Eigentlich hat man sich die Ferien schon etwas anders vorgestellt. Und diesmal lag es nicht daran, dass man sich die Feriendestination unsorgfältig ausgesucht hätte. Oder dass der Hotelprospekt zuviel versprochen und zu wenig gehalten hätte. Oder dass gegenüber des Hotels gebaut worden wäre. Nein, es war wirklich alles perfekt. Es war ein geplatzter Blinddarm, der den Traum von den unbeschwerten Ferien zum Platzen brachte.
Archiv des Autors: Tamar
Wie war das nochmals mit den Genen?
Woher hat er das bloss? Der Papa drückt sich seit frühester Kindheit erfolgreich ums Fussballspielen und dies trotz italiensicher Wurzeln. Die Mama begreift noch immer nicht, was es mit der Offsideregel auf sich hat. Und der Sohn bricht in Tränen aus, wenn Deutschland das EM-Finalspiel verliert.
Der ganz normale Wahnsinn
In der Höhle des Drachens
Tage, an denen man sich schon am frühen Morgen zum ersten Mal in einen Drachen verwandelt, sind nicht die besten. Aber hat man denn eine Wahl, wenn die kinderlose Arbeitskollegin des Mannes um zehn nach sieben anruft um zu fragen, ob er über Mittag auch ins Schwimmbad komme? Bleibt einem da als Ehefrau und Mutter etwas anderes, als die liebe Frau zu bitten, nicht mehr so früh anzurufen, weil die Kleinen noch schlafen? Nachdem man aufgehängt hat, fühlt man sich natürlich ganz mies, denn die gute Frau weiss ja gar nicht, was sie falsch gemacht hat. Sie hat doch nur eine harmlose Frage gestellt. Meint sie. In Wirklichkeit hat sie bereits morgens um sieben drei gravierende Fehler begangen, die den Tag der Mutter in gefährliche Bahnen lenken können. Um das bessere Verständnis zwischen Kinderlosen und Kinderreichen zu fördern, sei hier kurz darauf hingewiesen, was an diesem Anruf in den Augen der Mutter so schlimm war.
Vereinsanlass
Eigentlich hätte man erwarten können, dass alles perfekt organisiert wäre. Man hat ja immerhin zwei Abende für die Vorbereitung geopfert und ausserdem haben die alten Hasen mehrere Male versichert, dass man das schon zig Mal gemacht hat und dass man alles im Griff habe. Was die Neulinge nicht begriffen haben ist, dass die Damen die Sache tatsächlich schon zig Mal durchgezogen haben und dabei Jahr für Jahr die gleichen Fehler gemacht haben.
Sonnenstich
Das von den Kindern ersehnte Jugendfest ist endlich da. Und für einmal sind die Eltern perfekt vorbereitet. Die Jungs haben neue T-Shirts, die weissen Kleider der Tochter liegen frisch gewaschen bereit, keiner der unzähligen Zettel, die den Tagesablauf im Detail vorgeben, ist verloren gegangen und die Blumen für die Krone des Zweitjüngsten sind gepflückt. Ausserdem hat die Tochter genau festgelegt, wer wann abgeholt werden muss, so dass keiner lange warten muss. Ist also alles perfekt.
Entsorgt
Der Säufer ist weg. Nun ja, so ein Haushaltgerät mit Alkoholproblem ist wirklich kein Vorbild für kleine Kinder. Kaum hatte er seinen Rausch ausgeschlafen, ging’s in den nächstgelegenen MMM. Dort gab der Kerl allerdings noch seine letzte peinliche Vorstellung. Tropfte einfach noch eine Lache von abgestandenem Wein auf den Boden, bevor ihn der Verkäufer in den Container hieven konnte. Also wirklich, hat der sich denn gar nicht mehr im Griff? Zum Glück sind wir ihn los!
Von Adlern und besoffenen Staubsaugern
Diktat
Es kommt zwar nicht oft vor. Doch da man sich in einer Familie gegenseitig hilft, liegt zuweilen ein Stapel von Diktaten auf dem Tisch, die korrigiert werden sollten. Gestern war es mal wieder soweit. Der Anfang war ziemlich knifflig. Zuerst einmal galt es, die teils grässlichen Klauen zu entziffern. Zu unseren Zeiten achteten die Lehrer doch noch auf Schönschrift, oder nicht? Aber das sagt man besser nicht zu laut, sitzt doch der betroffene Lehrer gleich daneben und korrigiert Matheprüfungen. Und ausserdem sollte man nacher noch im gleichen Bett schlafen.
Cäsar, Obelix & Co.
Langsam wird es etwas zuviel mit diesem Cäsar. Anfangs ging es ja in erster Linie noch um Fakten. Wer war er denn? Wie und wo lebte er? War er ein "Guter" oder ein "Böser"? Warum wurde er ermordet? Und so weiter. Irgendwann dann zog er bei uns ein und seither will der Zweitjüngste mit "Tschüss Cäsar" verabschiedet werden, wenn er zu Bett gehen sollte. Ruft man den Jungen zum Essen, muss er sich "zuerst noch um Cäsar kümmern", müsste er gehorchen, kann er nicht, weil Cäsar "keine Lust hat". Als Mutter müsste man da eigentlich Verständnis haben, hat man doch selber jeweils nach dem Dreikönigstag Napoleon gespielt und den zahlreichen Geschwistern eroberte Ländereien zugesprochen. Doch das war eine Phase während der Pubertät. Was aber wird aus einem Kind, das sich bereits als Vierjähriger für Cäsar hält?