Familienerlebnis

„Das wird bestimmt ein tolles Familienerlebnis für euch“, sagten die Leute zu Hause, als sie von unserer Reise erfuhren. Und das ist es ja tatsächlich, ein Familienerlebnis, meine ich. Toll ist es auch. Zum Beispiel, weil wir mal einfach unter uns sind, ohne die andauernden „Darf ich heute mit dem FeuerwehrRitterRömerPiraten spielen“-Anrufe, ohne „Frau Venditti, wann kommt ‚Ihrer‘ denn nach Hause?“-Arbeitsunterbrechungen und ohne auf die Minute durchgeplante Tagesabläufe. Toll ist auch die fremde Umgebung, die ungewohnten Düfte, die faszinierenden Geschmacksrichtungen, das traumhafte Wetter. Das alles versetzt uns täglich aufs Neue ins Staunen und uns dazu inspiriert, Dinge zu tun, die im Alltag wenig oder gar keinen Raum finden. Und toll ist natürlich auch, dass keiner dem anderen etwas vormachen muss. Jeder darf sein, wie er oder sie ist, wir sind schliesslich „en famille“.

Tja, dieses „en famille“… Wer selber eine Familie hat – Und wer hat das nicht, auf irgend eine Weise? -, kann sich ausmalen, was das auch noch bedeuten kann. In unserem Fall zum Beispiel, Mahlzeiten, bei denen der liebe Karlsson zu meiner Linken darüber nachsinnt, ob er die Schnecken, die er sich im Supermarché gekauft hat, nun wirklich verspeisen soll, oder ob das ethisch nicht vertretbar ist, während zu meiner Rechten das Prinzchen und der Zoowärter versuchen, die Salzkartoffeln zu Kartoffelbrei „wie neulich bei Ikea“ zu verarbeiten. Oder die zwei Teenager, die sich stundenlang Trash-TV reinziehen und einander danach im Garten lauthals „Rooooobert!“ zurufen, obschon sie ganz genau wissen, dass der nette Herr Vermieter gleich auf der anderen Seite des Zauns auf denselben Vornamen hört. Oder die drei kleinsten Vendittis, die allüberall das Feriengeld, das Schwiegermama ihnen vor der Abreise zugesteckt hat, loswerden müssen, weil es sonst schimmlig wird. Und dann natürlich die ganzen Streitereien – Ich gegen „Meinen“, der Zoowärter gegen den FeuerwehrRitterRömerPiraten oder Luise gegen den Rest der Welt -, die im Alltag auch immer zu kurz kommen. 

Familienerlebnisse halt… 

Foto by Karlsson

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Nervös

Jetzt weiss ich wieder, warum ich lieber in den Norden gefahren wäre. Es ist ja zwar wirklich traumhaft schön hier und die Leute sind ausnehmend nett, aber mon Dieu, sind die vielleicht nervös. Keine Sekunde darfst du im Supermarché vor dem Regal stehen bleiben, weil sonst einer kommt und dich – „Pardon, Madame!“ – unsanft zur Seite schiebt. Brauchst du auf dem Trottoir zu viel Platz für dich und deine Horde, landest du unversehens auf der Strasse, weil jemand hinter dir ist, der natürlich ganz dringend vor dir sein muss. Und wagst du es, beim Autofahren mal den Fuss vom Gaspedal zu nehmen, weil du nicht mehr so genau weisst, wo du durch musst, dann schützt weder dein fremdländisches Nummernschild noch das sanfte Himmelblau deines Autos vor dem Hupkonzert, das von allen Seiten erklingt. 

Da ich selber nicht gerade mit Geduld gesegnet bin, sinke ich nach einem Tag voller „Was wir zu Hause vergessen haben und im Ferienhaus nicht vorgefunden haben“-Shopping mit anschliessendem Besuch in Avignon nur erschöpft ins Bett und seufze: „Mon Dieu, comme je me languis de la tranquillité suédoise!“

ho fame; prettyvenditti.jetzt

ho fame; prettyvenditti.jetzt

Nicht mikrowellentauglich

Vor einiger Zeit bekamen wir eine „Backmischung“ für einen Tassenkuchen als Werbegeschenk überreicht. Ihr wisst schon, diese schrecklichen Beutel für die Mikrowelle, die es seit einiger Zeit zu kaufen gibt. Aus Gründen, die mir gerade entfallen sind, habe ich das Ding nicht weggeschmissen und in der Ahnung, dass wir hier vermutlich eine Mikrowelle haben würden, ist es beim Ausmisten der Küche im Reisegepäck gelandet. Heute Abend, als ich warten musste, bis die jüngeren Vendittis – die sich freiwillig zu dritt ein Bett teilen und einander dann doch den ganzen Abend die Köpfe einschlagen – endlich eingeschlafen waren, beschloss ich, diesen Kuchen zu „backen“. Das Resultat sah dann allerdings nicht ganz so unappetitlich aus, wie auf der Packung, sondern noch unappetitlicher. Ich mag ja wohl in der Lage sein, Gotlandbrot und dergleichen zu backen, aber eine Anleitung lesen, in der geschrieben steht, wie man aus Pulver und Milch einen „Kuchen“ erhitzt, kann ich ganz offensichtlich nicht. Zuerst wollte ich ja dem Hersteller die Schuld in die Schuhe schieben, aber es lag wohl doch eher daran, dass ich nicht 40 Milliliter Milch mit dem Pulver in eine 300-Mililitertasse gefüllt hatte, sondern 300 ml Milch mit dem Pulver in eine 310-Mililitertasse. Meine Erkenntnis nach dem „Genuss“ des Ungeniessbaren: Ich bin nicht mikrowellentauglich. (Was auch nicht weiter schlimm ist.) 

Erste Eindrücke

Viel lässt sich so kurz nach der Ankunft natürlich noch nicht sagen, aber ein paar erste Eindrücke kann ich schon mal weitergeben:

  • Gestern hat „Meiner“ schon mal zwei Kohlköpfe geschenkt bekommen, weil die nach Ladenschluss im Abfall gelandet wären. Und im Supermarché hat man uns heute Morgen nach dem ersten Großeinkauf an der Kasse herzlich willkommen geheissen. Irgendwie hatte ich die Franzosen unfreundlicher in Erinnerung. Aber halt, das hier sind nicht „français“, die sind „provençal“, wie man uns gegenüber in den vergangenen 24 Stunden bereits mehrmals betont hat. 
  • Das mit den öffentlichen WCs haben sie noch immer nicht im Griff, unsere gallischen Nachbarn, aber immerhin haben sie jetz bequemere Kopfkissen als früher. 
  • Wirklich entspannend, wenn man beim Einkauf sagen kann: „Ihr wollt Erdbeeren und Tomaten? Okay, greift zu, das Zeug kommt aus der Gegend.“ Zu Hause hätte ich bei den Erdbeeren noch mindestens einen Monat lang hart bleiben müssen, bei den Tomaten noch länger. 
  • Manchmal sind Ferienhäuser schöner, als auf den Fotos, aufgrund derer man sich zur Buchung entschieden hat. 
  • „Meiner“ und ich wären ja eigentlich lieber nach Stockholm gefahren, aber hier ist es tatsächlich auch ganz nett. Musste sogar Luise zugeben und die wollte anfänglich weder nach Stockholm noch in die Provence, sonder einfach zu Hause bleiben und mit ihren Freundinnen WhatsApp-Nachrichten austauschen. 
  • Wenn’s einen Pool hat, ist für unsere Kinder kein Wasser und kein Wind zu kalt. Unsere Vermieter sind ziemlich beeindruckt ob dieser Unverfrorenheit, aber die wissen eben nicht, wie kalt es jetzt bei uns zu Hause ist. 

 

Kinderlose Kinderexperten

Meine kinderlosen Freundinnen sind Gold wert. Mit ihnen kann ich über die Dinge quatschen, die sich außerhalb meiner Mamawelt abspielen. Sie erfahren von mir, was sie ohne Kinder verpassen (und was nicht), ich lerne von ihnen, wie man die Dinge auch noch sehen könnte, wenn man sie nicht immer im Hinblick auf die eigenen Kinder betrachtete. Bei ihnen kann ich auch mal ungehemmt darüber lästern, wie sehr mir der Tanz ums goldene Kind, den manche Mütter veranstalten, auf den Geist geht. Im Gegenzug berichten sie mir schonungslos offen über die Abgründe des „Single-WG-wie soll meine Zukunft aussehen?“-Lebens. Kurzum, sie sind eine echte Bereicherung, diese Frauen. 

Was ich hingegen nicht ertragen kann, sind kinderlose Menschen, die Kinder und Teenager nur vom Hörensagen und vor allem aus den Medien kennen und sich dennoch für Experten halten. Menschen, mit denen man solche Gespräche führt (Dieses hier ist übrigens fiktiv, leider aber nicht frei erfunden.): 

Ich: „Meine Tochter ist in den Ferien jeweils sehr viel experimentierfreudiger mit ihrem Kleiderstil. Dann trägt sie Dinge, die sie für die Schule nie anziehen würde.“

Mein Gegenüber seufzt tief, legt die Stirn in sorgenvolle Falten und sagt: „Ja, das ist heutzutage einfach schlimm mit diesem Markenwahn. Die Kinder trauen sich ja nicht mehr aus dem Haus, wenn sie nicht die richtigen Klamotten tragen…“

„So habe ich das nicht gemeint“, unterbreche ich, um mir nicht den ganzen Markenkleider-Sermon, den ich inzwischen in- und auswendig kenne, anhören zu müssen. „An unserer Schule ist das eigentlich kein Problem…“

Weiter komme ich nicht, bevor mein Gegenüber ins Wort fällt: „Nein, glaub mir, die Kids leiden richtig. Wenn die die falschen Schuhe an den Füssen haben, werden die verprügelt. Ich habe neulich diesen Artikel gelesen…“

Jetzt ist es an mir, unhöflich zu sein: „Ich weiss, an manchen Schulen läuft das tatsächlich so, aber bei uns schlagen wir uns mit anderen Themen rum. Meine Tochter ist halt jetzt einfach in dem Alter, in dem man nicht auffallen will…“

„Das ist es genau, was ich meine“, unterbricht mich mein Gegenüber schon wieder. „In dem Artikel haben sie diese bekannte Jugendpsychologin zitiert…wie heisst sie nochmal?… Ach, ist ja auch egal, aber auf alle Fälle hat sie gesagt, die Kids wollten auf gar keinen Fall mehr auffallen, weil sie sonst…“

So geht das dann so lange weiter, bis die Person meine Aussage über Luises Kleiderstil so weit zurechtgebogen hat, dass sie als Beleg für die Thesen aus dem Zeitungsartikel herhalten kann. Und bis ich mir überlege, ob ich der Person einen Praktikumsplatz bei uns zu Hause anbieten soll, damit sie mal Kinder und Teenager in freier Wildbahn erleben kann. 

Noch Fragen, warum ich solche Menschen nicht zu meinem Freundeskreis zähle?

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Schulsack

Ein letztes Mal mit einem zukünftigen Erstklässler auf Schulsack-Suche. Ein letztes Mal „Nimm doch lieber den mit den Elefanten, der mit dem Flugzeug ist langweilig.“ Ein letztes Mal: „Nein, nimm den nicht. Mit dem schämst du dich, wenn du in der Dritten oder in der Vierten bist.“ Ein letztes Mal Gegensteuer geben, weil das Verkaufspersonal die Kinder mit grellen Extras ködern will, Extras, die im Schulalltag ganz schnell an Glanz verlieren und dann hat man ihn, den langweiligsten Schulsack aller Zeiten. Ein letztes Mal die Diskussion, ob man dazu auch noch ein Znüniböxli braucht, eine Trinkflasche und den passenden Turnsack. Ein letztes Mal „Möchtest du ein Sugus?“, bevor das Geld einkassiert wird. Ein letztes Mal Luft anhalten, weil das Zeug immer ein halbes Vermögen kostet. (Ja, ich hab‘ die Luft angehalten, auch wenn diesmal nicht unser Konto belastet wird.) Ein letztes Mal die Spannung der Geschwister: „Zeig her, was hast du gewählt?“ Ein letztes Mal der Gedanke, dass ich ja einen anderen genommen hätte, aber dass das Kind trotzdem ziemlich guten Geschmack bewiesen hat. 

Aber ganz bestimmt nicht zum letzen Mal der Gedanke: „Himmel, könnte mal bitte einer die Zeit anhalten? Mir geht das irgendwie alles zu schnell.“

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Kalenderleere

Bis Donnerstag ist der Kalender noch voll, die To-Do-Liste erscheint endlos. Dann wendet sich das Kalenderblatt und da ist nichts mehr. Lauter leere Felder, voll und ganz terminfrei, zweieinviertel Kalenderblätter weit. Eine Leere, seit vielen Jahren unbekannt und dadurch fast schon unheimlich. Geht das noch, zeitlich frei zu sein, ohne dabei die Zeit zu verschleudern? Ohne am Ende verwundert zu fragen: „Wie? Schon vorbei? Aber ich hab doch noch gar nichts angefangen mit meinen Freiräumen“? Ein wenig unanständig sei das schon, als Erwachsene einfach eine Zeit lang abzutauchen, nicht verfügbar zu sein, meinten Freunde neulich im Scherz und ich glaube, gewisse Leute würden ihnen recht geben, nicht nur im Scherz. Zwischen dreissig und fünfzig tut man sowas einfach nicht, erst recht nicht, wenn man nicht zu den Menschen gehört, die mit einem Start-up unanständig viel Geld verdient haben und sich mit vierzig zur Ruhe setzen können. 

Nun, wir tun’s trotzdem und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir die Kalenderblätter zu füllen wissen. Halt einfach mit etwas anderem Inhalt als gewöhnlich. 

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Bütschgi

Treffen Schweizer aus unterschiedlichen Himmelsrichtungen irgendwo – zum Beispiel im Jura, in Opfikon oder in auf Ibiza – aufeinander, können sie gar nicht anders, als früher oder später zu erörtern, wie man das abgenagte Kerngehäuse eines Apfels oder einer Birne nennt. „Gigetschi, natürlich“, sagen die einen. „Spinnst du? Das nennt man Gröibschi“, kontern die anderen. „Ihr habt ja beide keine Ahnung. Das Ding heisst Gürbschi“, behaupten die Dritten. Gerate ich in einen solchen Sprachstreit, halte ich stur am „Bütschgi“ fest, obschon ich seit Jahren im „Gürbsi/Bätzgi“-Gebiet lebe. Eigentlich interessiert es mich aber schon längst nicht mehr, wie meine Landsleute das Ding nennen, betreibe ich doch seit einigen Jahren intensive Forschungen in einem ganz anderen Kerngehäuse-Bereich. Mich beschäftigt nämlich die Frage, wo sich die Dinger in einem Grossfamilienhaushalt bevorzugt aufhalten. Hier eine – noch längst nicht abgeschlossene – Liste der bisher bekannten Bütschgi-Fundorte:

  • Auf dem WC-Rollenhalter
  • Auf dem Rand hinter dem WC-Deckel
  • Am Fussende des Elternbetts
  • Im Kerzenhalter
  • In sauberen Tassen auf dem Regal
  • In Kindersocken
  • Hinter dem Klavier
  • Auf den Klaviertasten
  • Unter dem Klavier
  • Im Klavier? Ich hab’s nie abgeklärt, könnte es mir aber sehr gut vorstellen.
  • In der Dachrinne.
  • Im Blumentopf
  • In Schulsäcken, von vielen kleinen Fruchtfliegen umsummt
  • In Kindergartentaschen, ebenfalls von vielen kleinen Fruchtfliegen umsummt
  • Im Altpapierstapel
  • Im Sammeleimer für Pet-Flaschen
  • Im Kühlschrank
  • In Mamas Schuhen
  • Im Türgriff des Autos
  • Im Katzenklo
  • Neben dem Abfalleimer (Dies ist mit Abstand der häufigste Fundort. Ist halt unglaublich schwer, die Öffnung zu treffen. Von der mütterlichen Weisung, Bütschgis konsequent im Kompost zu entsorgen, wenn man sie schon nicht aufessen mag, reden wir gar nicht erst.)
  • Unter dem Abfallsack, der eigentlich dazu da wäre, die Dinge, die im Abfalleimer landen, aufzufangen
  • Hinter dem Sofakissen
  • In der Obstschale
  • Unter der Matratze
  • Auf dem Fenstersims
  • Auf dem Treppenabsatz
  • In der Waschmaschine
  • In einer Falte des Sonnendachs
  • Zwischen den Kochbüchern
  • Im Klo (Halt, ich glaube, das war ein ganzer Apfel. Haben wir aber erst rausgefunden, als die Sauerei bereits da war.)
  • Im Abfluss
  • In Prinzchens Bastelkiste
  • Auf dem Trampolin
  • Im Sandkasten (Als wir noch einen hatten)
  • Aufgespiesst auf dem Gartenzaun

…und vermutlich an ganz vielen anderen Orten, wo sie irgendwann, wenn wir fleissig genug aufräumen, auftauchen werden. (Und falls wir nicht zum Aufräumen kommen, wächst da halt eines Tages ein hübscher, kleiner Apfelbaum.) Die endgültige Auswertung meiner Forschungsergebnisse steht noch aus, ein Ergebnis steht aber bereits fest: Die Liebe zum Kernobst ist bei den kleinen Vendittis derart gross, dass sie darob die elterliche Weisung, nur im Esszimmer oder in der Küche zu essen, glatt vergessen. 

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Schülerkonzertgedanken

Was mir an einem Schülerkonzert so alles durch den Kopf geht:

Ich glaube, das mit der Yellow Submarine haben sich die Beatles ein wenig anders vorgestellt.

Sind sie nicht wunderbar, meine musizierenden Kinder?

Eines Tages wird die Menschenrechtskonvention erkennen, dass die Musik von Ludovico Einaudi zu Folterzwecken missbraucht werden kann und deswegen verboten gehört.

Ich weiss, dass meine Kinder nicht wunderbarer sind als alle anderen Kinder auch, aber sind sie nicht wunderbar?

Gibt es einen herzerwärmenderen Anblick als ausgewachsene Teenager, die mit Begeisterung ihre Musikinstrumente traktieren?

Ist er nicht wunderbar, mein kleiner Prinz, der andauernd auf einem imaginären Klavier spielt, währenddem er zuhört, wie die anderen musizieren?

Gibt es einen herzerwärmenderen Anblick als ein Kleinkind, das bei jedem Musikvortrag – egal, ob klassisch, rockig oder sonst was -, vor lauter Begeisterung nicht mehr an sich halten kann?

Ist er nicht wunderbar, mein Zoowärter, der im Publikum sitzt und mir erklärt, die Musik, die da gespielt werde, sei der perfekte Soundtrack zu dem, was in seiner Phantasie gerade ablaufe?

Schon eigenartig, dass man bei solchen Anlässen seit Jahren schon immer die gleichen Familien sieht. Und andere Familien nie. 

Himmel, ja, sie sind wunderbar, deine Kinder, aber kannst du jetzt mal aufhören mit deiner Schwärmerei, du elende Glucke?

Gar nicht schlecht, die Idee, das Programm ein wenig zu straffen und das Publikum ins Dunkle zu setzen. So herrscht endlich mal Ruhe im Saal und die Kinder müssen nicht gegen das ewige Geschwätz anspielen. 

Schweig, Glucke, ich will dich nicht mehr hören!

Wäre das ein Sportanlass, hätte es bestimmt etwas mehr Dorfprominenz hier.

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Kleine Absurditäten

Manchmal begegnen mir im Alltag Dinge, die zu klein sind, um einen ganzen Blogpost zu füllen, aber auch zu köstlich, um sie einfach wegzuschmeissen. Zum Beispiel diese hier:

  • „Du hast fünf Kinder? Wie, kein Patchwork? Dann seid ihr also in einer Sekte.“
  • „So viele Jahre habe ich der Lungenliga gespendet und jetzt habe ich trotzdem eine Lungenentzündung.“ (Nein, da schwang keine Ironie mit. Auch keine Bitterkeit. Einfach grosses Erstaunen, dass die Schutzfunktion der Spende nicht ausreichend war.)
  • „Die war voll fies zum Prinzchen. Er wollte sie angreifen, aber sie ist einfach zur Seite gesprungen und dann ist er auf den harten Boden gefallen. Echt, voll fies war das. Die kann doch nicht einfach ausweichen, wenn er sie angreifen will.“
  • „Sieh mal, eine Schwangere. Ich hab schon so lang keine Schwangere mehr gesehen, dass ich gar nicht mehr gewusst habe, wie die aussehen.“
  • „Mama, darf ich heute Nachmittag mit einem Freund abmachen?“ – „Ja, natürlich.“ – „Oh, schade. Aber kannst du wenigstens sagen, dass ich schon um halb fünf nach Hause kommen muss?“
  • „Also, wenn Sie die Post umleiten lassen wollen, müssen Sie zuerst mal ein Online-Konto einrichten. Wie? Die Person hat keine E-Mail-Adresse? Tja, dann müssen Sie eben die temporäre Adressänderung notariell beglaubigen lassen.“
  • „Warum ich deine Lichterkette zerstört habe? Ich war halt wütend auf dich.“ – „Das war die schönste Lichterkette, die ich je hatte.“ – „Echt, Mama, die hat dir gefallen? Na, dann tut es mir eben leid, dass ich das hässliche Ding kaputt gemacht habe.“
  • „Ich weiss auch nicht, was die mit diesen Kreuzworträtselheften machen. Da hat es in letzter Zeit immer so viele Fehler drin. Nie hat es genügend Feldchen für die Wörter, die ich schreiben will.“ (Nein, das war kein Kind.)
  • „Auf unserer Homepage hat es bestimmt noch ganz viele passende Angebote für Sie. Durchsuchen Sie sie doch gleich mal. Nur ist die Seite leider gerade zusammengebrochen und wir brauchen ein paar Tage, bis sie wieder läuft.“
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