Fragerunde

Wie kommt es, dass Karlssons „neuer“ Plattenspieler, Herstellungsjahr ca. 1961, mehr Power hat als jedes moderne Gerät? Jetzt windet sich Edith noch lauter durch meine Gehörgänge…

Was für ein Unmensch kommt auf die Idee, die Weihnachtsferien vom 24. Dezember um 12 Uhr bis zum 11. Januar um 7:00 Uhr festzulegen? Und welcher Bildungsdirektor ist blöd genug, eine solche Schnapsidee auch noch abzusegnen? Ich meine, erst schleppen sich die Kinder todmüde unter den Tannenbaum, wo sie vor lauter Erschöpfung fast einschlafen und dann schlagen sie einander eine Woche lang die Köpfe ein, weil nach Silvester nichts mehr kommt als gähnende Leere und eine Mama, die wieder arbeiten müsste und möchte, dies aber nie ungestört tun kann, weil andauernd einer heult. 

Reicht eine tief sitzende Abscheu gegen eine Garage aus, um das Gebäude abzureissen, oder braucht man dazu auch handwerkliches Geschick und gutes Werkzeug? Tief sitzende Abscheu hätte ich nämlich mehr als genug, aber „Meiner“ meint, damit könne man das Ding unmöglich erledigen, immerhin habe es schon vielen Stürmen getrotzt. 

Ich möchte zu gerne wissen, ob der FeuerwehrRitterRömerPirat wirklich weiss, wie man Schach spielt, oder ob er einfach den Jargon gut genug beherrscht, um uns alle glauben zu machen, er verstehe das Spiel. Um das herauszufinden müssten wir aber das Schachspiel erlernen, anstatt uns nur immer als hilflose Gegner zur Verfügung zu stellen. Irgendeiner da draussen, der sich zur Verfügung stellt? Mein Gehirn weigert sich nämlich seit Jahren standhaft, das Spiel zu verstehen. 

Für wen soll ich Partei ergreifen: Für das Prinzchen, der mit endloser Geduld ein Haus aus UNO-Karten gebaut hat, oder für den Zoowärter und den FeuerwehrRitterRömerPiraten, die endlich mal mit den Karten spielen möchten? (Nein, ich kaufe dem Frieden zuliebe kein zweites Kartenset. Das Prinzchen würde daraus bloss ein noch grösseres Kartenhaus bauen wollen.)

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Resigniert?

Klar machen mich die Nachrichten aus Köln betroffen und wütend. Klar darf es nicht sein, dass Frauen als Freiwild betrachtet und behandelt werden. Klar muss man offen über die frauenfeindliche Grundhaltung der Täter reden dürfen, ohne gleich als fremdenfeindlich abgestempelt zu werden.

Wütend machen mich aber auch junge Frauen, die am Schweizer Fernsehen sagen, sexuelle Belästigungen gehörten halt einfach dazu, dagegen könne man nichts tun, man dürfe eben nicht alleine unterwegs sein, dann komme man schon irgendwie durch. Es sei zwar unangenehm, immer mal wieder begrapscht zu werden, aber frau müsse lernen, sowas zu ignorieren. Man könne ja so einem Ekel nicht einfach eine runterhauen.

Ignorieren? Sich damit abfinden? So tun, als wäre nichts dabei, wenn einer im Vorbeigehen mal schnell grapscht?

Irre ich mich, oder hat die Frauengeneration, die nach uns kommt, resigniert?

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Dreikönigstag nach Memmenart

Meine Schwester meinte ja zuerst, sie müsse sich schämen, weil sie den Dreikönigskuchen fertig kauft, während ich den Kindern morgen einen Selbstgebackenen serviere. Dann aber erklärte ich ihr, dass ich diejenige bin, die vor Scham erröten sollte. Sie bringt es nämlich problemlos übers Herz, dabei zuzusehen, wie ein einziges Mitglied ihrer Familie sich morgen die Krone aufsetzen darf. Ja, sie nimmt gar in Kauf, dass ihr vielleicht diese Ehre zuteil wird, während Kinder und Ehemann leer ausgehen. So sei das nun mal am Dreikönigstag, meint sie schulterzuckend und ich bewundere sie für ihre Gelassenheit.

Ich wünschte, ich wäre wie sie. Dann stünde ich jetzt nämlich nicht in der Küche um zwei Kuchen mit insgesamt vier Königen und einer Königin drin zu backen. Ich müsste auch nicht zu später Stunde  meinen Schrank nach den fünf Kronen durchwühlen, die ich vor einiger Zeit bestellt habe. Und morgen könnte ich ganz cool der Dinge harren, die da kommen, anstatt zu bibbern, ob auch wirklich jeder seinen König bekommt, oder ob einer alles abräumt, während die anderen leer ausgehen. 

Tja, das hat man eben davon, wenn man dem Irrglauben verfallen ist, es gebe eine gerechte Form der Monarchie. 

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Zwist unter Brüdern

Aus dem Badezimmer, wo der FeuerwehrRitterRömerPirat in der Badewanne sitzt, ertönt ein fürchterliches Geheul, verursacht durch eine fiese Attacke des Zoowärters. Der müsste eigentlich damit beschäftigt sein, den Esstisch zu putzen, stattdessen aber schleicht er sich ins Badezimmer, um den viel zu nassen Lappen über dem Kopf seines badenden Bruders auszuwringen. Obschon der Lappen seine Schicht in der Küche erst vor ein paar Stunden angetreten hat und deswegen noch relativ sauber ist, können wir eine solche Gemeinheit natürlich nicht einfach durchgehen lassen, weshalb wir den Zoowärter zu Überstunden im Küchendienst verdonnern. 

„Meiner“ und ich finden, diese Sanktion sei ganz und gar gerechtfertigt, der Zoowärter aber weint darob bittere Tränen. Ob wir denn vergessen hätten, dass der FeuerwehrRitterRömerPirat ihn gestern ganz übel getreten hätte? Ob man sich denn in diesem Hause nicht mal mehr angemessen rächen dürfe? Nein, rächen dürfe er sich nicht, das würde den Konflikt nur in eine weitere Runde gehen lassen, erklären „Meiner“ und ich, aber der FeuerwehrRitterRömerPirat habe sich gestern tatsächlich total daneben benommen. 

Der Zoowärter ist damit halbwegs besänftigt, der FeuerwehrRitterRömerPirat aber findet, er hätte seinen Bruder gestern vollkommen zu Recht angegriffen, wo dieser ihm doch vorgestern Zahnpaste aufs Haar geschmiert habe. 

Diesen Einwand können wir natürlich nicht einfach so beiseite wischen, also sagen wir dem Zoowärter, das mit der Zahnpaste sei nicht nett gewesen und dem FeuerwehrRitterRömerPiraten erklären wir die Sache mit der Rache, die wir ein paar Minuten zuvor seinem kleinen Bruder dargelegt haben. 

Für den FeuerwehrRitterRömerPiraten wäre die Sache damit erledigt, für den Zoowärter geht es jetzt aber erst richtig los. Die Zahnpasta-Attacke habe er doch nur durchgeführt, weil der FeuerwehrRitterRömerPirat ihm immer die Legos klaue. „Welche Legos hat er dir denn geklaut?“, will ich wissen. „Hast du das schon wieder vergessen?“, fragt unser Zweitjüngster entrüstet zurück. „All die Legos, die er mir weggenommen hat. Und danach hat er frech behauptet, sie würden ihm gehören. Und dann hat Papa auch noch gelacht, weil wir uns so heftig darum gestritten haben. Und dann…“ Weiter kommt der Zoowärter nicht mehr, denn jetzt wird der ob der himmelschreienden Ungerechtigkeit von einem heftigen Weinkrampf gepackt.

Ich bin ziemlich verwirrt, denn an den geschilderten Vorfall kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern, darum frage ich erneut: „Welche Legos hat er dir denn geklaut?“ Unter vielen Schluchzern presst der Zoowärter hervor, wo der Ursprung des Dauerkonfliktes, in den er mit seinem Bruder verwickelt ist, seiner Meinung nach liegt: „In Frankreich war es“, heult er. „Dort hat er mir meine Legos geklaut. Und seither hat er mir sie nie mehr zurückgegeben. Und darum ist er ganz selber Schuld, dass ich heute das mit dem Lappen gemacht habe. Und vorgestern das mit der Zahnpaste…“

In Frankreich? In Frankreich! Das ist jetzt mehr als ein halbes Jahr her…

Ich hatte ja geglaubt, nur in der Weltpolitik und bei „Asterix auf Korsika“ seien sie in der Lage, einen Konflikt so lange am Köcheln zu halten, aber offenbar sind unsere Söhne ebenso talentiert in dieser Hinsicht. 

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Alte Fotos

Erst wenn man allmählich alt und hässlich wird, erkennt man, dass man damals, als man sich jung und hässlich gefühlt hat, eigentlich jung und schön war.

Unglaublich, wie jung meine Mutter auf den Fotos aussieht, die in einer Zeit entstanden sind, als ich sie für schrecklich alt und altmodisch hielt.

So ein überbelichtetes Bild hatte halt schon auch seinen Reiz.

Nichts lässt eine junge Mutter so müde und abgekämpft aussehen wie ein taufrisches, pausbackiges Baby.

In jedem Kind steckt eine Vielzahl von Tanten, Grossonkeln, Brüdern und Cousinen.

Rückblickend erstaunt es schon, wie wir unser einst so knappes Budget so weit ausdehnen konnten, dass sogar noch Ferien darin Platz fanden.

Sogar Ferien, die so ereignislos und langweilig waren, dass man sie längst vergessen hätte, wären da nicht ein paar unglaublich langweilige Fotos von ereignislosen Tagen.

Luise findet, wir hätten in den Neunzigern alle viel zu grosse Kleider getragen. (Wenn die wüsste, wie gerne die Modemacher in der Mottenkiste vergangener Jahrzehnte wühlen, um den Leuten etwas „Neues“ anzudrehen. Allzu lange kann es nicht mehr dauern…)

Die Posen auf meinen Teenager-Fotos lassen leider darauf schliessen, dass ich auch Selfies gemacht hätte, wenn es das damals schon gegeben hätte.

Und jetzt erkläre mal einer einem kleinen Digital Native, was es mit diesen Negativstreifen auf sich hat.

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Und nun zur Werbung

Zu meinem grossen Bedauern muss ich gestehen, dass ich es nicht mehr ganz so einfach wegstecke, wenn wir an Silvester bis weit nach Mitternacht mit meiner Mutter zusammensitzen, über Gott und die Welt quatschen und so tun, als gäbe es kein Morgen mit übermüdeten Kindern und den üblichen Alltagspflichten. Ja, ich muss noch nicht mal mehr als ein Gläschen Sekt konsumieren, um am nächsten Tag mit Brummschädel und schlechter Laune antriebslos herumzuhängen und nach Ferienhäusern zu suchen, die sich dann doch als unbezahlbar herausstellen.

Darum sei mir verziehen, dass ich heute auf meinem Blog nichts weiter tue, als für die swissmom-Kolumne, die ich heute unter den oben genannten erschwerten Bedingungen geschrieben habe, zu werben. 

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💖-lichen Dank!

Soll ich noch einmal zurück blicken, jetzt, wo dieses schöne aber schwierige Jahr zu Ende geht? Ich glaube, ich lasse es bleiben und sage einfach danke. Danke fürs Mitlesen, für liebe Feedbacks, die mir Mut machen, weiter in die Tasten zu hauen, für witzige und herausfordernde Kommentare, für Likes und Links, für das gemeinsame Unterwegssein im virtuellen Raum und manchmal auch im realen Leben. Schön, dass ich für euch schreiben darf. Für das neue Jahr wünsche ich euch alles nur erdenklich Liebe und Gute. 

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Bunte Bildchen

Wie oft habe ich das in meiner Karriere als Mutter schon getan? Im Internet nach bunten Bildchen gesucht, einen schönen Plan gestaltet, Blätter ausgedruckt, laminiert, geklebt, eine Familienkonferenz einberufen, um meinen Lieben zu erklären, wie die Dinge von nun an zu laufen haben. Aktuell zum Beispiel mein neues Kompost-System: Einheimisches, Kaffeesatz, Tee und Bio in den einen Kessel, Überreste von Exoten in den anderen.

Während ich schneide, laminiere und klebe schwirren im Kopf die grossen, stets gleichen Fragen: Was wird länger halten – die Motivation der Kinder, sich an mein System zu halten, oder der Klebestreifen, mit dem ich die bunten Bildchen auf den Eimer geklebt habe? Oder geht ihnen diesmal die Sache in Fleisch und Blut über, so dass es die Bildchen schon bald nicht mehr braucht, auch wenn der Klebestreifen noch halten würde? 

Keine blöden Sprüche, wenn ich bitten darf! Auch in unserer Familie gibt es solche Erfolgserlebnisse, obschon man uns das von weitem nicht ansehen würde. Die Sache mit dem Küchendienst zum Beispiel klappt wirklich tadellos, das Wäschesortiersystem ist nun schon ziemlich lange erfolgreich im Einsatz und sogar das mit dem gemeinsamen Aufräumen kriegen wir an drei von vier Wochenenden im Monat mehr oder weniger streitfrei hinter uns. Soll mir also keiner behaupten, alles Kleben, Laminieren und Predigen sei umsonst. 

Dennoch trifft man in unserem Haushalt immer mal wieder auf lädierte Ämtlipläne, ausgediente Pinnwände und Überreste von bunten Bildchen, die irgend eine Regel hätten verständlich machen sollen. All dies zeugt von Anläufen, die leider ins Leere gelaufen sind. Vielleicht war die Zeit noch nicht reif für das, was wir damals hätten durchsetzen wollen. Vielleicht waren wir zu lasch in der Umsetzung. Vielleicht war es eine Zeit lang die richtige Lösung, später dann aber nicht mehr, weil so eine Familie halt kein statisches Gebilde ist. Vielleicht war es auch ein kläglicher Versuch, etwas zu kopieren, was in einer anderen Familie auf diese Weise funktioniert, bei uns aber offensichtlich auf anderem Wege angestrebt werden muss. 

Ich kenne keine Familie, die ohne bunte Bildchen, Pläne und anderen Kram auskommt. Bei den meisten sieht das ziemlich beeindruckend und perfekt aus. So perfekt wie meine Schranktür mit den vielen farbigen Stundenplänen. Oder wie aktuell gerade meine Kompostkübel. Was man hingegen nie zu sehen bekommt, sind die vielen gescheiterten Versuche, deren Überreste irgendwo in einer Ecke, in der schon lange keiner mehr sauber gemacht hat, schlummern. 

Manchmal, wenn ich bei einer anderen Familie zu Gast bin, wüsste ich zu gerne, ob die Bildchen, die man zu sehen bekommt, für ein perfektes, reibungsfreies System stehen, oder ob sie der verzweifelte hundertfünfzigste Versuch sind, endlich ein wenig Ordnung ins Chaos zu bringen. Aber das sagt einem natürlich keiner. 

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Denkmalpflege

Eigentlich müsste man jetzt ja in den Garten entschwinden können. Das Wetter ist geradezu ideal, die nächsten Projekte sind skizziert und nach fünf herrlich einsamen Ferientagen, gefolgt von ein paar faulen Feiertagen bin ich so entspannt, dass ich schon fast zu Kompost zerfalle. Doch bloss weil sich das Wetter derzeit eher frühlingshaft denn weihnächtlich gebärdet, heisst das noch lange nicht, dass man die Gartensaison einläuten kann. Was, wenn der Winter doch noch kommt? Dann müssten die armen Pflänzchen himmeltraurig erfrieren und das bräche mir das Herz. 

Was also tun mit der vielen Energie? Nun, da wäre zuerst einmal die Toilette im ersten Stock, die schwer darunter leidet, dass Karlsson das obere Klo als Protest gegen die andauernde Verstopfung mit Klebeband versiegelt hat. Jetzt leidet eben das untere WC umso mehr an Verdauungsproblemen, was zwar nicht besonders angenehm ist, aber immerhin für ein paar Stunden Beschäftigung sorgt. 

Danach gilt es, „Meinen“ bei der Hand zu nehmen und aus der Steinzeit der Mobiltelefonie in die Ära der Smartphones zu geleiten. Anfangs ist er noch wacklig unterwegs, kommt alle paar Minuten angerannt, weil er nicht so recht weiss, was er mit der neuesten Push-Nachricht anfangen soll, aber nachdem ich ihn sicher in den WhatsApp-Chat meiner erweiterten Grossfamilie vermittelt habe, ist er für den Rest des Tages beschäftigt und mir ist schon wieder langweilig. 

Zum Glück ist da noch Schloss Sargans, das ganz dringend aufgebaut werden muss, bevor „Meiner“ es in Schutt und Asche legt. Also, ich meine, bevor er es im Altpapier entsorgt, obschon es doch Prinzchens Weihnachtsgeschenk für Luise ist. Luise aber interessiert sich in diesen Tagen mehr für den Ausverkauf als für Schlösser, also ist es an mir, mit Leim und Schere den Untergang des architektonischen Erbes unseres Landes zu verhindern. Prinzchen ist vom Resultat tief beeindruckt, ich hingegen staune nur, dass ich zum ersten Mal im Leben einen Bastelbogen ohne Wutanfall zu Ende gebracht habe. Spricht das nun eher für einen hohen Entspannungsgrad, oder für Altersmilde?

Wo ich schon mal einen Überschuss an Geduld und noch mehr freie Zeit habe, kann ich mich ja um den Erhalt weiterer Architekturdenkmäler kümmern. Da gibt es noch einen Eiffelturm fertigzustellen, den die Kinder an Heilig Abend als Überbrückung zwischen Vorspeise, Hauptspeise und Bescherung von uns als Beschäftigungstherapie verordnet bekommen haben. Leider ist das Bauwerk am 24. unvollendet geblieben, darum klaube ich die verbliebenen Teilchen – Nummer 140 ist bereits auf Nimmerwiedersehen verschwunden – zusammen und vollende den Turm. Prinzchens Bewunderung für mich kennt jetzt keine Grenzen mehr. Gleich morgen will er in die Migros rennen, um ein Puzzle mit viel mehr Teilen zu besorgen, das „wir“ in den kommenden Tagen „zusammen“ aufbauen können.

Mir soll’s recht sein. Wo es doch noch lange nicht Zeit ist, die Gartensaison einzuläuten. 

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Mama…?

„Mama, hilfst du mir bei dem Kristall-Experiment?“

„Mama, wo sind die Klebstreifen?“

„Mama, ich will mich bei Ricardo einloggen. Zeigst du mir bitte, wie das geht?“

„Mama, die Katze hat in mein Zimmer gekackt. Was soll ich jetzt machen?“

„Mama, sind die Läden heute offen?“

„Mama, wir möchten testen, ob dieses Gerät noch läuft. Kannst du helfen?“

„Mama, ich weiss nicht, wie ich mein E-Banking einrichten muss.“

„Mama, wo ist der Brotaufstrich, den ich mir gekauft habe?“

„Mama, ich will mir diese Agenda bestellen. Hilfst du mir?“

„Mama, sagst du dem FeuerwehrRitterRömerPiraten, er solle aufhören?“

„Mama, dürfen wir heute noch ans iPad?“

„Mama, können wir heute lange aufbleiben und im gleichen Zimmer schlafen?“

Andauernd diese Fragen und jede einzelne an mich gerichtet, obschon daneben ein Papa sitzt, der in diesen Tagen genauso auf der faulen Haut liegt, der ebenso in der Lage wäre, zu helfen und der ganz und gar nicht zu diesen passiven Vätern gehört, die keinen Schimmer haben, was zu Hause alles läuft. Trotzdem wird er nicht ein einziges Mal in seinem süssen Nichtstun gestört.

Ich möchte ja nicht unbedingt jenen das Wort reden, die derzeit auf Facebook verbreiten, die einzige Frage, die man Vätern stelle sei „Papa, wo ist Mama?“, aber momentan fühlt es sich gerade an, als hätten sie recht. 

(Und dabei antworte ich doch auf jede dritte Frage: „Frag Papa. Der hat gestern aufgeräumt und weiss bestimmt, wo das ist.“)

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