Diese elenden Banken…

Als ob die Banken in den letzen Jahren nicht schon genug Unheil angerichtet hätten: Jetzt müssen sie mir auch noch meinen Triumph versauen. Da bringe ich es für einmal fertig, meine zwei Jüngsten geputzt und gestriegelt zum Zwischendurch-Einkauf mitzunehmen. Ich versichere euch: Die Welt hat noch selten zwei derart saubere Venditti-Kinder gesehen. Kein Geschmier um den Mund, keine verklebten Haare, keine Filzstiftspuren an den Beinen. Und das Erstaunlichste an der Sache war, dass sogar ich sauber war. Wirklich, ich schwöre es. Keine Schokoladenspuren auf dem Rock, kein verkleckertes T-Shirt, einfach eine saubere Mama mit zwei sauberen Jungs. Wir sahen aus wie in der Werbung. Okay, ich weiss, in der Werbung haben die Mamas keine schwarzen Augenringe und man sieht ihnen auch nicht an, dass sie schon ein paar Kinder geboren haben, aber ihr wisst schon, was ich meine.

So machte ich mich also auf ins Dorf mit meinen wunderhübschen Söhnen, lächelte allen alten Damen zu, zeigte meinen Söhnen die Häschen, Spatzen und Kornblumen, wie man das als engagierte Mama eben tut. Fröhlich betrat ich die Schalterhalle der Bank. Allein die Tatsache, dass Ende Monat noch etwas Geld auf dem Konto war, stimmte mich ausserordentlich fröhlich, da hätte es gar kein schönes Wetter und keine sauberen Kinder dazu gebraucht. Das Unheil kam in Gestalt einer zuckersüss lächelnden Bankangestellten, die dem Prinzchen eine Schale mit Süssigkeiten entgegenhielt, einfach so, aus heiterem Himmel. Und noch bevor ich etwas sagen kann,  hält das Prinzchen einen Carambar-Stengel in den Fingern. Momente später ist der Zoowärter stolzer Besitzer eines Bonbons. Und noch einmal Momente später ist das Prinzchen von Kopf bis Fuss mit brauner Caramelschmiere bedeckt, der Zoowärter mit zwar unsichtbarer aber nicht weniger klebriger Bonbon-Spucke und meine Finger, der Kinderwagen, der Griff des Einkaufswagen und mein T-Shirt mit einer Mischung aus beidem versehen. Und natürlich weit und breit kein Brunnen, keine Feuchttücher – wieso vergesse ich die Dinger auch bei Kind Nummer 5 noch immer zu Hause? – und schon gar kein Badezimmer, wo wir uns alle waschen könnten. So kommen wir drei in der Migros an, immer noch fröhlich zwar, aber längst nicht mehr die perfekte Familie aus der Werbung. Oder allerhöchstens aus der Waschmittelwerbung, wo man zeigen will, wie viel Dreck das Wundermittel zu beseitigen schafft. Klebrig wie wir sind, quatschen wir mit all den netten Frauen, denen ich doch so gerne bewiesen hätte, dass auch Vendittis hin und wieder ganz sauber daherkommen können.

Und das alles nur wegen dieser blöden Bank. Wann wird diesem Treiben endlich ein Riegel geschoben?

6 Gedanken zu “Diese elenden Banken…

  1. Mein Kind wäre daran fast schon mal erstickt, seitdem nimmt es diese Süßigkeiten nicht mehr, sondern nur noch, wenn sie elterlich bestätigt sind. Das ist schon ein Riesen Vorteil, denn so lässt sich auch zu Hause weitesgehend Süßigkeitenfrei leben. Aber ab und zu darf`s ruhig auch schon mal sein 🙂

  2. Oder man wird von einer freundlichen Frau in der Migros darauf hingewiesen, dass man so ein plattes Gummiding am Hintern kleben hat… So kriegt man es übrigens vom Autositz weg. 😉

  3. Oh ja, das liebe ich auch. Und irgendwann findet man dann irgendwo ein plattgewalztes, klebriges Gummiding, das sich nicht mehr vom Kinderwagen oder vom Autositz oder von der Schuhsohle klauben lässt….

  4. Das geht mir auch auf den Geist! Überall werden dem Kind Gummibärchen nachgeworfen. Leider steckt er sie nicht in den Mund, sondern hält sie in der Hand und leckt sie ab. Ergebnis: Gummibärenschmiere überall.

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