Alles nur eine Frage der Disziplin?

Montag backen, Dienstag arbeiten, Mittwoch Garten, Donnerstag arbeiten, Freitag putzen – So ist das geplant und so habe ich das in den vergangenen zehn Tagen auch mehr oder weniger durchgezogen. „Ist es am Ende doch nur eine Frage der Disziplin, ob man es schafft, die Dinge zu tun, die man sich vorgenommen hat?“, fragte ich mich selbst heute früh, als ich mal kurz meinem Spiegelbild begegnete. Mein Spiegelbild zog die Augenbrauen hoch. „Hast du die Sache mit Schwiegermama schon wieder vergessen?“, fragte es mich. „Und die Lehrerin, die dich fast jeden Mittwochvormittag angerufen hat, weil der FeuerwehrRitterRömerPirat über Bauchweh klagte? Und Luise, die so viel krank war? Und deine eigenen Käferchen? Und all die Stundenplanänderungen? Und…“ „Schon gut“, unterbrach ich ungeduldig, denn im Garten warteten ein paar hartnäckige Wurzeln auf mich, „ich habe verstanden: Solange alles mehr oder weniger rund läuft, ist es eine Frage der Disziplin, aber wenn Schwiegermütter, Lehrerinnen und Käfer die Finger im Spiel haben, kann ich wollen, soviel ich will, es wird trotzdem nicht klappen.“ „Schlaues Mädchen“, antwortete mein Spiegelbild. Jetzt war es an mir, die Augenbrauen hochzuziehen. „Mädchen? Hast du uns zwei in letzter Zeit schon mal etwas genauer angesehen?“ „Wie sollte ich?“, fragte mein Spiegelbild zurück, „du rennst ja andauernd wie ein aufgescheuchtes Huhn durch Haus und Garten, da bekomme ich dich kaum je zu Gesicht.“ „Ach ja, ich soll hier vor dem Spiegel rumhängen, wenn meinen Plänen endlich mal nichts im Wege steht?“, raunzte ich. „Und wenn ich dir das nächste Mal begegne, wirfst du mir vor, ich sei ein undiszipliniertes Miststück, das nichts auf die Reihe kriegt.“ Eine Antwort wartete ich nicht mehr ab, denn die Wurzeln brauchten mich jetzt wirklich. Man weiss schliesslich nie, wann der nächste Käfer kommt… 

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Diebstahl!

Vor vielen Jahren gab es in unserem Leben eine Sache, die wirklich kostbar war, aber da sie uns in rauen Mengen zur Verfügung stand, wussten wir ihren Wert nicht richtig zu schätzen, weshalb wir sie oft für unsinnige Dinge wie Endlossitzungen, Pflichteinladungen und Streitigkeiten verschwendeten. Als die Kinder kamen, begannen wir zu erkennen, was wir vergeudet hatten, aber da die Sache nur umkämpft, nicht aber verschwunden war, lernten wir mit der Zeit, sie zu geniessen. Jetzt erkannten wir erst, wie unglaublich wertvoll sie war und wir schätzten uns ausserordentlich glücklich, sie zu besitzen. Okay, an gewissen Tagen sah es so aus, als hätten wir sie verloren, aber je grösser die Kinder wurden, umso seltener war dies der Fall. Ja, zwischenzeitlich fühlten wir fast wieder so sicher wie zu kinderlosen Zeiten, so dass wir uns gar verstiegen, zu glauben, die Sache stünde uns zu. 

Tja, und dann wurden aus unseren Kindern Teenager und auf einmal war die Sache weg. Einfach so, mochten wir auch noch so lange danach suchen, sie war fort. Erst dachte ich ja, wir hätten sie einfach am falschen Ort versorgt und müssten nur mal gründlich unser Leben auf den Kopf stellen, um sie wieder zu finden. Doch seitdem Luise auch an der Oberstufe ist, gibt es keinen Zweifel mehr: Man hat uns beraubt, hat uns den Feierabend, der uns im Laufe der Jahre so kostbar geworden ist, brutal entrissen und ich fürchte, es wird eine Ewigkeit dauern, bis der Dieb gefasst ist und wir zurückbekommen, war wir so schmerzlich vermissen. 

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Schulreif

Wenn sie….

…die unreifen Äpfel vom Baum reissen und anbeissen, obschon du ihnen eben erst zum hunderttausendsten Mal erklärt hast, es sei noch nicht Erntezeit,…

…in Nachbars Garten heimlich ein Feuer machen, nachdem du ihnen diesen Sommer nur etwa eine Million Mal von der Sache mit der grossen Hitze und dem fehlenden Regen erzählt hast,…

…beim Spiel mit dem Gartenschlauch die frisch gewaschene Wäsche nass spritzen und die Waschküche unter Wasser setzen,…

…sich wegen irgend eines dämlichen Plastik-Minions aus der Chipspackung die Köpfe einschlagen,…

…sich überhaupt aufführen wie Dreijährige, sobald du ihnen den Rücken zudrehst,…

…dann ist es allerhöchste Zeit, dass endlich wieder die Schule beginnt. Ja, ich weiss, spätestens übernächste Woche werde ich wieder über den Schulalltag jammern, aber für den Moment habe ich die Nase gestrichen voll vom Sommerferienbetrieb.

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Das Stundenplanwunder wiederholt sich

Das Stundenplanwunder, welches letztes Jahr ehrfürchtiges Staunen in mir ausgelöst hatte, ereignet sich dieses Jahr aufs Neue. Alle sechs schulpflichtigen Vendittis – „Meinen“ schliesse ich grosszügig in diese Kategorie ein, da es bei der Schulpflicht ja keine Rolle spielt, ob man vor der Klasse steht oder die Schulbank drückt – haben im nächsten Schuljahr am gleichen Wochentag morgens und nachmittags Unterricht. Es ist sogar noch wundersamer als letztes Jahr. Stundenplanwundertag ist diesmal nämlich der Dienstag.

Jawohl, Dienstag! Der Tag, dem ich nun über viele Jahre jede Woche mit neuem Grauen entgegen gesehen habe. So fein in zahlreiche Zeitabschnitte zerstückelt, dass sich beim besten Willen nichts Sinnvolles damit anfangen lässt. So endlos, weil „Meiner“ erst dann nach Hause kommt, wenn meine Tagesration Geduld schon längst zur Neige gegangen ist. So zähflüssig, weil man sich immer irgendwie zwischen zwei wichtigen Terminen befindet, die man auf gar keinen Fall verpassen darf, weshalb es sich gar nicht erst lohnt, so zu tun, als würde man etwas tun. So mies abgestimmt, dass immer genau die Familienmitglieder zur gleichen Zeit im Hause sind, die sich am allerwenigsten ertragen können. Dienstag eben…

Damit soll jetzt also Schluss sein. Einfach so, Knall auf Fall, soll aus diesem mühsamen Dienstag ein ganz normaler – vielleicht sogar ein ganz brauchbarer – Wochentag werden. Ein nahezu unfassbares Glück. Aber auch eines, auf das wenig Verlass ist. Auf dem Papier sieht es ja jeweils ganz nett aus, das Stundenplanwunder. Ob sich die Realität an das hält, was der Stundenplan verspricht, ist eine andere Frage. Im letzten Schuljahr habe ich da eine gewisse Diskrepanz festgestellt…

17 pieces; prettyvenditti.jetzt

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Klepto-Katze

„Zehn Katzenbabys sind genug“, sagten „Meiner“ und ich letztes Jahr und brachten Katzenmama Henrietta zum Tierarzt, um sie vor weiterem Nachwuchs zu schützen. Gut zwölf Monate später müssen wir feststellen, dass die Dame gar nicht geschützt werden wollte, denn Nachwuchs zu haben liegt ihr offenbar so sehr im Blut, dass sie jetzt einfach pausenlos scheinschwanger ist. Und wenn sie (schein)schwanger ist, geht sie auf Raubzug in der Nachbarschaft. Solange es nur herrenlose Plastikbeutel und leere Zigarettenschachteln waren, ging das ja noch. Auch den einen oder anderen Vogel konnte ich ihr noch halbwegs nachsehen, obschon ich immer und immer wieder versuchte, sie zum Pazifismus zu bekehren. Seitdem sie mir aber fast täglich Gartenhandschuhe aus sämtlichen umliegenden Gärten anschleppt, mache ich mir ernsthafte Sorgen um den Frieden im Quartier. Ich meine, was sollen die Nachbarn denken, wenn sie in unserem Garten die Handschuhe entdecken, die bei ihnen fehlen? „Nicht mal genügend Geld für Gartenhandschuhe hat man also“, werden sie sagen. „Die schicken wohl ihre Rasselbande auf Raubzug, um sich irgendwie über Wasser halten zu können.“ Äusserst peinlich, die ganze Angelegenheit. Gut, beim einen oder anderen Handschuh gelang es uns, den ursprünglichen Besitzer ausfindig zu machen, doch was hilft das, wenn Henrietta Stunden später brav wieder herbringt, was wir in ihren Augen fälschlicherweise zurückgegeben haben? 

Um mich der Nachbarschaft zu erklären, habe ich beim Gartentor ein Körbchen angebracht, in das ich das Diebesgut lege. Auf einem kleinen Plakat bitte ich um Nachsicht für unsere kleptomanisch veranlagte Katze. Ich bitte die Leute auch, die Dinge mitzunehmen, die ihnen gehören. Das Plakat sorgt für ziemlich viel Erheiterung, manchmal ergibt sich auch ein nettes Gespräch, mitgenommen hat aber noch niemand etwas. 

Na ja, fast niemand. Henrietta bedient sich regelmässig aus dem Körbchen, um sich zu holen, was sie für ihren Besitz hält. 

ho fame; prettyvenditti.jetzt

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Gerne erstellen wir Ihnen eine Offerte

Die Sache ist an sich einfach: Die Warmwasserleitung ist verkalkt, gleichzeitig an mehreren Stellen im Haus warmes Wasser laufen lassen geht nicht mehr, also muss jemand her, der die Sache wieder in Ordnung bringt. Bloss wer?

Firma Nummer 1 ziert sich erst mal ein wenig. Furchtbar viel zu tun im Moment, schwierig, wirklich ganz schwierig, einen freien Termin für einen Augenschein zu finden. Nach einer Weile klappt es dann doch, eines frühen Morgens kommen zwei Männer vorbei, um sich die Angelegenheit anzusehen. Die Sorgenfalten, die sich alsbald auf ihren Stirnen bilden, sprechen das Urteil, noch bevor sie ein Wort gesagt haben. Das könnte teuer werden, meinen sie schliesslich, und wenn man nicht demnächst etwas unternehme, müssten neue Leitungen her. Die Kunden würden jeweils erschrecken, wenn sie die Offerte bekämen, erklären sie fast schon tröstend, aber sie würden auch ganz bestimmt nicht über das Kostendach hinausgehen. Ein paar Tage später dann die Offerte im Briefkasten. Mit zittrigen Fingern öffnen wir sie. Ein niedriger vierstelliger Betrag. Hätte schlimmer sein können, aber warten wir mal ab, was Firma Nummer 2 zu sagen hat.

Die sind leichter zu erreichen, prophezeien aber schon am Telefon eine ziemlich hohe Summe. Dafür finden sie schneller einen freien Termin und malen nicht ganz so rabenschwarz. Klar, die Sache muss gemacht werden, allzu lange sollte man nicht warten, doch machbar ist es auf alle Fälle. Und obschon sie höher als die erste ausfällt, kommt auch diese Offerte noch mit drei Nullen aus, liegt also noch knapp unter der Schmerzgrenze.

Firma Nummer 3 schickt nicht nur einen Fachmann ins Haus, sondern auch eine mehrseitige Broschüre, professionell aufgezogen mit vielen Zahlen, Versprechungen, Zukunftsaussichten und einem Hinweis auf das soziale Engagement in der „dritten Welt“. Über die vielen Seiten sticht immer und immer wieder das Wort „günstig“ ins Auge. Der Fachmann ist gelinde gesagt schockiert von dem, was er bei uns antrifft. Wenn da nicht sofort etwas getan wird, dann… Ja, was eigentlich? Rohrbruch? Wasserschaden? Weltuntergang? So richtig weiss man es nicht. Auf alle Fälle, das kann er jetzt schon sagen, wird uns das Ganze einen mittleren fünfstelligen Betrag kosten. Mal sehen, ob es in der Offerte dabei bleibt, oder ob noch das eine oder andere hinzu kommt. Immerhin will der Herr auch Rost festgestellt haben, der den anderen verborgen geblieben ist. 

Ausgesprochen spannend, diese Meinungsunterschiede. Aber wie, um alles in der Welt, entscheidet man als Laie, welche dieser drei Firmen unser Vertrauen verdient hat?

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Vormittägliche Ruhestörung?

Die einen Nachbarn sitzen bis weit nach Mitternacht lachend und quatschend im Garten und keinem käme es in den Sinn, deswegen ein Theater zu machen. Klar, manchmal wünschte man sich, sie würden die Stimmen ein wenig dämpfen, aber was soll’s, es ist Sommer und sie sind glücklich.

Ein anderer Nachbar ist Liebhaber von Jahrmarktsorgeln. Manchmal nervt das Gedudel, aber es stört auch nicht wirklich, also freut man sich, dass da einer seine Leidenschaft gefunden hat.

Auch eine Nachbarin zeigte sich neulich sehr leidenschaftlich. Was da alles im Schlafzimmer abing, kann ich nur erahnen, auf alle Fälle liess sie die ganze Nachbarschaft an ihrem Liebesglück teilhaben und zwar mitten in der Nacht. Kein Problem, obschon ich es vorgezogen hätte, etwas weniger mitzukriegen. Bei allzu Privatem fühle ich mich immer als Eindringling, wenn ich mithöre.

Dann gibt es noch den fanatischen Rasenmäher. Ich habe bis heute nicht herausgefunden, in welchem Haus er wohnt, ich höre immer nur das Gebrumm. Ja, es stört, aber wir sind auch nicht immer leise, also soll er doch seinen Rasen mähen, wenn es ihn glücklich macht.

In einem Haus wohnt jemand, der gelegentlich seine Hunde alleine zu Hause lässt. Das stundenlange Gekläffe ist dann schwer zu ertragen, aber solange nicht zu befürchten ist, dass die Hunde leiden, sehe ich keinen Grund, mich zu beschweren.

Dann ist da noch der Nachbarsjunge mit dem Schlagzeug. Ich mag kein Schlagzeug, aber ich mag den Jungen und vor allem finde ich es toll, dass er mit seiner Zeit etwas anzufangen weiss. Soll er doch sein Instrument traktieren, so oft und so lange er will.

Irgendwo läuft fast ununterbrochen der Fernseher. Im Garten. Auf Italienisch. Schlimm. Aber nicht schlimm genug, um deswegen mit dem Fernsehbesitzer das Gespräch zu suchen.

In unserem Haus lebt Karlsson, der liebend gerne am Klavier sein Edith-Repertoire erweitert. Nicht pausenlos, aber doch mehrmals am Tag, wenn auch nicht während der offiziellen Ruhezeiten. Dennoch nervt es zuweilen, ich gebe es ganz offen zu. Aber wenn ein junger Schnösel am Sonntagvormittag um halb zwölf an der Tür klingelt, sich nicht vorstellt, sondern einfach nur jammert, er sei durch das Klavierspiel geweckt worden und dabei sei es noch so früh am Morgen, unser Sohn möchte doch bitte aufhören, dann hört es bei mir auf mit dem Verständnis. Wann, mein lieber, unbekannter Herr Nachbar, darf eine Familie denn noch ihr Leben leben, wenn nicht tagsüber?

(Wo ist sie denn, die einsame Insel, wo man Menschen wie uns noch duldet?)

they Arme coming; prettyvenditti.jetzt

they are coming; prettyvenditti.jetzt

Kinderfrei-Dilemma

Noch nie war es so einfach, kinderfrei zu bekommen. Nummer zwei, drei und vier sind im Jungscharlager, also war nur eine kurze Lohnverhandlung mit Karlsson erforderlich, um die Prinzchenbetreuung zu regeln. Karlssons Bedingungen: Der Stundenlohn – der auf gar keinen Fall unter dem liegen darf, was wir vor Jahren einem grottenschlechten Babysitter bezahlt haben -, sollte vorzugsweise in Naturalien ausbezahlt werden. Er hat da nämlich neulich bei eBay eine von der heiligen Edith signierte Single aufgestöbert, deren Preis den Rahmen des Taschengeldes sprengt. Wir müssen nur noch herausfinden, ob die Unterschrift wirklich echt ist. (Himmel, in welchem Erziehungskurs bereiten sie dich auf so etwas vor? Was man mit widerspenstigen Trotzköpfen anstellt, das sagen sie dir, aber keiner erklärt dir, wie du das Gekritzel einer verblichenen Chansonnière auf seine Echtheit überprüfst. Dabei kann es durchaus eine mittelgrosse familiäre Krise auslösen, wenn du nur dämlich sagst: „Also, da kann ich dir jetzt wirklich nicht weiterhelfen. Vielleicht ist die Unterschrift echt, vielleicht auch nicht. Auf alle Fälle finde ich das Ding ganz schön teuer.“) 

Nun, wie dem auch sei, wir haben morgen kinderfrei und das Prinzchen freut sich wie verrückt darauf, mal einen ganzen Tag ohne uns, dafür alleine mit Karlsson, dem grossen Bruder, den er ähnlich vergöttert wie dieser die kleine Sängerin aus Paris, zu verbringen. Blöd ist einfach, dass „Meiner“ und ich keine Ahnung haben, was wir morgen anstellen sollen. Gewöhnlich müssen wir ja keine Sekunde überlegen, denn in unserem Wortschatz lautet das Synonym für „kinderfrei“ schlicht und einfach „Saunatag“. Aber Sauna, wenn es draussen wärmer ist als in der Schwitzhütte? Sowas kommt nicht mal uns in den Sinn. Der freie Tag lässt sich aber auch nicht einfach auf kühlere Zeiten verschieben, denn a) weiss kein Mensch, ob die je wieder kommen, b) kommen Nummer zwei, drei und vier am Samstag wieder zurück und Karlsson wird ganz bestimmt nicht auf die ganze Truppe aufpassen und c) würde er uns wegen Vertragsbruchs anklagen, wenn wir morgen früh sagten: „Wir bleiben nun doch lieber zu Hause…“

So sind wir also gezwungen, uns ein Alternativprogramm auszudenken. „Meiner“ hat vorhin etwas von „wandern zwischen Gewässern“ gebrabbelt. Ich habe vorerst mal mit einem zweideutigen „Hmmmm“ geantwortet, aber wenn ich nicht ganz schnell eine bessere Idee liefere, muss ich mir am Ende noch eine handfeste Ausrede ausdenken und dafür ist es eindeutig zu heiss. Vorschläge sind also willkommen. (Aber bitte nicht zu teuer, Karlssons Stundenlohn ist nämlich nicht ganz ohne. Der Babysitter von damals war eindeutig überbezahlt…)

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Du denkst doch dran, Mama?

Das Prinzchen im Fünfminutentakt: 

„Nicht vergessen, Mama, wir müssen noch Turnzeug kaufen für mich. Für die Schule, weisst du.“

„Denkst du dran, dass ich noch Bleistifte brauche vor dem ersten Schultag?“

„Mama, weisst du denn eigentlich, an welchem Tag die Schule beginnt? Nicht dass wir den ersten Tag verpassen.“

„Du hast nicht vergessen, dass die Turnschuhe keine schwarzen Sohlen haben dürfen, nicht wahr?“

„Aber wir haben ganz bestimmt noch genügend Zeit, alles zu besorgen, bevor die Schule beginnt, oder?“ 

„Haben wir einen wasserdichten (sic!) Stift? Wir müssen ja noch alles anschreiben. Nicht vergessen, gell Mama…“

„Eine Schachtel sollte ich noch haben. Reicht es, wenn wir sie nächste Woche kaufen, oder hat die Schule dann schon angefangen?“

„Meine Schulsachen sind alle schon gepackt. Also ja, alles, was ich schon habe. Du denkst doch dran, dass ich noch nicht ein paar Sachen brauche? Ich will wirklich alles dabei haben, wenn die Schule anfängt…“

Mein liebes Prinzchen, du denkst doch nicht etwa, ich würde so etwas Wichtiges wie deinen ersten Schultag verpassen? Und überhaupt: Du weisst doch, dass ich nun schon seit vielen Jahren deine Geschwister durch die Schulzeit begleite und in solchen Dingen ein alter, erfahrener Hase bin, auf den man sich blind verlassen kann. Oder willst du etwa behaupten, ich hätte bei Karlsson, Luise, dem FeuerwehrRitterRömerPiraten und dem Zoowärter jemals nur den klitzekleinsten Papierschnipsel vergessen? 

(Wie, hat da einer gelacht? Vielleicht sogar ein Lehrer?)

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Ja, mein Prinzen,

Ausschlafen im Hause Venditti

Mit nur zwei Kindern im Haus könnte man mal so richtig ausschlafen, finde ich.

„Meiner“ findet das auch, darum verlässt er das Bett erst irgendwann zwischen Morgengrauen und halb acht.

Prinzchen findet das auch und schläft deshalb, bis es wirklich nicht mehr anders geht, also so bis gegen Mittag.

Karlsson findet das auch und tigert deshalb ab sechs Uhr so leise wie möglich durchs Haus, ringt gegen seinen inneren Drang, in die Tasten zu hauen und setzt sich dann pünktlich um neun ans Klavier, um endlich die Edith rauszulassen. 

Um fünf nach neun komme ich mit Brummschädel und mieser Laune aus dem Bett getorkelt. „Kann man in diesem Haus eigentlich nie ausschlafen?“, grummle ich und mache mich an der Kaffeemaschine zu schaffen. „Aber du hast doch ausgeschlafen“, protestieren „Meiner“ und Karlsson im Chor und das Prinzchen, dieser miese Verräter, schnarcht einfach weiter, anstatt sich auf meine Seite zu stellen und zu sagen, dass es doch einfach auf keine Kuhhaut geht, die Leute zu solch unchristlichen Zeiten aus dem Bett zu werfen. 

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