Wunderbare faule Tage

Ausschlafen, bis man das Frühstück als Mittagessen durchgehen lassen kann.
So lange lesen, bis das Buch oder zumindest die spannende Passage zu Ende ist.
Sich in Zürich nicht durch die Massen stören lassen, sondern mit Karlsson in aller Ruhe die Geschenke aussuchen, die er sich nicht wünschen konnte, weil er noch gar nicht wusste, dass er grünen Kaviar und Schweizer Trüffel bekommen könnte.
Sich von Panettone, Orangen, Tonic Water und Gruyère ernähren, weil alles andere zu viel Arbeit macht.
Sich mit Mann, Kind und Katzen im Wohnzimmer fläzen und einen Familienfilm reinziehen.
Zwischendurch ein Kaffee oder einen Tee aus einer Tasse schlürfen, die noch niemand hat kaputt machen können, weil ich sie gerade erst bekommen habe.
Sich über unerwartete Geschenke freuen, zum Beispiel über edlen Tee und Maldon Salt, die wir im im Delikatessengeschäft geschenkt bekommen haben, bloss weil dort der Vater von Prinzchens bestem Freund arbeitet.
Immer wieder einen verträumten Blick auf den in diesem Jahr so wunderschön geratenen Weihnachtsbaum werfen.
Ab und zu einen Streit schlichten, aber damit muss man wohl leben.
Zeit haben für spontanen Besuch.
Kein Problem haben damit, wenn der Besuch dann doch nicht kommt. Dann fläzen wir eben weiter im Pyjama rum.

Seitdem unsere Kinder grösser sind, sind die Tage zwischen den Jahren wieder das, was sie früher mal waren: Wunderbare faule Tage.

20131228-001835.jpg

Die Prinzessin und der Manitoba-Weizen

Wir hatten erneut die Ehre, eine Küchenmaschine vermacht zu bekommen, eine Dame aus dem edlen Geschlecht der Kitchen Aid, von ihren ersten Besitzern getauft auf den Namen Princess Leia – von mir kann sie diesen Namen nicht haben, ich habe bis heute noch immer kein Star Wars gesehen. Unter anderem um diesem adligen Geschöpf in reinem Weiss ein standesgemässes Zuhause bieten zu können, eroberte ich mir meine Traumküche zurück. Die Prinzessin bekam dort einem Ehrenplatz auf der blitzblank polierten Arbeitsfläche. Ich glaube, sie fühlte sich auf Anhieb wohl dort und als ich meine Mehlvorräte aus der Mühle anschleppte, begann sie vor lauter Vorfreude zu glänzen. Sophie wurde aufs Altenteil geschickt, wo sie hin und wieder Weizen mahlen oder alle Schaltjahre Fleisch durch den Wolf drehen darf und Charlotte hat ihren Dienst in einer anderen Küche nicht weit von hier aufgenommen. Da mich nun die grosse Backwut packte, hatte die Prinzessin beste Aussichten auf ein glückliches Leben bei uns.

Dann aber geschah das Unglück: Herr Hadjiandreou, dessen Buch ich mir selbst zur Einweihung meiner Küche schenkte, erklärte mir, dass nicht das lange Kneten einen guten Teig macht, sondern die Ruhe zwischen zwei kurzen Knetvorgängen. Na ja, kneten ist vielleicht das falsche Wort, man müsste wohl eher von streicheln reden und das beherrsche ich eindeutig besser als die Prinzessin. So kam es, dass die Arme traurig dabei zusah, wie ich mich mit meinem Teig vergnügte und ihr kaum Beachtung schenkte. Gut, hin und wieder tätschelte ich sie liebevoll und versprach ihr, sie bald einmal ganz gross herauskommen zu lassen, doch die Prinzessin schniefte nur verdriesslich und schmiedete im Geheimen wohl Pläne, diesem trostlosen Ort zu entfliehen.

Doch dann, fast wie im richtigen Märchen, kam ein Retter daher, zwar nicht auf einem Schimmel, sondern in einem gelben Auto, das viele Pakete aus aller Welt geladen hatte. Manitoba-Weizen heisst der edle Herr und ich habe ihn eigens aus Deutschland herbeigerufen, weil mein Panettone beim ersten Versuch nicht richtig aufgehen wollte. Das Internet hat mir dann erklärt, dass der Teig eben nicht anders konnte, als eher flach zu bleiben, weil das Stärkegerüst nicht fest genug gewesen sei, darum müsse beim nächsten Mal der starke Kerl aus Manitoba her.

Zum Glück kam er gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten an, damit der Teig über drei Tage werden kann und weil die ersten Schritte langes Kneten von Hand erforderten, wusste ich zugleich, dass ich den Richtigen gefunden hatte, um die Prinzessin wieder glücklich zu machen. Wer noch nie einen Teig mit einem Anteil von Manitoba-Weizen geknetet hat und auch keine Lust hat, dies je zu tun, kann sich diese Arbeit etwa so vorstellen: Drei Rollen von diesem klebrigen Einmeterkaugummi so lange kauen, bis er weich ist und danach gründlich von Hand durchkneten, etwa zehn Minuten lang. Glaubt mir, ich war von Herzen dankbar, als mir das Rezept bei Schritt 17318 endlich gestattete, die Prinzessin ranzulassen. Die Gute stürzte sich mit Freuden auf die Arbeit und bewies diesem Manitoba-Kerl, wer hier das Sagen hat.

Noch ist der Panettone nicht ganz fertig, doch der Teig zeigt mir, dass sich hier zwei gefunden haben, die zueinander gehören. Und wenn mir nicht irgendwann der Nachschub an Weizen ausgeht oder die Prinzessin den Geist aufgibt, werden sie zusammen noch viele Jahre lang glücklich herzige kleine Panettone, Ciabatte und Baguettes erzeugen.

20131225-124828.jpg

Frohe Weihnachten

Der Baum ist geschmückt – einen ganzen Tag zu früh, weil das Prinzchen und sein bester Freund keine Minute länger mehr warten konnten.

Der Teig, in dem der Schinken gar werden soll, steht im Kühlschrank.

Die frischen Nudeln liegen zum Trocknen im Gitter, die Morcheln zum Einweichen in der Milch.

Die Einzelteile der Bûche de Noël müssen nur noch zusammengefügt werden.

Die meisten Geschenke sind verteilt, es sind nur noch diejenigen für die Kinder einzupacken, obschon ich mir nicht sicher bin, ob sich das lohnt. Wenn ich nicht irre, haben sie ohnehin alles schon „zufälligerweise“ gesehen. 

Ein bisschen putzen noch, ein wenig kochen, mehr steht nicht mehr auf dem Programm. 

Was bleibt da noch zu tun? Euch allen mit einem meiner liebsten Weihnachtslieder ein frohes Weihnachtsfest zu wünschen. 

dsc03556-small-e1261781469788

 

 

Tochtertag

Natürlich war es wunderschön, Luises Traum zu erfüllen.

Mal wieder mit einem staunenden, glücklichen Schulmädchen unterwegs zu sein, anstatt mit einem vorpubertären, schlecht gelaunten Ding, das im Alltag immer öfter unsere süsse, blauäugige Tochter kidnappt und sich an ihrer Stelle an unseren Tisch setzt.

Zu erleben, dass ich nicht ganz so ängstlich bin, wie es manchmal den Anschein macht, und sie nicht ganz so mutig, wie man denken könnte.

Zu sagen: „Okay, für dich mache ich das, auch wenn mir ein wenig mulmig ist dabei.“ Und zu hören: „Wenn du mitkommst, dann traue ich mich, aber ohne dich mache ich es nicht.“

Zu merken, dass wir beide die gleichen Leute lächerlich finden. Zum Beispiel die Teenie-Tussi, die aller Welt ihre Schlittschuhkünste vorführt, die beste Freundin, die ziemlich wackelig auf den Kufen steht, mit gelungenen Pirouetten in den Schatten stellt und dann mit voller Wucht auf dem Hosenboden landet. Oder die Oma, die in Samichlaus-Mantel und Samichlaus-Mütze gekleidet mit ihrer Sippe zu Mittag isst und nicht ein einziges Mal ihr Gesicht zu einem Lächeln verzieht. 

Im Looping-Restaurant noch ein zweites Dessert zu bestellen, bloss weil es so viel Spass macht, dabei zuzusehen, wie das Essen an den Tisch gesaust kommt. 

Gemeinsam über die Macken von „Meinem“ zu witzeln und dann doch wieder zu überlegen, ob es ihm auf dem Riesenrad wohl gefallen würde, oder ob er im Café besser aufgehoben wäre. 

Nach dem ganzen Lichterzauber in der Dunkelheit nach Hause zu fahren, den halben Weg darüber zu reden, warum eine Ehe, die in Las Vegas geschlossen wurde, selten ein ganzes Leben lang hält und irgendwann ein sehr zufriedenes aber sehr müdes Kind neben sich sitzen zu haben, dem es nur mit Mühe gelingt, die Augen bis zum Schluss offen zu halten, damit es zu Hause noch dem Papa erzählen kann, wie unglaublich schön es war, diesen Traum erfüllt zu bekommen. 

img_51841

 

 

Glücksgefühle mit einer Note von Citrus und Kardamom

Vierundzwanzig Jahre lang habe ich experimentiert, habe ihn mal mit Rosinen gebacken, mal nur mit kandierten Früchten, fast immer hatte es auch Mandelstifte im Teig, ein paar Mal versuchte ich es mit Quarkteig, wenn ich welchen zur Hand hatte, durften sich die Früchte zuerst mit Rum vollsaugen, aber meistens verzichtete ich darauf, einzig die dicke Rolle Marzipan in der Mitte gehörte stets dazu, egal, von welchem Rezept ich mich inspirieren liess.

Keine Ahnung, wie viele Weihnachtsstollen ich seit meinem fünfzehnten Lebensjahr schon gebacken habe, aber es waren ziemlich viele. Zufrieden war ich nie mit dem Resultat. Auch nicht vollkommen unzufrieden, das nicht, aber er war eben nie  genau so, wie er meiner Meinung nach sein sollte: Krümelig aber nicht trocken, kompakt aber nicht schwer, butterzart aber nicht triefend vor lauter Fett. Mal roch er zu stark nach Hefe, mal war er staubtrocken, dann wieder wollte der Teig nicht richtig aufgehen. Mein Stollen war nie so schlecht, dass man ihn nicht gern gegessen hätte, aber er war auch nie so gut, wie er sein sollte. 

Jetzt endlich, nach all diesen Jahren, bin ich zum ersten Mal richtig zufrieden. Ach, was untertreibe ich da? Ich schwelge geradezu. Schon als mir dieser himmlische Duft von Kardamom und Citrus in die Nase stieg, ahnte ich es und als ich mir den ersten Bissen auf der Zunge zergehen liess wusste ich es mit Sicherheit: Ich habe mein Ziel erreicht, mein Weihnachtsstollen ist endlich so, wie ich ihn mir stets erträumt habe. So zart, so aromatisch, so krümelig – so weihnächtlich.

Zu verdanken habe ich dies nicht etwa meinem Talent, sondern Emanuel Hadjiandreou, der in seinem Buch Dinge lehrt, die ich so weder zu Hause noch in der Kochschule noch in irgend einem anderen Backbuch gelernt habe. Das Resultat überzeugt, nicht nur beim Stollen, sondern auch beim Sauerteig-Vollkornbrot oder bei den Croissants. Ziemlich sicher trägt auch das Mehl aus der Mühle das Seine zum Gelingen bei. Endlich ist Selbstgebackenes so, wie es sein sollte: Besser als das Gekaufte, damit sich der Aufwand auch wirklich lohnt. Wenn die Küche wieder sauber ist und das Gebäck seinen Duft verströmt, bin ich jedes Mal Neue erstaunt, wie glücklich mich solche Dinge machen. 

Foto-3

 

Ihr Traum, der mal meiner war

Was sie denn nun machen wolle, fragten wir sie. Die Zeit dränge allmählich, ihr elfter Geburtstag stehe schon bald vor der Tür und darum solle sie sich endlich entscheiden, was sie denn Besonderes unternehmen wolle. Einen Tag mit Papa und einen mit Mama bekommen die Knöpfe geschenkt, wenn sie zehn werden und natürlich muss es etwas Grosses sein, denn die Gelegenheit kommt so bald nicht wieder. Luise überlegte lange. Monatelang. Dann wusste sie endlich, wohin sie wollte: In den Europa Park und zwar mit Mama. Erst wollte sie ja mit Papa gehen, weil der im Alltag mehr Witz versprüht, doch dann erlebte sie, wie er blass und blasser wurde, als wir ihn Kopenhagen zu einer Fahrt auf einer mittelmässigen Berg- und Talbahn überredeten. Und sie erlebte, wie Mama auf der gleichen Bahn vergnügt kreischte und dann war klar, wer mit ihr nach Rust fährt.

Ich will mich ja nicht beklagen. Immerhin war es vor dreissig Jahren mein grösster Traum, in den Europa Park zu fahren, doch daran war bei uns nicht zu denken. Nicht mal fragen musste ich, so etwas war einfach klar bei uns. Jetzt geht dieser Traum doch noch in Erfüllung, einfach mit etwas Verspätung. Gut, einmal war ich schon dort, als „Meiner“ und ich im achten Monat schwanger mit Karlsson eine Gruppe Teenager hin- und zurück karrten. Aber hochschwanger lassen die dich ja keinen Spass haben dort, also trieb ich mich den ganzen Tag lang auf diesen Kleinkinder-Attraktionen herum. Diesmal sollte dem Vergnügen nichts mehr im Wege stehen.

Nichts, ausser mein Alter, das mir keine allzu heftigen Berg- und Talfahrten mehr verzeiht. Und meine inzwischen etwas andere Sicht der Welt. Heute beeindruckt mich eher das Natürliche, die künstliche Welt eines Freizeitparks hat für mich ihren Reiz schon längst verloren.  Nein, von einem Tag im Europa Park träume ich schon längst nicht mehr, aber ich habe nicht vergessen, wie es war, aussichtslosen Träumen nachzuhängen. Luises Traum aber soll in Erfüllung gehen und ich werde mit grossem Vergnügen alles mitmachen, was ihr Freude bereitet. 

img_8208-small

Ein Happen für zwischendurch

Luise hat mal wieder eine Einladung zu einer Geburtstagsparty bekommen. Also, genauer gesagt ist es eine Einladung zu einer Geburtstag’s Party, zu der Luise, wenn sie „lust“ hat, verkleidet kommen darf. Die Einladung schliesst mit der höflichen Bitte „wenn nicht kommen kannst sag mir bescheid“. Nachdenklich studiere ich die Einladungskarte. Nicht ein einziges Komma hat sich in den kurzen Text verirrt, obschon es an einigen Stellen herzlich willkommen wäre, auch die Grossschreibung kommt viel zu kurz. Nur der Apostroph ist da, obschon er hier wirklich nichts zu suchen hätte. Dieser miese Gatecrasher hat es mal wieder geschafft, dabei zu sein obschon er nicht dazu gehört.

Woher kennen Kinder, die weder mit Kommata noch Gross- und Kleinschreibung vertraut sind, diesen Kerl überhaupt?

img_0388

Weihnachtsüberraschung

Versteht mich bitte in den folgenden Zeilen nicht falsch. Ich zähle mich nicht zu den Christen, die jedes Mal wutschnaubend im Kindergarten antraben, wenn von Hexen oder Feen die Rede ist. Ich beschwöre auch nicht gleich die Apokalypse herauf, wenn die Kinder ein „Zaubersprüchlein“ lernen. Schon gar nicht erwarte ich, dass der Kindergarten- und Schulunterricht konfessionell ausgerichtet sind. Wünschte ich dies, dann hätte ich unsere Kinder schon längst an einer christlichen Schule angemeldet, was mir persönlich aber zu einseitig wäre. Womit ich natürlich wiederum niemanden kritisieren möchte, der für seine eigenen Kinder anders entscheidet… Ich sehe schon, ich bewege mich auf dünnem Eis, obschon ich gar nichts Provokatives schreiben will. Vielleicht sollte ich einfach mit meiner Erklärung aufhören und erzählen, was mich heute so überrascht hat.

Da kommt das Prinzchen vom Kindergarten nach Hause – seit einigen Tagen schafft er das jetzt alleine – und präsentiert mir seine Weihnachtsbasteleien. Ein kleines Geschenkpaket, das „Meiner“ und ich natürlich erst am Heiligen Abend auspacken dürfen, einen Schutzengel mit Kerze im Heiligenschein und ein längliches Etwas, das in einer Art Schüssel liegt, die mit blauer Wolle ausgepolstert ist. Was das sei, fragte ich. „Das ist Jesus in seinem Bett“, erklärte das Prinzchen. „Jesus in seinem Bett?“, fragte ich ungläubig, aber nicht etwa, weil das Prinzchen so schlecht gebastelt hätte, dass man das längliche Etwas nicht mit ein wenig Fantasie als Baby hätte erkennen können. „Ja, das ist wirklich Jesus in seinem Bett und daneben ist ein Schutzengel“, beharrte unser Jüngster.

Ich war vollkommen baff. Zum ersten Mal in den acht Jahren, in denen wir nun kindergarten- und schulpflichtige Kinder haben, brachte eines unserer Kinder ein Kind in der Krippe nach Hause. Schutzengel haben wir schon haufenweise, Samichläuse und Sterne ebenfalls, ein paar Rentiere befinden sich auch in unserer Sammlung und wenn ich mich nicht irre, gab’s auch schon irgendwelche Wichtel. Alles mit viel Liebe gebastelt und es käme mir nicht im Traum in den Sinn, die Sujetwahl der Lehrerinnen zu kritisieren, obschon mir das rotnasige Rentier offen gestanden ziemlich auf die Nerven fällt mit seinem ewigen Geblinke. Dass heute, nach all den Jahren zum ersten Mal ein Jesuskind dabei war, stimmt mich aber doch irgendwie nachdenklich. Zu Weihnachten überhaupt nicht über die Weihnachtsgeschichte zu reden ist doch irgendwie ähnlich extrem, wie sie jedem ungefragt um die Ohren zu hauen. 

20131217-151813.jpg

Wie schwierig kann es denn sein…

…Gabeln, Messer, Esslöffel und Kaffeelöffel in der Besteckschublade ins richtige Fach einzuordnen? Nein, kein ausgeklügeltes System, das nur Eingeweihte verstehen können. Einfach nur Gabeln zu Gabeln, Messer zu Messer und so weiter. Und nicht etwa Messer zu Kaffeelöffel, Gabel zu Rüstmesser und quer obendrauf noch ein Esslöffel oder so.

…die Zähne zu putzen, ohne eine halbe Tube Zahnpaste im Lavabo zu verschmieren? Ich will ja nicht pingelig sein, aber mit Zahnpaste bringt man das Lavabo einfach nicht sauber, egal, wie viel man davon verschmiert. 

…die Wäsche in den Wäschekorb zu schmeissen und nicht 22,5 Millimeter daneben? 

…den Deckel zurück auf die Flasche zu schrauben, nachdem man sich eingeschenkt hat? Ja, ich weiss, gewisse Kinder können prima basteln mit Flaschendeckeln, man kann auch ganz tolle Glotzaugen machen damit, aber kann man damit nicht warten, bis alles aus der Flasche raus ist, nicht bloss die Kohlensäure?

…schmutziges Geschirr in den Geschirrspüler zu räumen und sauberes in den Schrank und nicht umgekehrt? Ich würde ja behaupten, der Unterschied zwischen Küchenschrank und Geschirrspüler sei so deutlich zu erkennen, dass selbst der verschlafenste Venditti das richtig hinkriegen sollte. Und auch der Unterschied zwischen schmutzig und sauber wäre kaum zu übersehen, würde man genau hinschauen.

…einen leeren Joghurtbecher die drei Meter vom Esstisch zum Abfalleimer zu tragen? Ja, ich weiss, so ein Becher kann ganz schön klebrig sein, wenn man nicht sauber gegessen hat, aber in jedem anständigen Schweizer Haushalt hat es über dem Abfalleimer einen Wasserhahn. Auch in unserem Haushalt, obschon der von Anstand keine allzu grosse Ahnung hat. 

…leere Milchkartons in den Abfalleimer zu schmeissen und nicht zurück in den Kühlschrank zu stellen?

…zu sagen „Ja, Mama, du hast Recht, das ist wirklich eine Sauerei. Ich bringe das sofort in Ordnung“? 

…es beim nächsten Mal besser zu machen, wo man doch gesehen hat, wie hoch man die Mama wieder auf die Palme getrieben hat mit diesem Mist?

dsc09168-small

Die Sache mit den Stöckchen…

Soll ich nett sein, oder doch lieber ehrlich? Seitdem man mir diesen Best Blog Award zugeworfen hat, weiss ich wirklich nicht mehr, was ich tun soll. Eigentlich kann ich Stöckchen nicht ausstehen, aber die zwei Blogger, die sie mir zugeworfen haben, sind mir ganz sympathisch  und es ist ja auch ein Kompliment, dass die zwei an mich gedacht haben, also möchte ich sie nicht vor den Kopf stossen. Damit möchte ich aber keineswegs sagen, dass alle anderen, deren Stöckchen ich nicht aufgegriffen habe, mir nicht sympathisch wären. Manchmal fehlt mir einfach die Zeit dazu, aber ich fühle mich natürlich trotzdem geehrt… Ach, es ist kompliziert….

Nach langem Hin und Her habe ich mich zu einem Zwischending durchgerungen: Ich werde die Fragen, die man mir gestellt hat, beantworten, ich werde auch meine eigenen 11 Fragen formulieren, beantworten darf sie aber jeder, der dazu Lust hat.

Hier also zuerst meine Antworten an den Papa der kleinen Chefs:

1. Fährst du Ski oder Snowboard?
Beides nicht. Als ich Skifahren lernte, war ich schon alt genug, um Angst zu haben und darum habe ich es bald wieder aufgegeben.

2. Bist du eher ein Sommertyp oder ein Wintertyp und warum?
Ich bin ein Ganzjahrestyp mit dem ausgeprägten Wunsch, den Winter zu verschlafen. Im Sommer bevorzuge ich nordeuropäisches Klima.

3. Welches ist dein absolutes Lieblingslied? Also nicht mal so ein aktuelles, welches gerade mal jetzt dein Lieblingslied ist, sondern das, was dir schon immer am Herzen lag und noch lange dein Lieblingslied sein wird.
„For unto us a Child is born“ aus Händels Messias berührt mich immer wieder aufs Neue.

4. Liest du Bücher oder E-Books? Und natürlich warum?
Eigentlich bevorzuge ich Bücher, aber für die leichte Lektüre zwischendurch reicht mir ein E-Book.

5. Bloggst du nur, oder twitterst du auch?
Ich mache zu viele Worte für Twitter.

6. Welches ist dein Traumurlaubsziel, welches du unbedingt einmal besuchen möchtest?
Stockholm

7. Wenn du auswandern müsstest, wohin wäre das und warum?
Schweden, weil ich mich dort auf Anhieb zu Hause gefühlt habe, vielleicht auch Grossbritannien. Zur Not könnte ich es auch in Malta aushalten.

8. Bist du noch mit vollem Elan beim Bloggen dabei, oder musst du dich dazu motivieren?
Natürlich gibt es Tage, an denen mir nicht danach ist, gewöhnlich kommen mir die Texte aber einfach zugeflogen. Ein Leben ohne Blog kann ich mir nicht mehr so richtig vorstellen.

9. Schaust du auf deine Blogstatistik und ärgerst dich darüber, wenn du wenig Besucher hast, oder sind dir Statistiken egal?
Aber klar schaue ich mir die Statistiken an. Ich ärgere mich allerdings nicht, wenn ich wenige Besucher habe, freue mich aber wie ein kleines Kund, wenn ich mal ausserordentlich viele habe.

10. Welche sozialen Netzwerke nutzt du und welche davon unter deinem echten Namen und welche unter einem Pseudonym?
WordPress, Facebook, Freundschaften im echten Leben und alles unter meinem echten Namen.

11. Bist du schon auf der Karte von Tweeterhausen und klein Bloggerdsorf vertreten und wenn nein, warum nicht?
Nein, weil mein Wohnort beim Bloggen keine Rolle spielt.

So, nun noch zu den Fragen von Mutti:

1. iPhone oder Android?
iPad

2. Buch oder E-Book?
Siehe oben, Antwort 4

3. Big Bang Theory oder Sex and the City?
Downton Abbey

4. Wie isst du deine Manner-Schnitten?
Schicht für Schicht, wenn ich mal welche in die Finger bekomme.

5. In zehn Jahren…
…bin ich so alt, wie meine Kinder mich jetzt schon finden.

6. Zuletzt gelesenes Buch…
Bin noch immer an A. J. Jacobs „The Year of Living Biblically – One Man’s Humble Quest to Follow the Bible as Literally as Possible“ Sehr viel amüsanter, als der Titel erahnen liesse…

7. Zuletzt gegoogelt?
Keine Ahnung. Weihnachtslieder, vielleicht?

8. Mit dem/der würde ich gerne essen gehen…
Mit „Meinem“. Ist schon zu lange her, seitdem wir zu zweit weg waren.

9. Wenn du ein Buntstift wärest, welche Farbe…
Pink? Hellgrün? Oder vielleicht so ein Ding mit vierfarbiger Mine?

10. Dahin geht’s im nächsten Urlaub…
Hoffentlich nach Schweden

11. Wo ich gerne mal geküsst werden möchte…
Das Wo spielt für mich keine Rolle, Hauptsache, die Privatsphäre bleibt gewahrt.

Und hier meine 11 Fragen, die jeder beantworten darf, der sie gerne beantworten möchte. Natürlich darf man sich auch nur einzelne herausgreifen, oder alle ignorieren.

1. Denkst du, dass es einen Unterschied macht, wenn man in skandinavischen Spielzeugkatalogen die typischen Geschlechterklischees umgeht, oder werden Mädchen weiterhin zu Barbie greifen und Jungen zur Pistole?

2. Was sagst du, wenn dein Kind mit seinem Taschengeld eine Sache kaufen will, gegen die du jahrelang gepredigt hast?

3. Tragen deiner Meinung nach die Grabenkämpfe zwischen Vollzeithausfrauen und berufstätigen Müttern dazu bei, dass sich in der Familienpolitik so wenig bewegt?

4. Bekommen deine Kinder ungeschälte Erdnüsse und wenn ja, wer kümmert sich um die Entsorgung der Schalen?

5. Finden dich deine Kinder schon peinlich, oder bewundern sie dich noch?

6. Ist Christbaumschmuck, der in Indien hergestellt wurde, weniger verwerflich als solcher, der aus China stammt?

7. Was würdest du mit einem Kater anstellen, der hin und wieder unter dein Bett kackt, ansonsten aber äusserst lieb ist?

8. Kennst du Namen und Geburtsdatum deiner Kinder auswendig, oder brauchst du dein Tattoo als Gedankenstütze?

9. Ertappst du dich manchmal dabei, wie du dich über lärmende Kinder aufregst, wenn du alleine unterwegs bist?

10. Welches ist der schlimmste Ort, an dem du schon eine zerquetschte, halb verfaulte Banane gefunden hast?

11. Was antwortest du einem Menschen, der dir ins Gesicht sagt, deine Kinder seien „ökologischer Unsinn“?

20131215-223709.jpg