zu zählen. Dies aber passte dem Laptop nicht, weshalb er zu protestieren begann, sein Akku werde demnächst leer sein, was dazu führte, dass „Meiner“ und ich panisch begannen, den Text von Hand abzuschreiben, denn der Adapter für ausländische Steckdosen war mal wieder zu Hause geblieben und die Réception war inzwischen geschlossen. Also ab zum Computer in der Lobby, der aber aus unerfindlichen Gründen etwas gegen mich hat und alles tat, nur nicht das, was ich will.

Irgend wann gab ich auf, stürmte entnervt in die Ferienwohnung, wo ich einen hefitgen Streit mit „Meinem“ vom Zaun brach. Wenn ich schon keinen an der Réception zur Schnecke machen konnte, musste eben „Meiner“ dranglauben. Und man sagt ja, die meisten Paare würden in den  Ferien streiten, weshalb also sollten wir eine Ausnahme machen?

Wie die Kolumne dann doch fertig geworden ist? Nun, heute früh – und ich meine wirklich früh – funktionierte alles wieder tadellos. Und zum Zeichen der Versöhnung hat mir „Meiner“ sogar ein  anderes Modem geholt an der Réception. Somit fanden meine von Hand abgezählten 3000 Zeichen inklusive Leerschläge gerade noch rechtzeitig den Weg nach Aarau. Ob der Text gut ist? Keine Ahnung. Bei so viel Zählen konnte ich mich nicht auch noch auf den Inhalt konzentrieren…

Und jetzt starten wir einen neuen Anlauf, das süsse Leben hier zu geniessen.

023

Das geht mich alles gar nichts an

Früher hatte ich immer gedacht, zu Hause zu arbeiten sei eine unglaublich mühsame Sache. Ich stellte mir vor, dass es ein Ding der Unmöglichkeit sei, den Alltag hinter der geschlossenen Bürotür zu lassen und sich voll und ganz der Arbeit zu widmen, die da ansteht. Unmöglich ist dies auch heute noch, zumindest solange „Meiner“ nicht zu Hause ist. Schwingt aber „Meiner“ das Zepter, wird der Heimarbeitsplatz zum Besten, den man sich nur vorstellen kann.

Karsslon schreit mal wieder? Luise und der FeuerwehrRitterRömerPirat zanken sich um ein Bilderbuch? Der Zoowärter hat das Töpfchen neben dem WC ausgeleert? Das Prinzchen will nicht schlafen? Das, was mich sonst zum Wahnsinn treibt, lässt mich völlig kalt, wenn „Meiner“ Hausmann ist. Geht mich alles gar nichts an, ich muss die Probleme ja nicht lösen. Sollen die mal schauen, wie sie selber zurecht kommen. Ich kann dann morgen wieder Streit schlichten, herumliegende Socken in den Wäschekorb befördern, Telefonwerbung abwimmeln, Speisereste entsorgen, den Geschirrspüler ausräumen, Tränen trocknen, aufgeschlagene Knie verarzten, Bilderbücher erzählen. Würde ich ausser Hause arbeiten, müsste es ja auch ohne mich gehen, also geht es auch, wenn ich zwar  physisch anwesend, in Gedanken aber irgendwo bin. Und ich komme in den Genuss all der kleinen und grossen Dramen, ohne mich darüber aufregen zu müssen. Ja, zuweilen inspirieren sie mich gar in meiner Arbeit.

Ob ich bei all dem Chaos überhaupt arbeiten kann? Aber klar doch. Ausblenden zu können ist das Erste, was man als Mutter lernen muss, sonst dreht man früher oder später durch. Würde ich auswärts arbeiten, bekäme ich von all dem Trubel nichts mit. Ich würde also auch nicht so deutlich den Kontrast erleben zwischen dem  konzentrierten Arbeiten am Bürotisch und dem Hexenkessel, in dem ich mich normalerweise bewege.

Ist es nicht schön, wie ich mich jetzt mit ein paar überzeugenden Argumenten darüber hinweggetröstet habe, dass ich noch immer keine bezahlte Arbeit gefunden habe und wohl in naher Zukunft auch keine finden werde? Es sei denn, ich würde putzen gehen.  Aber ich kann ja nicht auswärts tun, was ich zu Hause um alles in der Welt meide.

Ach und überhaupt: Bei welchem Job wird man denn so umsorgt, wie hier? In regelmässigen Abständen kommt „Meiner“ ins Büro, fragt, ob ich etwas brauche und bringt mir das Gewünschte, egal ob Tee, Latte Macchiato oder eine Duftkerze. Ich glaube, an dieses Leben könnte ich mich gewöhnen, obschon ich zurzeit noch gratis arbeite…

DSC01882-small