Grosse Worte, II

Dass kleine Kinder gerne mit grossen Worten um sich werfen, weiss ich aus eigener Erfahrung. Ich war noch nicht im Kindergarten, als eines Tages ein älterer Herr im weissen Mercedes vor unserem Haus anhielt, um mich zu fragen, wo es denn nach Lenzburg gehe. Ich, die ich sonst eher schüchtern war, erkannte am Stern auf dem Auto einen Klassenfeind und meinte frech: „Das sag‘ ich dir nicht, du Kapitalist!“. Worauf der ältere Herr ziemlich verdutzt von dannen fuhr und vielleicht heute noch den Weg nach Lenzburg sucht.

Wie die Mutter, so die Kinder, könnte man denken, wenn man in diesen Tagen unseren Kindern zuhört. Da warteten wir zum Beispiel gestern etwas länger als gewöhnlich auf den Bus, den Kindern wurde langweilig und sie begannen, rund ums Wartehäuschen zu rennen. Irgendwann erweiterte der Zoowärter seinen Radius und rannte eine Treppe hoch, die zu einem Haus gehört, von dem in den vergangenen Wochen ruchbar geworden ist, dass hinter der harmlos wirkenden rosaroten Fassade nicht ganz so harmlose Dinge getrieben werden. Luise, die im Moment alles mitkriegt, was sie nicht mitkriegen sollte, zerrte ihren kleinen Bruder entsetzt von der Treppe und schrie: „Komm sofort weg von hier, Zoowärter! Das ist ein Puff! Da hast du nichts zu suchen.“

Während dem Zoowärter nach dieser Episode die Worte fehlten, weiss er ganz genau, welches Wort passt, wenn „Meiner“ und ich uns mal wieder darüber zanken, wie viel Geld man ausgeben darf, wenn alle vier Monate mal der Vertreter für Bouillon, Eistee, Gewürze und dergleichen  kommt. „Meiner“ findet, man dürfe gar nichts ausgeben, ich hingegen bin der Meinung, dass ein kleines bisschen doch nicht schaden kann, zumal wir den Vertreter schon seit einer halben Ewigkeit kennen. Wobei sich das „kleine bisschen“ meist zu einem ordentlichen Sümmchen anhäuft. Weil wir eben den Vertreter seit einer halben Ewigkeit kennen und man doch nicht so sein kann, wo doch das Los der Vertreter so unglaublich hart ist. Wir erklären gerade unserem Au-Pair, dass diese Vertreterbesuche bei uns einer der wenigen Streitpunkte unserer Ehe seien – was das Au-Pair mit einem mir vollkommen unverständlichen Grinsen auf den Stockzähnen quittiert – als der Zoowärter trocken hinter dem Trip Trap hervor bemerkt: „Ehekrise!“

Nun frage ich mich natürlich, woher um alles in der Welt der kleine, noch nicht vierjährige Zoowärter dieses unverschämte Wort kennt….

Wie macht man das überhaupt?

Das ist mal wieder typisch für mich: Man bietet mir die Möglichkeit, eine Lesung abzuhalten, ich sage voller Freude zu, mache Werbung, verteile Flyers und plötzlich fällt mir glühend heiss ein, dass ich doch gar nicht weiss, was man an so einer Lesung macht. Klar, ich habe schon einige Lesungen besucht, damals, als ich noch jedes Wochenende für die Lokalzeitung unterwegs war. Aber das waren keine Kinderbuch-Lesungen, sondern Veranstaltungen, bei denen Autoren mit mehr oder minder bekannten Namen aus ihren Werken mit beeindruckenden Titeln tiefgründige Bandwurmsätze vorlasen, die keiner verstand. Meistens sassen die Autoren auf der Bühne eines schummrig beleuchteten Kleinkunst-Lokasl an einem wackeligen Tischchen, nippten zwischen  den Bandwurmsätzen gedankenverloren an ihrem Wasserglas und schauten hin und wieder über die randlose Brille forschend ins Publikum, um zu sehen, ob auch alle genügend beeindruckt waren. Das Ganze war äusserst Ehrfurcht gebietend und sehr sehr intellektuell. So intellektuell, dass ich danach kaum wagte, meinen Artikel zu schreiben, aus Angst, meine Sätze würden ob ihrer Einfachheit vom Autor nicht verstanden. Und wer, mit Ausnahme des Autors, liest denn schon Berichte über eine Lesung?

Dies also sind meine Erfahrungen mit Lesungen und somit weiss ich über meine Lesung nur, wie sie nicht sein wird.  Denn im Publikum werden wohl vorwiegend Kinder sitzen und die lassen sich gewöhnlich weder durch Bandwurmsätze noch durch gedankenverlorenes Nippen am Wasserglas beeindrucken. Kinder, das weiss ich nach Jahren des Vorlesens, lassen sich einzig und allein durch packendes Erzählen beeindrucken. Durch das Verstellen der Stimme, Augenrollen und hin und wieder eine witzige Randbemerkung. Also eine Vorlesestunde, wie wir sie fast jeden Abend mit unseren eigenen Kindern abhalten, vielleicht versüsst mit einer kleinen Leckerei. Klingt eigentlich ganz gemütlich und sollte auch nicht allzu schwierig werden, wo Geschichten erzählen doch meine absolute Lieblings-Mutterbeschäftigung ist.

Bloss eines ist mir nicht klar: Geht das dann als richtige Lesung durch, wenn ich mich aufführe wie auf dem heimischen Sofa? Oder muss ich mir vielleicht doch noch eine randlose Brille und ein wackeliges Tischchen besorgen?

Ein zwiespältiges Verhältnis

… habe ich zu Handwerkern. Einerseits bewundere ich sie ja sehr, wie sie es zum Beispiel schaffen, ohne gross suchen zu müssen, nach dem richtigen Schraubenzieher zu greifen. Und dann bringen die es ja tatsächlich zustande, innert Sekunden ganz ohne Fluchen, Schweissausbrüche und Wutanfälle Schrauben einzudrehen, Nägel einzuhämmern und Bretter zu zersägen. Mir scheint, die wissen tatsächlich, was sie tun, auch wenn es für mich überhaupt keinen Sinn ergibt.

Und das ist genau eines meiner Probleme: Sie wissen, was sie tun, aber weil sie mich nicht in ihre Geheimnisse einweihen wollen, fühle ich mich immer irgendwie fehl am Platz, wenn Handwerker im Haus sind. Mal sollte ich zur Stelle sein, um Auskünfte auf Fragen zu geben, die ich nicht verstehe, dann wieder hätte ich etwas aus dem Weg räumen sollen, was mir nie und nimmer in den Sinn gekommen wäre, für den Handwerker aber sonnenklar ist. Nun ist es ja so, dass man in den meisten Berufen lernt, sein Missfallen dem Kunden gegenüber zu verbergen. Bei den Handwerkern hingegen lernt man ganz am Anfang der Ausbildung, noch bevor es um die Wahl des richtigen Schraubenziehers geht, wie man dem Kunden zeigen kann, dass er von Tuten und Blasen keine Ahnung hat und dass er einem damit ganz gewaltig auf die Nerven fällt. Das führt dann zu Szenen, wie ich sie heute im Morgengrauen erlebt habe:

Es ist sieben Uhr früh, „Meiner“ und ich versuchen erfolglos, den Schlaf niederzuringen um endlich aus dem Bett zu kommen, aber der Kerl will sich nicht ergeben. Es klingelt an der Haustüre, zerzaust wie ich bin, renne ich die Treppe hinunter, um zwei Handwerkern die Tür zu öffnen, die zwar ihr heutiges Kommen, nicht aber die Stunde, zu der sie zu kommen gedachten, angekündigt hatten.  Verschlafen weise ich die beiden Männer in den Keller und mache mich aus dem Staub. Wie ich die Treppe hinaufgehe, höre ich, wie der eine etwas Unverständliches murmelt, worauf der andere laut vernehmlich antwortet: „Ja, das ist immer so, wenn er nicht zu Hause ist. Dann kommen jeweils die Frauen und…“ Der Rest  des Satzes geht im Getöse unter, aber der Tonfall sagt mir, dass ich froh sein kann, dass ich die Fortsetzung nicht verstanden habe.

Nicht gerade die ideale Grundlage für ein vertrauensvolles Verhältnis. Nun könnte man ja einwenden, ich müsste nicht unbedingt ein vertrauensvolles Verhältnis aufbauen zu den Handwerkern, die in den kommenden Tagen bei uns ein und aus gehen werden, als wohnten sie hier. Und das müsste ich ja tatsächlich nicht, wo ich mich doch standhaft weigere, neben meinen Söhnen zu stehen, wenn sie den Handwerkern stundenlang beim Arbeiten zuschauen wollen. Wenn die Handwerker bloss nicht ihr Gerüst direkt vor meinem Bürofenster aufgebaut hätten und somit jederzeit sehen können, was meiner Familie durch die verschlossene Bürotür verborgen bleibt: Wie oft ich ins Leere starre, anstatt zu arbeiten, wie viel Koffein ich in mich hineinschütte, wie ich die Füsse auf den Bürotisch lege, wann ich eine Facebook-Pause einlege, weil mir die Worte für das Betriebskonzept, das ich schreiben sollte, fehlen. Und Menschen, die solch intime Dinge von mir wissen, müsste ich doch vertrauen können. Nicht dass die, wenn „Meiner“ sagt, ich sei am Arbeiten, ich könne ihnen keinen Kaffee kochen, losprusten und sagen: „Ach, am Arbeiten ist sie? Die können Sie ruhig stören, die hängt ja ohnehin nur im Facebook rum….“

Historisch

Das war dann wohl wahrlich ein historischer Moment heute Morgen, als klar war, dass die Schweiz zum ersten Mal überhaupt mehrheitlich von Frauen regiert wird. Wenn man bedenkt, dass vor wenigen Jahren noch jede weibliche Kandidatur in grossem Jammer endete, dann müssten uns Schweizerinnen heute ja eigentlich den ganzen Tag die Freudentränen über die Wangen kullern. Was aber irgendwie nicht der Fall ist, zumindest bei mir nicht. Im Gegenteil, ich bin fast ein wenig enttäuscht, dass sich Tage, an denen Geschichte geschrieben wird, nicht anders anfühlen, als gewöhnliche Tage auch. Das liegt nicht in erster Linie daran, dass die Kandidatin, die ich eigentlich gerne im Bundesrat gesehen hätte, von rechts überholt wurde. Es liegt auch nicht alleine an der Partei, die mal wieder alles versaut hat. Ich meine übrigens die Partei, die weiterhin voller Stolz verkündet, ein Drittel der Schweizer Bevölkerung stehe hinter ihr, obschon inzwischen sogar ich begriffen habe, dass dies mathematisch gar nicht aufgeht, weil gar nie alle Schweizer zur Urne gehen, wenn gewählt wird. Von den nicht stimmberechtigten „Ausländern“ mal ganz zu schweigen.

Nein, der Hauptgrund für meine Enttäuschung liegt bei mir selber. Denn wo verbrachte ich die historische Stunde? Jubelnd auf dem Bundesplatz? Oder zumindest in einer fröhlich überdrehten Frauenrunde? Mitnichten. Ich sass zu Hause auf dem Sofa, strickend. Nun mag das an sich noch nicht so schlimm sein, Bundesrätin Dreifuss war ja auch immer mal wieder strickend anzutreffen. Aber wenn Mama Venditti am Tag einer historischen Wahl zu Hause vor dem Fernseher sitzt und Hausschuhe für „Ihren“ strickt, damit er im Winter keine kalten Füsse mehr haben muss, dann sieht das ja schon fast anrüchig aus. So, als wollte ich proteststricken, um zu zeigen, wo Frau hingehört.

Neben meiner Enttäuschung macht sich zudem ein leises Gefühl von Ernüchterung breit. Da kommt in Bern eine weitere Frau an die Macht, aber zu Hause gehen die Dinge ihren gewohnten Gang: Das Pastawasser kocht über, während der Postbote klingelt, um ein Paket abzugeben, das Prinzchen heult, weil er kein weiteres Muffin haben darf, Luise stolpert über das Kabel des Laptops und der Zoowärter rast splitterfasernackt durch die Wohnung, weil er eben sein T-Shirt im Apfelsaft getränkt hat. Dass im Nebenzimmer am Fernseher gerade gezeigt wird, wie die vierte Frau für ihr Amt in der Landesregierung vereidigt wird, kümmert keinen, am allerwenigsten mich selber, denn ich muss ja dafür sorgen, dass die Sache nicht noch ganz aus dem Ruder läuft. Hätte man denn nicht mindestens erwarten dürfen, dass sämtliche Vendittis ergriffen vor dem Fernseher sitzen?

Das war er also, der historische Moment. Bleibt zu hoffen, dass er auf nationaler Ebene mehr auslöst als bei uns zu Hause.

Von Kleidern und anderen Dingen

Heute früh hatte ich mal wieder Gelegenheit in einem Zugabteil voller Gymnasiasten zu sitzen. Gewöhnlich sitze ich ja nicht um Viertel vor acht ohne Kinder im Zug und so nahm ich mir die Zeit, mir die Spätteenager etwas genauer anzuschauen. Ist ja noch gar nicht so lange her, seitdem ich noch selber ins Gymnasium ging. Also bloss etwa 15 Jahre oder so. Dennoch scheint mir, dass sich da so einiges geändert hat. Nein, es sind nicht die Handys und iPods, die damals noch keiner hatte. Es sind die Kleider, die mich irritieren. Wo sind sie denn, die Typen mir den Boxershorts auf dem Kopf? Oder jene, die das ganze Jahr über barfuss laufen? Oder die mit den grünen Haaren? Nicht mal solche, die in allen Farben des Regenbogens gekleidet sind, wie „Meiner“ und ich das während unserer Gymnasialzeit waren, sieht man mehr. Die tragen alle nur noch braun, grau und schwarz. Was ist bloss mit der Jugend von heute los? Müssen die vor lauter Schulstress auf all die Verspieltheit verzichten, die das Leben in dieser Phase mit sich bringen sollte? Oder bin ich aus lauter Zufall in einem Abteil mit Schülern aus dem Wirtschaftsgymnasium gelandet? Sähe das Bild in einem Zugwaggon voller Pädagogikstudenten anders aus?

Eine ganz andere Kleiderfrage beschäftigte mich ebenfalls heute Morgen: Was zieht man zu einer „Fachtagung Betreuungsgutscheine“ an? Die Antwort lautet: Nichts. Also, ich meine natürlich nichts Besonderes. Die übliche Alltagskluft genügt vollauf. Gut, meine Jeans hat schon bessere Zeiten gesehen, meine Bluse und mein Haarschnitt auch, aber damit passte ich perfekt ins Bild, wie ich bei meiner Ankunft in Luzern mit Erleichterung feststellte. Klar, der eine oder andere Ex-Regierungsrat mochte nicht auf Anzug und Krawatte verzichten, aber die anderen trugen, was wir Idealistinnen eben zu tragen pflegen. Ob das daran liegt, dass wir Wichtigeres zu tun haben, als von Boutique zu Boutique zu ziehen, oder ob wir aus lauter Idealismus gerne auf eine anständige Bezahlung verzichten und deswegen kein Geld für schicke Kleider haben, sei dahingestellt.

Während ich also von der Kleidung her perfekt zu den anderen passte, musste ich mich hin und wieder beim Zuhören fragen, von welchem Stern ich denn komme. Da wurde zum Beispiel eingangs klar definiert, was gemeint ist, wenn das Wort „Eltern“ verwendet wird. Die Definition ist mir inzwischen wieder entfallen, doch die Frage schwirrt weiterhin in meinem Kopf: Haben wir uns soweit von der Realität entfernt, dass wir nicht mehr wissen, was Eltern sind, wenn uns nicht einer klar und deutlich sagt, was das Wort bedeutet? Besonders angetan hat es mir dafür  die Definition des Wortes „bildgunsfern“. Ich war ja stets davon ausgegangen, dass damit Leute gemeint sind, die wenig bis gar keine Schulbildung haben. Seit heute aber weiss ich, dass damit Leute gemeint sind, die keine akademische Ausbildung haben. Nun hoffe ich natürlich, dass dies bloss ein Versprecher der Referentin war, denn ich bin mir nicht so sicher, wie gerne sich Lehrer, Pflegepersonal, Schreiner, Bankangestellte und was es sonst so an nicht-akademisch gebildeten Fachleuten gibt, zu den bildungsfernen Schichten zählen lassen.

Im Grossen und Ganzen war die Tagung aber eine gelungene Sache. Bis auf diese eine Aussage vielleicht: „In gewissen Fällen unterstützen wir auch Mütter, die nicht arbeiten.“ Und dann vielleicht auch noch diese: „Manchmal wären auch Kinder von Eltern, die nichts arbeiten, auf familienergänzende Betreuung angewiesen.“ Ja, und auch diese Formulierung hat mir ein wenig zu Schaffen gemacht: „Wenn die Mutter nicht arbeitet, heisst das noch lange nicht….“ Als Mutter, die „nichts arbeitet“ erstaunt es mich doch sehr, dass man sich alle erdenkliche Mühe gibt, mit der Verwendung des Begrifsf „Eltern“ niemanden auszuschliessen und gleichzeitig ohne mit der Wimper zu zucken Müttern und Vätern, die zu Hause bleiben, zu unterstellen, sie würden den lieben langen Tag überhaupt gar nichts tun.

Er liebt mich, er liebt mich nicht….

„Nein, du liebst mich nicht“, sagte der Zoowärter zu mir, nachdem ich ihm zehn Minuten lang vorgeschwärmt hatte, wie begeistert ich doch von ihm sei. Er sei ein wunderbares Geschenk, sagte ich ihm. Ich sei hin und weg gewesen, als ich ihn zum ersten Mal im Arm gehalten hätte. Seine Augen seien so wunderschön. Und seine Haare. Und sein Lachen. Er könne so wunderbar singen, schwärmte ich. Unglaublich witzig sei er auch und dazu noch ein sehr sehr mutiger kleiner Römer. Das alles beeindruckte ihn nicht im Geringsten. Er blieb bei seiner Meinung: „Nein, du findest mich doof. Du liebst mich nicht.“ Also fuhr ich fort mit meinen Liebesbezeugungen. Ich umarmte ihn, nahm ihn auf den Schoss, erzählte ihm von früher, als er noch ganz winzig klein war. Aber er wollte mir noch immer nicht glauben und so fragte ich schliesslich: „Warum glaubst du denn, dass ich dich nicht liebe?“ Die Antwort kam prompt: „Weil du immer fort bist.“

Bevor nun meine Leserschaft beginnt, auf mir rumzuhacken und zu zetern, ich sei eben eine dieser überambitionierten Mütter, die ihre Kinder vernachlässigt, muss ich betonen, dass ich zwar tatsächlich hin und wieder einen Termin ausser Hause wahrnehmen muss, dass diese Termine aber meist auf die Zeiten gelegt werden, wenn der Zoowärter ohnehin in der Spielgruppe ist, oder wenn er schon längst schläft oder wenn er gerade mit Papa unterwegs ist. Den grössten Teil meiner Zeit verbringe ich nach wie vor zu Hause bei meiner Familie.

Wäre ich keine Mama, ich hätte diese Fakten ins Feld geführt, um des Zoowärters Angriff auf mein mütterliches Zentrum für Schuldgefühle sogleich abzuschmettern. Aber ich bin eine Mama und deshalb genügen diese fünf Worte, um mich in die Knie zu zwingen. Sofort ging ich in mich, um herauszufinden, ob er vielleicht Recht hat, mein kleiner Sohn. Nach eingehender Gewissensprüfung hätte ich eigentlich zum Schluss kommen müssen, dass des Zoowärters Vorwurf jeglicher Berechtigung entbehrt. Klar, ich arbeite viel. Klar, ich bin oft in Gedanken irgendwo, nur nicht am Herd. Klar muss ich immer mal wieder sagen, ich hätte jetzt keine Zeit, mit ihm zu spielen, weil ich gerade Mittagessen kochen müsse. Aber es gibt keinen Tag, an dem ich nicht am Morgen für die Kinder da bin, kein Tag, an dem ich nicht mit ihnen zusammen esse und meist auch mit ihnen zusammen koche, kein Tag ohne Liedersingen, Sorgen anhören, Trösten, Streit schlichten und Geschichten erzählen. All das sagte ich zu mir selber, was aber natürlich nicht dazu führte, dass die Gewissensbisse aufhörten. Im Gegenteil: Sie wurden noch schlimmer, weil ich mir sogleich einredete, ich müsste eben mehr Lieder singen, mehr Geschichten erzählen, mehr Sorgen anhören….

Als pflichtbewusste Mama beschloss ich, ab sofort mehr Zeit mit meinem Zweitjüngsten zu verbringen. „Wollen wir Lieder singen?“, fragte ich ihn. Er wollte, ich sang. Genau zwei Lieder, dann fand er, er möchte jetzt eigentlich, dass ich in die Küche gehe, weil ich ihn mit meinen Liedern beim Asterix-Studium störe. Etwas später, als er in der Küche auftauchte, um sich eine Stärkung zu holen, drückte ich den Zoowärter an mich, kitzelte ihn und wollte ihm einen Kuss auf die Stirn drücken. Was mir aber tüchtig misslang. „Hör auf, Mama. Das mag ich nicht.“ So ging es den ganzen Tag weiter. Ich suchte nach Wegen, dem Zoowärter meine Liebe zu zeigen, er suchte nach Wegen, meinen Liebesbezeugungen zu entrinnen.

Und jetzt frage ich mich natürlich, ob mein kleiner Junge mich überhaupt liebt….

Nachlese

– Zwei sehr grosse, sehr schwere und sehr stinkige Abfallsäcke die Treppe herunter geschleppt
– Ein sehr schmutziges und sehr trauriges Prinzchen getröstet, weil es nicht mitkommen durfte, um einen sehr sauberen und sehr fröhlichen Zoowärter in der Spielgruppe abzuliefern
– Gejubelt, weil der Ständerat die Einsicht hatte, dass Kinderkrippen auch in den kommenden Jahren vom Staat unterstützt werden sollen. Pläne geschmiedet, wie wir so rasch als möglich das Gesuch stellen können, damit unser Familienzentrum auch davon profitiert
– Dem Au-Pair einen Crash-Kurs im Risottokochen erteilt, obschon sie dies wahrscheinlich auch ohne Crash-Kurs geschafft hätte
– Ein sehr schmutziges und sehr trauriges Prinzchen getröstet, weil es nicht mitkommen durfte, um einen nicht mehr ganz so sauberen und sehr müden Zoowärter von der Spielgruppe abzuholen
– Den Auftrag erteilt, dass wir nächste Woche eine neue Heizung bekommen weil uns ja so langweilig ist und wir ganz dringend mal wieder ein wenig Action im Haus haben müssen
– Zur Kenntnis genommen, dass sowohl Karlsson als auch Luise der Meinung sind, dass das Menü bei Nachbars heute ansprechender ist als zu Hause, weshalb sie nicht mit uns essen werden
– Ein Mittagessen lang den FeuerwehrRitterRömerPiraten und den Zoowärter davon abgehalten, einander die Köpfe einzuschlagen, weil sie einfach nicht damit klar kamen, dass wir ausnahmsweise nur zu viert am Tisch waren und deswegen die Auswahl an Streitpartnern arg eingeschränkt war
– 53 Viertklässler mit einem Vortrag zum Thema „Wie entsteht ein Buch?“und einem kurzen Werbespot für „Leone & Belladonna“ beglückt  und darüber gestaunt, wie wissbegierig diese Kinder doch sind
– Nach zwei sehr spannenden, erfrischenden Schulstunden  ein weiteres Mal gestaunt, weil man danach so ausgelaugt ist, als hätte man den Frühlings- und den Herbstputz an einem Stück erledigt
– Mich seeeeehr tief vor „Meinem“ verneigt, weil er es nicht nur schafft, seit zwölf Jahren ein engagierter Lehrer zu sein, sondern danach auch noch fast immer die Nerven hat, sich auf seine eigenen fünf Kinder einzulassen
– Vor einem riesigen Berg unerledigter Arbeit kapituliert, weil an einem unterbrochenen Bürotag einfach nichts mehr zu schaffen ist und weil das Telefon ohnehin alle drei Minuten klingelte
– Ausmalbilder ausgedruckt, weil Computer & Drucker sonst beleidigt gewesen wären, dass man sie an einem Bürotag einfach so links liegen lässt. Und natürlich auch, weil der FeuerwehrRitterRömerPirat schon so lange darauf gewartet hat
– Mich auf dem Weg zu Luises Ballettstunde im Dorf, in dem ich seit elf Jahren lebe, so heillos verfahren, dass Luise beinahe zu spät gekommen wäre. Und das alles nur, weil ich so sehr in Gedanken vertieft war, dass ich die falsche Abzweigung erwischt habe
– Auf dem Heimweg von der Ballettstunde noch schnell mit Luise Käse in einer runden Schachtel gekauft, weil sie die Schachtel für den Werkunterricht braucht. Den Laden mit drei Käseschachteln verlassen, weil Luise nicht mehr wusste, wie gross sie sein muss. Wer den Münsterkäse essen wird, weiss ich nicht. Aber wir mussten ihn nehmen, weil Luise darauf bestand, dass seine Schachtel die perfekte Grösse hat.
– Den Monsterwocheneinkauf vom Lieferanten in Empfang genommen und mir angehört, wie erschöpft der Chauffeur nach einem langen Arbeitstag ist
– Auf der Treppe beinahe hingefallen, weil „Meiner“ mir mit einem Bier in der Hand entgegengerannt kam, als ich Taschen hochschleppen wollte.  Das Bier war übrigens für den übermüdeten Lieferanten, nicht für mich. Ich trinke kein Bier
– Dem Zoowärter „Is Muerters Stübeli“ gesungen
– Karlsson dazu bewegt, sich wieder einzukriegen, nachdem „Meiner“ so unverschämt gewesen war, ihn darum zu bitten, die Farbstifte im Garten zu holen
– Mich nach den Abendessen noch einmal aufgerafft, um zur Kleinguppe zu fahren
– In der Kleingruppe intensiv über meinen grossen frommen Schaden geredet und danach noch intensiver über unser aller grosse Frustration mit der Volksschule geklönt
– „Meinem“ eine gute Nacht gewünscht
– Eine Nachlese des Tages geschrieben und dabei gedacht „Wen interessiert das denn schon?“
– Den Post aus lauter Gewohnheit dennoch veröffentlicht

Die ganze Palette

Lange Zeit habe ich mir das Ganze sehr einfach gemacht: Es gab Schwarz und es gab Weiss. Es gab entweder und oder, gut und schlecht, richtig und falsch. Es gab gute Menschen und böse, es gab Rechtgläubige und Ungläubige, Dafür und Dagegen. So war ich das in der Sonntagsschule gelehrt worden und durch diese Brille betrachtete ich bald die ganze Welt. Man war entweder Mutter oder Karrierefrau, entweder Hausfrau oder berufstätig, entweder engagiert oder gleichgültig, entweder angepasst oder abgestürzt. Dazwischen gab es nichts und wenn man sich mal für die eine Seite entschieden hatte, konnte man nicht mehr wechseln, es sei denn, mann zerstörte alles, worauf man sein Leben aufgebaut hatte.

Irgendwann, mit zunehmender Lebenserfahrung und wachsender Desillusionierung stellte ich fest, dass das mit dem Weiss und Schwarz wohl nicht so ganz das Wahre sein konnte. Und wie so viele andere Menschen auch machte ich einen folgenschweren Denkfehler: „Die Mischung aus Weiss und Schwarz ist grau“, sagte ich mir. „Folglich muss ich lernen, die Grautöne des Lebens zu erkennen.“ Und das tat ich dann auch. Ich lernte abzuwägen, die Vor- und Nachteile zu sehen, zu erkennen, ob eine Sache eher hell- oder dunkelgrau war. Das Leben war ein Tasten im Nebel, der mal dichter, mal gelichteter war. Eigentlich hätte ich ja wissen müssen, dass das für mich nicht aufgehen kann, denn wenn ich etwas verabscheue, dann Grau. Während ich Schwarz zwar als hässlich, aber immerhin auch als eigenständig und deshalb mutig empfinde, ist Grau für mich die sichtbare Form eines Lebens, das nicht gelebt wird. Einfach trist und somit keine erhebliche Verbesserung in der Art und Weise, das Leben wahrzunehmen. Ob man die Dinge nun Schwarz-Weiss sieht oder Grau, farblos bleiben sie allemal.

Ich weiss ja nicht, ob das jetzt wissenschaftlich wasserdicht ist, denn den Physikunterricht habe ich mehr oder weniger verschlafen. Aber so langsam wird mir klar, dass das, was zwischen Weiss und Schwarz liegt, nicht einfach Grau sein kann. Da müssen irgendwo auch Farben sein und zwar eine Unmenge davon. Farben, die bewirken, dass nicht alles gleich aussieht, Farben, die dafür sorgen, dass die Dinge unverwechselbar werden, Farben auch, die es in den verschiedensten Abstufungen gibt, mal dunkler, mal heller. Aus dem einzig richtigen Weg, die Dinge zu sehen und zu leben wird eine Vielfalt an Wegen, aus der einzig richtigen Lösung wird eine Auswahl an Lösungen, von denen man die passendste wählen kann.

Das heisst natürlich nicht, dass Weiss und Schwarz keine Rolle mehr spielen, denn ohne ein Gerüst, welches das Ganze zusammenhält zerfällt die Sache in Beliebigkeit. Aber es ist nicht mehr entweder Weiss oder Schwarz, sondern es ist die Farbe, die da ist, je nach Farbton mit etwas mehr Weiss oder etwas mehr Schwarz. Natürlich gibt es in dieser Palette auch Grau. Leider, muss ich sagen. Aber immerhin ist das nicht der einzige Ton, in dem gemalt wird.

Das Leben mit der ganzen Palette ist nicht so simpel, wie das Schwarz-Weiss-Leben. Manchmal gibt es Dinge, die meiner Meinung nach eher grün sein müssten und nicht pink. Oder ich würde einen sanfteren Farbton vorziehen anstelle des grellen Rots, das mir ins Auge sticht. Manchmal harmonieren auch die Farbtöne, die da zusammenkommen, überhaupt nicht oder man muss aufpassen, dass nicht plötzlich eine Farbe das Ganze dominiert. Hin und wieder findet man auch, das Bild des anderen würde viel schöner aussehen, wenn er die gleichen Farben verwenden würde wie man selber. Und manchmal sitzt man stundenlang da und fragt sich, zu welcher Farbe man denn nun am besten greifen sollte und man wünscht sich, man könnte einfach wieder zum altbekannten Grau zurückkehren, ja, vielleicht gar zum Schwarz-Weiss. Doch ich glaube, wer mal angefangen hat, sich mit der Farbpalette auszutoben, wird sich auf lange Sicht nicht mehr mit diesen einzigen drei Möglichkeiten der alten Zeiten zufrieden geben.

Tischgespräche

Wer mein gestriges Gejammer über Spielverderber-Kinder gelesen hat, könnte nur allzu leicht glauben, ich würde mit der Autorin einig gehen, die heute im Mamablog die Meinung äussert, der Familientisch sei eine ganz und gar überbewertete Sache. Sie beschreibt das mir nur zu gut bekannte Familienchaos, das jeweils herrscht, wenn sich alle zur gemeinsamen Mahlzeit hinsetzen. Sie berichtet von aussichtslosen Bemühungen, den Kindern gesundes Essen schmackhaft zu machen, von verschmierten Babys und  von Tischgesprächen, die nicht in Gang kommen wollen und kommt am Ende zum Schluss, das Konfliktpotenzial des Familientisches sei bedeutend grösser als das Harmoniepotenzial. Als entspannende Alternative empfiehlt sie ein TV-Dinner.

Nun, was soll ich dazu bloss sagen? Klar bin ich auch der Meinung, dass viele der  in den Erziehungsratgebern beschriebenen Alltagssituationen auf dem Papier deutlich harmonischer aussehen, als sie sich in der Realität dann abspielen. Klar haue auch ich immer wieder mit der Faust auf den Tisch, weil es mir einfach zu laut, zu chaotisch, zu ungemütlich wird. Klar kämpfen auch wir immer wieder dagegen an, dass die ungesunden Würstchen zwar gegessen, die nahrhafte Suppe aber links liegen gelassen wird.

Dennoch kann ich nach bald zehn Jahren Familienleben nicht ohne Genugtuung verkünden, dass sich der alltägliche Kampf um einigermassen gesittete Mahlzeiten auch gelohnt hat. Zum Beispiel, wenn Karlsson bei jedem zweiten Essen laut schmatzend verkündet, dieses Essen komme auch auf seine Liste der Lieblingsessen und Luise ihm strahlend beipflichtet. Wenn der FeuerwehrRitterRömerPirat plötzlich einen ganzen Teller Randensalat hinunterschlingt, weil er bei seinem obligatorischen Bissen, den er jeweils probieren muss, gemerkt hat, dass das tiefrote Gemüse nicht nur schön aussieht, sondern auch wunderbar schmeckt. Wenn der Zoowärter noch einen Nachschlag Krautsiele verlangt, obschon er schon fast die ganze Schüssel alleine leer gegessen hat. Wenn der Bruder von Karlssons bestem Freund plötzlich auch bei uns zu Mittag essen will.

Nein, so wie im Erziehungsratgeber laufen auch bei uns die Mahlzeiten nicht ab. Wie könnten sie denn, wo bei uns nicht höchstens vier sondern mindestens sieben Personen am Tisch sitzen? Ausserdem streiten wir uns viel zu oft. Hin und wieder muss auch einer auf sein Zimmer gehen, weil er sich so saumässig aufgeführt hat. Und zuweilen kommt es gar vor, dass „Meiner“ und ich erst dann essen, wenn die alltägliche Schlacht geschlagen ist und wir endlich in Ruhe eine Mahlzeit geniessen können. Dennoch liebe ich unsere gemeinsamen Mahlzeiten als die Zeiten am Tag, wo wir wirklich alle an einem Haufen zusammen sitzen und uns selber sein dürfen. Dass dazu nicht nur Genuss und Harmonie, sondern auch die nicht immer tadellosen Tischmanieren, die kleinen Sticheleien und das Gemotze gehören, damit habe ich mich inzwischen abgefunden.

Kleine Spielverderber

Ausnahmsweise verzichte ich heute auf Namensnennungen. Denn die Kunst, uns einen schönen Moment zu versauen, beherrschen sie alle gleich gut, unsere lieben kleinen Vendittis und deswegen wäre es unfair, einzelne Kinder besonders zu erwähnen. Nehmen wir zum Beispiel heute Morgen: Seit Tagen schon hatten sich „Meiner“ und ich auf den heutigen Gottesdienst gefreut. Nun kann man sich natürlich darüber wundern, weshalb man sich tagelang auf einen Gottesdienst freut. Immerhin haben Predigten nicht gerade den besten Ruf. Aber zum Glück gibt es Kirchen, deren Gottesdienste Wellness für die Seele sind. Zeit, in sich zu gehen, still zu werden, zu staunen, Antworten zu suchen und neue Fragen zu finden. Einfach wunderbar. Besonders nach einer hektischen Woche, in der man kaum einmal zum Nachdenken gekommen ist.

Dumm nur, dass eines unserer Kinder sich zwar ebenso sehr auf den Kindergottesdienst freute, aber nicht begriffen hat, dass man sich auch anziehen und die Zähne putzen müsste, wenn der Vorfreude ein freudiges Erlebnis folgen soll. Kenner unserer Familie mögen erahnen, wer es hier fertig gebracht hat, mit viel Gebrüll, Herumtoben und Verweigern unsere Vorfreude zu dämpfen. So sehr, dass „Meiner“ am Ende mit dem störrischen Kind zu Hause blieb, während ich in der Kirche dennoch ein kleines bisschen Stille zu finden versuchte.

Um dem Tag doch noch eine gute Wendung zu geben, beschlossen „Meiner“ und ich, dass wir uns nach dem Mittagessen einen ausgedehnten Mittagsschlaf gönnen würden. Nach einer Woche, in der wir kaum je vor halb eins ins Bett gekommen waren, konnten wir ein wenig Zusatzschlaf gut gebrauchen. Weshalb wir schweren Herzens einen unserer Erziehungsgrundsätze brachen und die Kinder bei strahlendem Sonnenschein mit einer DVD beglückten. Was auch wieder tüchtig in die Hose ging, weil zwar alle DVD schauen wollten, ein Kind aber die Augsburger Puppenkiste ziemlich doof findet und deshalb lieber „Die Kinder aus der Krachmacherstrasse“ sehen wollte, den aber alle schon in- und auswendig kennen. Also wieder lautes Gebrüll, diesmal einfach aus einer anderen Kehle und deswegen etwas schriller. Was dazu führte, dass nicht nur des Prinzchens Mittagsschlaf drastisch gekürzt wurde, sondern auch dazu, dass der elterliche Mittagsschlaf ins Wasser fiel. Nun gut, wir haben dann in Schichten geschlafen, aber das ist einfach nicht das gleiche. Und einschlafen kann man auch nicht besonders gut, wenn man sich eben noch so sehr geärgert hat.

Ein weiterer Spassverderber brachte es fertig, dass „Meiner“ und ich schliesslich resignierten und zur Wunderwaffe „Eisessen am Küchentisch“ greifen mussten, um dem Gebrüll endlich ein Ende zu setzen. Kurz vor Feierabend mussten wir dann auch noch erkennen, dass hausgemachte Kürbisgnocchi mit dem ersten Butternut-Kürbis aus eigener Ernte nur halb so gut schmecken, wenn einer am Tisch ständig quengelt.

Nach einem solchen Tag bin ich ganz froh, dass mir keiner die Vorfreude auf morgen versauen kann. Wer freut sich denn schon auf den Montag?