Bye bye, Barbie!

Was hatte sie geheult, damals, als Mama ihr die erste Barbie verweigerte! Hatte Tag und Nacht gefleht und gebettelt und jeden Morgen darüber berichtet, was sie und ihre imaginären Freundinnen in der Nacht im „Barbiekunst“ alles erlebt hätten. Irgendwann war Mama weich geworden. Wenn das arme Kind schon keine Schwester hat, dann soll sie wenigstens Barbies haben. Stundenlang surfte die Mama im Internet, um exakt das Modell zu ergattern, das auf Luises Wunschzettel stand. Und bald bevölkerten Heerscharen von Barbies mit ihren Prinzen das Kinderzimmer. Luise war selig.

Doch die Liebe zu Barbie währte nicht lange. Bald schon lagen fast nur noch Köpfe herum und der Zoowärter durfte den Körper als Einschlafhilfe benützen. Ein paar Wochen später waren die Prinzen dran. Beine wurden ausgerissen, Arme verdreht. Schliesslich blieb nur noch dass Sixpack übrig. Heute nun wurden Cinderella und Rapunzel kahl geschoren. Barbie als Skinhead? Was zuviel ist, ist zuviel. Jetzt kriegt die Plastikdame endgültig Hausverbot.

Tja Barbie, das war’s dann wohl. Wir sehen uns wieder, vielleicht in fünfundzwanzig Jahren, wenn Luises Töcherlein jammert und fleht, bis Mama weich wird. Wir werden dich nicht vermissen.

Barfuss

Es ist kein Verbrechen, barfuss zu gehen. Man sagt ja sogar, dass dies ausgesprochen gesund sei. Es ist auch kein Verbrechen, barfuss mit dem Zug von Bettingen nach Schönenwerd zu reisen. Oder vielleicht doch? Die Blicke, die einen verfolgen, wenn man auf nackten Sohlen unterwegs ist, schreien nur ein einziges Wort: Sozialfall! Zumal man ja noch fünf nicht mehr ganz saubere Kinder im Schlepptau hat. Aber wie hätten sie auch sauber sein können, wo wir ja nicht genügend Ersatzkleider dabeihatten. Bloss, weil das mit dem Gummiboot leicht übertrieben war, heisst das noch lange nicht, dass alles, was Mama mitnehmen will, zu Hause bleiben muss.

Aber zurück zu den nackten Füssen. Dass einen die Leute auf der Tramhaltestelle in Riehen schräg anschauen, ist ja klar. In Riehen schauen sie dich ja schon schräg an, wenn du kein Diamantcollier trägst. Oder wenn du anstelle eines süssen rassenreinen Schosshundes ein sabberndes, stinkendes Etwas, genannt Baby, bei dir hast. Aber in Basel haben die doch bestimmt schon schlimmere Gestalten gesehen als eine barfüssige Mama an einem sehr heissen Tag. Und der Lokführer des TGV ist in Paris sicher schon einigen Clochards begegnet, so dass er mich nicht so ungeniert hätte anstarren müssen.

Wie ich überhaupt auf die Idee gekommen bin, bei dieser Hitze ohne Schuhe über den glühenden Asphalt zu hüpfen?  Nun, gründlich wie „Meiner“ ist beim Packen, hat er meine Schuhe vor der Abreise säuberlich im Koffer verstaut. Und weil nette Menschen uns die Heimreise erleichtern wollten, fuhren die Schuhe mit allem anderen Gepäck auf der Autobahn nach Hause, während wir im ÖV Cornets assen.

Das alles wäre natürlich zu verhindern gewesen, hätten meine Tussischuhe nicht zu Hause bleiben müssen.

Koffer packen

Was der Kleine alles mit sich schleppen muss, wenn er mal für ein paar Tage verreist. Schmusetücher, Ersatzkleider, Schlafsack, Brei, Schoppen und und und. Aber was will man? Er ist eben ein Prinz und da muss man schon darauf achten, dass er standesgemäss reist. So kommt es, dass der Kleinste doppelt soviel Gepäck dabei hat wie die anderen.

Aber auch ohne des Prinzchens Bagage kommt so einiges zusammen, wenn Vendittis über Auffahrt wegfahren. Ohne Mamas Liste könnte man da glatt den Überblick verlieren. Und weil „Meiner“ und ich uns nie darüber eingen können, wieviel zu viel ist, läuft  die Packerei nie ohne Zoff ab. So sitzen wir dann zwischen Bergen von Koffern, Kleidern, Decken, Zahnbürsten und Medikamenten und schnauzen uns gegenseitg an. Er findet, eine Kleidergarnitur pro Tag müsse reichen, während ich für jeden mindestens vier Garnituren pro Tag einpacken will.  Für den Fall, dass das Wetter umschlägt, jemand die Magen-Darm-Grippe bekommt oder wir auf St. Chrischona eingeschneit werden und länger bleiben müssen. Und vielleicht verspüre ich dort oben plötzlich Lust, die Tussi rauszulassen. Was mache ich dann ohne meine Tussischuhe? Oder das Prinzchen entwickelt ganz unvermittelt einen riesigen Appetit auf Nektarinen. Wo soll ich die dann holen, wenn alle Läden geschlossen sind? Und was, wenn die Kinder keinen Anschluss finden bei den anderen? Wie sollen sie dann klarkommen so ganz ohne Asterix-Hefte, Playmobil-Burgen und Plastilin? Man muss doch für jeden Fall vorsorgen, oder etwa nicht?

Leider liegt „Meiner“ meistens richtig. Aber sagen Sie ihm bitte nichts davon, sonst packt er alles wieder aus, was ich so sorgsam zusammengetragen habe. Und was machen wir dann so ganz ohne Gummiboot, wenn es plötzlich eine Überschwemmung gibt?

Damit melde ich mich, bestens auf die Reise vorbereitet, für ein paar Tage vom Schreiben ab. Wir werden ja dann sehen, wer recht hatte, „Meiner“ oder ich.

Sammelfieber

Als treuste Migros-Kundin des Landes wurde ich natürlich bereits am Sonntagabend per Mail über die neuen Sammelbildli informiert. Zweihundert Bildchen mit  Tieren aus dem Regenwald, viele Infos über Umweltschutz, ein Hardcover-Sammelalbum und ein Teil des Erlöses geht an den WWF. Kann Mama da noch widerstehen? Kann sie nicht, denn Sammeln bedeutet Perfektionismus, Kontrolle, den Überblick behalten. Und das kommt in Mamas Leben eindeutig zu kurz. Also muss gesammelt werden, und zwar gleich vom ersten Tag an.

Wie? Das Ganze soll nur eine Masche der Migros sein, um mir das Geld aus der Tasche zu ziehen? Aber ich deponiere doch auch ohne Bildchen monatlich einen grossen Teil des Einkommens bei der Migros und ausserdem meide ich Coop-Filialen wie der Teufel das Weihwasser. Da darf ich dich schon mal mit ein paar Bildchen belohnt werden.

Ach so, die Bildchen sind gar nicht für mich gedacht? Die sind für Kinder? Klar doch. Aber Karlsson will nur sammeln, wenn es Eisbären und Pinguine dabei hat, und die leben bekanntlich nicht im Regenwald. Der FeuerwehrRitterRömerPirat will sich lieber was zum Spielen kaufen und die beiden Jüngsten haben vom Sammelfieber noch keinen blassen Schimmer. Bleibt als letzte Hoffnung nur noch die tierliebende Lusie. Doch wo bleibt sie denn? Da rennt man für einmal bereits am Dienstag (und nicht am Donnerstag, wie es sich für eine Hardcore-Migroskundin gehört) in die nächste Migros, kommt aufgeregt mit den Bildchen und dem Sammelalbum nach Hause und dann muss man warten, bis Luise endlich den Heimweg findet. So langsam wird mir das Warten zu lange. Wenn sie nicht bald kommt, fange ich selber mit Kleben an.

Da ist sie ja endlich! Und sie beisst sofort an. Inzwischen ist auch Karlsson nach Hause gekommen. Kaum sieht er die Bildchen, ist seine Skepsis verschwunden und er beginnt zu kleben. Das sei viiiiieeeel schöner als Fussballbildchen, findet er.  Ja, sogar der FeuerwehrRitterRömerPirat ist plötzlich Feuer und Flammme. He, und was ist mit mir? Ich will auch kleben! Ach so, mir bleibt die dankbare Aufgabe, den Abfall zu entsorgen. Ihr könnt mich mal! Morgen besorge ich mir mein eigenes Sammelalbum. Bildchen werden wir ja ohnehin genug bekommen.

Junk Food

Fleischkäse ist gesund. Wie, Sie glauben mir nicht? Bis vor einigen Tagen sah ich das auch noch anders. Ich schaute  immer zuerst nach allen Seiten, bevor ich es wagte, Fleischkäse in den Einkaufswagen zu legen. Wenn ich sicher war, dass mich niemand beobachtet, schlug ich zu. Warum das? Nun ja, ich kenne das auch. Beim Warten an der Kasse schaue ich, was die Leute vor mir aufs Band legen und ohne es zu wollen, bilde ich mir ein Urteil über sie. Und die anderen machen das bei mir wohl auch. Seit einigen Tagen aber hat die Heimlichtuerei ein Ende. Jetzt stehe ich ganz ungeniert dazu, dass ich meinen Kindern Fleischkäse kaufe.

Woher dieser Gesinnungswandel? Nun, von Zeit zu Zeit gibt es an der Schule unserer Kinder ein „gesundes Znüni“. Letztes Mal gab’s Gemüsespiessli mit Fleischkäse. Fleischkäse ist also von der Schule offiziell für gesund erklärt. Wie soll ich jetzt noch behaupten können, er sei ungesund? Deshalb ist er ab sofort von der Junk-Food-Liste gestrichen.

Auch Gläschenbrei gehörte für mich lange zu den verbotenen Nahrungsmitteln. Nicht, weil er ungesund ist, doch eine Mutter, die etwas auf ihre Kochkünste gibt, verzichtet auf Fertigprodukte, auch für das Baby. Leider ist es aber so, dass ich bei jedem Kind etwas weniger Zeit zum Breikochen habe und deshalb habe ich mir angewöhnt, für ganz dringende Fälle ein paar Gläschen vorrätig zu haben. Damit abgefunden habe ich mich aber noch nicht ganz. Und so ertappte ich mich neulich dabei, wie ich die Gläschen so rasch als möglich verschwinden liess, als der Versicherungsvertreter vorbeikam. Der Mann ist knapp aus den Windeln und weiss vermutlich nicht einmal, dass Babys Brei essen und ich verstecke den Gläschenbrei!

Wird langsam Zeit, dass ich ein etwas entspannteres Verhältnis zu Fertigprodukten und Junk Food entwickle. Nicht ganz so entspannt jedoch wie jene Leute, die denken, sie hätten selber gekocht, wenn sie Stocki mit Fischstäbchen zubereitet haben.

Prinz Faultier

Keine Angst, es gibt nicht schon wieder eine Namensänderung. Dies ist auch kein Klagelied über die Faulheit unseres Jüngsten. Zwar räumt er noch immer nicht sein Geschirr weg, wenn er seinen Brei gefuttert hat und auch seine Socken lässt er in der ganzen Wohnung herumliegen, doch deswegen kann man ihn wohl noch nicht als faul bezeichnen.

In seinen Bewegungen aber gleicht er sich immer mehr einem Faultier an. Hält man ihm den Arm hin, wenn er auf dem Rücken liegt, packt er mit Händen und Füssen so stark zu, dass man sich kaum mehr befreien kann. Würde man den Versuch wagen, den Arm zu heben, er würde sich wohl einfach weiter festkrallen, wie ein Faultier eben. Vielleicht wird es langsam Zeit, dass wir irgendwo einen Ast einrichten, wo unser Prinz Faultier sich hängen lassen kann.

Schlechter Einfluss

So langsam müssen wir uns darüber Gedanken machen, ob wir nicht sämtliche Asterix-Bände auf den familieninternen Index setzen müssen. Der schlechte Einfluss ist einfach bedenklich. Zum Glück sind bis jetzt noch keine Römer durch die Luft geflogen, doch das ist bald das Einzige, was unsere Bande noch nicht ausprobiert hat.

So zelebrierten die drei Älteren am Samstagnachmittag, als die Eltern mal wieder im Garten am Graben waren, eine Heisswasserstunde wie sie im Buche steht. Dass dazu auch „ein Tropfen von Milch“ ins heisse Wasser gehörte, versteht sich von selbst. Zum Glück konnte man im Nachhinein nicht mehr genau eruieren, wie viele Tropfen von teurer Bio-Milch bei der Fete draufgegangen waren. Die riesige Lache auf dem Fussboden liess aber auf eine ziemliche Menge schliessen.

Oder nehmen wir die Fische. Jeder weiss, dass man Forellen nicht schuppt, wenn man sie blaukochen will. Aber Verleihnix schuppt seine Fische, Fische schuppen sieht cool aus, folglich müssen die Forellen auch geschuppt werden. Alle Einwände, Verleihnix verstehe nichts von Fischen, sind zwecklos. Noch Tage später kleben überall winzige Schüppchen, die sich kaum mehr wegkratzen lassen.

Und dann erst der Zaubertrank! Was da alles schon verschwendet wurde! Ekliges Gebräu aus Ketchup, Schwarztee, Orangenjus und Salz. Mist, jetzt habe ich das Rezept verraten. Aber hätten die Gallier dieses Zeug gesoffen, wären ihre Abenteuer schon nach der ersten Seite zu Ende gewesen.

Was aber an der ganzen Asterix-Euphorie am ungerechtesten ist, ist dass sie mich nicht mitmachen lassen.  Als ich am Muttertag frühmorgens an den gedeckten Frühstückstisch geschlurft kam und brummte „Schalut schuschammen! Gibtsch hier wasch schu Trinken?“, starrten mich alle entgeistert an. Die wollen mich also nur, weil ich so dekorativ bin und deshalb halte ich jetzt die Luft an, bis sie mich auch mitspielen lassen. Sonst fliegen die Abenteuer von Asterix dem Gallier aus dem Fenster.

Nichts für Skeptiker

Achtung! Diese Geschichte ist nichts fürs Menschen, die finden, man müsse alles immer wissenschaftlich belegen können. Deshalb bitte ich meine Leserinnen und Leser, Beda Stadler nichts zu verraten. Sonst müssen wir uns wieder seine Tiraden anhören.

Nein, es war keine alternative Heilmethode, die dazu geführt hat, dass die Krücken seit fast zwei Wochen nutzlos in der Ecke stehen und ich wieder die Treppe hochrenne, als sei nie etwas gewesen. Es war ein Gebet, und zwar nicht eines bei irgend einem Wunderdoktor, sondern eines mit drei Frauen, die genau wie ich, nicht sicher waren, ob etwas passieren würde. Aber es passierte etwas. Wir waren noch nicht fertig, da knackte es zwei oder dreimal und danach war das Knie wieder so gut wie neu. So schnell, wie der Unfall passiert war, so schnell war alles wieder gut.

Wenn nun die lieben Kinderlein noch so nett wären, mich nicht mit herumliegenden Flaschen zu Fall zu bringen, könnte ich wieder springen wie ein junges Reh.

Lass die Tussi raus!

Das war jetzt einfach wieder mal dran. Ein paar so richtig kitschige, geblümte Sommerschuhe mit einem Keilabsatz, der so hoch ist, dass einem fast schwindlig wird beim Gehen. Dazu erst noch überteuert und garantiert ungesund. So richtig unvernünftig eben.

Manchmal muss man beim Schuhkauf einfach zugreifen, wenn echter Kitsch zu haben ist. Auch wenn man schon beim Kauf weiss, dass man mit diesen Dingern hilflos in der Gegend herumstolpern wird und sich am Kinderwagen wird festhalten müssen, um nicht die Balance zu verlieren. Auch wenn „Meiner“ die Nase rümpft und findet, das sei jetzt doch etwas zu viel des Guten. Auch wenn man mit diesen Dingern an den Füssen garantiert nicht das Brombeerbet umgraben kann. Für solche Zwecke hat man ja noch Ballerinas.

Immerhin hat man ja jetzt neun Jahre lang bei jedem Schuhkauf Vernunft walten lassen, hat alles, was hochhackig und schreiend bunt war, links liegen gelassen und sich für die langweiligen Braunen entschieden. Aus Rücksicht auf den Rücken, das Kind im Bauch, den Zweijährigen, der einem garantiert entwischt, wenn man ihm hinterherstöckeln muss. Und in den letzten Wochen auch noch aus Rücksicht auf das Knie, doch wie sich dieses wieder erholt hat, erzähle ich ein andermal.

Nun, so sinnlos der Schuhkauf auch gewesen sein mag, zumindest sind die Dinger pädagogisch wertvoll. Denn ist es nicht längst erwiesen, dass ein Mädchen mindestens einmal in seiner Kindheit die Gelegenheit haben muss, in Mamas Tussischuhen durch die Wohnung zu staksen? Und als verantwortungsbewusste Mutter lasse ich natürlich nicht zu, dass Luise diesen immens wichtigen Entwicklungsschritt verpasst.

Wie bitte? Ob ich in einer Midlife-Crisis stecke? Aber nicht doch. Ich lasse nur wieder mal die Tussi raus.

Komm lieber Mai…

Wissen die nichts besseres mit ihrer freien Zeit anzufangen? Müssen die alle am ersten Mai im Garten malochen, in der Erde wühlen, Setzlinge einpflanzen und den Rasen mähen? So denkst du, wenn du zwischen 5 und 34 Jahre alt bist. Erst neulich wollte mein fünfzehnjähriger Neffe von mir wissen, was die Erwachsenen so toll daran finden, sich den halben Sommer im Garten abzurackern. Ich wusste keine Antwort, denn ich war ja erst 34.

Dann plötzlich dauert es nur noch ein halbes Jahr bis zu deinem 35. Geburtstag und ganz unvermittelt findest du dich am ersten Mai mit der Rebschere im Garten wieder. Du schneidest die Brombeerranken ab, beginnst, die uralten, knorrigen Wurzeln aus der Erde zu buddeln und freust dich darauf, etwas Neues einzupflanzen. Du denkst nach über die ewig gleiche Hässlichkeit der Regenwürmer, findest einen alten Flaschenverschluss, und fragst dich, wer ihn wohl vor vielen Jahren, als du von 35 noch weit entfernt warst, dort liegengelassen hat. Du überlegst dir, ob die Schweinegrippe wohl wirklich so schlimm ist, wie alle befürchten, ob es einen Weg gibt, unliebsame Gemeinderäte abzuwählen, ob du das geblümte Toilettenpapier kaufen sollst oder das Weisse, was wohl aus deinen Kindern werden wird und ob du wiedermal Götterspeise zubereiten sollst.

Und plötzlich weisst du, warum sie alle nicht anders können, die, die 35 und älter sind. Sie wollen nachdenken. Und nachdenken kann man am Besten, wenn man in der Erde buddelt, mit Verbissenheit das Ende der Wurzel sucht und dann mit aller Kraft daran zerrt, die Wurzel  im hohen Bogen auf den Haufen wirft und weiterbuddelt. Würden alle graben, die Welt sähe anders aus.

Ach ja, und wer mich jetzt vor seinem geistigen Auge vor sich sieht, wie ich mit weissen Ballerinas und geblümter Bluse in der Erde herumwühle, liegt genau richtig. Gummistiefel und Faserpelzjacke gibt’s erst, wenn man 40 ist.