Auf eine gute Nachbarschaft

Früher, wenn ein Kind eine Scheibe einschlug, meldete sich der Hausbesitzer bei den Eltern, die Eltern entschuldigten sich für das Vergehen ihres Kindes, bezahlten die Scheibe, verdonnerten ihr Kind zu Hausarrest und dann war die Sache gegessen. Die Erwachsenen sagten zueinander „Wir waren ja alle mal Kinder“, lachten über die Angelegenheit und später, wenn das Kind seine Strafe abgesessen hatte, lachte es auch wieder.

Heute geht das ganz anders: Das Kind schlägt eine Scheibe ein, sagt aus Angst vor der Strafe seinen Eltern nichts davon, der Vater des Kindes sieht das Loch trotzdem und schreibt dem Herrn Nachbar einen Brief, dass er sich doch bitte melden solle, weil der Herr Nachbar nicht zu Hause ist. Der Herr Nachbar meldet sich nicht, satt dessen steht drei Tage später der Polizist vor der Türe und will wissen, ob man etwas von einer eingeschlagenen Scheibe wisse, der Herr Nachbar wolle Anzeige erstatten. Die Kinder seien ja auch sonst schon negativ aufgefallen. Die Mama, die noch im Pyjama dem Polizisten gegenüber steht, wird ziemlich laut, weil sie nicht begreifen kann, weshalb der Herr Nachbar nicht den Anstand besitzt, selber vorbeizukommen, sondern einen Polizisten in Haus schickt, der die Personalien des Kindes aufnimmt. Der Polizist ist peinlich berührt, versucht die aufgebrachte Mutter zu beruhigen und meint, der Herr Nachbar sei ja auch mal Kind gewesen, er werde sich bestimmt verständnisvoll zeigen und die Anzeige zurückziehen. Die Mutter aber, die mit dem Herrn Nachbarn so ihre Erfahrungen gemacht hat, fragt sich allmählich, ob ein Nebeneinanderleben so überhaupt noch möglich ist, oder ob sie eine hohe, dicke Mauer zwischen den zwei Grundstücken bauen muss.

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Suche fünf Fehler

Viele von uns, die wir uns dazu entschieden haben, jemanden für uns putzen zu lassen, haben ein Problem: Wir sind zwar einerseits unendlich dankbar dafür, dass jemand sich unseres Drecks annimmt, andererseits ist es uns aber auch ein wenig peinlich, einer anderen Person den ganzen Mist zu überlassen. Deshalb – und weil wir ziemlich abhängig sind von der Person, die uns dabei hilft, den Karren aus dem Dreck zu ziehen –  geben wir uns grosse Mühe, bei jedem ihrer Einsätze im Vornherein perfekte Ordnung zu schaffen. Wir kaufen die Putzmittel, die sie gerne benützt, obschon sie nur ein paar Stunden die Woche im Einsatz ist, wir aber täglich. Vielleicht lassen wir uns sogar dreinreden in die ach so wichtige Frage, welcher Staubsauger in unserem Haus in Einsatz kommt. Wir entschuldigen uns für die Unordnung im Haus, obschon die Person ja eigentlich gekommen ist, um diese zu beseitigen, vielleicht rechtfertigen wir uns ihr gegenüber sogar dafür, dass wir ihre Dienste in Anspruch nehmen, obschon sie vermutlich ganz froh ist darum, einen Job zu haben.

Bei einigen von uns – zum Beispiel bei mir – führt dies irgendwann zu einem ziemlich schrägen Verhältnis. Eigentlich wäre ich ja diejenige, die sagt, was getan werden muss, aber irgendwann zitiert sie mich in die Küche und sagt mir, was sie von mir erwartet. Muss ich während ihrer Anwesenheit weg, erkläre ich ihr des Langen und Breiten, weshalb ich heute leider nicht helfen kann beim Putzen. Tut sie etwas, was mir nicht passt, wage ich nicht, es ihr direkt zu sagen, weil sie dann vielleicht nicht mehr kommen will und dann sitze ich in der Tinte. 

Peinlich, ich weiss, aber dem Vernehmen nach bin ich nicht die Einzige, die aus lauter Dankbarkeit, dass sich jemand ihres Drecks annimmt, nicht mehr den Mut aufbringt, im eigenen Haus zu sagen, wo es langgeht. 

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Blogpost 1501

Meine Facebook-Freunde wissen es schon und alle anderen erfahren es jetzt: Gestern habe ich Blogpost Nummer 1500 veröffentlicht und natürlich lief mal wieder alles anders als geplant. Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, meine treuesten Leser irgendwie dafür zu belohnen, dass sie schon so lange mit mir unterwegs sind. Wenn ich bedenke, dass einige von euch mich schon gelesen haben, als das Prinzchen noch nicht mal auf der Welt war, kommen mir schon fast die Tränen der Rührung. Es ist ja wirklich keine Selbstverständlichkeit, gelesen, kommentiert und immer mal wieder auch gelobt zu werden. Wer, wie ich, in den eigenen vier Wänden schreibt und nicht in einem Grossraumbüro, umgeben von Berufskollegen, mit denen man sich austauschen kann, braucht den Dialog mit den Lesern, auch wenn dieser lediglich in der virtuellen Welt stattfindet. Darum seid ihr, meine lieben Leser, so unglaublich wertvoll für mich und darum hätte ich mich bei euch irgendwie erkenntlich zeigen wollen. 

Es blieb natürlich beim Wollen, weil die Tage mal wieder angefüllt sind mit Muskischulkonzerten, Zwischendurcheinkäufen, Besuchen bei der Logopädin, Fahrdiensten, verschütteter Milch, Korrekturarbeiten, Hilfe beim Vortrag schreiben, Anrufen für Frau Hamchiti, Terminverschiebungen zum Kaffeetrinken, Kuchen backen, Rechnungen bezahlen, Kolumnen schreiben, Haare kämmen, Wäsche falten, Socken suchen, gefrässige Mutterkatze füttern, Scherben aufwischen und was sonst noch alles erledigt sein will. Obendrein noch diese fiese Erkältung, die nach mehr Aufmerksamkeit schreit und die zwei Manuskripte, die ich erst abgeben will, wenn wirklich kein einziger Tippfehler meinem gestrengen Blick entgangen ist. 

Es ist natürlich ganz und gar unfair, dass ihr, liebe Leser, deswegen leer ausgehen müsst, aber ich werde die Sache mit der Belohnung bis zum Blogpost Nummer 2000 aufschieben müssen. Mal sehen, ob mein Leben dann ruhig genug ist, um etwas aufzugleisen. 

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Do it my way or…

Wer mit einer Person das Leben teilt, die im gemeinsamen Haushalt keinen Finger krumm macht, ist für einmal gebeten, nicht weiterzulesen, denn heute muss ich über ein Luxusproblem schreiben. Ja, richtig gelesen, ich muss, denn lasse ich es bleiben, wird „Meiner“ aufs Schlimmste zusammengestaucht, sobald er von seiner Spätschicht im Schulzimmer zurückkehrt. Es ist nämlich so, dass „Meiner“, den ich auch schon aus voller Überzeugung „den perfekten Hausmann“ genannt habe, in Sachen Wäsche voll und ganz unbegabt ist. Er, der nahezu hochbegabt ist, wenn es darum geht, eine verdreckte und unordentliche Wohnung innert kürzester Zeit auf Vordermann zu bringen, lässt jeglichen Eifer vermissen, wenn es darum geht, eine Ladung Wäsche so zu behandeln, wie es ihr zusteht. 

Das fängt schon beim Sortieren an, das bei „Meinem“ schlicht nicht stattfindet. „Völlig unnötig“, findet er und stopft in die Maschine, was ihm gerade in die Finger kommt. Ist das Zeug gewaschen, geht es ab auf den Wäscheständer und zwar so, wie es gerade kommt, zerknittert, ineinander geschlungen, manchmal auch in mehreren Lagen übereinander, Socken und Unterhosen landen gerne mal zusammengeknüllt auf dem Fussboden und ist kein Platz mehr auf dem Ständer, müssen eben der Fussballtisch, der Heizkörper, der Dachbalken oder das Regal mit der sauber gefalteten, trockenen Wäsche herhalten. Selten einmal werden trockene Wäschestücke vom Ständer gezerrt, um Platz für Nasses zu schaffen, gewendet wird aus Prinzip nichts und wenn ich ihm zum hunderttausendsten Mal weismachen will, er solle sich doch endlich mal an meine Regeln halten oder die Finger von der Wäsche lassen, dann grummelt er, ich solle froh sein, dass er überhaupt etwas mache, andere Männer… Bla, bla, bla.

Natürlich bin ich von Herzen dankbar, mit einem Mann das Leben zu teilen, der im Haushalt voll mit anpackt, aber ist es denn so schwer zu begreifen, wie ich mir die Sache mit der Wäsche vorstelle? Nämlich so:

  • Rot gehört zu Rot, Blau zu Blau, Grün zu Grün, etc. Bei den Bergen, die wir täglich zu Waschen haben, ist es wirklich kein Problem, die Maschine mit einem Farbton voll zu bekommen.
  • Vor dem Aufhängen der nassen Wäsche wird alles, was trocken ist, gefaltet und nach Besitzer im Regal eingeordnet. Nach Möglichkeit wird nicht à la Grossmamma Venditti, sondern à la Mama Venditti gefaltet, weil sonst die Beige schief wird, wenn die zwei Faltstile gemischt werden.
  • Was verkehrt herum ist, wird vor dem Aufhängen gewendet, denn gibt es etwas Unangenehmeres, als trockene Wäschestücke vor dem Falten – oder schlimmer noch: vor dem Anziehen – wenden zu müssen?
  • Grundsätzlich wird alles so glatt und ordentlich wie möglich aufgehängt, denn ihr glaubt doch nicht im Ernst, im Hause Venditti werde gebügelt?
  • Neben Einzelsocken wird eine kleine Lücke offen gelassen, denn man kann ja immer noch darauf hoffen, dass in einem der nächsten Waschgänge der verloren geglaubte Partner auftaucht. 
  • Es müssen immer mindestens zwei Wäschestücke auf einer Leine hängen, damit sich keines einsam fühlt. 

Okay, beim letzten Punkt kann ich ein Auge zudrücken, denn da bin ich vielleicht etwas gar pingelig, aber alles andere muss einfach so sein. Nicht, weil ich mich plötzlich zum Perfektionismus bekehrt hätte, sondern weil die Sache so schnell und effizient als möglich abgehakt werden muss, weil es sonst zum Wäschestau kommt. 

Und ihr, die ihr jetzt in Versuchung seid, mir ein paar Erziehungsratschläge für „Meinen“ weiterzugeben, lasst es bitte bleiben. Wie gesagt, „Meiner“ ist nicht mein Kind und ich schreibe das alles wirklich nur, damit ich ihm nicht den Kopf abreisse, wenn er demnächst zur Türe reinkommt. Und natürlich auch, damit die Welt endlich weiss, wie man richtig wäscht…

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Die Sache mit der Geduld

Liebe Kinderlein, heute möchte ich euch etwas zum Thema Geduld weitergeben. Der Volksmund behauptet gerne, die Geduld einer Mutter kenne keine Grenzen und ein paar ganz irregeleitete Menschen haben sogar mir unterstellt, äusserst geduldig zu sein, aber leider muss ich euch mitteilen, dass mütterliche Geduld sehr wohl begrenzt ist, in meinem Fall sind die Grenzen sogar ziemlich eng gesteckt. Oft marschiert ihr trotz klarer Markierung frisch und fröhlich über diese Grenzen hinweg und wenn’s dann irgendwann zur grossen Explosion kommt, reibt ihr euch erstaunt die Augen und klagt lauthals über eure böse Mama. Wie, meine Ausführungen sind euch zu theoretisch? Dann schauen wir uns doch an einem taufrischen Praxisbeispiel an, wie man meinen Geduldsfaden so lange strapaziert, bis er schliesslich mit grossem Donnerwetter reisst. 

Meist fängt es abends gegen neun Uhr an, wenn sich mein Organismus allmählich auf Feierabend einstellt und ihr euch weiterhin standhaft weigert, dies zu respektieren. Ob ihr nun mit freudigen Nachrichten wie „Mama, ich hab in zwei Stunden ein ganzes Buch gelesen“, mit Schreckensnachrichten wie „Mist, morgen haben ich einen Test und noch überhaupt nichts geübt“ oder mit Nöten wie „Ich hab plötzlich so grossen Hunger, weil ich nichts essen mochte, als es Abendessen gab“ aus dem Bett geschlichen kommt, fällt nicht so sehr ins Gewicht. Ich bin dann einfach nicht mehr ganz fit und darum entsprechend kurz angebunden, wenn auch durchaus bereit, euch zu helfen, wenn es angebracht ist. 

Schwieriger wird es, wenn es um halb elf noch immer Streit zu schlichten, Monster zu verscheuchen und vermeintliche Schrammen zu verarzten gilt. Vielleicht merkt ihr, dass ich dann nicht mehr allzu nett bin, aber vermutlich schert ihr euch einen Dreck darum, denn ihr könnt einfach nicht verstehen, weshalb ich so altmodisch auf Nachtruhe bestehe. 

Natürlich stehe ich bereitwillig auf, wenn nachts um halb eins die Angst ins Kinderzimmer geschlichen kommt, auch wenn ich innerlich frustriert seufze. Wenn ich mir dann aber neunzig Minuten lang das Geheule anhören muss, die Wohnungstür stehe noch immer offen, obschon ich sie eigenhändig geschlossen habe, nachdem sich Kater Leone endlich zum Drinnenbleiben hat durchringen können, dann zerrt das ganz schön an meinen Nerven. Ja, ich weiss, die Angst ist eine nahezu unüberwindbare Macht, aber wenn ich sage, ich hätte die Tür geschlossen, dann könntet ihr mir das getrost glauben.

Brüllt einer von euch morgens um halb fünf seine Geschwister an, weil sie ihm den Platz im Bett streitig machen, versuche ich so gut als möglich, dies zu ignorieren. Was kann ich denn dafür, dass ihr darauf besteht, euch das Bett zu teilen, wo doch jeder sein eigenes hat? Meiner Nachtruhe und damit meiner Geduld kommt es natürlich trotzdem nicht zugute, wenn der Streit schon im Halbschlaf losgeht.

Ab sieben Uhr kommen dann unzählige Kleinigkeiten hinzu, die meinen Geduldsfaden weiter strapazieren: Einer will partout nicht wach werden, was auch kein Wunder ist, wo er doch abends dem Schlaf so lange widerstanden hat, eine behauptet, nichts anzuziehen zu haben, zwei streiten sich um eine Tasse Kakao, einer überhört meine hundertste Ermahnung, sich jetzt endlich anzuziehen, eine will eine Unterschrift, die sie schon vor drei Wochen hätte einholen müssen, vier ignorieren meine dringende Bitte, das Prinzchen nicht zu wecken, einer weigert sich, die Hose anzuziehen, die sauber gefaltet im Schrank lag und will stattdessen jene, die noch feucht am Wäscheständer hängt, einer wünscht ein Gebet gegen die Prüfungsangst, zwei wollen gleichzeitig haarklein ihre endlosen Träume erzählen, aber keiner will der Erste sein, der zuhören muss, einer kippt in der Eile die Milchschale der Katzen um und will es nicht gewesen sein…

Sechzig Minuten Hochbetrieb, die locker zu schaffen wären, hätte ich abends und nachts dienstfrei gehabt. Weil ich aber mal wieder ziemlich anspruchsvollen Bereitschaftsdienst  hatte, der nur in den wenigsten Fällen auch wirklich notwendig gewesen wäre, bin ich morgens nicht taufrisch, sondern bereits am Ende mit meiner Geduld. Irgendwann in diesen sechzig Minuten fällt der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, ich werde laut, wütend, vielleicht auch ungerecht, weil sich das Gewitter über dem Falschen entlädt. Ich bin die böse, launische Mama und ihr seid die armen, hilflosen Kinder, die obendrein auch noch zur Schule gehen müssen und alles ist so furchtbar unfair. 

Seht ihr, Kinderlein, so kommt es, wenn ihr wieder und wieder an meinem Geduldsfaden zerrt und so sehr ich euch wünschte, ihr hättet eine endlos geduldige und gütige Mama aus dem Märchenbuch, ihr werdet dennoch dazu gezwungen sein, euch mit eurer äusserst ungeduldigen Mama, die obendrein auch noch hormonellen Schwankungen unterworfen ist, zu arrangieren. Glaubt mir, wenn ihr dieser Mama spätabends und nachts so viel Ruhe wie möglich gönnt und sie während dieser Zeit nur im Ernstfall beansprucht, reisst ihr Geduldsfaden deutlich später, als wenn ihr pausenlos an ihm herumzerrt. 

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Pfingstwochenende

Mit Luise neun neue Wachteln gekauft, eine alte Wachtel beerdigt.

Dreimal das Tomatenhaus aufgebaut und die Sache schliesslich aufgegeben, weil bei diesem Wind nichts stehen bleibt.

Einen neuen Nymphensittich gekauft, weil Boris sich auf und davon gemacht und die arme Doris damit in eine tiefe Depression gestürzt hat. Der Neue ist sehr hübsch, heisst Loris, Doris ist überglücklich und wir alle fragen uns, ob Karlsson dereinst bei der Namensgebung seiner Kinder ähnlich vorgehen wird.

Drei Stunden auf dem Fussballplatz totgeschlagen, weil Luise trotz mangelnder Begeisterung beim Fussballturnier mitmachen wollte. Dabei für drei Portionen Pommes Frites länger angestanden, als meiner Tochter beim Fussballspielen zugeschaut, weil sie kaum je zum Einsatz kam. Oder weil sie nicht zum Einsatz kommen wollte?

Zahlreiche Setzlinge in ein neues Zuhause vermittelt.

Mir darüber den Kopf zerbrochen, ob ich dem FeuerwehrRitterRömerPiraten den schon lange gehegten Wunsch nach einem Besuch der Zahnfee erfüllen soll, oder ob ich es bleiben lasse, weil die Sache sonst früher oder später ausufert. Was, wenn Karlsson und Luise für jeden ausgefallenen Zahn rückwirkend auf  Zahnfee-Besuche bestehen?

Eine Nacktschnecke auf der falschen Seite des Schneckenzauns erwischt und aus lauter Empörung Zetermordio geschrien.

Ein feierliches Wachtelbegräbnis mit anschliessendem Apéro besucht, das unsere Kinder organisiert haben.

Chauffiert, chauffiert, chauffiert, chauffiert…

Liebe Menschen getroffen.

„Meinem“ auf die Nerven gefallen und er mir. Aber ich bin trotzdem stolz auf ihn, weil er gerade ganz grossartige  Illustrationen zu meinen Texten macht. 

Nicht eine einzige Nacht durchgeschlafen, weil unsere Kinder noch immer nicht verstehen wollen, dass man nach dem dritten Geburtstag kein Recht mehr hat, den Eltern den Schlaf zu rauben. 

In Prinzchens Apotheke Medikamente für den von Ohrenschmerzen geplagten FeuerwehrRitterRömerPiraten gekauft. Beim zweiten Mal musste ich das Zeug klauen, weil das Prinzchen zu tief schlief, um mir etwas verkaufen zu können.

Ziemlich darunter gelitten, dass meine Schreiberei bei dem vollen Programm keinen Schritt weitergekommen ist, obschon die Zeit drängt. Gut, eigentlich ist alles geschrieben, aber ich sehe noch zu viele Mängel. 

Mehrmals den Entschluss gefasst, Waldmeister sammeln zu gehen und die Idee dann doch wieder verworfen Das Prinzchen ist ziemlich böse auf mich deswegen.

Fast geplatzt vor lauter Stolz, weil der Zoowärter sein erstes Buch gelesen hat.

Der Tatsache ins Gesicht gesehen, dass die Zeit der Schlaflieder wohl endgültig vorbei ist, weil Zoowärter und Prinzchen nur noch Geschichten hören wollen. 

Mit Karlsson nach der perfekten Sportart gesucht und noch keine gefunden. Gibt es sie überhaupt, die perfekte Sportart?

Alle paar Minuten das Programm geändert, obschon es eigentlich gar kein Programm gab.

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Mittwochsleere

Morgen ist Mittwoch und das überfordert mich diesmal schon fast ein wenig. Gewöhnlich bedeutet Mittwoch ein Termin nach dem anderen. Augentests, Musikproben, Arzttermine, Geburtstagsparties, Elterngespräche, Besuche bei Therapeuten, Schwedischkurs, alles muss am Mittwochnachmittag Platz finden, denn dann haben sowohl „Meiner“ als auch die Kinder schulfrei. Heute aber, beim Blick auf den Familienplaner musste ich feststellen, dass morgen gerade mal ein einziger Termin ansteht. 

Ja, ich weiss, ihr glaubt jetzt, ich würde mich über die ungewohnte Leere im Kalender freuen, aber in Wahrheit fürchte ich solche Leerstellen. Nein, nicht weil ich nichts mit meiner Zeit anzufangen wüsste, im Gegenteil, ich werde wieder zu viel darin unterbringen wollen: Tomatenhäuser aufstellen, Setzlinge pflanzen, den Wäscheberg abtragen, mittagsschlafen, Kaffee trinken, Wocheneinkauf, Korrekturarbeiten, Zeit finden für jedes Familienmitglied… Einfach alles, was ich am Mittwoch gerne täte, wären da nicht jede Woche die unzähligen Termine. Weil aber ein Mittwochnachmittag gerade mal fünf Stunden dauert und ich ja nicht alleine darüber bestimme, was während dieser fünf Stunden läuft, ist der Frust programmiert. 

Vielleicht sollte ich jetzt einfach beschliessen, morgen gar nichts zu tun, denn der Alltag wird ganz bestimmt einen Weg finden, die Leere im Kalender zu füllen.

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Wollt ihr mich nun feiern oder nicht?

Wohlverstanden, ihr müsst nicht, ihr könnt ruhig sagen: „Wir pfeifen auf das ganze Muttertagstheater und tun so, als wäre es ein Sonntag wie jeder andere.“ Ich könnte damit leben, ehrlich, ich zweifle nicht an euerer Liebe zu mir. Von mir aus können wir die Sache also bleiben lassen. Aber das wollt ihr ja nicht, ihr besteht darauf, mich am Muttertag zu feiern und das ist auch okay für mich, ich sage ganz bestimmt nicht nein dazu, wenn ihr mich unbedingt verwöhnen wollt.

Genau hier aber ist der Haken: Am frühen Morgen mit liebevoll gestalteten Geschenken und Frühstück im Bett anfangen und dann wie jeden Tag mit „Mama, wo ist schon wieder….?“, „Ich will aber nicht den Tisch decken. Wir sind doch nicht deine Sklaven!“ und „Mama, sie hat schon wieder…“ weiterfahren, das geht nicht. Entweder, wir feiern Muttertag und ich habe den ganzen Tag nichts zu tun mit Spülbürste, schmutzigen Hintern und Hausaufgaben, die am Sonntagabend noch kurz erledigt werden müssen, oder aber wir lassen die Sache bleiben und ich tue weiterhin das, was ihr meist zu Recht und manchmal zu Unrecht von mir erwartet. Mit diesem Zwischending von ein bisschen Muttertag und ein bisschen Alltag treibt ihr mich auf die Palme.

Ihr habt jetzt genau ein Jahr Zeit, um euch zu überlegen, ob ihr mich am Muttertag feiern wollt oder nicht. Die Entscheidung liegt bei euch, ich mache keinen Druck. Ihr müsst euch einfach im Klaren sein, dass ich beim nächsten Mal das volle Programm erwarte, solltet ihr euch dazu entscheiden, die Tradition beizubehalten. 

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Schlaf Töchterlein, schlaf!

Sie war schon als Kleinkind besonders gut darin, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen. Meist schlief sie abends um sechs innert Minuten ein, erwachte dann so gegen Mitternacht und setzte die Küche unter Wasser, schlafwandelte zur Grossmama ins Parterre oder fütterte ihre Brüder mit Schokolade bis sie morgens gegen sechs Uhr erschöpft einschlief. Um zehn oder elf erwachte sie wieder, war für den Rest des Tages quengelig und ungeduldig und schlief schliesslich meist vor dem Abendessen wieder tief und fest. So ging das zwei Jahre lang, irgendwann sass ich heulend im Sprechzimmer der Kinderärztin, aber auch sie konnte mir nicht weiterhelfen. Dann kam der Zoowärter zur Welt und seit jenem Tag schläft Luise mit wenigen Ausnahmen wie ein Murmeltier.

Na ja, bis vor Kurzem schlief sie, seit einiger Zeit macht sie wieder immer öfter die Nacht zum Tag. Meist fängt es damit an, dass ihr abends irgend eine schlimme Sache in den Sinn kommt, die ihr den Schlaf raubt, irgendwann lässt sie sich dann aber doch ins Land der Träume entführen. Dort findet sie aber offenbar keine Ruhe und deshalb findet sie meist mitten in der Nacht den Weg ins Elternschlafzimmer oder zu einem ihrer Brüder. Ob sie dabei auch wirklich wach ist, oder ob sie erst erwacht, wenn wir aus dem Tiefschlaf hochschrecken und fragen, was denn los sei, ist weder ihr noch uns ganz klar. Auf alle Fälle kommt irgendwann der Moment, wo sie wieder hellwach ist, wenn eigentlich Schlafenszeit wäre. Wie früher eben, ausser dass sie heute keine Überschwemmungen mehr veranstaltet. Manchmal findet sie den Schlaf nicht mehr, dann steht sie frühmorgens in unserem Zimmer und schimpft, wir würden alle immer schlafen, das sei so langweilig. Manchmal schläft sie im Morgengrauen wieder ein und will dann verständlicherweise nicht aus dem Bett kommen, wenn es Zeit wäre. Manchmal wird sie erst am späten Nachmittag vom Schlaf übermannt, was dann natürlich wieder das Einschlafen am Abend erschwert. Mit guter Laune ist da verständlicherweise nicht mehr zu rechnen.

Wir sind derzeit ziemlich ratlos, wie wir die Sache diesmal in den Griff bekommen können, denn die Methode von früher lässt sich heute nicht mehr anwenden. Eines aber weiss ich: Den Gedanken, mit grösseren Kindern würden die Nächte wieder ruhiger, können wir uns allmählich abschminken, denn ist Luises Schlafproblem erst mal gelöst, werden wir schon bald aufbleiben müssen, bis Karlsson nach Hause kommt.

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Bitte erst nach dem Frühstück lesen

Heute früh beim ersten Erwachen eine beängstigende Entdeckung: Isst den Kind abends Fast Food einer bekannten Sorte, riecht das Erbrochene am nächsten Morgen – nach gar nichts. Du kannst aufputzen und danach ganz beruhigt wieder einschlafen, weil du so etwas einfach nicht richtig ernst nehmen magst. Wenn schon erbrechen, dann richtig, mit Drama und Gestank, dann weiss man zumindest, dass das Kind sich mit anständigem Essen den Magen verdorben hat. Ein Grund mehr, so wenig Fast Food wie möglich zu essen.

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