Musikkritik

Seit Jahren schwelt zwischen „Meinem“ und mir ein nicht offen ausgetragener Streit um die Frage, was schöne Musik ist. Ohne es zu wissen, hat das Prinzchen diesen Streit heute entschieden. Zu meinen Gunsten:

Prinzchen: „Mama, was ist klassische Musik?“

Ich (nach kurzem Überlegen, wie ich das kurz zusammenfassen soll): „Damit meint man die Musik, die zum Beispiel von einem Orchester gespielt wird und die….“

Prinzchen (unterbricht mich): „Du meinst also, schöne Musik.“

Ich: „Ja, also…“

Prinzchen: „Diese schöne Musik, die du jeweils hörst?“

Ich: „Ja, also…“

Prinzchen: „…und nicht diese hässliche Musik, die Papa gefällt?“

Na ja, wenn du’s so sagst, werde ich dir bestimmt nicht widersprechen. 

trois; prettyvenditti.jetzt

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Schulsystemkonform

Ein letztes Mal trabte ich heute Nachmittag im Kindergarten an, um mich mit der Lehrerin über die schulische Zukunft eines unserer Kinder zu unterhalten und dieses letzte von vielen Kindergarten-Elterngesprächen war ein absolutes Novum für mich. Da war kein Hauch von „Ein liebes Kind, aber leider fast ein wenig zu schüchtern“, keine Spur von „In diesem Bereich müssen Sie unbedingt mit ihm arbeiten, sonst wird es schwierig“, keine Andeutung in Richtung „Eventuell könnte da mal eine Therapie nötig werden.“ Nein, nichts dergleichen, einfach nur: „Er macht das wirklich toll, bringt alles mit, was er für die Schule braucht und ist voll und ganz bereit für den nächsten Schritt.“ 

„Warum freust du dich so über dieses Gespräch? Das Prinzchen kommt ja ohnehin in die Schule, egal, ob er bereit ist oder nicht“, meinte Luise, als ich völlig beschwingt nach Hause kam. „Du kannst dir ja nicht vorstellen, wie schön es ist, wenn mal nicht an deinem Kind rumgemäkelt wird“, gab ich zur Antwort. Und wie ich das sagte, dämmerte mir, dass“Meiner“ und ich im fünften Anlauf doch noch ein schulsystemkonformes Kind zustande gebracht haben. (Nicht dass ich dies für besonders erstrebenswert erachte, aber es macht die Dinge deutlich einfacher…)

la dignità; prettyvenditti.jetzt

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Wie gut verstehst du deine Mutter? – Ein kleines Quiz

Meine lieben Mütter-Kolleginnen

Ich hätte da einen kleinen Hinweis: Wenn eure Kinder sich andauernd am Hinterkopf kratzen, vielleicht auch hinter den Ohren und manchmal auch oben auf dem Kopf, wenn sich dann auf der Kopfhaut auch noch so kleine, schwarze Punkte zeigen und ihr am Ende sogar noch einen Brief der Schulleitung bekommt, dann könnte es vielleicht sein, dass eure Familie Opfer von Läusen geworden ist. Ja, ich weiss, sowas hört man gar nicht gern und ich möchte auch nicht felsenfest behaupten, dass eure Kinder wirklich Ungeziefer auf dem Kopf haben, aber es könnte vielleicht, unter gewissen Umständen, wenn man die Dinge als Ganzes betrachtet, so sein.

Und wisst ihr, was man tut, wenn es vielleicht, unter gewissen Umständen, wenn man die Dinge als Ganzes betrachtet, sein könnte, dass eure Kinder Läuse haben? Dann greift man als Erstes mal zum Lauskamm und kämmt den Kindern brav die Haare aus. Oh ja, bei manchen wird es ein ziemliches Geschrei geben, aber das ist mir egal. Mit etwas Glück bleibt im Kamm nichts Weiteres hängen als ein paar Fusseln, mit ziemlich viel Pech finden sich darin winzig kleine, weisse Dinger, die Fachleute zweifelsfrei als Nissen erkennen können. Mit noch mehr Pech hängen da auch ein paar hässliche Viecher mit vielen Beinen drin. Diese Viecher nennt man Läuse und die gehören eigentlich nicht auf Kinderköpfe, auch wenn sie sich dort ausgesprochen wohl fühlen. Und wenn es auf den euch anvertrauten Kinderköpfen von dem weissen Zeug oder gar ein paar von diesen hässlichen Viechern gibt, dann gibt es nur eins: Lauskur und zwar so lange, bis keine einzige Laus, keine einzige Nisse mehr zu finden ist. Zugegeben, das ist ziemlich Scheisse, aber anders geht’s nicht.

Nein, kommt mir jetzt nicht mir der Ausrede, ihr hättet keine Zeit, stundenlang zu behandeln, zu kämmen, zu waschen und wieder zu kämmen. Ich habe auch keine Zeit und muss trotzdem. In diesem Winter bereits zum dritten Mal und weil ich die Hand dafür ins Feuer legen kann, dass Prinzchen & Co. nach der letzten Kur voll und ganz läusefrei waren, muss eine von euch Schuld daran sein, dass ich jetzt schon wieder Abend für Abend im Badezimmer sitze und kämme. 

bonjour, je m' appelle Jean; prettyvenditti.jetzt

bonjour, je m‘ appelle Jean; prettyvenditti.jetzt

Schneeneidisch

Winter ist nicht so mein Ding. Klar, ich finde Schnee wunderschön und ich liebe es, den fallenden Flocken zuzuschauen oder das reine Weiss im Sonnenlicht zu bewundern. Mein Bedürfnis, mich in dem kalten Zeug zu tummeln oder irgendwo in einer Skihütte bei Ländlermusik abzuhängen ist jedoch mikroskopisch klein. Das Geld für eine anständige Skiausrüstung und Ferien im Schnee – so ich es denn habe – gebe ich lieber für andere Dinge aus. Für Krankenkassenrechnungen, zum Beispiel, oder für die Reparatur des undichten Fensters im Wohnzimmer. 

Dennoch packt mich in diesen Tagen der blanke Neid, wenn ich – zwischen Krankenbesuch (momentan gerade auf der Intensivstation), Arztgespräch, Streit schlichten, weil Luise beim „Monopoly“ wieder mehr einheimst als alle anderen und Mittagessen kochen – einen Blick auf mein Facebook-Profil werfe. Dort sieht es nämlich so aus, als tummle sich gerade alle Welt vollkommen sorgenfrei auf verschneiten Bergen, währenddem bei uns mal wieder alles aus dem Ruder läuft. Filmchen von putzigen Missgeschicken bei ersten Versuchen auf Skiern und glückliche Gesichter in der virtuellen Welt, sorgenvolle Mienen und gelangweilte Kinder in dem, was wir unser echtes Leben nennen. Und jetzt sind auch noch die Läuse zurückgekehrt….

Klar, mein Kopf sagt mir, dass das alles gar nicht so schlimm ist, dass das Dasein andernorts auf diesem Planeten wirklich elend ist, während wir nur eine Phase durchstehen, die halt eben zum Leben gehört. Mein Kopf sagt mir auch, dass ich eigentlich nicht die geringste Lust hätte, mir den Hintern am Rande einer Skipiste abzufrieren. Aber tief in mir drinnen haust auch ein kleiner Jammerlappen und der führt sich in diesen Tagen auf wie Rumpelstilzchen. „Alle haben Spass“, schimpft er, „nur wir müssen mal wieder am Rande stehen und zuschauen, wie sich die anderen vergnügen. Ich will auch in den Schnee!“ Und auch wenn er vollkommen stumpfsinniges Zeug von sich gibt, dieser Jammerlappen, zum Schweigen bringen lässt er sich halt doch nicht so leicht.

l' infanzia è finita; prettyvenditti.jetzt

l‘ infanzia è finita; prettyvenditti.jetzt

Familiengebilde

Jetzt verstehe ich, wie das gemeint ist, wenn es heisst, meistens seien es die Frauen, die einspringen, wenn Angehörige erkranken. Wenn aus dem Verdacht eine Diagnose wird, bleibt keine Zeit, nach weissen Flecken im Terminkalender des voll berufstätigen Sohnes zu suchen, dann muss jemand her, der flexibler ist, denn die medizinische Hilfe für Schwiegermama darf jetzt nicht warten. Klar lasse ich sofort alles Unnötige stehen und liegen, klar organisiere ich die unabdingbaren Alltagsangelegenheiten so, dass ich ausreichend Zeit habe, um Schwiegermama nicht nur zu begleiten, sondern auch wirklich für sie da zu sein. Die Kinder stecken klaglos zurück, kommen wenn’s sein muss auch bereitwillig mit, um sich im Wartezimmer zu langweilen. Das muss jetzt einfach sein, zum Nachdenken und vielleicht auch mal zum Stänkern ist dann wieder Zeit, wenn wir alle klarer sehen und mehr oder weniger abschätzen können, was da auf Schwiegermama und uns alle zukommt.

Und auch wenn in der Vergangenheit nicht immer alles rosig war zwischen Schwiegermama und mir, auch wenn mich beim Gedanken an die Zukunft zuweilen das nackte Grauen packt, so weiss ich doch: Ich muss nicht nur für sie da sein, ich will es auch.

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Andere Eltern sind anders

„Andere Eltern gehen spätestens um 22 Uhr ins Bett, nicht wie ihr. Ihr bleibt immer bis Mitternacht oder später auf und kommt morgens nicht aus den Federn“, sagt Karlsson und belegt seine Aussage mit einer Art Umfrage, die er offenbar unter seinen Klassenkameraden durchgeführt hat.

Er sagt auch: „Andere Eltern würden ausrasten, wenn ihr Kind einen Betragenszettel nach Hause bringt. Mindestens zwei Wochen Handy-Verbot, vielleicht auch noch Hausarrest. Ihr aber sagt einfach ‚Na ja, selber Schuld, dass du deswegen Arrest bekommst. Sorg dafür, dass es nicht wieder vorkommt.‘ und damit ist die Sache gegessen.“

Dann auch noch: „Andere Eltern machen keinen Mittagsschlaf. Die stehen den Tag auch ohne durch.“

Und: „Andere Eltern trinken nicht so viel Cola.“

Oder: „Ihr hängt immer am iPad rum. Andere Eltern machen sowas nicht.“

Und schliesslich auch noch: „Andere Eltern würden am Abend die Schultasche kontrollieren, aber ihr lasst uns einfach ins Messer laufen, wenn wir etwas vergessen haben.“

Er sagt das ohne Vorwurf, eher so in einer Mischung aus Verwunderung und Amüsement.

Und ich frage mich dann: Seid ihr wirklich so anders, ihr anderen Eltern? So viel disziplinierter und erwachsener? Oder seid ihr einfach gewiefter darin, den Teenager, der irgendwo auch in euch noch schlummert, vor euren Sprösslingen zu verbergen?

(Ach ja, das Prinzchen fängt jetzt übrigens auch schon an mit dem „andere Eltern“-Geschwätz. Neulich am Esstisch: „Die Eltern von xy streiten sich nie so wie ihr. Das weiss ich, ich war schon oft bei denen.“ Ich habe dann geantwortet: „Stimmt, die streiten sich nicht so wie wir, die streiten sich schlimmer und das weiss ich, weil ich schon mal mitten drin war, als sie losgelegt haben.“)

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Paartag-Gedanken

Am Abend zuvor:

„Endlich mal wieder ein Tag zu zweit nach dem ganzen Stress der vergangenen Wochen.“ 

Heute im Morgengrauen:

„Ach wie schön! Kinderfrei!“

Kurz danach:

„Was motzt „Meiner“ jetzt schon wieder rum? Nicht aufregen, wir haben kinderfrei…“

Noch etwas später:

„Himmel, kann der nicht mal zuhören, wenn ich etwas sage?“

Nachdem die Kinder aus dem Haus sind:

„Jetzt fängt er auch noch an, Mails zu checken…“

Zwanzig Minuten später:

„Noch immer an den Mails…Und zuhören will er mir auch nicht…Und mit dem soll ich einen Tag weggehen…“

Zehn Minuten später:

„Er versteht mich ja überhaupt nicht mehr. Kommt davon, wenn man nie Zeit hat füreinander. Das kann ja heiter werden heute…“

Noch einmal fünf Minuten später:

„Interessiert er sich überhaupt noch für mich?“

Kurz vor der Abfahrt:

„Dann versuchen wir es halt. Aber ich hab nicht die geringste Lust zum Reden.“

Im Auto:

„Diese Fahrt wird endlos…“

Etwas später im Auto:

„Okay, ich glaube, er will wirklich wissen, was ich von dieser Sache halte. Na, dann rede ich eben doch…“

Nach halber Fahrt:

„Wie hat der mich bloss dazu gebracht, mein Innerstes nach aussen zu kehren? Vielleicht wird es heute doch nicht so schlecht.“

Kurz vor der Ankunft am Ziel:

„Habe ich jetzt tatsächlich gelacht über seinen Witz?“

Beim Aussteigen:

„Hmmmm, er nervt plötzlich gar nicht mehr.“

In der Sauna:

„Schon schön, jemanden an der Seite zu haben, vor dem man sich nicht zu verstellen braucht.“

Etwas später:

„Eigentlich doch ganz nett, so ein Tag zu zweit…“

Beim Mittagessen:

„Ach, ist das gemütlich…und wirklich schön, diese angeregte Unterhaltung.“

Am Nachmittag:

„Himmlisch, diese Ruhe…“

Am späten Nachmittag:

„Ich will jetzt eigentlich gar nicht nach Hause. Wir haben uns doch eben erst wieder gefunden.“

Auf der Heimfahrt:

„Das müssen wir unbedingt bald wieder tun. Was bin ich froh, dass wir einander haben.“ 

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Kommt und besucht mal Barbamama

Es hat lange gedauert, bis ich zu dieser Erkenntnis gefunden habe, aber vielleicht wollte ich das Augenfällige einfach nicht wahr haben. Jetzt aber weiss ich es: Ich bin Barbamama – Mutter dieser wunderbar wandlungsfähigen Wesen -, die ausgesetzt worden ist, um mit einer Horde von ganz und gar inflexiblen Wesen unter einem Dach zu leben. Barbamama, die sich problemlos umformen kann, je nachdem, was gerade gefragt ist, ein knetmassenähnliches Wesen, ausgesetzt in einer Familie von ganz und gar starren Menschen. 

Barbamama windet am Kolumnen-Dienstag ihre Sätze um Karlssons Geplauder herum, wenn dieser ausnahmsweise erst später zur Schule muss und deshalb die geschwisterfreie Zeit mit ihr geniessen will. Sie schiebt den Wäscheberg hin und her und wieder zurück, weil die Gäste an „Meiners“ Vernissage einen Apéro geniessen sollen, die Planung aber nicht ganz geklappt hat. Sie vollführt einen kunstvollen Tanz durch die ganze Wohnung, um den Interviewpartner auf der anderen Seite der Telefonleitung vor dem Geplapper der kranken Luise zu schützen. Sorgsam baut sie ihre Termine um die Stundenpläne sämtlicher Familienmitglieder herum und sitzt am Ende doch mit Freundin und Zoowärter zu Hause am Kaffeetisch, weil sie das kranke Kind nicht mit in die Stadt schleppen kann. Ihre Arbeitstage zerstückelt sie in kleinstmögliche Portionen, weil immer irgend einer etwas hat, wenn sie eigentlich ungestört arbeiten möchte. Wenn es dann doch mal zu klappen scheint, ruft die Lehrerin an und meldet, das Bauchweh des FeuerwehrRitterRömerPiraten sei so schlimm, dass der Junge nach Hause kommen müsse und schon schlingt Barbamama ihre wendigen Arme um das arme Kind, anstatt mit den vier oder fünf Fingern, die sie zum Tippen braucht, in die Tasten zu hauen. Genau so kunstvoll, wie sie sich physisch an ihre Lieben anpasst, tut sie dies mit ihren Gedanken, die eigentlich lieber eine längst fertige Geschichte in schöne Sätze giessen möchten. Stattdessen beschäftigen sich Barbamamas Gehirnwindungen dann halt mit der Frage, wo Zoowärters Schuhe hinmarschiert sein könnten, wie „Meiner“ den Beamer anschliessen muss und warum Edith Piaf für Karlssons Ohren wunderschön, für fast alle anderen aber schier unerträglich klingt. Ja, zuweilen lässt sie sich sogar dazu hinreissen, das Transportmittel zu machen, wenn mal wieder einer zu faul ist, die eigenen Beine zu bewegen, um zur Trompetenstunde zu fahren und deshalb gerade spät genug behauptet, das Velo habe einen Plattfuss. 

Versteht mich nicht falsch, Barbamama fühlt sich ganz wohl bei dieser Horde, sie liebt sie sogar heiss und innig und sieht den Sinn jeder einzelnen Programmänderung durchaus ein. Sie hat auch nicht grundsätzlich etwas dagegen, spontan, wandlungsfähig und formbar zu sein. Manchmal wünschte sie sich einfach, es wäre nicht immer sie, die sich und ihr Programm den Plänen und Verpflichtungen der anderen entsprechend deformieren muss. Und manchmal fragt sie sich, wo denn eigentlich ihr rosaroter Barbapapa mit den sieben zu jeder Wandlung fähigen Kindern geblieben ist. 

barbapapa

Diese Ausländer…

Gestern mal wieder ein Gespräch beim Warten an der Kasse, wie es wohl so oft stattfindet in der Schweiz. Daran beteiligt: Eine Schweizerin älteren Semesters (ÄS), „Meiner“ (M) und ich (I). Nicht am Gespräch beteiligt, aber doch auch irgendwie dabei: Prinzchen, Zoowärter und FeuerwehrRitterRömerPirat, die ganz dringend ein wenig Taschengeld loswerden müssen und darum im Laden herumschwirren, der Zoowärter mit seinem ganzen Geburtstagsgeld in der Hand.

I: „Zoowärter, steck dein Geld in die Tasche. Sonst verlierst du es.“

M: „…oder jemand reisst es dir aus der Hand.“

ÄS: „Ja, pass auf. Man kann nie wissen. So, wie das heutzutage zu und her geht.“

I: „Tja, die Menschheit zeigt sich mal wieder von ihrer schlechtesten Seite…“

ÄS: „Früher war das also anders. Als ich in der Schule war, musste man noch keine Angst haben vor den Leuten. Da war es noch sicher.“

I: „Das glaube ich Ihnen…“

ÄS: „Heute, mit all diesen Ausländern ist man nirgendwo mehr sicher.“

M: „Ich bin auch so ein Ausländer.“

ÄS: „Es sind natürlich nicht alle schlecht. Aber die, die den ganzen Tag arbeiten und nicht zu ihren Kindern schauen…“

I: „…weil sie nicht genug Lohn bekommen, um ihre Familien durchzubringen…“

ÄS: „Ja, kann sein. Aber diese Albaner. Unmöglich. Lassen ihre Kinder bis nachts um zehn draussen rumrennen. Die kümmern sich nie um ihre Kinder und machen immer nur Probleme.“

M: „Ich bin schon ziemlich lange Lehrer. Wissen Sie, mit welchen Eltern ich am meisten Probleme habe? Mit den Schweizern.“

ÄS: „Man darf natürlich schon nicht alle in den gleichen Topf werfen. Meine Nichte heiratet ja jetzt auch einen Albaner. Ein flotter Kerl, wirklich. Es sind nicht alle schlecht, das stimmt. Aber diese Ausländer…“

Wann begreifen „Meiner“ und ich endlich, dass es nichts bringt, an der Kasse für eine differenzierte Sicht der Dinge zu missionieren?

fiori silenziosi

dodici fiori silenziosi; prettyvenditti.jetzt