Was ich durch 4 x Open House gelernt habe

Wenn um unseren Esstisch die verschiedensten Menschen, die sich ohne unsere Einladung vielleicht nie begegnet wären, versammelt sind, dann bin ich zutiefst glücklich.

Egal, wie viele Desserts man zubereitet, man wünscht sich jedes Mal, man müsste – und könnte – noch ein paar Dinge mehr machen, weil die Auswahl an verführerischen Rezepten einfach zu gross ist.

Noch nie im Leben ist es mir so leicht gefallen, auf Süsses zu verzichten. Nach so vielen Stunden in der Küche habe ich mich schlicht und einfach sattgerochen.

„Meiner“ und ich arbeiten so reibungslos zusammen, dass wir in Versuchung stehen, solche Anlässe öfter mal durchzuführen.

Wenn ein Mensch, den ich noch nie getroffen habe und den „Meiner“ seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr gesehen hat, uns mitteilt, Sonntag sei für ihn generell nicht so günstig, er würde lieber am Samstag kommen, aber nicht an dem Samstag, an dem wir auch noch eingeladen haben, sondern bitte an einem anderen, vielleicht im Dezember, kurz vor Weihnachten, dann ist mein flauschiges „Ich liebe alle Menschen und möchte alle um meinen Tisch versammelt sehen“-Gefühl auf einmal wie weggeblasen.

Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem man hausgemachte Pains au Chocolat als ähnlich alltäglich empfindet wie ein Butterbrot.

Genau so, wie es Bad-Hair-Days gibt, gibt es auch Bad-Frosting-Days. Zum Glück hat man hin und wieder auch einen Good-Frosting-Day…

Egal, wie sehr wir uns um Ordnung und Sauberkeit bemühen, unsere Gäste werden sich immer mit einem Hauch Venditti-Chaos abfinden müssen.

Ich brauche ein anständiges Rezept für Vanillie-Pudding.

Wenn morgen die letzten Gäste nach Hause gegangen sind, werde ich vermutlich eine leise Wehmut empfinden. Es war viel Arbeit, aber es war auch wunderschön.

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Und als Ausgleich zehn Dinge, die mich zutiefst glücklich machen

* Frisch geschleuderter Honig, geschenkt von Menschen, die ihn selber geschleudert haben. Kostbarer geht’s fast nicht, finde ich.

* Wenn ich mit einem oder mehreren Kindern lachend und schwatzend durch die Strassen gehe und wir erstaunte Blicke von Passanten ernten. Ihr glaubt gar nicht, wie befremdlich es gewisse Menschen finden, wenn Mütter mit ihren Kindern herumalbern. (Schnauze ich meine Brut in der Öffentlichkeit an, dreht sich übrigens kaum je einer nach uns um.)

* Wenn es spät abends zu regnen anfängt und am Morgen wieder die Sonne scheint. Von mir aus dürfte der ganze Sommer so sein.

* Dass „Meiner“ und ich es trotz allem noch miteinander aushalten. Ach, was untertreibe ich da? Ich liebe diese Nervensäge noch immer.

* Blütendüfte beim Abendspaziergang (natürlich nicht zu spät am Abend, weil es dann ja gefälligst regnen soll).

* Die Vielfalt an Menschen, mit denen wir grössere und kleinere Bruchstücke unseres Lebens teilen dürfen.

* Dass die Kätzchen innert kürzester Zeit begriffen haben, wo das Geschäft hingehört. Okay, vielleicht macht mich das nicht gerade zutiefst glücklich, aber doch sehr zufrieden. Vor allem, wenn ich bedenke, dass der gute Gottegris noch immer… Ach, lassen wir das, wir reden hier von schönen Dingen.

* Heidelbeeren

* Das Gefühl, gesegnet zu sein. Überkommt mich immer dann, wenn uns aus heiterem Himmel etwas unglaublich Gutes zustösst.

* Dass ich wieder gelernt habe, Tränen zu lachen.

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Orakel

Das Prinzchen und sein bester Freund versuchen herauszufinden, ob der beste Freund bei uns baden darf. Dazu befragen sie das Lavabo-Orakel. Schwimmt Prinzchens Gummi-Hai auf dem Wasser, steht dem gemeinsamen Bad in unserer Badewanne nichts im Wege. Schwimmt der Hai nicht, bedeutet dies, dass die Mama des besten Freundes etwas gegen das Bad hat. Gar nicht so einfach, auf die drängende Frage eine Antwort zu finden, denn weil das Prinzchen baden will – und muss -, sein Freund aber nicht, interpretieren die zwei Jungs die Antwort des Orakels ganz unterschiedlich.

Um doch noch eine eindeutige Antwort zu bekommen, könnte man natürlich kurz über die Strasse rennen und die Mama fragen gehen, doch dann wäre einer der beiden gezwungen, nachzugeben. Um das zu verhindern, diskutiert man lieber weiter, ob der Hai nun schwimmt oder nicht.

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Relax

Hinter uns liegen zwei äusserst intensive Wochen. Menschen, die wir mögen gaben sich die Klinke in die Hand, die einen auf Einladung, die anderen spontan, aber alle gleich willkommen. Unsere Tage waren angefüllt mit tiefschürfenden Gesprächen, Gelächter, gemütlichen Teestunden, gemeinsamem Kochen und langen Abenden. Torten, Osterhasen, frische Blumen und sogar ein Trampolin für unsere Kinder fanden den Weg zu uns, auch hier wieder einiges als Begleiterscheinung einer Einladung, anderes spontan, aber alles überraschend und sehr willkommen. 

Waren wir ausnahmsweise mal unter uns, nutzten wir die Zeit, um unser Zuhause wieder halbwegs gästetauglich herzurichten und Vorräte für weitere gemütliche Mahlzeiten anzuschleppen. War auch das getan, unterhielten uns Karlsson und Luise, indem sie in die Rolle von Menschen schlüpften, die wir nicht zu unseren bevorzugten Gästen zählen. (Keine Angst, ihr, die ihr hier wart, gehört nicht in diese Kategorie und ihr, die ihr demnächst bei uns eingeladen seid, auch nicht.) Oft brachten sie uns zum Lachen, hin und wieder strapazierten sie damit aber auch unsere Geduld. 

Es war eine schöne Zeit, die wir sehr genossen haben. Dennoch waren „Meiner“ und ich irgendwann ziemlich geschafft. Darum sollte sich jeder von uns am heutigen Ostermontag ein paar Stunden ganz für sich gönnen dürfen. Für „Meinen“ war schnell klar, womit er diese Stunden füllen will: Sauna, Stille, nur ein wenig lesen und ausspannen, bevor morgen der Arbeitsalltag wieder beginnt. Ich aber wusste nicht so recht, was ich tun sollte. Ein richtig gutes Buch, das mich für ein paar Stunden in eine andere Welt entführt, habe ich derzeit nicht. Bleibe ich zu Hause, bin ich umgeben von einem Haufen unerledigter Dinge, gehe ich in ein Café, laufe ich Gefahr, irgendwelche Bekannte zu treffen und danach ist mir nach diesen zwei Wochen trotz aller Liebe zu meinen Mitmenschen nicht wirklich.

Nach reiflicher Überlegung kam ich zum Schluss, dass einzig die  Luxusvariante taugt, um mir etwas Ruhe zu verschaffen: Eine heftige Magenverstimmung, die mich dazu zwingt, mich jammernd ins Bett zu legen und mir die Decke über den Kopf zu ziehen. Ich weiss eben noch, wie sich richtige Erholung anfühlen sollte…

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Blind Date

Vierzig zu werden gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, aber mit „Meinem“ an der Seite ist es ganz erträglich. Der hat sich nämlich gedacht, es sei blöd, erst im Oktober zu feiern und schenkt mir deswegen jeden Monat eine Kaffeepause mit einer Freundin, einer Schwester, einer… Na ja, ich weiss nicht so genau, wen er alles ausgesucht hat, denn er verrät rein gar nichts. Er sagt mir nur, wann ich wo sein muss und dann kann ich mich überraschen lassen, wer da mit einem Gutschein, den „Meiner“ organisiert hat, auf mich wartet. Eine typische „Meiner“-Idee: Spontan, geheimnisvoll und perfekt auf meine derzeitigen Bedürfnisse zugeschnitten. 

Natürlich freue ich mich wie ein kleines Kind über dieses Geschenk und wie ein etwas grösseres Kind frage ich mich insgeheim: „Was, wenn die Frau, die er zu einem Kaffeeklatsch mit mir verdonnert hat, gar nicht mit mir kaffeeklatschen will?“ Allzu lange denke ich aber nicht über diese Frage nach, denn „Meiner“ hat mir versichert, die Frauen, die er bis jetzt kontaktiert habe, seien alle begeistert. Na, dann will ich ihm mal glauben…

Einen klitzekleinen Haken hat diese grossartige Geschenkidee natürlich trotzdem: Ich muss meine Arbeit vorholen. Darum werde ich jetzt schön brav eine Nachtschicht einlegen, um die Kolumne zu schreiben, die ich morgen, wenn ich beim Kaffee sitze, schreiben würde. Und die Wähe für das Mittagessen mache ich dann im Morgengrauen. Aber dieses kleine Zusatz-Schlafmanko nehme ich für einmal noch so gerne in Kauf.

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Wenn das Gewissen zubeisst

„Hätte ich vielleicht doch ja sagen sollen?“

„Nein, hättest du nicht. Du hattest sieben Kinder im Haus, ‚Deiner‘ war weg, das Auto hattest du auch nicht und obendrein hatten sich Gäste angekündigt. Wie hättest du ihr da helfen wollen?“

„Na ja, irgendwie hätte ich es schon geschafft…“

„Nein, hättest du nicht. Und überhaupt, warum muss die ausgerechnet dich anfragen? Gibt ja noch andere, die hätten einspringen können.“

„Aber sie hat doch niemanden…“

„Wen wundert’s?“

„Ich weiss, worauf du anspielst. Aber sie hat doch auch ihre guten Seiten. Und ich weiss doch auch, wie es ist, mit einem fiebernden Baby, einem fiebernden Kleinkind, selber hat man eine verstopfte Nase und das Älteste muss zum Eislaufen. Man kann doch nicht mit zwei kranken Kindern in der kalten Halle warten…“

„Mag sein, dass man das nicht kann, aber man kann ja auch mal eine Eislaufstunde ins Wasser fallen lassen…“

„Aber sie hat doch dafür bezahlt und du weisst, dass sie jeden Franken zweimal umdrehen muss. Und das arme Kind muss doch so schon auf so viele Dinge verzichten.“

„Das mag ja alles stimmen, aber warum fragt sie immer dich?“

„Weil sie doch sonst niemanden hat.“

„Aber siehst du denn nicht, dass du auf dem besten Weg bist, dich ausnützen zu lassen? Ich meine, die kann doch nicht wegen jedem Mückenschiss um Hilfe schreien. Bloss weil sie es schwerer hat als andere, heisst das noch lange nicht, dass du ihr in jeder banalen Alltagssituation, mit der sich jede Mama herumschlagen muss, Beistand leisten musst.“

„Du hast ja recht, aber ich fühle mich trotzdem mies, weil ich nein gesagt habe. Sie hat doch wirklich niemanden…“

„Na ja, sie hat ihre Mutter…“

„…die nicht in der Gegend lebt…“

„…ihren Ex…“

„…der sich einen Dreck um die Kinder schert…“

„…ein paar andere Freundinnen…“

„…die gleich tief in der Tinte sitzen wie sie…“

„…und dich, wenn es wirklich hart auf hart geht.“

„Aber heute habe ich sie eben doch im Stich gelassen.“

„Hast du nicht, es ging einfach nicht anders. Oder hättest du etwa deine Kinder und deine Neffen sich selbst überlassen wollen, um ihr Kind zum Eislaufen zu begleiten?“

„Natürlich nicht. Aber es ist doch irgendwie ganz schön egoistisch von mir, mich nur um meinen eigenen Kram zu kümmern, wenn jemand anders Hilfe braucht.“

„Oh ja, klar, wenn man einen halben Tag lang sieben Kinder betreut, kümmert man sich tatsächlich sehr ausgiebig um seinen eigenen Kram…“

„Du weisst schon, wie ich das meine…“

„Und du weisst, wie ich es meine, also hör endlich damit auf, dich mit Vorwürfen zu überhäufen.“

„Ich werd’s versuchen…“

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Im Bienenhaus

11:00 Uhr Meine Nichte und ich sitzen in der Küche, bereiten das Mittagessen vor und unterhalten uns bestens.
11:40 Nach und nach trudeln die fünf kleinen bis mittelgrossen Vendittis ein.
12:07 „Meiner“ kommt nach Hause und bringt die zwei Praktikantinnen, die drei Wochen lang in seiner Klasse im Einsatz waren, zum Essen mit. Angekündigt, versteht sich. Gemütliches und sehr lebhaftes Mittagessen zu zehnt.
12:57 Das Prinzchen, der sich unbemerkt davon gemacht hatte, taucht mit seinem besten Freund auf.
13:12 „Meiner“, die Praktikantinnen und Luise gehen zur Schule. Das Prinzchen lässt sich nach viel Gezeter vom Zoowärter und dem besten Freund in den Kindergarten begleiten.
13:30 Zoowärter, FeuerwehrRitterRömerPirat, Karlsson, meine Nichte und ich geniessen die relative Ruhe.
14:07 Zoowärters Freund kommt zum Spielen. Meine Nichte und ich suchen im Internet nach Praktikumsstellen.
14:50 Meine Schwester und ihre kleine Tochter bringen ein Geburtstagsgeschenk für den Zoowärter, bleiben zu Kaffee und Saft und berichten, dass sie im Garten dem Kaninchen begegnet sind.
15:05 Luise kommt nach Hause.
15:10 Luise und meine Nichte gehen nach draussen, um das Kaninchen einzufangen. Es gelingt ihnen, den Ausreisser in die Volière zurückzubringen.
15:12 Eine Schulkameradin des FeuerwehrRitterRömerPiraten lädt sich selber zum Spielen ein, obschon der FeuerwehrRitterRömerPirat sich mit Händen und Füssen dagegen zur Wehr setzt.
15:25 Zoowärters Freundin kommt ebenfalls zum Spielen.
15:42 Meine Schwester und ihr Töchterlein verabschieden sich. Schade, wir hatten kaum Zeit zum Reden vor lauter Durcheinander.
16:30 Ich greife panisch zum Telefon, um „Meinen“ nach Hause zu bestellen, damit er Karlsson rechtzeitig zur Konzertprobe chauffieren kann.
16:40 Ich erkundige mich bei den Kindern, wer wann nach Hause gehen muss.
16:45 „Meiner“ holt Karlsson ab.
16:55 Zeit, um Zoowärters Freund und die Freundin des FeuerwehrRitterRömerPiraten nach Hause zu schicken. Das Mädchen bettelt, ob sie noch bleiben dürfe, aber ich erlaube es nicht. Wir müssen bald weg.
17:08 Die Freundin des FeuerwehrRitterRömerPiraten kommt zurück. Sie hat ihre Schultasche vergessen und bittet um ein Glas Wasser.
17:10 Die Mama des Mädchens ruft an, um nach dem Verbleib ihrer Tochter zu fragen. Das Kind sei unterwegs, sage ich. Was auch stimmt, vor wenigen Augenblicken hat sie – diesmal mit Schultasche – das Haus verlassen.
17:14 „Meiner“ kommt nach Hause.
17:20 Die Mama von Zoowärters Freundin kommt, um ihre Tochter abzuholen. Wir unterhalten uns kurz über den Karlsson-Propeller, den sie dem Zoowärter zum Geburtstag geschenkt hat.
17:35 Meine Nichte wird abgeholt. Es war so schön, sie den ganzen Tag hier zu haben.
17:55 Prinzchens bester Freund geht nach Hause, weil wir weg müssen.
18:00 Luise und ich gehen zum Bahnhof, „Meiner“ kommt wenig später mit dem Auto nach.
18:35 Zum ersten Mal in der Geschichte sitzt Familie Venditti eine halbe Stunde vor Konzertbeginn in der vordersten Reihe und wartet gespannt auf Karlssons Auftritt. Ach, wie schön menschenleer es in der vordersten Reihe doch ist. Nach all den Lieben heute mögen wir uns nicht auch noch mit Fremden herumschlagen…

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Aber natürlich braucht es das

Vor vielen Jahren diskutierte ich einmal mit einer befreundeten Mutter darüber, ob es überhaupt sinnvoll sei, wenn Eltern sich Auszeiten nehmen. „Aber natürlich ist es sinnvoll“, sagte ich. „Da wäre ich mir nicht so sicher“, meinte die andere Mutter. „Wenn du dir drei Tage lang Luxus und Entspannung gönnst, fällt dir der Alltag danach umso schwerer. Besser, man beisst auf die Zähne und verzichtet auf Auszeiten, sonst ist man nachher nur noch frustrierter.“ „Aber man kann doch nicht jahrelang auf die Zähne beissen! Wie soll man bloss den Familienalltag überstehen, wenn man nie ausspannt?“, protestierte ich, doch meine Mitmutter blieb bei ihrer Meinung. Und ich bei meiner. 

Heute früh stand ich lustlos in der Küche, betrachtete den mit Brosamen übersäten Fussboden und dachte an diese Diskussion zurück. Noch keine vierundzwanzig Stunden vorher hatte man mir jeden Wunsch von den Augen abgelesen, aber es kam mir vor, als lägen Jahre zwischen gestern und heute. Alles, was ich gewöhnlich mehr oder weniger nebenbei erledige, kostete mich eine gewaltige Überwindung, die alltäglichen Streitereien fielen mir noch mehr auf die Nerven als gewöhnlich. Ob sie doch Recht gehabt hatte, die andere Mutter? Wäre es vielleicht doch besser, sich mit Volldampf durch den Alltag zu kämpfen und sich dann auszuruhen, wenn die Kinder aus dem Haus sind?

Ich liess mir die Geschehnisse der vergangenen Tage noch einmal durch den Kopf gehen, dachte an die ungestörten, tiefschürfenden  Gespräche mit unseren Freunden zurück, an das intensive Empfinden von Hitze und Kälte in der Sauna, an die unzähligen Geschmackserlebnisse, die ich wieder einmal ganz bewusst hatte geniessen dürfen, an den tiefen, erholsamen Schlaf. Dann erinnerte ich mich an das pure Glück, das ich empfand, als wir bei unserer Heimkehr unsere Kinder in die Arme schliessen durften, an die tiefe Freude, als mir Luise gestern seit sehr langer Zeit wieder einmal sagte, dass sie mich lieb hat, an die besondere Nähe als ich gestern Abend an Prinzchens Bett sass und Schlaflieder sang. 

Ja, es fiel mir schwer, heute wieder in den Alltag einsteigen zu müssen und ich war auch ziemlich frustriert darüber, dass „Meiner“ und ich trotz guter Vorsätze so schnell wieder im alten Trott landen. Dennoch bin ich dankbar für jeden Augenblick unserer kostbaren Auszeit. Und auch für den Moment, als wir alle sieben wieder gemeinsam am Tisch sassen. Darum würde ich meiner Mitmutter heute noch das Gleiche sagen wie damals.

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Welten

Noch nicht ganz wach aber auch nicht mehr schlafend mit Kater Leone auf dem Rücken im Bett liegen und sich wünschen, der Tag möge noch nicht beginnen.

Treppe rauf um Kinder zu wecken, drei Treppen runter um frische Wäsche zu holen, zwei Treppen hoch, um mir von Luise anzuhören, dass ich mich immer nur um die anderen kümmere und nie um sie, Treppe hoch um dem FeuerwehrRitterRömerPiraten mitzuteilen, dass es jetzt wirklich ernst gilt mit Aufstehen, etwas trinken, drei Treppen runter, um noch mehr frische Wäsche zu holen, zwei Treppen hoch, um das Prinzchen zu wecken, „Ach, Kindchen, du bist doch nicht etwa krank?“, Stirne befühlen, Symptome abfragen und feststellen, dass das Kindchen gesund ist, aber wohl doch besser bei mir bleibt, weil die Augen so verdächtig glänzen und der Husten etwas zu heftig ist.

Taschen packen, damit die Kinder für das elternfreie und die Eltern für das kinderfreie Wochenende bereit sind, Grossmama informieren, dass am Abend drei Kinder bei ihr schlafen und nicht nur eines, Prinzchen mit Bilderbüchern ausrüsten und ab ins Auto, um rechtzeitig zum Interviewtermin in der Nähe von Zürich zu erscheinen, zum Glück für einmal ohne Irrwege, Staus und Pannen.

Interview, kurzer Schwatz und Kaffee mit Freundin und zurück ins Auto, auch diese Fahrt ohne Irrwege und Pannen, dafür mit Stau, dazwischen endlich ein trockenes Brötchen, schnell beim Mittagstisch vorbeischauen, um die Kinder daran zu erinnern, dass die Tiere gefüttert werden müssen und um alle noch einmal zu umarmen, Kinder sind peinlich berührt, weil die Mama so ein Theater macht.

„Meinen“ abholen, Sandwich verdrücken und ab ins kinderfreie Wochenende mit Freunden, unterwegs drei Zwischenstopps, um ein Samsung irgendetwas für Karlssons Geburtstag aufzutreiben, aber die haben überall nur Samsung whatever, kurzer Krach mit „Meinem“: „Warum hast du das Ding nicht gleich gekauft gestern? Wie? Du wolltest es zuerst mit mir besprechen? Aber du weisst doch, dass es das Samsung irgendetwas sein muss. Jetzt kommen wir zu spät in den Schwarzwald, weil du immer…“ Ein elender Drängler, der mich von der Überholspur vertreiben will, versöhnt uns wieder. Ist doch immer gut, einen gemeinsamen Gegner zu haben…

Ankunft im Hotel. „Dürfen wir Ihnen Ihr Gepäck abnehmen? Wirklich nicht? Ist es nicht zu schwer? Können wir Ihren Wagen für sie parken? Wenn Sie einen Wunsch haben, melden Sie sich einfach…“ Kuchen, Tee, warmes Badewasser, Sauna, unzensierte Gespräche mit Freunden, ausgedehntes Abendessen, Stille.

Damit wir unser Alltagsgeschäft nicht ganz verlernen an diesem perfekten Ort, schmeisst „Meiner“ im Ruheraum der Sauna ein Glas Smoothie um, in schönster Eintracht wischen wir die Sauerei auf, ehe uns das aufmerksame Personal dabei erwischt, wie wir einfach nur wir selbst sind.

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Welten

Noch nicht ganz wach aber auch nicht mehr schlafend mit Kater Leone auf dem Rücken im Bett liegen und sich wünschen, der Tag möge noch nicht beginnen.

Treppe rauf um Kinder zu wecken, drei Treppen runter um frische Wäsche zu holen, zwei Treppen hoch, um mir von Luise anzuhören, dass ich mich immer nur um die anderen kümmere und nie um sie, Treppe hoch um dem FeuerwehrRitterRömerPiraten mitzuteilen, dass es jetzt wirklich ernst gilt mit Aufstehen, etwas trinken, drei Treppen runter, um noch mehr frische Wäsche zu holen, zwei Treppen hoch, um das Prinzchen zu wecken, „Ach, Kindchen, du bist doch nicht etwa krank?“, Stirne befühlen, Symptome abfragen und feststellen, dass das Kindchen gesund ist, aber wohl doch besser bei mir bleibt, weil die Augen so verdächtig glänzen und der Husten etwas zu heftig ist.

Taschen packen, damit die Kinder für das elternfreie und die Eltern für das kinderfreie Wochenende bereit sind, Grossmama informieren, dass am Abend drei Kinder bei ihr schlafen und nicht nur eines, Prinzchen mit Bilderbüchern ausrüsten und ab ins Auto, um rechtzeitig zum Interviewtermin in der Nähe von Zürich zu erscheinen, zum Glück für einmal ohne Irrwege, Staus und Pannen.

Interview, kurzer Schwatz und Kaffee mit Freundin und zurück ins Auto, auch diese Fahrt ohne Irrwege und Pannen, dafür mit Stau, dazwischen endlich ein trockenes Brötchen, schnell beim Mittagstisch vorbeischauen, um die Kinder daran zu erinnern, dass die Tiere gefüttert werden müssen und um alle noch einmal zu umarmen, Kinder sind peinlich berührt, weil die Mama so ein Theater macht.

„Meinen“ abholen, Sandwich verdrücken und ab ins kinderfreie Wochenende mit Freunden, unterwegs drei Zwischenstopps, um ein Samsung irgendetwas für Karlssons Geburtstag aufzutreiben, aber die haben überall nur Samsung whatever, kurzer Krach mit „Meinem“: „Warum hast du das Ding nicht gleich gekauft gestern? Wie? Du wolltest es zuerst mit mir besprechen? Aber du weisst doch, dass es das Samsung irgendetwas sein muss. Jetzt kommen wir zu spät in den Schwarzwald, weil du immer…“ Ein elender Drängler, der mich von der Überholspur vertreiben will, versöhnt uns wieder. Ist doch immer gut, einen gemeinsamen Gegner zu haben…

Ankunft im Hotel. „Dürfen wir Ihnen Ihr Gepäck abnehmen? Wirklich nicht? Ist es nicht zu schwer? Können wir Ihren Wagen für sie parken? Wenn Sie einen Wunsch haben, melden Sie sich einfach…“ Kuchen, Tee, warmes Badewasser, Sauna, unzensierte Gespräche mit Freunden, ausgedehntes Abendessen, Stille.

Damit wir unser Alltagsgeschäft nicht ganz verlernen an diesem perfekten Ort, schmeisst „Meiner“ im Ruheraum der Sauna ein Glas Smoothie um, in schönster Eintracht wischen wir die Sauerei auf, ehe uns das aufmerksame Personal dabei erwischt, wie wir einfach nur wir selbst sind.

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