Lauter faule Ausreden

Oh ja, ich weiss, heutzutage ist man verständnisvoll und tolerant. Dagegen habe ich ja grundsätzlich nichts einzuwenden, und doch habe ich es zuweilen gründlich satt, stets alles mit verständnisvollem Blick abzunicken. „Aber natürlich verstehe ich, dass Ihre Tochter kein Vollkornbrot essen kann, wo sie doch als Kleinkind einmal ein traumatisches Erlebnis mit einem Kernenbrötchen hatte.“  Selbstverständlich ist es okay, dass du nicht zu dieser Sitzung kommst, wo du doch nachweislich allergisch bist auf das Material, aus dem die Stühle sind, auf denen wir jeweils sitzen.“ „Ist doch klar, dass du keine schweren Einkaufstaschen mehr schleppen magst. Du hast dich ja jetzt dazu entschieden, schwanger zu werden und da kann man nicht früh genug anfangen, sich zu schonen.“ „Nein, ich nehme es Ihnen bestimmt nicht übel, dass Sie unsere Autotüre eingedrückt haben. Wenn ich ein schwerkranken Meerschweinchen hätte, könnte ich mich auch nicht mehr auf den Strassenverkehr konzentrieren.“ „Aber natürlich war es richtig, deinen Mann vor die Tür zu setzen. Jemand, der so grässlich schmatzt, hat nichts Besseres verdient.“

Meine Beispiele sind natürlich vollkommen aus der Luft gegriffen und haben nicht im Entferntesten mit meinem Erleben im Alltag zu tun. Ich bin ja nicht so blöd, an dieser Stelle jemandem aus meinem Umfeld auf die Zehen zu treten und dann bei der nächsten Gelegenheit zu hören: „Weisst du, dein Blogeintag hat mich so sehr verletzt, dass ich eine panische Angst vor dem Internet entwickelt habe. Darum kann ich jetzt auch keine Mails mehr beantworten. Das verstehst du doch, nicht wahr?“

Das Schlimmste sind nicht mal die erbärmlichen Begründungen, die da für jede Unpässlichkeit, Unlust und Unmoral aufgetischt werden. Nein, das Schlimmste ist, dass ich tatsächlich jedes Mal nett und verständnisvoll nicke, anstatt klipp und klar zu sagen, wie sehr es mich nervt, wenn die Leute bei jeder Gelegenheit eine Allergie, ein Trauma, eine Krise oder weiss ich was aus dem Hut zaubern, um sich aus der Verantwortung stehlen. Dann doch lieber so, wie mal ein ehemaliges Au Pair zu mir sagte: „Weisst du, ich habe absolut keinen Bock auf Arbeit morgen. Kannst du mir nicht frei geben?“ Da konnte ich wenigsten rundheraus zur Antwort geben: „Mädchen, mit dieser Einstellung findest du nie einen anständig bezahlten Job, also reiss dich gefälligst zusammen. Du hast übermorgen noch genügend Zeit zum Shoppen.“

Wachstumsschübe

Es sind nicht die zu kurzen Hosen, die mich zuerst darauf aufmerksam machen. Auch nicht die Schuhe, die zu klein sind, bevor die Saison um ist. Und schon gar nicht die Tatsache, dass ich mich immer weniger tief bücken muss, um meine Kinder zu umarmverdriess verdränge ich nämlich erfolgreich, zumindest solange es noch geht.

Nein, das erste Anzeichen ist der stets leere Kühlschrank. Vor wenigen Wochen noch reichte ein halbes Kilo Fleisch für die Horde, heute balgen sie sich schon um den letzten Bissen. Die Joghurts sind gegessen, kaum habe ich sie alle im Kühlschrank verstaut und wie die Knöpfe es schaffen in so kurzer Zeit so viele Äpfel in sich hinein zu stopfen,  wird mir wohl ewig ein Rätsel bleiben. Nun gut, hin und wieder finde ich irgendwo in einem entlegenen Winkel der Wohnung ein angebissenes Exemplar, aber was früher an der Tagesordnung war – unser erstes Au Pair kann ein Liedlein davon singen -, kommt heute nur noch selten vor. Der Heuschreckenschwarm macht sich noch über das letzte herumliegende Kerngehäuse her, wenn der Vorratsschrank schon wieder leer ist.

Und genau da liegt das Problem: Immer ist er leer, dieser blöde Vorratsschrank und Schuld daran bin natürlich wieder mal ich, weil ich die neuen Mengen noch nicht verinnerlicht habe. Wann endlich werde ich mich daran gewöhnt haben, dass ein Stück Gruyère nicht mehr genug ist? Dass das Brot vom Vorabend nicht auch noch für das Frühstück reicht? Dass der FeuerwehrRitterRömerPirat sich in der Not den Magen auch mit Unmengen von Salat füllt, wenn ich mal wieder zu wenig Teigwaren gekocht habe? Dass ich den Reibkäse am besten schubkarrenweise zum Tisch bringen würde?

Wie so oft hinke ich der rasenden Entwicklung der kleinen Menschen hinterher und erst wenn ich zum hundertsten Mal am Tag „Mama, ich hab‘ schon wieder Hunger“ gehört habe, dämmert mir, dass ich wohl beim nächsten Wocheneinkauf die Waren noch etwas höher im Wagen werde auftürmen müssen. Dann weiss ich, dass ich sehr bald wieder durch die Kleiderläden streifen werde, weil die Kleider, die der Osterhase gebracht hat, keinem mehr passen werden.

Das haben wir uns also dabei gedacht

Nachdem ich mich neulich eingehend mit unserem aus dem Lot geratenen Budget befasste und mir überlegte, wo denn das ganze Geld hingekommen war, stellte ich schnell einmal fest, was wir falsch gemacht hatten: Zu viele Ferien. „Das kann’s doch einfach nicht mehr sein“, schalt ich mich. „Man kann sich  auch zu Hause erholen. Dieses Jahr gehen wir nirgendwo hin. Was haben wir uns bloss dabei gedacht, so oft zu verreisen?“

Heute, nach zwei Wochen Schulferien zu Hause bei ziemlich ungemütlichem Wetter, ist mir wieder klar, was wir uns dabei gedacht hatten, als wir letztes Jahr jede Gelegenheit zur Flucht genützt hatten. Ferientage zu Hause sind schlicht unerträglich. Nein, das liegt nicht an den streitenden Kindern. Damit muss man einfach klarkommen, wenn man sich für Kinder entschieden hat. Auch das Wetter ist nicht das eigentliche Problem, denn beim Wetter muss man nehmen, was man bekommt, weil man sonst unzufrieden und griesgrämig wird. Auch über Langeweile möchte ich mich nicht beklagen, denn mit vielen netten Gästen und diversen Kindern, die zum Übernachten hier waren, war für ausreichend Abwechslung gesorgt.

Nein, das Problem war das Büro. Dass nur die Familie, ich aber keine Ferien hatte, hätte keine Rolle spielen müssen, da ich ja nicht Vollzeit arbeite. Aber aus Teilzeit wird schnell einmal Beinahe-Vollzeit, wenn a) der Papa zu Hause ist und man es mit der Pünktlichkeit beim Heimkommen nicht so genau nehmen muss und b) das Büro so nahe ist, dass man abends „nur noch ganz schnell etwas erledigen“ kann. Ach, und wenn man schon so schön am Arbeiten ist, kann man doch gleich noch von zu Hause aus das eine oder andere fertig machen… Tja, und dann war ich irgendwann ganz schön gestresst und alles andere als erholt.

Der Fall ist klar: Entweder lerne ich jetzt ganz schnell, mich gegen die Arbeit abzugrenzen, wenn wir während der Schulferien zu Hause bleiben. Oder aber ich lerne endlich, wie man richtig viel Geld verdient, damit wir verreisen können, wann immer wir dem Alltag ausweichen möchten.

 

Gedanken

Etwas mehr als fünf Jahre noch und Karlsson ist gleich jung wie „Meiner“ und ich waren, als wir uns kennen lernten.

Noch ein paar Monate und ich bin gleich alt, wie meine Mutter war, als ich zur Welt kam. Glaubt mir, in meinen Augen war meine Mutter sehr alt, als ich noch klein war.

Es ist durchaus vorstellbar, dass ich Grosstante sein werde, bevor mein erstes Kind volljährig ist.

Luise lacht nicht mehr über die Witze, die „Meiner“ zu ihren Freundinnen macht.

Ich ertrage keine Zugluft mehr. Und hochhackige Schuhe waren auch schon mal bequemer.

An manchen Tagen höre ich meine biologische Uhr ticken, obschon das Thema für mich offiziell abgeschlossen ist.

In der Gegenwart von gewissen überdurchschnittlich selbstbewussten jungen Menschen fühle ich mich sehr alt, ääähm, ich meine natürlich weise.

Manchmal, wenn die Kinder voller Begeisterung von der Zukunft reden, muss ich aufpassen, dass ich keine pessimistischen Bemerkungen mache.

Wäre ich nicht Mutter, ich würde vor sehr vielen Zeiterscheinungen die Augen verschliessen, weil sie mir so etwas wie Angst einflössen.

Hach, wie war das doch schön früher, wenn man im Mai endlich keine Strumpfhosen mehr tragen musste, sondern zu den Kniestrümpfen wechseln durfte. Und waren sie nicht herrlich, diese doppelten Glace-Lutscher mit dem Schokoladenüberzug? Schade, dass es die heute nicht mehr gibt. Stellt euch vor, damals bekam man für fünfzig Rappen ziemlich viele Süssigkeiten. War das ein Spass, als wir jeweils abends zur Käserei gingen, um frische Milch zu holen. Damals gab es noch in jedem Dorf eine Käserei, wisst ihr…

Nein, ich bin nicht alt, aber…

Haltet diesen Mann von Ricardo fern!

Solange er nur die Brockenhäuser durchstöberte, ging es ja noch. Klar, er schleppte immer mal wieder Dinge an, die nachher nur im Weg herumstanden, aber meist verwertet er die Sachen recht originell. Auch gegen seine monatlichen Besuche beim Restpostenverkauf hatte ich nichts einzuwenden, obschon er wohl der einzige Mann auf diesem Planeten ist, der seine Frau mit einem Jahresvorrat an Bio-Tampons zum sagenhaften Preis von zwei Franken beschenkt hat.  Jetzt aber hat er Ricardo entdeckt.

Nun ja, er wusste natürlich schon längst, dass es dort ganz tolle Dinge zu kaufen gibt, aber bis vor Kurzem war ihm die Sache mit dem Passwort, der Online-Bezahlung und den Bewertungen schlicht zu kompliziert. Er hat’s nicht so mit dem Onlinehandel, „Meiner“. Dieses Feld hat er brav mir überlassen.

Vor einigen Tagen aber hat er entdeckt, dass  es bei Ricardo coole Kleider für wenig Geld gibt. Und  alte Möbel, die man ganz toll aufmöbeln könnte. Und Kinderfahrräder. Und ein grosses Xylophon. „Wolltest du nicht schon immer ein Xylophon haben? Sieh mal, das hier gibt’s für nur zwei Franken. Wie lautet nochmal das Passwort?“

Naiv, wie ich nun mal bin, nannte ich ihm das Passwort und nur drei Tage später bin ich stolze Besitzerin eines sehr grossen Xylophons und weiss beim besten Willen nicht, was ich damit anfangen soll. Okay, ich habe immer mal wieder gesagt, dass ich das Instrument gerne spielen würde, aber dieser Wunsch gehört in die Kategorie „Wir könnten noch mal für ein oder zwei Jahre mit Sack und Pack ins Ausland gehen.“ oder „Die Villa dort würde mir auch noch gefallen. Wäre doch cool, wenn man daraus ein Generationenhaus mit vielen tollen Freizeitangeboten machen könnte.“ oder „Warum Mieten wir uns keinen Schrebergarten? Wir könnten dann unser eigenes Gemüse ziehen, die tollsten Rezepte ausprobieren und einen Versandhandel eröffnen.“ Alles ganz nette Ideen, aber nie und nimmer dafür gedacht, in die Realität umzusetzen. Dinge, die man einfach so dahinsagt, ohne auch nur einen Augenblick lang daran zu denken, das Gesagte auch in Tat umzusetzen.

Nun bin ich natürlich von Herzen dankbar, dass ich mit einem Mann verheiratet bin, der auch meine unsinnigen Wünsche ernst nimmt, aber ich denke, ich ändere dennoch mein Ricardo-Passwort. Sonst werde ich demnächst auch noch Besitzerin eines  Gastro-Geschirrspülers, eines Papageis oder einer Strickmaschine. Wenn es um solche Dinge geht, bin ich für eine ganz strenge Rollenteilung: Er ist für das Einkaufen von Ramsch zuständig, ich für die Fehlkäufe.

So viel wollen wir doch gar nicht

Eigentlich brauchen wir gar nicht so viel, um zufrieden zu sein mit unserem Leben. Farben, Pinsel und alte Möbel zum Anmalen für „Meinen“, Kochtöpfe, frische Zutaten und Zeit zum Schreiben für mich, freie Zeit für die Kinder, damit sie sich ums Haus herum austoben oder mit uns pinseln und kochen können und schon sind wir die glücklichsten Menschen auf diesem Planeten. Nun gut, als Sahnehäubchen obendrauf wünschen sich „Meiner“ und die Kinder hin und wieder einen Ausflug ins Brockenhaus, währenddem ich mich gerne mal mit einem Buch zurückziehen möchte.

So viel wollen wir doch gar nicht. Warum ist es denn trotzdem nahezu unmöglich, wenigstens ab und zu so zu leben, wie wir gerne leben möchten?

Und nun zur Werbung

Manchmal bin ich einfach nur stolz auf „Meinen“. Währenddem ich am Computer sitze und um jedes einzelne Wort einer Kolumne kämpfe, die Kinder im Garten eine Trauerfeier für die unter tragischen Umständen verstorbene Wachtel Fiorenza abhalten und das Telefon nahezu unablässig klingelt, verwandelt er seelenruhig unseren hässlichen, alten Küchentisch in einen wunderschönen, wie neu aussehenden Küchentisch. Und das ganz ohne Schimpftiraden, Farbkleckse und Frust. Wüsste ich nicht, dass der gute Mann auch seine Fehler hat, ich würde ihn nach einem Tag wie heute für einen Heiligen halten…

Nein, ich übertreibe nicht mit meiner Schwärmerei. In Natura sieht der Tisch viel besser aus…

Historisch inkompatibel

Momentan will einfach nichts so richtig zusammenpassen. Währenddem der Zoowärter noch mitten in der Ritterzeit steckt, tut der FeuerwehrRitterRömerPirat so, als hätte er sich nie für das Leben im finsteren Mittelalter begeistern lassen. König Artus? Wer interessiert sich schon für diesen Langweiler? Drachen und gefangene Prinzessinnen? Zum Gähnen langweilig. Turniere hoch zu Ross? Ist doch alles nur Theater. Armer Zoowärter. Sein grosser Bruder lässt kein gutes Haar an den Helden, die er so sehr bewundert. Der FeuerwehrRitterRömerPirat weigert sich standhaft, mit dem Zoowärter Burgbelagerung, Drachenkampf, Prinzessinnenbefreiung und ähnliche Kindereien zu spielen.

Als Mutter leide ich natürlich mit meinem Zweitjüngsten, aber auch für die Abkehr vom Mittelalter, die der FeuerwehrRitterRömerPirat vollzogen hat, kann ich Verständnis aufbringen. Der Junge hat nämlich das Licht der Renaissance entdeckt. Nicht mehr die Ritter in ihren schweren Rüstungen, sondern die leichtfüssigen Helden der Antike begeistern ihn in diesen Tagen. Achilles, Odysseus und die Götter des Olymp beflügeln seine Fantasie, die Lehrerin wird mit Bittbriefen eingedeckt, weil der Junge sich im Schulunterricht lieber mit Homer als mit „Zipf, Zepf und Zipfelmütz“ befassen möchte.

Warum aber sehe ich unseren Dritten derzeit in der Renaissance und nicht in der Antike? Nun, neben seiner Faszination für den Trojanischen Krieg hat er ein weiteres grosses Thema für sich entdeckt: Die Reformation. „Herr Hadubrand“ als Schlaflied ist passé, jetzt will er „Ein‘ feste Burg ist unser Gott“ hören. Martin Luther hält zeitgleich mit den Helden der Antike Einzug ins Kinderzimmer, womit unser Sohn lebt, was Wikipedia über die Zeit der Renaissance schreibt: „Im protestantischen Nordeuropa wird der Epochenbegriff der Renaissance von dem der Reformation überlagert.“

Soweit so gut. Dumm ist nur, dass Karlsson seinem jüngeren Bruder nicht nur altersmässig, sondern auch historisch einen Schritt voraus ist. Mit seiner Begeisterung für die Barockzeit reitet er auf der Welle der Gegenreformation. Sein grosses Idol, Johann Sebastian Bach, war zwar ein überzeugter Protestant, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass aus unserem Ältesten nie und nimmer ein Bilderstürmer geworden wäre, hätte er damals gelebt. Zu sehr liebt er die Pracht barocker Kirchen und Schlösser. So kommt es, dass auch Karlsson und der FeuerwehrRitterRömerPirat hin und wieder historische Differenzen austragen.

Einzig das Prinzchen hält sich aus der Debatte heraus. Seine Idole sind die Bauarbeiter, die im Schweisse ihres Angesichts bauen, was der Bauherr vorgibt. Ob das nun eine Ritterburg, ein griechisches Theater oder eine Barockkirche ist, kümmert das Prinzchen nicht. Hauptsache, er darf mitspielen und ein Bauarbeiter sein.

Blogging is like me grow the beak

Als ich mit dieser Bloggerei anfing, trug ich mich mit dem Gedanken, meine Texte jeweils auf Deutsch und auf Englisch zu veröffentlichen. Damals dachte ich noch, ich würde vielleicht ein- oder zweimal pro Woche etwas schreiben und dann wäre es ja keine Sache, die Texte kurz ins Englische zu übertragen. Ich hätte dann endlich einen Beweis erbringen können, dass mein halbes Anglistik-Studium doch nicht nur vertane Zeit gewesen war. Bald aber erkannte ich, dass bloggen süchtig macht und so waren schnell einmal so viele Texte da, dass ich vor einer schwierigen Entscheidung stand: Zweisprachig bloggen und die Familie verhungern lassen, oder die Familie weiterhin füttern und alles nur auf Deutsch veröffentlichen. Ich entschied mich für die zweite Variante. Einerseits, weil ich meine Familie liebe, andererseits aber auch, weil ich für die Version in Englisch alle meine geliebten Helvetismen hätte opfern müssen.

Seit heute nun besteht die Möglichkeit, dass beautifulvenditti doch noch zweisprachig daherkommt. Es gibt da nämlich diese nette kleine App, die mir die Übersetzungsarbeit abnimmt. Ich kann schreiben, wie mir der Schnabel gewachsen ist, kopiere den Text in die App, drücke „Öffnen“ und schon kann man das Ganze auch in Englisch lesen. Schaut her, so einfach geht das:

„Bilingual blog and let the family starve, or feed the family and everything continues to publish only in German. I chose the second option. On the one hand, because I love my family, but also on the other hand, because I would have for the English version of all my beloved Helvetismen have to sacrifice. Since this is now possible, but that comes along beautifulvenditti still bilingual. Fact, there is this nice little app, which decreases the traslation of my work. I can write how I cope with the bill, copy the text in the app, press „Open“ and you can read the whole thing in English. Look, it is that simple:“

Wirklich einfach, nicht wahr. Ich bin mir bloss nicht so sicher, ob man mir das mit dem halben Anglistik-Studium noch abnehmen würde, wenn ich meine Texte so veröffentlichen würde. Vielleicht lasse ich es doch lieber bleiben… I would not fully disclose to the ridiculous… ääähm, ich meine, ich möchte mich nicht voll und ganz der Lächerlichkeit preisgeben.  

Nützliches aus dem Haushalt

Wie sehr habe ich mir doch immer gewünscht, dass mir mein Hausfrauenwissen eines Tages einen beruflichen Vorteil bringt. Jetzt endlich kann ich auftrumpfen mit dem, was ich bis anhin nur im stillen Kämmerlein geübt habe.

Da ruft zum Beispiel eine überaus nette Dame an und will mir Druckerpatronen „zu einem absolut sensationellen Preis aus einem Lagerverkauf“ aufschwatzen. „Wir haben ja gestern bereits miteinander telefoniert und sie waren sehr interessiert an unserem Angebot“, säuselt sie. Wäre ich nur Bürogummi, würde ich jetzt wohl höflich zuhören, bis die Dame zu Ende geredet hat, was gut und gerne eine halbe Stunde dauern könnte. Aber als Hausfrau habe ich schon so viele Telefonverkäufer abserviert, dass die nette Dame bereits nach zwei Sätzen erledigt ist. Ich muss doch bitten, wir Hausfrauen lassen uns keine Artikel zu „sensationellen Preisen“ aufschwatzen, wir wissen genau, wo was am günstigsten ist.

Ich gebe es nur ungern zu, aber heute bin ich dankbar für all die Werbeanrufe, die ich habe abwimmeln müssen. Sie waren lästig, oh ja. Sie haben mir unglaublich viel Zeit geraubt. Ein oder zweimal habe ich mich gar zu einem unsinnigen Kauf überreden lassen, weil ich vor lauter Geschwätz am Telefon und vor lauter Geheul aus dem Kinderzimmer nicht mehr wusste, wo ich ja und wo ich nein sagen wollte. Heute aber lasse ich mir keine Zeit mehr rauben und auch kein Geld, ich bleibe höflich aber abweisend. Was wirklich hilfreich ist, denn im Büro, da rufen sie fast noch häufiger an als zu Hause.

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