Plaisir d‘ amour ne dure qu’un moment…

Er traf sie auf dem Spielplatz des Freilichtmuseums und es war Liebe auf den ersten Blick. Ihre sanften Augen und das glänzende schwarze Haar taten es ihm ebenso an, wie ihr fröhliches Wesen. Immer wieder zog es ihn zu ihr hin, sogar dann, als er eigentlich hätte essen sollen – und Essen verschmäht er sonst nie. Als wir ihn dazu überredeten, doch etwas zu essen, teilte er seine Karotten mit ihr. Bevor wir nach Hause gingen, musste er sie unbedingt noch einmal sehen. Nur mit Mühe liess er sich vom Spielplatz weglocken, danach sass er schluchzend und schniefend im Auto. Sein Herz, das sie im Sturm erobert hatte, wollte brechen vor lauter Trennungsschmerz. So unsterblich liebt er sie, dass er, kaum wieder zu Hause, damit anfing, Zukunftspläne zu schmieden. Okay, zuerst malte er noch ein paar Herzen, schrieb mit verträumtem Blick ihren Namen und erzählte unablässig davon, wie toll sie ist.

Ja, und dann rückte er eben mit seinen Zukunftsplänen raus: Sie soll zu uns ziehen, am besten schon an Weihnachten, wenn das zu früh ist, halt spätestens an seinem Geburtstag. Über den Platz soll ich mir mal keine Sorgen machen, meinte er, wir würden das schon irgendwie hinkriegen. Und sie würde auch ganz bestimmt nicht zu viel essen, sie sei da ganz bescheiden. So glücklich war er, als er von der gemeinsamen Zukunft mit ihr sprach, dass ich beim besten Willen nicht weiss, wie ich dem Zoowärter beibringen soll, dass mir eine Ziege nicht ins Haus kommt und sei sie noch so schön und liebenswert und anhänglich und sanft und lustig und verfressen und treu und schlau und anspruchslos und und und….

(Ich hab‘ mir ja immer vorgenommen, eine ganz und gar tolerante Schwiegermama zu werden…aber eine Ziege?!?!)

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Keine Sorge, Ihrem Paket geht es gut

Es gab ja mal eine Zeit, da musste man, wenn man etwas bestellen wollte, einen Zettel ausfüllen. Dieser Zettel war dann ein paar Tage lang unterwegs und kam irgendwann am Ort seiner Bestimmung an. Was dann mit dem Zettel geschah, wusste man nicht so recht, auf alle Fälle dauerte es eine halbe Ewigkeit, bis eines Tages endlich der Pöstler an der Tür klingelte und das Paket überreichte. Mühsam war das, aber auch irgendwie spannend. 

Heute ist das ganz anders. Du tippst deine Bestellung ein, bekommst die Bestätigung, dass deine Bestellung angekommen ist und von da an wirst du mit Mails überflutet. „Wir haben Ihre Bestellung an unser Logistikzentrum übermittelt“, heisst es eine halbe Stunde später, „Unser Logistikzentrum hat ihre Bestellung bearbeitet“, nach noch einmal 45 Minuten. Spät nachts dann die Nachricht, die Bestellung sei jetzt unterwegs und von da an reisst der Strom an Nachrichten nicht mehr ab. „Ihr Paket befindet sich jetzt im Verteilzentrum.“ „Ihr Paket wurde in den Güterwaggon verladen.“ „Ihr Paket fährt jetzt gerade durch den Kanton Thurgau.“ „Ihr Paket hat die Grenze zum Kanton Solothurn überschritten.“ „Ihr Paket befindet sich jetzt gerade an der Kreuzung Milchgasse/Haselweg.“ „Unser Mitarbeiter hat ihr Paket soeben dem Postbeamten in die Hand gedrückt.“ Und zwischendurch natürlich immer wieder beruhigende Versicherungen: „Ihrem Paket geht es gut. Sein Puls bewegt sich im normalen Bereich und auch die nachmittägliche Hitze konnte ihm nichts anhaben.“ Oder: „Vielleicht haben Sie in den Medien von dem heftigen Gewitter in der Bodenseeregion gehört. Bitte machen Sie sich keine Sorgen um Ihr Paket, wir konnten den Verladevorgang abschliessen, bevor die heftigen Regengüsse eingesetzt haben.“

So läuft das ohne Unterbruch und darum bist du stinksauer, wenn der Pöstler ohne zu klingeln an deinem Haus vorbeigeht. Müsste doch schon längst da sein, dieses doofe Paket. 

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Lieblingsmoment

Nicht immer endet Prinzchens Tag so, wie er es eigentlich gerne hätte. Mal verbiete ich ihm, abends um neun, wenn er eigentlich schon längst im Bett sein sollte, bei Grossmama anzuklopfen und zu fragen, ob er bei ihr übernachten darf, mal haben die grossen Geschwister sämtliche Zimtwecken weggefuttert, mal verbieten wir die letzte Runde mit dem Velo, weil es draussen bereits dunkel wird. Wenn der Tag mies endet, braucht Prinzchen Trost, um einschlafen zu können und Trost bekommt er in solchen Momenten am liebsten in Form der immer gleichen schwedischen Kinderlieder. Lieder, die er nun schon seit mehr als zwei Jahren zu hören bekommt und die er doch immer und immer wieder vorgesungen haben will. Früher jeden Abend, jetzt nur noch, wenn er findet, es habe sich mal wieder alles gegen ihn verschworen.

Die stets gleichen Melodien vertreiben seine Traurigkeit im Nu, so dass er bald wieder zufrieden in seinem Bett sitzt und Bilderbücher anschaut oder Kapla-Türme baut. Ganz selten nur noch gesellt sich dann die Müdigkeit zu ihm, sein Kopf wird schwer, sinkt auf den Bären, der noch immer Prinzchens liebstes Kopfkissen ist, die Augenlider beginnen zu flattern und bald schläft er selig lächelnd ein. Ein heiliger Moment, in dem ich so überaus dankbar bin, dass ich meinem grossen kleinen Jungen noch immer hin und wieder den Kummer von der Seele singen darf. 

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Herbstferien

Luftschloss:

Ganze Tage im Garten arbeiten, viel Zeit mit Freunden verbringen, ein paar Ausflüge machen oder vielleicht auch zwei Tage wegfahren, ein wenig ausschlafen, wenn es mit dem Garten gut vorangeht, damit anfangen, die Küche aufzumöbeln.

Realität:

Kinderärztin mit Luise, Physiotherapie mit Luise (4 x), Spezialärztin mit dem FeuerwehrRitterRömerPiraten (2x), Zaharzt („Meiner“), Spezialärztin (nicht die gleiche wie vorher, da für „Meinen“), tagelang über die Hochbeetfrage diskutieren, anstatt Hochbeete zu bauen (Okay, die Frage ist jetzt ausdiskutiert und falls es hinhaut, wird es guuuut), Hetbstschuhe kaufen, aufräumen, putzen, arbeiten, Rechnungen bezahlen, neues Handy für Luise ersteigern (alleine dies wäre eigentlich ein Fulltime-Job), Klaviertransport organisieren (auch das beinahe ein Fulltime-Job, weil der Transporteur sich rar macht) neuen Fernseher installieren… und das alles sind natürlich nur die Fixpunkte, dazwischen gibt es zu klären, wer wann ans neue Klavier darf, wer sich am Magenbrot vergriffen hat, wie man Zoowärters Albtraum bekämpft, woher man spät abends Lesenachschub für den FeuerwehrRitterRömerPiraten bekommt und wie man Prinzchens Quetschung an den Fingern am besten lindert. Business als usual also und ich frage mich, warum ich nach fast fünfzehn Jahren Familienleben noch immer blöd genug bin, zum Ferienbeginn Luftschlösser zu bauen. 

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Darf man noch…?

Eines Tages würde wieder einer diese Frage stellen, das wusste ich ganz genau. Na ja, „wissen“ ist vielleicht das falsche Wort, ich ahnte es wohl eher, als die Dinge auf dieser Welt anfingen, so aus dem Ruder zu laufen, dass wir nicht mehr einfach so tun konnten, als ginge uns das alles nichts an. Ich habe sie kommen sehen, diese Frage, weil sie mir in meinem Leben schon unzählige Male begegnet ist, mal garniert mit einem Hauch Selbstgerechtigkeit, dann wieder gewürzt mit dem unverkennbaren Geschmack einer tiefen inneren Zerrissenheit. „Darf man noch…? Wo doch die im Ostblock…?“, hiess es in meiner Kindheit. „Darf man noch…? Wo doch in Nordkorea….?“, fragte man etwas später. „Darf man noch…? Wo doch in Syrien…? In Griechenland…? In Eritrea…?“, lautet die Frage heute.

Berechtigte Fragen, finde ich, denn immer nur so tun, als ginge uns das alles nichts an, das geht nicht. Einfach nur ans eigene Vergnügen denken, wo doch andere ums nackte Überleben kämpfen, ist meiner Meinung nach schlicht und ergreifend unanständig. Und doch geht mir dieses „Darf man noch…?“ zuweilen gehörig auf den Geist. Wenn Menschen auf die kleinen Freuden ihres Alltags verzichten, nicht etwa, weil sie die gewonnene Zeit dazu verwenden, um etwas zu bewirken, sondern einfach nur, um ihr Gewissen zu beruhigen, dann bringt das nicht nur keinem etwas, sie machen sogar die Welt ein kleines bisschen schlechter, weil sie mit ihrer Leidensmiene anderen den Tag vermiesen. 

Darum sind mir Menschen lieber, die fragen: „Was kann ich…?“ Die machen nicht nur die Welt ein klein wenig besser, die erlauben sich auch, etwas zu dürfen, nachdem sie getan haben, was sie konnten.

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Was schon ist – und was noch werden soll

Etwa anderthalb Monate sind vergangen, seitdem ich in einem Anflug von Weltuntergangsstimmung damit begonnen habe, den Garten zu roden. Seither haben wir schon ein paar Dinge zustande gebracht. Wir haben…

  • Schwielen an den Händen.
  • Endlich eine Schubkarre angeschafft.
  • permanent schwarze Ränder unter den Fingernägeln.
  • Altes, aber noch brauchbares Material verkauft.
  • Ein vom Sturm zerzaustes Mini-Gewächshaus über den Gartenzaun geworfen und es dadurch elegant zusammengefaltet.
  • Eine wunderschöne Herbstanemone geschenkt bekommen, die auch schon ihren Platz im Garten gefunden hat. 
  • Erdbeeren gepflanzt.
  • Mit Menschen geredet, von deren Existenz wir nicht mal wussten, weil wir hinter unserem Gestrüpp so gut versteckt waren.
  • Stundenlang gejätet.
  • Dem Prinzchen erklärt, dass wir keine Gärtnerei eröffnen können, auch wenn Gärtnereien toll sind und in der Erde graben Spass macht.
  • Sträucher gepflanzt.
  • Löcher für alte Rosensorten gebuddelt. 
  • Gartenratgeber gewälzt.
  • Einen Mandelbaum gepflanzt.
  • Blumensaat aus England importiert und für die nächsten neun Monate geplant, was wann angesät und ausgepflanzt werden muss.
  • Meterweise Fliederwurzeln, die bereits wieder herzige kleine Fliedertriebe an sich hatten, ausgegraben. 
  • Schleierkraut zwischen die Löcher für die Rosen gepflanzt, obschon eine Passantin der Meinung war, Rosen würden einzig in Begleitung von Lavendel gut gedeihen, alles andere sei blanker Unsinn.
  • Die Wurzeln des Feigenbaums, die wir fälschlicherweise ausgebuddelt haben, wieder eingebuddelt.
  • Gelernt, was eine Wurzelsperre ist. (Ob wir es auch richtig gemacht haben, wird sich zeigen…)
  • Gestaunt, wie schnell das alles vorwärts geht. 

Trotzdem bleibt noch ziemlich viel zu tun. Bevor der Winter kommt, sollten wir noch: 

  • Ganz viele noch unentdeckte Fliederwurzeln ausgraben.
  • Viele weitere Stunden jäten.
  • Hochbeete bauen.
  • Wege anlegen.
  • Den Sitzplatz erneuern.
  • Pflanzen, was demnächst geliefert wird. 
  • Aufräumen, was noch herumliegt.
  • Vermutlich noch etwas siebenhundertmal erklären, dass wir nicht vorhaben, einen Rasen anzulegen, auch wenn geschätzte 99,9% aller Spaziergänger, die an unserem Garten vorbeigehen, dies für die einzig richtige Lösung halten.
  • Endlich lernen, den Mund zu halten, wenn mal wieder einer erklärt, welche Unkrautvertilger am wirksamsten sind. Mit Menschen, die Unkrautvertilger für eine gute Sache halten, diskutiert man besser nicht, die wissen nämlich alles besser. 
  • Diesen sauschweren Gartentisch, den ich nicht mal um einen Millimeter zu bewegen vermag, wenn „Meiner“ hilft, von der Stelle wegbringen, wo die Hochbeete hin sollten. 
  • Irgendwie den Pflanzenkaufrausch in den Griff bekommen, weil das, was bereits bestellt ist oder als Saatgut bereit liegt, vermutlich für drei oder vier Gärten ausreichen würde. 
  • Mir endlich angewöhnen, die Gartenhandschuhe unter dem Dach zu versorgen, wenn Regen angesagt ist. 
  • Die elenden Pfosten, die der Vorbesitzer unseres Hauses wohl bis zum Erdkern im Boden verankert hat, irgendwie loswerden.

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Sysiphus muss mal wieder jammern

Sie bekommen Guetzli geschenkt und ich darf zwei Tage später unters Sofa kriechen, um die leere Schachtel zu entsorgen. 

Sie essen Hafer, ich sauge die Flocken auf, die den Weg vom Beutel in die Schale nicht überstanden haben.

Schleppe ich am Vormittag zwei Kilo Trauben an, sind sie spätestens um vier weggefuttert, um fünf nach vier motzt der Erste, weil kein frisches Obst da ist.

Kippt einer die Klobürste um, bleibt sie umgekippt, bis ich mich ihrer erbarme und sie wieder aufrichte.

Ich sammle die herumliegenden Farbstifte ein, sie verteilen sie wieder in der Wohnung, ich sammle sie wieder ein, sie verteilen sie wieder, ich sammle sie wieder ein, sie verteilen sie wieder…

Sie spielen mit Marmeladefingern Klavier, ich spiele weder Klavier noch schmiere ich mir die Finger mit Marmelade voll und trotzdem putze ich die Tasten.

Ich abonniere Zeitschriften, damit sie diese lesen können und ich sie vom Fussboden aufheben darf. 

Ich rede mir den Mund fusselig, weil das alles so nicht weitergehen kann. Sie starren mich verständnislos an und fragen, ob sie noch ein zweites Sandwich bekommen.

So geht das auch heute noch, obschon sie doch schon so gross sind und ich frage mich, in welcher geistigen Umnachtung ich den Vertrag unterschrieben habe, in diesem Haus ganz ohne Bezahlung den Job des Sisyphus zu machen. 

  

Blöder Optimismus

Jedes Jahr der gleiche Anlass. Ein bunt leuchtendes Meer von Laternen, eine Unmenge von singenden Kindern, ein Hauch von Gänsehaut, weil der Umzug das Ende des Sommers markiert und zum ersten Mal im Jahr so etwas wie Herbststimmung aufkommt. 

Jedes Jahr am Ende die gleiche Frage: Wollen wir die Essensgutscheine, die „Meiner“ nach der Entlassung seiner Schüler noch übrig hat, einlösen gehen, oder herrscht wieder das gleiche Chaos wie immer? „Die haben bestimmt aus ihren Fehlern gelernt“, sagen wir, weil die Mägen der Kinder so laut knurren, dass sie schon fast das Feuerwerk übertönen. Also stellt man sich in die Schlange, die sich nicht vorwärts bewegt. Man wundert sich über die Dreistigkeit von Menschen, die sich von links, rechts, vorne und hinten vordrängen. Irgendwann bewegt sich nichts mehr, kein Essen mehr da, der Nachschub wird kommen, irgendwann, vielleicht. Schliesslich besiegt der Hunger die gute Laune, dann ringt er die Geduld nieder und so ziehen die kleinen Vendittis trübselig mit ihren Eltern nach Hause. Der schöne Abend ist im Eimer und kochen muss man auch noch.

Wenn bloss dieser blöde Optimismus nicht wäre. Dann würde man, kaum ist das letzte Licht verglommen, nach Hause eilen, einen Topf Pasta aufsetzen und der Abend bliebe als einer der schönsten des Jahres in Erinnerung. 

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Eine Frage zum Schuhwerk

Günstiges Schuhgeschäft in der Schweiz, Einkauf zu Beginn der Saison: Dreckbilliges Schuhwerk, made in irgend einer schlimmen Schuhfabrik in Asien, viel Gefunkel, das die Kinder magisch anzieht. Du nimmst weit Anlauf, springst über deinen Schatten und kaufst. Zwei Wochen später sind die Schuhe im Eimer. War nicht anders zu erwarten. 

Weniger günstiges Schuhgeschäft in der Schweiz, Einkauf zu Beginn der Saison: Preis des Schuhwerks – made in irgendwo, wo es nicht ganz so anrüchig ist –  liegt hart an der Schmerzgrenze, nicht so viel Gefunkel, dafür ein Anschein von Qualität, der Mama überzeugt und immerhin genug Coolness, dass sich die Kinder vom Kauf überzeugen lassen. Einen Monat später sind die Schuhe im Eimer. Man hätte es anders erwartet, lag aber ganz offensichtlich falsch.

Teures Schuhgeschäft in der Schweiz, Einkauf zu Beginn der Saison: Über den Preis reden wir lieber nicht, vielleicht made in Italy, vielleicht auch in Asien, tolles Design, Qualität überzeugt, Kinder lassen sich nur mit Mühe überreden. Einen Monat später sind die Schuhe im Eimer. Man ist sauer. Zu diesem horrenden Preis hätte man wirklich mehr erwarten dürfen. 

Günstiges Schuhgeschäft in Frankreich, Einkauf vor Beginn der Saison, da in Frankreich das Wetter wärmer ist und man entsprechend früher Sommerschuhe braucht: Sehr moderate Preise, Schuhwerk made in Portugal oder Spain, kindergerechte Passform, originelles Design ohne unnötigen Klimbim, innert Minuten einigen sich Mama und Kinder auf den perfekten Sommerschuh. Zwei Wochen später sind die Schuhe noch wie neu. Einen Monat später auch. Zwei Monate später ebenfalls. Drei Monate später zeigen sich erste Gebrauchsspuren. Vier Monate später sind die Gebrauchsspuren etwas deutlicher. Zum Ende der Saison löst sich die Sohle. Macht nichts, nächstes Jahr wären die Schuhe ohnehin zu klein gewesen.

Himmel, warum kriegt man das bei uns nicht hin?

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Umwelterziehung?

„Nicht zu viel Badezusatz ins Wasser“, predige ich. „Ein paar Tropfen reichen, um richtig schönen Schaum zu machen.“ Beim nächsten Vollbad landen dann doch wieder zwei – ja, richtig gelesen Z-W-E-I – volle Flaschen Duschgel im Wasser. Und nein, es war nicht etwa das jüngste, unerfahrenste Kind, das dieses Verbrechen begangen hat.

„Licht löschen, wenn man den Raum verlässt. Man kann nicht gegen AKWs sein und andauernd sinnlos Strom verbrauchen“, wiederhole ich so oft, dass ich die Sache bald selber nicht mehr hören mag. Und warum wiederhole ich das so oft? Na, warum wohl?

„Nein, Getränke in Dosen kaufe ich euch nicht“, sage ich, wenn sie unterwegs allzu durstig werden. Es kümmert sie nicht weiter. Sie haben ja Taschengeld und mit dem wird man ja wohl noch machen dürfen, was man will. 

„Bütschgi in den Grünabfall!!! Wie oft muss ich das noch sagen?“, brülle ich, wenn der Abfallkübel mal wieder von auffällig vielen Fruchtfliegen umsummt wird. Das Bütschgi landet natürlich trotzdem nicht im Grünabfall, sondern hier

„Lieber weniger Auswahl im Kleiderschrank, dafür fair produziert“, doziere ich und glaube, sie hätten verstanden, weil die Sache mit der Kinderarbeit ihnen immer zu Herzen geht. Aber dann lockt eben doch der Ausverkauf. 

Und noch ein paar weitere Dinge, die mit ähnlicher Begeisterung aufgenommen werden. Manchmal frage ich mich, ob sie je begreifen werden. Doch dann erinnere ich mich, dass auch ich erst dann grüner wurde, als ich nicht mehr ganz so grün war hinter den Ohren. 

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