Dauert das lang?

Prinzchen: „Mama, ist Weihnachten lang? Dauert das lange, bis es wieder weg ist?“

Na ja, mein Sohn, die Inkubationszeit dauert meistens ziemlich lange, so von Anfang September bis Mitte Dezember. Dann macht sich die Seuche ziemlich heftig bemerkbar, mit Schweissausbrüchen im Einkaufsrummel, überdrehten, streitlustigen Kindern, üppigen Dekorationen, Stressanfällen und dergleichen. Vom 24. bis zum 26. glaubt man, die Sache nehme nie ein Ende, doch am 27. ist alles wie weggeblasen. Bei manchen Menschen flackert die Krankheit am 6. Januar noch einmal kurz auf, aber dann ist endgültig Schluss. Es sei denn, jemand leide an der postnatalen Depression…

Weihnachtsschmuck

Fazit nach dem Samichlausbesuch

  • Karlsson und Luise finden den Mann im roten Mantel nur noch peinlich, der  FeuerwehrRitterRömerPirat und der Zoowärter wissen zwar, dass er nicht echt ist, freuen sich aber trotzdem noch immer über seinen Besuch, das Prinzchen glaubt noch felsenfest, obschon der Zoowärter versucht, ihm die Sache auszureden. Ich schätze mal, in drei oder vier Jahren sind wir soweit, dass wir den Samichlaus nicht mehr einladen müssen. Jetzt erscheint mir diese Perspektive geradezu himmlisch, aber ich könnte wetten, dass auf dieser Seite am 6. Dezember 2018 – vielleicht auch ein Jahr später – ein ziemlich sentimentaler Text erscheint. 
  • Unser Dyson mag keine Erdnussschalen.
  • Weil unser Dyson keine Erdnussschalen mag, mag ich sie auch nicht und darum wird an dem Tag, an dem der Samichlaus zum letzten Mal unser Haus verlässt, ein striktes Erdnussverbot verhängt. Ausser Peanut Butter und von mir aus auch dieses scheussliche, versalzene, aber immerhin geschälte Apéro-Zeugs kommt mir dann nichts Erdnussiges mehr ins Haus. 
  • Wenn der Chlaus mit seinen Schmutzlis vor mir steht, werde ich immer ganz klein und nervös. Warum? Weil die sehen können, wer ich bin, ich mir aber nicht ganz sicher bin, wer hinter den Bärten steckt, weshalb ich nicht weiss, wer hier einen ziemlich tiefen Einblick in unser Familienleben erhascht. Folglich weiss ich auch nicht, vor wem ich mich in Zukunft beim Wocheneinkauf verstecken muss.
  • Es war keine gute Idee, diesmal dem Prinzchen zuliebe nur positive Dinge über unsere Kinder zu verraten. Der Chlaus hat doch tatsächlich geglaubt, unsere Kinder seien so brav, wie ich ihm erzählt habe. Oder habe ich da in seinem Lob vielleicht einen leicht spöttischen Unterton vernommen?
  • Wenn ich unseren Kindern noch einmal erklären muss, warum der Samichlaus nichts mit dem kitschigen Kerl von Coca-Cola zu tun hat, verlange ich von Coca-Cola ein Schmerzensgeld, weil ich mir den Mund in all den Jahren fusselig geredet habe. 
  • Je langweiliger der Grittibänz, umso grösser die Chance, dass er nach dem Backen noch als solcher erkannt wird. 
  • Ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals zugeben würde, aber der katholische Samichlaus hat die Nummer eindeutig besser drauf als derjenige vom Turnverein, den wir letztes und vorletztes Jahr hatten. 

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Unausstehlich

Heute war mal wieder so ein richtiger „mies gelaunte Mama“-Tag. So einer mit „Nun hört mal endlich auf, mir auf den Nerven rumzutanzen! Seht ihr denn nicht, dass mir heute alles krumm läuft?“, herumbrüllen und kurz angebundenen Antworten. Erst ein kurzer Schwatz mit einem lieben Menschen vermochte mich ein wenig aufzuheitern. „Mama, du hast ja plötzlich wieder gelacht“, bemerkte Luise erstaunt, als wir wieder alleine waren. „Ich weiss, ich bin heute unausstehlich“, sagte ich seufzend und schämte mich für meine miserable Mama-Performance an diesem miesen Tag. „Ach, mach dir nichts draus“, schaltete sich Karlsson ins Gespräch ein. „Ich bin manchmal auch mies drauf und ziehe mich in mein Zimmer zurück. Du kannst dich ja nie zurückziehen, wir nehmen dich immer in Beschlag.“

An einem gewöhnlichen Tag würde ich mich über meinen sozialkompetenten Sohn freuen, an einem „mies gelaunte Mama“-Tag aber denke ich nur: „Oh je, der Arme. Hat sich so lange mit einer aufbrausenden Mama herumschlagen müssen, dass er schon ganz genau weiss, was er sagen muss, um sie wieder auf den Boden zu holen.“

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Ist die Katze aus dem Haus…

…dann schauen sie Rosamunde Pilcher am Fernsehen,…
…lassen sich Pizza ins Haus liefern,…
…verpassen die Krippenspielprobe,…
…schmeissen am Sonntag Abfall in die Mulde,…
…essen Pommes Frites zum Mittagessen,…
…vergessen, WC-Papier zu kaufen…
und schieben eine ziemlich ruhige Kugel.

Aber was soll’s? Das Haus steht noch, sie scheinen alle gesund und glücklich zu sein und sie haben sogar die Wäsche weggeräumt. Es geht also auch ohne mich. Ein paar Tage lang.

Länger lieber nicht. Ich würde sie zu sehr vermissen. (Und sie mich hoffentlich auch.)

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Notiz an „Meinen“

Morgen fahre ich für vier Tage weg und lasse „Meinen“ mit den Kindern alleine. Was grundsätzlich kein Problem ist, denn er hat das im Griff. Zwei oder drei Dinge muss ich ihm aber trotzdem aufschreiben, damit sie nicht vergessen gehen:

  • Der Zoowärter hat morgen Nachmittag Schule, auch wenn der Stundenplan etwas anderes behauptet. Aber der behauptet das nur, weil ich ihn im Sommer falsch abgeschrieben habe und danach zu faul war, ihn noch einmal neu zu schreiben und zu laminieren. 
  • Wenn du mit dem Prinzchen und dem Zoowärter in den Schwimmkurs gehst, vergiss nicht, dem Schwimmlehrer zu sagen, dass deine chaotische Frau es letzte und vorletzte Woche mal wieder verschlampt hat, die Kinder in den Kurs zu bringen. Sag ihnen, dass es deiner Frau furchtbar leid tut, aber dass sie unglaublich froh ist, dass du derjenige bist, der sich erklären muss, weil sie es allmählich Leid ist, überall mit hochrotem Kopf und tausend Entschuldigungen aufzukreuzen. 
  • Nein, am Sonntag dürft ihr nicht liegen bleiben. Krippenspielprobe! Keine Versäumnisse erlaubt! (Ich hingegen werde sonntags so lange liegen bleiben, bis das Bett mich rauswirft.)
  • Der Laptop kommt mit mir. Netflix nur auf dem iPad. 
  • Bitte, bitte, bitte, bitte streich Karlssons Zimmer nicht an diesem Wochenende! Du weisst, wie es kommt, wenn fünf Kinder und ein paar Farbroller sich miteinander vergnügen. 
  • Finger weg von der Wäsche! Es sei denn, ihr wollt sie wegräumen. 
  • Versucht, ohne mich Spass zu haben. (Als ob das möglich wäre…)

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Sie sind alle so irr und ich bin ihr Chef

Schuld an allem ist dieser Asthmaanfall. Keiner von diesen gewöhnlichen, die mit ein paar Hüben aus dem Inhalator abgewendet sind, sondern ein richtig heftiger. Einer, der dich tagelang ins Bett zwingt, der dich dazu veranlasst, mit schwacher Stimme bei der medizinischen Hotline ein Rezept für Notfallmedikamente zu erbetteln und der deine medizinisch ausgebildete Schwester zur Drohung verleitet, sie würde dich auf die Notfallstation bringen, wenn du nicht brav dein Kortison schlucken würdest. Ein Asthmaanfall, der dafür sorgt, dass du in deinem eigenen Familienleben nicht mehr der (meistens nicht wirklich) ruhende Pol bist, sondern lediglich ein Statist, der zwar hin und wieder mit heiserer Stimme einen kurzatmigen Befehl bellen darf, ansonsten aber nur dabei zuschauen kann, was diese Irren, die du deine Liebsten nennst, den ganzen Tag so treiben.

In diesem Haus kann es dir zum Beispiel passieren, dass du morgens um zwanzig nach fünf von Edith Piaf, die im Wohnzimmer ein äusserst melancholisches Konzert gibt, geweckt wirst. Gut, so etwas passiert dir nur, wenn du am Vorabend entschieden hast, auf dem Sofa zu schlafen, weil du „Deinem“ mit deinem andauernden Gebell nicht den Schlaf rauben willst. Netflix reinziehen kannst du dir ja auch nicht, wenn er neben dir schlafen sollte und Netflix brauchst du, weil das Kortison der Meinung ist, Schlaf sei eine vollkommen überbewertete Sache, die nur für Kinder und Memmen erschaffen worden ist. (Was zu Netflix noch zu sagen wäre: Dass ich nach den letzen Überbleibseln von „House of Cards“, zwei äusserst deprimierenden Independent-Filmen und einer mittelmässigen Literaturverfilmung inzwischen bei „Gossip Girl“ gelandet bin, sagt rein gar nichts über meinen Filmgeschmack aus, dafür aber sehr viel über die Auswirkungen von mangelhafter Sauerstoffzufuhr.)

Nun aber zurück zu Edith Piaf, die dich zu vollkommen unchristlicher Stunde aus dem doch noch gefundenen Schlaf reisst. Eingeladen hat sie dein fleissiger Ältester, der zu eben dieser unchristlichen Stunde die Zeit gekommen sieht, am Wohnzimmertisch an seinem Vortrag zu arbeiten und sich von Edith Mut zusingen zu lassen. Und Mut braucht er, denn er schreibt seinen Vortragstext gerade von Hand auf sehr viele Seiten Papier. Nicht etwa, weil er dich im Morgengrauen vor der Bitte um das Passwort für deinen Laptop hat verschonen wollen, sondern weil „man sich die Dinge viel besser merken kann, wenn man sie von Hand geschrieben hat“. Ich sag’s doch, dieses „Kind“ ist eindeutig im falschen Jahrhundert zur Welt gekommen…

Noch so eine Episode aus diesem Irrenhaus: Das Prinzchen bringt Guetzli aus dem Kindergarten nach Hause. Selber gebacken und nahezu rabenschwarz. Nein, nicht Oreo-Schwarz, sondern „Wir waren etwas zu lange im Ofen, vielleicht sieben oder acht Minuten“-Schwarz. Augenblicke später vernimmst du heftige Kampfgeräusche aus dem Prinzchenzimmer, bald darauf sind drei am heulen. Was ist geschehen? Das Prinzchen hat nicht auf Anhieb erkannt, dass die Tatsache, dass ihm der FeuerwehrRitterRömerPirat neulich einen Franken und ein Disney-Figürchen geschenkt hat, ihn automatisch dazu verpflichtet, ungefragt ein paar angebrannte Guetzli abzutreten. Es fliegen Fäuste und Gegenstände, der Zoowärter als eigentlich unbeteiligter Dritter wird irgendwie auch noch in die Sache hereingezogen, lautes Geheul und keiner ist Schuld. Höchste Zeit für die Statistin, mal wieder ein wenig zu bellen. Momente später ist alles wieder friedlich, der FeuerwehrRitterRömerPirat kommt mit einem rabenschwarzen Guetzli aus dem Prinzchenzimmer. „Es ist angebrannt“, sagt er. „Mir egal, nach dem Theater, das du veranstaltet hast, um eines zu bekommen, wird das Ding gegessen“, antwortet die Statistin vollkommen ungerührt. 

Dann noch diese Szene hier, die schon fast rührend ist: Du liegst im Bett und versuchst zu stricken, damit du zumindest ein wenig produktiv bist. Die Katze, die partout nicht begreifen will, dass du es nicht magst, wenn sie sich auf deinen Beinen niederlässt, stellt sich so ungeschickt an, dass du die Zopfstricknadel fallen lässt. Unter Jammern und Stöhnen begibst du dich unters Bett, um die Nadel zu suchen. In dem Moment betritt einer deiner Söhne das Zimmer, er sieht dich am Boden, fragt was los sei und meint dann: „Leg dich wieder hin, Mama. Ich such dir die Nadel. Du bist jetzt viel zu schwach für solche Sachen.“ 

Ach ja, dann war da noch die Sache mit der Katze, die Karlssons Sportschuhe mit dem Katzenklo verwechselt hat, oder Luise, die beweisen wollte, dass sie in der Cello-Hülle schlafen könnte, wenn sie wollte, oder der Moment, als der Zoowärter vollkommen frei von Ironie erzählte, die Lehrerin hätte vergessen, dass sie nicht angeschriebene aber richtig gelöste Blätter der Schüler nicht mehr zerreissen dürfe und habe es deshalb trotzdem getan, aber sie habe sich danach entschuldigt, darum sei es nicht weiter schlimm.

Nachdem du ein paar Tage lang dieses Geschehens von der Seitenlinie aus betrachtet hast, bleibt dir nichts anderes übrig, als in Anlehnung an Römer Strategus aus „Asterix und die Goten“ zu seufzen: „Sie sind alle so irr und ich bin ihr Chef.“ 

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So unterschiedlich kann vierzehn sein

Nächste Woche ist es soweit, Karlsson wird vierzehn. Ich weiss nicht warum, aber dieser Meilenstein geht mir noch näher als andere Meilensteine im Leben unserer Kinder. Vielleicht, weil es mir so vorkommt, als wäre ich selber eben erst vierzehn geworden und ich deshalb tagtäglich daran erinnert werde, wie anders es doch bei mir war. Ein paar Beispiele gefällig?

Karlsson mit vierzehn: Er weiss, was er kann und er weiss auch, was er nicht kann. Weil er weiss, was er kann, gelingt es ihm, sich viel gezielter mit den Dingen zu befassen, die er nicht kann und dadurch bringt er immer wieder Achtungserfolge in den Bereichen zustande, in denen er nicht besonders stark ist.
Ich mit vierzehn: Ich wusste sehr genau, was ich nicht kann – meine Unfähigkeiten waren ausgeprägt und nicht zu kaschieren – und dadurch liess ich mir den Blick verstellen auf die Dinge, die ich gut kann. Bis zu dem Tag, an dem ich mein nicht mal so schlechtes Maturazeugnis in der Hand hielt, war ich felsenfest von meiner eigenen Dummheit überzeugt. Dass nicht jeder in druckreifen Sätzen denkt, dämmerte mir sogar erst sehr viel später, als ich den ersten Buchvertrag im Sack hatte und mich wunderte, warum ausgerechnet ich eine solche Chance bekommen hatte.

Karlsson mit vierzehn: Er steht zu sich selbst, auch wenn das, was ihm gefällt, nicht dem Geschmack der breiten Masse entspricht. Ihm doch egal, dass kaum einer seine Vorliebe für schwermütige französische Chansons teilt. Ihm doch egal, wenn alle sich zur gleichen Massenveranstaltung anmelden. Wenn es ihm nicht entspricht, hat er auch nicht das Gefühl, dabei sein zu müssen. Und doch steht er nicht am Rand. Er steht auch nicht im Zentrum, er gehört einfach dazu, man mag ihn so, wie er ist. 
Ich mit vierzehn: Ein andauernder K(r)ampf, so zu sein, wie „man“ eben sein musste, um akzeptiert zu werden. Und doch immer wieder die schmerzhafte Erkenntnis, dass es nie gelingen würde. 

Karlsson mit vierzehn: Er hat Pläne. Er möchte nach Frankreich, um richtig gut Französisch zu lernen und in die Kultur einzutauchen. Vielleicht will er irgendwann auch nach England oder in die USA, denn Englisch sollte man ja auch beherrschen, auch wenn man die Sprache nicht so toll findet.
Ich mit vierzehn: Ich hatte keinen Plan und wollte nur noch weg, irgendwohin ins Ausland, damit ich Distanz gewinnen konnte zu Erlebnissen, die mich zutiefst verletzt hatten. Mit nicht ganz sechzehn ging ich dann auch tatsächlich und sah mich in der Einsamkeit Nebraskas mit mir selbst konfrontiert.

Karlsson mit vierzehn: Ein ziemlich offenes Buch. Er zeigt uns nicht alle Kapitel, aber doch mehr, als ich je erwartet hätte. Auch Seiten übrigens, die ich meinen Eltern um nichts in der Welt gezeigt hätte. 
Ich mit vierzehn: Ein scheinbar offenes Buch für meine Eltern. Dass es da noch einen zweiten, unveröffentlichten Band gab, habe ich zwar schon beiläufig erwähnt, darin lesen lassen habe ich sie aber nie.  

Vierzehn, so stelle ich heute fest, kann sehr unterschiedlich sein und so, wie es bei Karlsson ist, gefällt es mir eindeutig besser. 

Ach ja, Karlsson hat diesen Text übrigens gelesen, ehe ich ihn veröffentlicht habe. Immerhin überragt mich das „Kind“ inzwischen um mehr als einen Kopf, da würde ich es nicht im Traum wagen, über ihn zu schreiben, ohne ihn um Erlaubnis zu bitten. 

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Glückseligkeitshäppchen

Zuweilen bietet auch der grauste Alltag das eine oder andere Häppchen Glückseligkeit. Zum Beispiel wenn…

…du beim Waschen – für einen kleinen Moment zwar nur, aber immerhin – den Boden des Wäschekorbs siehst. Okay, übertreiben wir’s nicht: Den Boden von einem der vielen Wäschekörbe, aber man muss nehmen, was man bekommen kann.

…du ohne lang zu suchen dein Uralt-Handy aufspürst, den PUK ohne Wartezeit in der Warteschlaufe wieder bekommst und du fröhlich dein eben gewonnenes Fairphone in Betrieb nehmen kannst.

…du unbemerkt einen ganzen Rettich in der Gemüsesuppe verschwinden lassen kannst. Das Hochgefühl, das du empfindest, wenn der FeuerwehrRitterRömerPirat genüsslich schmatzend vor sich hin löffelt und dreimal nachschöpft, ist durch keine Droge dieser Welt hinzukriegen (Nicht dass ich in diesem Bereich allzu viel Erfahrung vorweisen könnte, aber wer braucht denn schon Drogen, wenn er Kinder hat, die mit Genuss drei volle Teller „Ätsch, wenn ihr wüsstet, dass es hier Rettich drin hat“-Suppe in sich hinein schaufeln?).

…die Katze nicht bemerkt, dass die Kinder den Frischkäse offen haben stehen lassen.

… die drei Kinder, die derzeit am meisten Chaos verursachen, den ganzen Samstag ausser Hause sind. Und dies sogar an einem dieser elenden Samstage, an denen „Deiner“ Kurs hat und du nicht die geringste Lust verspürst, den Karren alleine durch den Dreck zu ziehen. (Ja, ich schreibe mit Absicht „durch“den Dreck, denn die Sache mit „aus dem Dreck“ schiebe ich mir für die Pensionierung auf.)

…es für einen Moment lang so still ist im Haus, dass du deinen eigenen Brummschädel, der mal wieder zu wenig Schlaf abbekommen hat, brummen hörst.

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Wir sind auch dabei

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„Meiner“ und ich verkaufen Bilder, Postkarten, Bücher, ein wenig Gestricktes sowie ein paar Kleinigkeiten aus der Küche. Um 15 und 17 Uhr erzähle ich Märchen in der Stiftskirche. Und dann sind da natürlich noch ganz viele andere Menschen, die den Kreuzgang in einen traumhaften Weihnachtsmarkt verwandeln. Zum Beispiel sie, die alles ins Leben gerufen hat, oder sie und natürlich sie, die im Kreuzgang zu Hause ist... Wer also in der Nähe ist: Unbedingt vorbeischauen, es wird märchenhaft. 

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Wachsendes Selbstbewusstsein

Motivationsrede an Karlsson, ab einem Alter von fünf Jahren bis kurz vor dem Übertritt an die Oberstufe fast wöchentlich auf diese oder ähnliche Weise vorgebracht:

„Du kannst das, glaub mir. In dir drin steckt so viel, dir fehlt nur der Mut, es zu zeigen. Nur weil die anderen lauthals prahlen, heisst das noch lange nicht, dass sie es auch wirklich besser können als du. Du bist ein feiner Kerl mit viel Fantasie, Humor und spannenden Interessen. Und dass du etwas im Kopf hast, beweisen dien Zeugnisse immer wieder aufs Neue.“

Motivationsrede an Luise, ab einem Alter von fünf Jahren bis Mitte fünfte Klasse regelmässig auf diese oder ähnliche Weise vorgebracht:

„Im Elterngespräch hiess es, du dürftest dich in der Klasse ruhig etwas deutlicher bemerkbar machen. Warum so schüchtern? Zu Hause fehlt es dir doch auch nicht am Mut, zu sagen, was du denkst. Du brauchst dich nicht zu verstecken. Du hast Power und bist nicht nur drauf aus, hübsch auszusehen. Zeig, was du kannst! Wir stehen hinter dir.“

Motivationsrede an den FeuerwehrRitterRömerPiraten, ab Kindergarten bis heute regelmässig auf diese oder ähnliche Weise vorgebracht:

„Trau dich, laut und deutlich zu sagen, was du weisst. Du bist so belesen, hast so viele interessante Dinge in deinem Gedächtnis gespeichert. Du brauchst keine Angst zu haben, dich einzubringen. Und wenn dir einer frech kommt, stell dich ihm entgegen, so wie du dich deinem Gegner im Fechten entgegenstellst. Was auch immer geschieht, wir sind für dich da.“

Rede an den Zoowärter, immer mal wieder vorgebracht, seitdem er in der Schule ist:

„So toll, dass du so viele Freunde hast und dass ihr in der Pause so viel Spass habt miteinander. Ein wunderbares Gefühl, andere zum Lachen bringen zu können, nicht wahr? Aber du gehst nicht nur zum Spass zur Schule, du solltest auch dran denken, die Hausaufgaben mit nach Hause zu bringen. Ich will nicht andauernd Mails von der Lehrerin bekommen.“

„Nun komm mal auf den Boden“-Rede an das Prinzchen, einmal vorgebracht, seitdem er im zweiten Kindergartenjahr ist:

„Okay, du sagst, ihr habt im Landhockey nur wegen dir gewonnen? Wenn du 2 von 19 Toren geschossen hast, ist das natürlich toll, aber die anderen haben auch zum Sieg beigetragen. In einer Mannschaft braucht es mehr als einen, der gut spielt, damit man siegen kann. Ach ja, und dann noch zu deiner Bemerkung, nur der liebe Gott habe mehr Haare als du…“

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