Die Sache mit dem Mutterstolz

Es ist mir ja ein wenig peinlich, dies hier zu gestehen, aber ich sag’s dennoch: Auch ich bin nicht ganz gefeit gegen Mutterstolz. Ich weiss, ich habe herzlich wenig dazu beigetragen, dass es so gekommen ist und man hat ja auch nie die Garantie, ob es gut weitergeht, aber ins gewissen Momenten klopft auch mein Herz schneller und ich denke „Wahnsinn, das ist mein Kind.“ Okay, ich weiss, Menschen kann man nicht besitzen und spezieller als jeder andere Mensch auf diesem Planeten sind auch meine Kinder nicht, aber von solchen Finessen lässt sich der Mutterstolz nicht abhalten, der überkommt einen einfach manchmal. Zum Beispiel, wenn der Erstgeborene nicht nur körperlich die Mama überragt, sondern auch in gewissen Fähigkeiten. Oder wenn in der einzigen Tochter schemenhaft die zielstrebige junge Frau zu erkennen ist, die sie zu werden anfängt. Oder wenn…ach was, ich höre auf, sonst glaubt ihr noch, ich wollte mit meinem Nachwuchs prahlen. 

Will ich aber nicht und dürfte ich auch nicht, wenn ich es denn wollte. Karlsson ist nämlich sehr besorgt darum, dass ich schön brav auf dem Boden bleibe. Erzähle ich meiner Schwester mit stolzgeschwellter Brust, Karlsson hätte eine sechs in Französisch – ja, meine lieben Leser aus Deutschland, besser als sechs geht bei uns nicht -, weist er mich sofort  in die Schranken: „Wen interessieren schon meine Noten? Du wirst ja richtig peinlich.“ Bekommt er mit, wie ich jemandem von diesem unglaublich tollen Kompliment erzähle, das ihm die Musiklehrerin gemacht hat, lacht er mich aus: „Redest du jetzt schon wieder davon? Dreht sich bei dir eigentlich alles nur noch um deine grossartigen Kinder?“ und sein spöttischer Ton macht unmissverständlich klar, dass er es einfach lächerlich findet, wenn ich nur schon den Anschein erwecke, ich würde meine Kinder für begabter halten als andere es sind.

Weil ich in den Augen meines grossartigen, talentierten, bildhübschen, sprachbegabten, … Erstgeborenen nicht lächerlich erscheinen will, bringe ich in solchen Momenten meinen Mutterstolz ganz schnell zum Schweigen und erzähle stattdessen von einer Begebenheit, bei der mir dieser junge Herr ganz gewaltig auf die Nerven gegangen ist. Von daher ist es dann gar nicht mehr so weit bis zur Bemerkung: „Mist! Dass ausgerechnet mein Kind auf diese saublöde Idee gekommen ist“ und schon halten sich das Grossartige und das Nervtötende wieder die Waage.

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Unter gewissen Bedingungen bin auch ich bestechlich

Ihr dürft mir glauben, meine lieben Leserinnen und Leser, dass ich fast alles auf mich nehme, um Beautifulvenditti werbefrei zu halten. Fast täglich lasse ich eine nette Dame oder einen netten Herrn wissen, ich wünschte keine von ihnen fabrizierte Inhalte, die meiner Leserschaft vorgaukeln, sie würden einen meiner Texte lesen, dabei wird ihnen bloss Werbung serviert. Immer wieder widerstehe ich der Versuchung, irgend eine Verlosung für irgend etwas, was meine Leserschaft angeblich ganz dringend haben möchte, durchzuführen. Glaubt mir, zuweilen fällt es mir schwer, nein zu sagen, denn die Anfragen sind stets in viele schmeichelhafte Komplimente verpackt und natürlich überlegt man sich auch jedes Mal, ob die Familienkasse vielleicht doch etwas davon hätte, wenn man ja sagte. Aber ich sage nein, konsequent.

Oder fast konsequent. Wenn nämlich für mich etwas herausschaut, was ich unbedingt haben will, dann lasse ich mich sogar dazu hinreissen, mich darum zu bewerben, für etwas werben zu dürfen. Diesmal haben sie mir ein Duschtuch angeboten und da konnte ich einfach nicht widerstehen. Ihr könnt euch ja gar nicht vorstellen, wie oft ich schon frierend aus der Dusche gestiegen bin und mich mit irgend einem löcherigen Fetzen abtrocknen musste, weil sich meine Liebsten stets die flauschigen, grossen Tücher angeln und mir das überlassen, was schon bald zum Putzlappen degradiert werden muss, weil es sonst nichts mehr taugt. Ich habe feststellen müssen, dass ich durchaus bestechlich hin, wenn da einer kommt und mir verspricht, diesem Missstand gegen ein paar Zeilen in meinem Blog Abhilfe zu schaffen. Erst recht, wenn es dazu etwas für die Haut gibt, obendrein noch öko.

Ich hoffe, ihr versteht, liebe Leserinnen und Leser, dass ich da einfach zuschlagen musste. Wenn ihr so nett seid, mir diesen einen Ausrutscher nicht übel zu nehmen, verspreche ich im Gegenzug, meine weitere Berichterstattung über Duschtuch und Bodylotion auf Beautifulvendittis Facebook-Seite zu verlegen. Und falls einige so verrückt sind, mehr Werbung lesen zu wollen, müsst ihr mich eben auf Facebook liken.

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Sonntagsfragen

Bei wem muss man sich eigentlich beschweren, wenn am Sonntag keine Sonntagszeitungen im Briefkasten liegen?

Wären Sonntage immer so entspannt, wenn wir keine Sonntagszeitungen hätten, oder war es heute nur deshalb so friedlich, weil zwei von fünf Kindern ausser Hause waren?

Warum hat mir als Teenager oder junge Erwachsene niemand gesagt, ich solle ein paar Obstbäume pflanzen, damit ich richtig viel ernten kann, wenn ich Kinder habe. Bis unsere Obstbäume so richtig Ertrag bringen, werden längst alle ausgeflogen sein und ich sitze da mit Bergen von Äpfeln, Aprikosen und Kirschen, die niemand essen will. 

Warum gibt es nie, aber auch wirklich gar nie einen Abstimmungssonntag, an dem ich rundum zufrieden sein kann? Ich komme mir jedes Mal vor, als hätte ich Lotto gespielt und nur eine Richtige erwischt.

Musste „Meiner“ ausgerechnet heute, wo ich mal richtig viele Köttbullar aufs Mal gemacht habe, zu viel Salz ans Hackfleisch schmeissen? Gewöhnlich prügeln sich die Kinder um die letzten paar Fleischbällchen und heute lassen sie mich mit einer halb vollen Schüssel sitzen. Nicht mal die Katzen wollen das Zeug essen.

Warum werde ich auf dem Spaziergang gefragt, ob ich nicht etwas spät dran sei mit den Holunderblüten, wenn im Wald noch kaum ein Holunder blüht?

Müssen eigentlich alle Menschen von Zecken reden, wenn sie an einem sonnigen Sonntag eine Mama mit vier kleinen Jungs im Wald antreffen?

Und dann noch eine „Gastfrage“, von Prinzchens bestem Freund, gestellt, als wir heute durch den Wald spazierten und ein Flugzeug hörten: „Hä? Gibt es hier im Wald auch Flugzeuge?“

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Facebook für den Familienfrieden

Facebook geniesst ja nicht gerade den besten Ruf. Zu viel Privates wird öffentlich, zu viel echtes Leben geht drauf für das Herumtrödeln im gar nicht so sozialen Netzwerk. Dennoch muss ich heute mal ein paar lobende Worte über Facebook loswerden. Im Zusammenleben mit Teenagern kann es nämlich durchaus nützlich sein.

Ohne Facebook stünde ich wohl mindestens dreimal pro Woche vor Karlssons verschlossener Zimmertür und würde mich im Wettstreit mit Edith Piaf heiser brüllen. „Nun sei doch nicht so eingeschnappt. Es war nicht so gemeint, wie du es aufgefasst hast“, würde ich schreien und alles, was zurück käme wäre ein langgezogenes „Nooooooon, rien de rien….“. Schicke ich aber mein „War nicht so gemeint…“ via persönliche Nachricht auf Facebook, dauert es meist nicht lange, bis ein Smiley zurückkommt und wenig später können wir uns in aller Ruhe von Angesicht zu Angesicht darüber unterhalten, was schief gelaufen ist.

Manchmal läuft es auch umgekehrt: Karlsson treibt mich auf die Palme, ich sage ihm im Zorn, er solle aus meinem Blickfeld verschwinden, er wirft mir ein paar unfreundliche Worte an den Kopf und verschwindet mit lautem Türeknallen. Eine Weile lang schmollt jeder irgendwo für sich, dann kommt eine Nachricht von Karlsson: „Tut mir Leid. Komme runter, sobald ich mich beruhigt habe.“ Und wenn er dann runter kommt, ist mein Zorn verflogen, denn entschuldigt hat er sich ja schon. Ich weiss nicht, ob mein Stolz es mir zugelassen hätte, mich bei meinen Eltern zu entschuldigen, als ich in Karlssons Alter war. Vielleicht, wenn ich Facebook gehabt hätte…

Man sieht also, das viel – und zu Recht – gescholtene Netzwerk bringt auch sein Gutes mit sich. Zumindest, solange Karlsson mir nicht die Freundschaft kündigt. Ein blöder Kommentar auf seinem Profil und ich fliege, das hat er mir unmissverständlich klar gemacht. Deshalb spare ich mir meine peinlichen mütterlichen Kommentare für unsere Begegnungen am Küchentisch auf.

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Was ich uns Müttern zum Muttertag wünsche

Vielleicht ist es etwas vermessen, Wünsche zu äussern, wo ich doch eigentlich ganz zufrieden sein könnte mit dem, was meine Lieben heute für mich tun. Aber es gibt dennoch ein paar Dinge, die ich mir und meinen Mitmüttern wünsche:

Ich wünsche uns, dass keine Mutter den Karren ganz alleine ziehen muss. Nein, das wünsche ich nicht nur meinen allein erziehenden Mitmüttern, sondern auch denen, die fast alle Lasten alleine tragen, obschon sie nicht alleine sind.

Ich wünsche uns Nachbarn, Politiker, Pädagogen, Kellner, Vorgesetzte, Schwiegermütter, Museumsaufseher und Buspassagiere, die uns grundsätzlich gute Absichten unterstellen und uns deshalb das Leben nicht unnötig schwer machen. Dann fällt es uns auch leichter, unsere guten Absichten in Tat umzusetzen.

Ich wünsche uns Supermärkte, die sich nicht auf Kosten unserer ohnehin schon arg strapazierten Nerven bereichern.

Ich wünsche uns, dass nie mehr darüber diskutiert wird, ob Stillen in der Öffentlichkeit anstössig ist.

Ich wünsche uns Freundinnen und Freunde, die in einer ganz anderen Lebenslage stecken als wir, damit wir es nicht verlernen, über den Tellerrand hinaus zu blicken.

Ich wünsche uns Selbstbewusstsein, damit wir die Mütter sein können, die unsere Kinder brauchen und nicht die Mütter, die irgend jemand anders als gute Mütter bezeichnet.

Ich wünsche uns, dass Mütter ihre Kinder nicht mehr schützen müssen vor Menschen, die vergessen haben, dass ein Kind nicht angetastet werden darf.

Ich wünsche uns, dass man von uns nicht automatisch erwartet, wir könnten und wollten basteln.

Ich wünsche uns die Fähigkeit, uns im Jetzt an unseren Kindern zu freuen und nicht erst im Rückblick, wenn sie unserer Obhut entwachsen sind. Das muss nicht jeden Tag übersprudelnde Begeisterung sein, immer mal wieder ein kleines Lächeln wäre schon ganz gut, auch an den Tagen, an denen nichts so ist, wie man es uns in der Werbung versprochen hat und wir uns wünschten, es gäbe ein Umtauschrecht.

Ich wünsche uns spannendere Gespräche unter Müttern. Ich meine, wollt ihr wirklich wissen, ob die andere lieber Pampers oder Huggies hat?

Ich wünsche uns, dass wir aufhören, einander zu sagen, wie man es „richtig“ macht.

Ich wünsche uns, dass wir nicht so tun, als wären wir bessere Menschen, weil wir Kinder geboren haben. Ich wünsche uns aber auch, dass wir nicht so tun, als seien wir schlechtere Menschen, weil wir es wegen der Kinder „nicht so weit gebracht haben“ wie andere.

Ich wünsche uns, dass wir nicht immer so ein elendes Affentheater machen müssen um jeden kleinen Mist.

Ich wünsche uns, dass unsere Kinder uns heute nicht nur sagen müssen, sie hätten uns lieb, sondern dass sie dies auch sagen wollen.

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Vergleicht doch nicht Äpfel mit Birnen

Man redet wieder vermehrt von der Grossfamilie. Nicht erst seit Federers zweitem Zwillingspaar, aber jetzt natürlich erst recht. Die Grossfamilie – also alles, was mehr als zwei Kinder hat – ist nämlich wieder auf dem Vormarsch und was tun meine gewöhnlich hoch geschätzten Journalistenkollegen, wenn ein neuer Trend feststellbar ist? Sie greifen sich Promis heraus, die mehr als die durchschnittlichen 1,5 Kinder haben – aktuell also Familie Federer – und schreiben darüber, wie der Alltag dieser Grossfamilie aussieht, oder wie er aussehen könnte, denn meistens schirmen die Promis ihre Kinder ja so gut als möglich von der Presse ab.

Ergänzend lassen die Journalisten dann irgend eine 08:15-Familie  zu Wort kommen, die zufällig eine ähnliche Familienkonstellation hat wie der Promi, um dessen Grossfamilienleben sich gerade alles dreht. Momentan sind es die wenigen Mehrfachzwillingsmütter, die der Presse gegenüber bestätigen dürfen, dass es wirklich ziemlich anstrengend ist, mehrere Zwillingspaare grosszuziehen. Sie dürfen sagen, wie wichtig es ist, darauf zu achten, als Mutter und Vater nicht zu kurz zu kommen und sie dürfen schliessen mit der Bemerkung, das Leben mit den vielen Zwillingen sei zwar wunderbar, es treibe einen aber ganz schön an die Grenzen der eigenen Kräfte. Mehr sollen die 08:15-Eltern bitte nicht erzählen, denn es geht hier nicht um sie, sondern um die Reichen und Schönen, die sich gerade sehr erfolgreich fortgepflanzt haben.

Nichts gegen Federers und die anderen Promi-Grossfamilien und erst recht nichts gegen die Mütter und Väter, denen man in diesem Zusammenhang mal gnädig ein Ohr leiht, aber eine solche Berichterstattung treibt mir die Galle hoch. Warum?

Weil Federer & Co. sich nie die Frage werden stellen müssen, weshalb sie trotz fleissiger Arbeit und anständigen Lohnes auf keinen grünen Zweig kommen. Weil sie sich nie werden fragen müssen, wie sie ihren Kindern den Instrumentalunterricht ermöglichen sollen. Weil dringend benötigte Ferien für sie nie unerschwinglich sein werden. Weil es an genügend und vor allem kinderfreundlichem Wohnraum für sie nie mangeln wird. Weil es sie nicht zu stören braucht, dass der Familienrabatt oft maximal zwei Kinder erlaubt. Weil sie sich nicht die Zähne ausbeissen müssen an einer Volksschule, die für Grossfamilien besonders schwer zu ertragen ist, wenn beim dritten Kind im gleichen Schulhaus noch immer die gleichen ungelösten Probleme das Familienleben belasten. Weil es für sie nie zu teuer sein wird, sich Entlastung ins Haus zu holen, wenn Entlastung dringend nötig ist. Weil Menschen mit viel Geld die Zusatzaufgaben wie vermehrtes Putzen, Futter anschleppen, Wäscheberge etc., welche für uns Normalsterblichen einfach dazugehören, leichter auslagern können. Weil es für sie um ein Vielfaches einfacher ist, das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu lösen. Weil man ihre Kinder im Zug nie  zusammenstauchen wird, bloss weil sie sich erfrechen ein ganzes Viererabteil in Anspruch nehmen.

Nein, ich will nicht über das Grossfamilienleben jammern, wir haben diese Lebensform bewusst und aus Überzeugung gewählt.  Zwar treibt es uns immer mal wieder an die Grenzen, etwas Schöneres könnte ich mir dennoch nicht wünschen. Ich bin nicht mal neidisch auf Federers & Co., denn ich bin mir sicher, dass sie in ihrem nach aussen hin glanzvollen Leben mit Problemen zu kämpfen haben, von denen ich ebenso wenig eine Ahnung habe, wie sie von meinen. Mich ärgert nur, dass gewisse Journalisten meinen, man könne das eine mit dem anderen vergleichen. Das kann man nicht, also hört bitte auf damit, meine lieben Journalistenkollegen.

Hört aber bitte nicht damit auf, über die Grossfamilien zu schreiben. Egal ob im Trend oder nicht, in Sachen Grossfamilien – ja, überhaupt in Sachen Familien – liesse sich in der Schweiz nämlich noch so Einiges verbessern. Fragt doch mal nach bei den 08:15-Grossfamilien, die ihr so gerne interviewt. Die wüssten euch bestimmt interessantere Fragen zu beantworten als diejenige, wie Mirka und Roger sich wohl derzeit fühlen mögen. 

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Söhne

Sie bringen es fertig, den Abfluss im Bad mit einem Messer zu verstopfen. Fragt mich bitte nicht, wie man es schafft, ein Messer so tief hineinzustecken, dass oben nichts mehr herausschaut, aber wenn man sich richtig bemüht, geht es. 

Sie setzen sich in die massgefertigten Schubladen, für die wir vor Jahren viel Geld ausgegeben haben und spielen, es sei ein… ja, was eigentlich? Keine Ahnung. Aber am Ende des Spiels ist die Schublade kaputt. 

Sie verstecken ihre schmutzige Wäsche im hintersten Winkel ihrer Zimmer, anstatt – wie vereinbart – einmal die Woche den Weg zur Waschküche unter die Füsse zu nehmen. Und dann heulen sie, weil sie keine sauberen Kleider haben.

Sie hüpfen bei strömendem Regen auf dem Trampolin und ziehen sich dazu nicht etwa Badehosen an, sondern behalten die letzte saubere Hose am Leib. Die nach dem Hüpfen natürlich nicht mehr sauber ist, was am nächsten Morgen erneut zu Tränen führt, weil jetzt gar keine sauberen Kleider mehr da sind. (Das ist dann meist der Moment, in dem ich auf der Suche nach der allerletzten sauberen Hose die versteckte Dreckwäsche aufspüre.)

Wo sie mal waren, hinterlassen sie ihre Spuren: Angebissene Tomaten (Ja, ich weiss, ich sollte mich glücklich schätzen, dass sie freiwillig Tomaten essen), ausgezogene Socken, Legoteilichen (Die ganz kleinen, die so richtig wehtun, wenn man auf sie tritt), Darvida-Verpackungen, die Papierfetzchen, die übrig bleiben, wenn man (für Mama) einen schönen Scherenschnitt geschnitten hat, Stecken, halb volle Gläser (Ihr seht, ich bin heute wirklich optimistisch drauf), die Überreste vom Bleistiftspitzen, in allerkleinste Teilchen gezupfte Radiergummis, Bananenschalen – oder einfach das, was übrig bleibt, wenn ein Geistesblitz, den man unbedingt gleich hat umsetzen müssen, sich so schnell wieder verflüchtigt, wie er gekommen ist. 

Im Zorn gehen sie mit so viel Aggressivität aufeinander los, dass mir Angst und Bang wird. (Sie umarmen sich dann aber auch wieder, wenn alles vorbei ist.)

Sie kommen später als vereinbart vom Fussballplatz zurück und behaupten dann, ich hätte ihnen nicht gesagt, wann ich sie zurück erwarte. 

Sie haben auch schon Tasten aus dem Klavier gebrochen (als sie noch sehr klein waren und unter der „Aufsicht“ einer Person, die bei dieser Gelegenheit den Beweis für ihre Inkompetenz erbrachte), Fensterscheiben eingeschlagen (natürlich ganz und gar unabsichtlich), die teure Tapete im Treppenhaus von der Wand gerissen (man muss doch mal schauen, wie es darunter aussieht), Wettpinkeln veranstaltet, volle Windeln aus dem Dachfenster geschmissen (das ist zum Glück schon seeeeehr lange her) und die Felgen des Autos mit wasserfestem Stift verziert (Zugegeben, es sah hübsch aus.). Noch heute, wo sie doch alle aus dem Gröbsten raus sein sollten, habe ich immer das Gefühl, sie seien mir mindestens anderthalb Nasenlängen voraus. Mein Gehirn ist gar nicht dazu in der Lage, sich die Dinge auszudenken, die für sie ganz selbstverständlich in die Kategorie „Ich wollte nur mal sehen, was passiert“ gehören. 

Manchmal könnten wir durchdrehen, „Meiner“ und ich. Doch dann erinnere ich mich wieder daran, was meine Brüder alles angestellt haben, als sie in dem Alter waren und dann sage ich zu „Meinem“: „Weisst du, so schlimm sind sie eigentlich gar nicht, unsere Söhne. Immerhin ist noch keiner in die Kläranlage gefallen.“

(Ach ja, ich weiss, Töchter haben auch ihre Macken, aber weil wir nur eine davon haben, bietet das, was sie anstellt,  eine angenehme Abwechslung.)

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Kuchengeschenke

Womit wir das wohl verdient haben? Von allen Seiten werden wir in letzter Zeit mit Kuchen beschenkt. Nicht mit diesen unansehnlichen, halb zerbröselten, in Alufolie eingewickelten Überbleibseln vom Elternabend, sondern mit richtig tollen Kreationen. Ein Bienenstich von meiner Mutter, ein mit Gänseblümchen verzierter Kuchen vom ehemaligen Au Pair, Erdbeer-Sahne-Torte von der Mama von Prinzchens bestem Freund, Mandarinen-Sahnetorte von den Nachbarn, eine osteuropäische Spezialität von einer lieben Bekannten aus dem Quartier, einen Geburtstagskuchen mit weisser Schokolade, den unsere Gäste heute mitgebracht haben,… Das alles innerhalb von wenigen Tagen.

Ich komme schon fast nicht mehr nach mit Danke sagen, so oft werden wir überrascht. Und jedes Mal, wenn wir überrascht werden, bin ich tief gerührt. Gibt es eine nettere, grosszügigere Geste, als jemandem – einfach so, ohne bestimmten Grund – Kuchen zu schenken? Da bringt man dir in vollendetster Form die Aufforderung ins Haus, alles stehen und liegen zu lassen, um einen Moment lang zu geniessen, was jemand mit viel Sorgfalt und Liebe in seiner Küche geschaffen hat. Da will jemand, dass du und die Deinen sich freuen.

Das mag jetzt vielleicht furchtbar kitschig klingen, aber ich schreib’s trotzdem: In solchen Momenten fühle ich mich richtig verhätschelt und umsorgt.

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Markttag

Gipfeli gebacken
Stand betreut
Taschengeld ausgeteilt
Krimskrams gehütet, den unsere Kinder von anderen Kindern gekauft haben
Pasta, Zwieback, Gipfeli, Granola, Fotokarten, Pains au Chocolat, Setzlinge, Schälchen, Bilder, etc. verkauft
Mit Karlsson gequatscht
Einen ungeniessbaren Kaffee verschmäht und auf andere Art Koffein nachgeschüttet
Ein wenig Netzwerk geknüpft
Menschen kennen gelernt
Freunde getroffen
Geld gewechselt und gezählt
Mir die Beine in den Bauch gestanden
Stand abgebaut
Auf „Meinen“ gewartet
Das Gröbste weggeräumt
Schlapp gemacht und darum „The Infidel“ geschaut
Feierabend

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Beschäftigt

Heute keine Zeit zum Bloggen, denn morgen ist Markttag. Gipfeli, Pain au Chocolat, Granola, Bilder von „Meinem“, Pasta, Setzlinge, Fotokarten, etc. Kommt doch vorbei, wenn ihr zufällig im Raum Schönenwerd seid.

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