Kettenreaktion

 

Aggressiver Mitschüler bringt Zoowärter zum Heulen.

Heulender Zoowärter findet zu Hause keine Mama vor, der er sein Herz ausschütten könnte.

Nicht mehr heulender, aber innerlich noch immer aufgewühlter und verletzter Zoowärter geht mit Prinzchen spielen.

Prinzchen verhält sich gegenüber dem nicht mehr heulenden, aber weiterhin aufgewühlten und zutiefst verletzten Zoowärter gegenüber unfair.

Nicht mehr heulender, aber weiterhin aufgewühlter und zutiefst verletzter Zoowärter mag sich nicht zur Wehr setzen, was ihn noch tiefer verletzt.

Nicht mehr heulender, aber noch tiefer verletzter und aufgewühlter Zoowärter sitzt beim Abendessen neben dem Prinzchen, dessen unfaires Verhalten weder vergeben noch vergessen ist. 

Prinzchen hebt sein Glas zum Trinken an, was beim nicht mehr heulenden, aber noch immer tief verletzten und aufgewühlten Zoowärter den Eindruck erweckt, der kleine, für sein unfaires Verhalten bekannte Bruder, strecke ihm die Zunge raus.

Nicht mehr heulender, aber zutiefst verletzter und aufgewühlter Zoowärter sieht seine Chance gekommen, um dem kleinen Bruder die Unfairness heimzuzahlen und schlägt mit der Faust gegen das Glas.

Heulendes Prinzchen reibt sich das schmerzende Nasenbein, nicht mehr heulender und vordergründig auch nicht mehr zutiefst verletzter und aufgewühlter Zoowärter grinst für den Bruchteil einer Sekunde triumphierend, was den Zorn seiner Mutter, die von der ganzen Geschichte nur den Schlag gegen das Glas mitbekommen hat, hervorruft. 

Mütterliches Donnerwetter bricht über den natürlich bald schon wieder heulenden, noch tiefer verletzten und aufgewühlten Zoowärter herein. 

Ahnungsloser Nachbar klingelt ausgerechnet in diesem Moment an der Tür und bekommt eine sehr aufgebrachte Mama Venditti zu Gesicht.

Ahnungsloser Nachbar macht, dass er so schnell als möglich wieder aus diesem Irrenhaus verschwinden kann, sehr aufgebrachte Mama zitiert den wieder heulenden, jetzt abgrundtief verletzten und vor lauter Aufgewühltsein zitternden Zoowärter herbei, um ihm so richtig die Leviten zu lesen.

Heulender, jetzt abgrundtief verletzter und vor lauter Aufgewühltsein zitternder Zoowärter erklärt schluchzend, dass an allem nur der aggressive Mitschüler schuld ist, der nicht nur heute, sondern seit Wochen schon für Zoff auf dem Pausenhof sorgt.

Nicht mehr so aufgebrachte Mama Venditti entschuldigt sich beim Zoowärter für ihr Donnerwetter, nicht mehr heulender, jetzt auch nicht mehr ganz so verletzter und nur noch leicht zitternder Zoowärter entschuldigt sich beim Prinzchen für den brutalen Schlag gegen das Glas, auch nicht mehr heulendes aber noch immer vom Schmerz gezeichnetes Prinzchen entschuldigt sich beim Zoowärter für seine Unfairness.

Müsste sich eigentlich nur noch der aggressive Mitschüler, der die ganze Chose ins Rollen gebracht hat, beim Zoowärter entschuldigen, aber diese Entschuldigung zu bekommen, könnte etwas schwieriger werden. 

(Und mit dem Nachbarn müssen wir vielleicht ein Warnsignal vereinbaren, damit er weiss, wann er an unserer Türe klingeln kann, ohne von einem Familienkrach überrollt zu werden.)

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Teenager-Sorten

Bis jetzt haben wir zwei Sorten Teenager im Hause.

Die eine Sorte geht voll auf Konfrontation. Nicht böswillig oder mit dem Ziel, Regeln zu brechen, sondern eher aus einem übermässigen Drang, gross sein zu wollen. Meist ist sich dieser Teenager nicht bewusst, dass die Türen, die er einrennen will, eigentlich offen stünden und so kommt es hin und wieder zu einem Knall, weil irgendwo, weit hinter der offenen Tür, halt doch eine Wand steht, gegen die man prallt, wenn man mit voller Geschwindigkeit angestürmt kommt. Eine Wand, die da heisst: „Eigentlich hätten wir ja nichts dagegen, aber so geht das nicht. Schon gar nicht in diesem Ton.“ Nicht selten kommt es vor, dass ein auf diese Weise erstrittener Wunsch seinen Reiz verliert, sobald er theoretisch gewährt wäre und so sitzen Eltern und Teenager bald wieder in seliger Eintracht beieinander. 

Die zweite Sorte hält wenig von Auseinandersetzungen und darum wird jeder Wunsch mit vielen nachvollziehbaren Begründungen vorgebracht. Es sieht ganz danach aus, als würde an diesen Begründungen so lange im stillen Kämmerlein gefeilt, bis es keine Lücke mehr gibt, durch die ein elterliches Nein schlüpfen könnte. So richtig streiten muss man sich auf diese Weise natürlich nicht, allerdings merken die Eltern oft erst spät, dass sie um den Finger gewickelt worden sind. Eine Wand gibt es allerdings auch hier, aber die macht vor allem der Glucke zu schaffen, die gelegentlich mit mir durchbrennen will. „Ich kann das wirklich alleine, du brauchst dich nicht weiter darum zu kümmern“, heisst diese Wand und sie steht so bestimmt im Raum, dass die Glucke, die dagegen angerannt ist, sich beleidigt die Beule an der Stirne reibt, während ich hämisch grinsend bemerke: „Hab‘ dir doch gesagt, dass du nicht mehr gefragt bist.“

Man darf gespannt sein, wie sich die dritte Sorte entwickelt. 

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Du erkennst, dass du dem Garten hoffnungslos verfallen bist…

…wenn der Dickmaulrüssler dich bis in deine Träume verfolgt und du schweissgebadet aufwachst, weil du glaubst, den Zeitpunkt zum Ausbringen der Nematoden, die ihn bekämpfen sollen, verpasst zu haben.

…wenn das Wort „Frauenschuh“ eine ganz neue Bedeutung für dich erlangt und es dir nichts ausmacht, dass ein einzelnes Exemplar davon fast gleich viel kostet wie ein Paar von den Dingern, die wirklich für die Füsse sind.

…wenn du dir ganz fest vornimmst, einen grossen Bogen um das Gartencenter zu machen, eine leise innere Stimme dir aber unablässig zuflüstert, du müsstest unbedingt noch mehr römische Kamille und Kugeldisteln haben. 

…wenn du nicht in der Lage bist, dieser inneren Stimme zu widerstehen und du deshalb erst eine halbe Ewigkeit später mit einem Einkaufswagen voller Blumen wieder aus dem Reich deiner Träume auftauchst.

…wenn du in deinem Kaufrausch ausgerechnet die römische Kamille und die Kugeldisteln vergessen hast, was natürlich eine fiese Finte deiner inneren Stimme war, die dich so bald als möglich wieder zum Besuch eines Gartencenters drängen will.

…wenn du beim Anblick der im Balkonkistchen blühenden Löwenmäulchen mehrmals täglich in Verzückung gerätst und deiner Familie mit deinem andauernden „Sieh dir das an. Sind sie nicht himmlisch, die lieben Kleinen?“ auf den Geist gehst. 

…wenn du drei verschiedene Wetter-Apps zu Rate ziehst, um herauszufinden, ob deine Tomatensetzlinge über Nacht Wetterschutz benötigen.

…wenn Smalltalk übers Wetter zur Qual wird, weil du nicht mehr in der Lage bist, dich in der Weise über Regen aufzuregen, wie man es hierzulande erwartet. 

…wenn du dich freust wie ein kleines Kind, weil das Gratis-Saatset, welches das Prinzchen beim Einkauf bekommen hat, genau die Samen enthält, die deinem Garten zu seinem Glück noch gefehlt haben. 

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Nur der Feinschliff fehlt noch

Eigentlich wäre er dazu ausersehen gewesen, ein richtiger süditalienischer Macho zu werden, doch zum Bedauern seiner Verwandtschaft liessen ihn Fussball und schnelle Autos kalt, lautes Prahlen war auch nicht sein Ding und nachdem er im frühen Kindesalter Farbstifte und Papier für sich entdeckte, ging es nur noch bergab mit ihm.

Mit sechzehn färbte er sich die Haare in verschiedenen Rottönen.

Mit siebzehn schleppte er eine Schweizerin an.

Mit knapp zwanzig entschied er sich, Primarlehrer zu werden, anstatt einen Beruf zu wählen, bei dem man den ganzen Tag wichtigtuerisch in Anzug und Krawatte herumstolzieren konnte.

Mit einundzwanzig trat er aus der katholischen Kirche aus.

Mit vierundzwanzig reiste er im Sommer lieber nach England als nach Italien.

Mit vierunddreissig war er Vater von fünf Kindern, obschon seine Mama ihm geraten hatte, nach zwei damit aufzuhören.

Und was für ein Vater er war. Einer, der sich nicht genierte, nachts aufzustehen, seinem Nachwuchs die Windeln zu wechseln und bei den Hausaufgaben zu helfen. Einer der seine Männlichkeit nicht in Frage gestellt sah, wenn er im Kochtopf rührte oder mit dem Staubsauger durch die Wohnung wetzte.

Für seine Verwandtschaft blieb er ein Rätsel, auch wenn sich mit der Zeit eine gewisse Bewunderung bemerkbar machte, denn auch in Süditalien sind Machos inzwischen nicht mehr so gefragt. 

Für seine Frau ist er ein Glücksfall, denn sie kann sich darauf verlassen, dass er, wenn sie ausser Hause ist, den Karren zieht. Anders als sie zwar, aber ganz bestimmt nicht schlechter. (In den meisten Fällen sogar besser, wenn man mal von den ewigen Streitereien mit seiner einzigen Tochter absieht.) Inzwischen spielt es eigentlich keine Rolle mehr, ob sie oder er zu Hause ist.

Na ja, es spielt fast keine Rolle mehr. Er muss nur noch lernen, wie die richtige Antwort lautet, wenn sie nach einem langen Arbeitstag nach Hause kommt und fragt, ob die Kinder am nächsten Tag Sporttag haben.

Seine Antwort: „Sporttag? Keine Ahnung. Die Kinder haben nichts davon gesagt.“ Und das natürlich um eine Zeit, als nachfragen bei den Knöpfen nicht mehr möglich ist, weil alle schon tief und fest schlafen. (Proviant kaufen ginge übrigens auch nicht mehr, da nicht mal mehr Tankstellenshops offen sind.)

Die richtige Antwort hätte gelautet: „Nein, der Sporttag findet morgen nicht statt. Ich hatte es ja schon geahnt, denn die Wetterprognose ist wirklich mies. Und meine Vermutung hat sich mit dem Elternbrief, den die Kinder nach Hause gebracht haben, bestätigt. Was eigentlich schade ist, denn selbstverständlich habe ich bereits den ganzen Proviant für den morgigen Tag eingekauft.“

So müsste das eigentlich laufen, aber wenn man bedenkt, dass er eigentlich dazu ausersehen gewesen wäre, ein südländischer Macho zu werden, wollen wir mal grosszügig über diesen Schnitzer hinwegsehen.

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Zeitmaschine

Es gibt sie noch, die Tage, an denen andauernd einer heult, weil der andere so unglaublich fies und hinterhältig zu ihm war. Wobei der andere natürlich eine komplett andere Version der Ereignisse präsentiert, weshalb am Ende beide heulen.

Die Tage, an denen einer permanent eingeschnappt ist, weil jedes Wort, das aus deinem Munde kommt, aus irgend einem Grund das Falsche war.

Die Tage, an denen du während des Abendessens nur ganz kurz ans Telefon musst und wenn du wieder zurück kommst, ist einer tropfnass, einem anderen stehen die Tränen in den Augen und die Dritte rennt schreiend aus dem Zimmer. 

Die Tage, an denen du den Abwasch lieber ohne die Hilfe des Kindes, das eigentlich Küchendienst hätte, hinter dich bringst, weil es schon wieder einen der neuen Teller ruiniert hat und du nicht noch weitere Scherben ertragen kannst. 

Die Tage, an denen immer einer genau dann das Weite sucht, wenn er auf gar keinen Fall weg sein dürfte, so dass du zwischen dem Anbraten und dem Wenden der Pancakes jeweils laut nach ihm rufend auf dem Balkon stehst und dich vor dem ganzen Quartier als diejenige zu erkennen gibst, die mal wieder gar nichts im Griff hat. 

Die Tage, an denen plötzlich einer auf die Idee kommt, irgend einen Kram aus Leim, Stärkemehl, Abwaschmittel, Puderzucker und Luftballons zu fabrizieren, was natürlich tüchtig in die Hose geht, aber das wollte man dir natürlich nicht glauben, weil es bei der Basteltante auf youtube ja auch funktioniert hat.

Die Tage, an denen du alle paar Minuten sehnsuchtsvoll zur Küchenuhr schaust und dich fragst, wann dieser irre Reigen, den deine Kinder und dein PMS miteinander tanzen, endlich ein Ende finden wird.

Die Tage, an denen der Seifenspender, den du gestern frisch aufgefüllt hast und der heute schon wieder zu zwei Dritteln leer ist, der berüchtigte Tropfen ist, der das Fass zum Überlaufen bringt, so dass du an die Decke gehst wie schon lange nicht mehr. 

Die Tage, an denen du dich fühlst, als hätte dir dein Leben einen miesen Streich gespielt und dich mit einer Zeitmaschine zurück katapultiert in eine Lebensphase, in der sie alle noch klein und ohne Vernunft waren. Doch wenn du in die Runde blickst, siehst du lauter Menschen, die gross genug wären, um solchen Mist bleiben zu lassen und die auch schon mehrfach bewiesen haben, wie gut sie das können, wenn sie denn wollen.

Du musst also annehmen, dass sie nur mal wieder testen wollen, ob deine Nerven immer noch so leicht nachgeben, wenn sie lange genug darauf herumturnen.

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Kürzer geht nicht mehr

Stundenlang Trompete geübt.

Wochenlang dem Auftritt entgegengefiebert.

Einen Nachmittag lang an Lampenfieber gelitten.

In letzter Minute zum Auftritt gehetzt.

In einer Aula vor deutlich mehr leeren als besetzten Stühlen das Beste gegeben. 

Dreissig Minuten nach Konzertbeginn schon der Schlussapplaus. 

Unser bisher kürzestes Schülerkonzert. Und auch das deprimierendste. Für ihren Eifer hätten die Kinder wahrlich ein grösseres Publikum verdient. 

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Muttertag – Theorie und Praxis

Theorie

„Vollkommen überbewertet, dieser Muttertag. Eine nichtssagende Tradition, nur dazu da, um die Kassen von Floristen und Chocolatiers klingeln zu lassen. Vielleicht auch noch, um Klassenlehrer, die sich im falschen Glauben wiegen, sie könnten nach Abschluss der Osterbasteleien ein wenig zurücklehnen, auf Trab zu bringen. Im besten Fall beschert der Muttertag einer überarbeiteten Mama einen Augenblick des Glücks, im schlimmsten Fall starrt sie abends mit Tränen in den Augen auf die Scherben ihrer zerschlagenen Erwartungen. Ich brauch ihn nicht, diesen Muttertag, um glücklich zu sein.“

Praxis

„Himmel, dieser Ton! Wir haben heute immerhin Muttertag. Andere Töchter sagen ihren Müttern an diesem Tag, wie sehr sie sie lieben und du keifst mal wieder nur rum. Bloss weil du ein Teenager bist, heisst das noch lange nicht, dass du dir am Muttertag nicht wenigstens ein bisschen Mühe geben könntest.“

Noch so eine unangenehme Seite des Muttertags: Ich werde mir selber unsympathisch. (Okay, zu meiner Verteidigung ist vielleicht zu sagen, dass ich noch kaum die Augen offen hatte, als das Gemotze anfing. In einem wacheren Zustand hätte ich mir bestimmt eine bessere Moralkeule gesucht.)

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Wenn ich mir selber so zuhöre…

In diesen Tagen gebe ich solche und ähnliche Sätze von mir:

„Feste Erziehungsgrundsätze? Na ja, bevor wir Kinder hatten, war ich mir ziemlich sicher, wie wir die Dinge handhaben würden. Inzwischen aber ist mir klar, dass jedes Kind seine eigene Persönlichkeit hat und darum versuchen wir, jedes auf seinem eigenen Weg zu begleiten.“

„Stofftiere sind etwas vom Wichtigsten. Hätte unser Karlsson nicht seinen Eisbären David gehabt, hätte wir wohl nie erfahren, wie er sich fühlt, denn wenn er traurig oder wütend war, musste David für ihn sprechen.“

„Der richtige Altersabstand? Tja, da fragst du wohl die Falsche, denn bei uns kamen die Kinder, wie sie wollten. Allgemein gültige Regeln gibt es meiner Meinung nach aber ohnehin nicht, denn jede Konstellation bringt ihre Vor- und Nachteile mit sich.“

„Wie du als Mutter sein wirst, weisst du erst, wenn du Mutter bist. Ich musste damals ganz gewaltig über die Bücher gehen, weil ich mir einiges ganz anders vorgestellt hatte.“

„Ich glaube nicht mehr an Perfektion. Meine Kinder dürfen wissen, dass ich nicht perfekt bin. Wichtig ist mir, zu meinen Fehlern zu stehen und mich zu entschuldigen, wenn ich mich daneben benommen habe.“

Hätte mir eine erfahrene Mutter damals, als ich noch keine Kinder hatte, solche Dinge gesagt, dann hätte ich wohl gedacht, die Frau habe erstens einen Knall und zweitens keine Prinzipien. Vielleicht denken die jungen Frauen, die heute von mir solche Sätze zu hören bekommen, ganz ähnlich, aber das ist mir eigentlich egal, denn immerhin habe ich mir jede einzelne dieser Überzeugungen über steinige Umwege erkämpft. 

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Es darf auch mal so sein

Wenn die Frage auftaucht, ob Vendittis auch dabei sind, wenn die Kirchgemeinde über Auffahrt gemeinsam wegfährt, dann…

…will das Prinzchen auf jeden Fall dabei sein, denn im Haus gibt es einen Automaten, der gegen ein bisschen Kleingeld Süssigkeiten spuckt.

…möchte der Zoowärter lieber zu Hause bei seinen Legos bleiben.

…möchte der FeuerwehrRitterRömerPirat lieber zu Hause bei seinen Büchern bleiben.

…will Luise unbedingt dabei sein, denn ganz viele ihrer Freundinnen sind es auch.

… hat Karlsson keine Zeit, mitzufahren, weil er anderweitig engagiert ist, aber auch wenn er es nicht wäre, würde er nicht mitfahren wollen, da er die Ruhe liebt.

…weigert sich „Meiner“ rundheraus, denn er mag nicht drei Tage lang unter so vielen Menschen sein, erst recht nicht, wenn er in den vergangenen Woche kaum je einen ruhigen Moment hatte.

…stelle ich mich zur Verfügung, mit Luise, dem Prinzchen und einem Koffer voller Kaplas, die unser Jüngster unbedingt dabeihaben muss, hinzufahren und ein paar nette Tage unter netten Menschen zu verbringen, auch wenn es im Garten, bei den Akeleien und Kopfsalaten ebenfalls ganz nett wäre.

Das Leben in einer Grossfamilie, so stelle ich gerade fest, ist zuweilen am schönsten, wenn man nicht dem Glauben verfällt, eine glückliche Familie zeichne sich dadurch aus, dass alle andauernd alles gemeinsam unternehmen.

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Sonst noch irgendwelche Fragen?

Ja, wir haben ein Baugesuch eingereicht.

Ja, die Garage kommt weg.

Ja, es soll ein neues Gewächshaus geben.

Nein, wir brauchen dazu keinen Bagger.

Nein, auch keinen Kran.

Erst recht keinen Architekten.

Und auch keinen Bauführer.

Nein, Sie dürfen uns keine unverbindliche Offerte zusammenstellen.

Nein, wirklich gar nicht.

N-E-I-N!!!

Den lieben langen Tag geht das so und das alles nur, weil man hierzulande einen Schandfleck wie unsere Garage nicht ohne Bewilligung beseitigen darf. 

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