Wo treibt er sich bloss wieder rum?

„Unmöglich ist er, dieser kleine Schlingel“, schimpfte ich, als ich heute im Garten meine Mutter antraf. „Kaum drehst du ihm den Rücken zu, macht er sich aus dem Staub. Neulich ist er doch schon wieder ohne Erlaubnis in die Migros abgehauen. Hat sich einfach seine zwei Franken Taschengeld geschnappt und ist losgezogen, um sich Panini-Bildchen zu kaufen. Dabei hat er mir hoch und heilig versprochen, das nie wieder zu machen. Ich hab‘ ihm gesagt, dass er nie ohne seine grossen Geschwister gehen darf und er hat so getan, als hätte er verstanden. Und jetzt ist er schon wieder spurlos verschwunden. Bei Nachbars ist er nicht, hinter dem Haus ist er nicht, mit dem Zoowärter ist er auch nicht mitgegangen. Ich hoffe einfach, er ist nicht auf dem Sportplatz. Das hat er neulich auch gemacht. Einfach ab, ohne etwas zu sagen und als er wieder zurück war, hat er geheult, weil die Grossen gemein waren zu ihm. Er kann sich doch nicht einfach im Dorf herumtreiben…“ 

Nachdem ich fertig gezetert hatte, zog ich weiter laut rufend ums Haus, um das Prinzchen zu finden. Ich fand ihn dann auch. Tief schlafend in seinem Bett. Manchmal treibt er sich halt auch ganz gern im Land der Träume herum, ohne mir vorher Bescheid zu sagen. 

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Wir sind doch keine Hobbygärtner

Hobbygärtner nennen sie uns etwas verächtlich und sie liegen damit ja nicht vollkommen falsch. Wir sind keine Profis, werden es nie sein und wollen es auch nicht sein. Dennoch stört mich die Bezeichnung „Hobbygärtner“, denn wir machen uns die Finger ja nicht bloss schmutzig, weil uns sonst langweilig wäre. Wenn wir in der Erde buddeln, verfolgen wir weitaus höhere Ziele.

Wir wollen, dass unsere Kinder miterleben, wie aus winzigen Samen etwas Grossartiges wird, sei es nun essbar oder „nur“ schön. Wir wollen die Gewissheit, alles in unserer Macht stehende getan zu haben, um Nahrungsmittel auf unsere Teller zu bringen, von denen wir wissen, woher sie kommen und wie sie aufgewachsen sind. Unsere Gärten sollen ein Festbankett für Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und anderes Getier sein, unser Gemüse soll sich ernähren von dem, was auf dem Komposthaufen verrottet ist. Unsere Bäume sollen nicht nur Obst tragen, sondern auch unseren Kindern als Klettergerüst dienen – wenn die Zweige nicht gerade voller Blüten oder voller Obst sind. Wir wollen Gemüsesorten ziehen, die man nicht in jedem Laden kaufen kann und die Schnecken halten wir lieber mit Blumen – oder notfalls mit Salz – von diesem Gemüse fern. Wir wollen Gärten, in denen man nicht lange still sitzen kann, weil es immer etwas zu beobachten gibt, vielleicht auch etwas zu jäten oder zu ernten. Wir wollen nicht perfekte Schönheit, sondern buntes, abwechslungsreiches Leben.

Wie? Das klingt euch alles etwas zu idyllisch? Das kann ich leider nicht verhindern. Wir sind nämlich keine Hobbygärtner, sondern Garten-Idealisten.

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Ein paar kleine Absurditäten

Da hat vor ein paar Tagen ein – gelangweilter? – Journalist ein altes Bild von Angelina Jolie hervorgekramt und festgestellt, dass die „schon als 15-Jährige“ „unverkennbar grosse blaue Augen“ hatte. Unglaublich! Die Augen der gewöhnlichen Menschenjungen öffnen sich ja erst so etwa um den 18. Geburtstag herum und natürlich bleibt auch die blaue Farbe nur bei den Allerwenigsten erhalten. Wenn Angelina Jolie also bereits im zarten Teenager-Alter grosse, blaue Augen hatte und diese sogar behalten hat, grenzt dies an ein Wunder und ich frage mich, weshalb es diese Nachricht nicht auf die Frontseite geschafft hat.

Vorletzte Woche brachte der Zoowärter einen Elternbrief nach Hause. Am nächsten Tag gehe es auf die Schulreise, wir sollten dafür sorgen, dass das Kind gutes Schuhwerk trage. Warum, so fragte ich mich, informieren die so weit im Voraus. Es würde doch auch reichen, am Morgen fünfzehn Minuten vor Abmarsch ein Rundtelefon zu starten. Da Kinderfüsse kaum wachsen, hat bestimmt jede Familie ein gut eingelaufenes Paar Wanderschuhe, in die das Kind schlüpfen kann. Und der mit Leckereien vollgestopfte Rucksack steht selbstverständlich auch jederzeit bereit.

Neulich ging ich mit Karlsson an einem Lokal vorbei, dessen Besitzer mit grossen Plakaten auf eine Neuerung hinwies: „Neu! Fumoir für Raucher!“ Wie gut, dass die Raucher nicht länger im Fumoir der Nichtraucher sitzen müssen, denn dort stinkt es bestimmt ganz gewaltig nach Nichtrauch.

Vor einiger Zeit verspürte ich das grosse Bedürfnis, ein wenig zu jammern und da ich zufälligerweise gerade jemandem in die Arme lief, legte ich los mit meinem Geklöne. Nachdem ich mein Problem geschildert hatte, meinte meine Gesprächspartnerin: „Oh je, das war bei mir auch mal so. Glaub mir, es hat Jahre gedauert, bis ich das hinter mir lassen konnte. J-A-H-R-E! Das war die mühsamste Zeit meines Lebens.“ Hach, wie hat mir dieses Gespräch doch gutgetan. So frisch entmutigt liess es sich gleich wieder viel beschwingter leben.

Da lässt sich doch heute ein Politiker in der Tageszeitung mit dem Satz zitieren, die Familien in der Schweiz würden schon mehr als genug Vergünstigungen erhalten, da müsse man nicht auch noch die Kinderzulage von der Bundessteuer befreien. Seitdem ich diesen Satz gelesen habe, suche ich mein Familienleben verzweifelt nach den vielen Vergünstigungen ab, von denen der geschätzte Herr Politiker faselt, doch bisher habe ich noch keine einzige gefunden. Na ja, vielleicht kann ich die Chips für Prinzchens Kindergartenreise, die ich in der Migros zum halben Preis erstanden habe, als Vergünstigung ansehen, damit ich mich nicht so schrecklich unvergünstigt fühlen muss.

Kaum zu glauben, aber der FeuerwehrRitterRömerPirat nimmt es mir tatsächlich übel, dass er erst dann ein Eis bekommt, wenn es wieder gefroren und nicht mehr von der Autofahrt aufgeweicht ist. Dabei kann er doch während der Wartezeit so schön seine Hausaufgaben erledigen…

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Ein Lob auf die Teenager

Passt ihnen etwas nicht, stemmen sie sich mit aller Macht dagegen. Nicht so ein läppischer, halbherziger Widerstand, sondern echte Opposition, gegen die man mit nichts ankommt, weder mit Bestechungen, noch mit Drohungen und schon gar nicht mit logischen Argumenten. Wer Nachhilfestunden in Sachen Opposition braucht, sollte dringen Hilfe bei einem Teenager suchen. Bei dem lernt man alles, sogar die hohe Kunst, im Affekt Weck-Gläser zu zertrümmern.

Doch damit ist das Repertoire eines Teenagers längst nicht ausgeschöpft. Hat ein Halbwüchsiger nämlich genug getobt, kann es durchaus vorkommen, dass er vollkommen unerwartet einlenkt. Einfach so, aus heiterem Himmel löst sich der Widerstand in Luft aus und auf einmal herrscht wieder eitel Sonnenschein. Das Wesen, das sich eben noch äusserst widerborstig gab, macht plötzlich willig alles mit, was man sich von ihm gewünscht hätte, aber kaum zu fordern gewagt hatte.

Wenn man ganz viel Glück hat, geht der Teenager sogar noch einen Schritt weiter. Freimütig gesteht er dir, dass er eigentlich von Anfang an gewusst hat, dass er einlenken wird, aber dass er halt einfach noch etwas getobt hat, um zu sehen, wie weit er es damit bringt.

Ich liebe Teenager. Meistens.

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Aussensicht

Heute nur soviel: Manchmal ist es gut, wenn man gezwungen wird, die eigene Höhle für ein paar Tage zu verlassen und sich unter die Leute zu mischen. Die Sorgen lösen sich damit zwar nicht in Luft auf, aber immerhin hat man keine Gelegenheit, um sie herumzutanzen.

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Ende der Geschmacksverirrung

Lange Zeit habe ich mir eingeredet, so schlimm könne es doch nicht sein, doch seit heute gibt es keinen Zweifel mehr: Ich werde alt. Es ist noch gar nicht so lange her, da war klar, dass am Ende eines Tages wie heute ein Teller Pasta mit Mayonnaise und Käse stehen würde. Ein Tag, der wegen einer Mischung aus Hormonen und unbezahlten Rechnungen mit einem Heulkrampf beginnt, der damit weitergeht, dass wildfremde Kinder in unserem Garten auftauchen und das Prinzchen piesacken, ein Tag, der gewürzt ist mit diversen kleineren und grösseren Dramen und der mit dem vierten Musikschulkonzert innerhalb von drei Wochen und quälenden Bauchkrämpfen endet. Ein Tag also, den man nicht gelebt, sondern mehr schlecht als recht hinter sich gebracht hat. Ein Pasta-mit-Mayonnaise-Tag eben. 

Wenn ich es denn noch über mich brächte, Pasta mit Mayonnaise zu essen. Doch der Comfort-Food, der mich bei Teenager-Liebeskummer, schlechten Mathenoten, endpubertären Streitereien mit „Meinem“, Hochzeitsstress, Schwiegermutter-Dramen, Schwangerschafts-Elend, Babyblues und endlosen Tagen mit störrischen Kleinkindern getröstet hatte, schmeckt mir nicht mehr. Einfach so, ohne jegliche Vorwarnung, sind meine Geschmacksnerven erwachsen geworden und tolerieren keine derartigen Geschmacksverirrungen mehr. 

Gut, ich hab‘ festgestellt, dass Pasta mit Butter und Käse auch ganz tröstlich sind, aber irgendwie riecht das halt nicht gleich wohlig nach Selbstmitleid. Vielleicht liegt’s daran, dass man mit zunehmendem Alter nicht mehr so ungeniert im Selbstmitleid baden darf, weil man ja weiss, dass es anderen viel dreckiger geht. 

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Und, hat sich was getan?

Kein Zweifel, über die Bedürfnisse von uns Familien wird deutlich mehr geredet, geschrieben und diskutiert als auch schon. Man macht Datenerhebungen, analysiert, verfasst Berichte, erstellt bunte Grafiken, um Missstände für alle verständlich zu erklären. Man trommelt Expertenrunden zusammen, jedes Medium, das etwas auf sich gibt, veröffentlicht hin und wieder einen grossen Sonderteil zum Thema Familie, in dem dann auch ein paar Mütter und Väter von den Herausforderungen erzählen dürfen. Und natürlich hat man unzählige Produkte und Angebote entwickelt, die uns Familien das Leben – und das Portemonnaie – erleichtern sollen. 

Auch im Alltag sind Familien präsenter als früher. Hatte ich zu Beginn meiner Mutterkarriere noch den Eindruck, man müsse den Leuten das Wort „Kinderfreundlichkeit“ buchstabieren, so ist es heute für fast jeden klar, dass das irgendwie wichtig ist. Wir Eltern dürfen auch mal ungeniert sagen, dass uns unsere Aufgabe zuweilen an die Grenze treibt und nur noch die wahrhaft griesgrämigen Zeitgenossen wagen es, uns daraus einen Strick zu drehen. Faltprospekte für Anlaufstellen, Beratungsangebote, Treffpunkte, Kurse etc. wirft man uns regelrecht hinterher. Und ja, inzwischen findet man an vielen Orten auch Familienparkplätze, verkehrsberuhigte Zonen, süssigkeitenfreie Supermarktkassen, kinderwagentaugliche Wanderwege, Fläschchenwärmer und Wickeltische, die sowohl für Mütter als auch für Väter zugänglich sind – früher waren die ja immer im Damen-WC untergebracht oder vielleicht im Behinderten-WC, wofür man eigens irgendwo einen Schlüssel auftreiben musste. 

Ist es also besser geworden für uns Familien? In einigen Punkten ganz bestimmt und doch frage ich mich zuweilen, ob das alles nur eine nett aufgebaute Fassade ist, um davon abzulenken, dass man die grossen Brocken weiterhin ignoriert: Das Geld, das auch bei anständig verdienenden Familien immer knapper wird. Die Kinderzulage, die den meisten Familien nichts weiter bringt, als dass sie bei den Steuern etwas höher eingestuft werden und deshalb mehr abliefern dürfen. Die berühmte (Nicht)Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Das allzu löchriger Auffangnetz, wenn eine Familie mal wirklich arg in Bedrängnis gerät. Das Schulsystem, das denen eine Chance bietet, die zu Hause Unterstützung bekommen. Und noch ein paar Dinge mehr…

Wenn ich, wie heute, diesen bitteren Realitäten mal wieder im eigenen Alltag in die Augen sehen muss, überkommt mich die grosse Wut über das ganze familienfreundliche Geschwätz, das derzeit so beliebt ist. „Hört doch endlich auf zu quatschen und bringt mal ein paar echte Verbesserungen“, möchte ich denen zurufen, die es in der Hand hätten, etwas zu ändern. Ich will  nämlich nicht, dass meine Kinder, wenn sie mal Eltern sind, noch an den gleichen Brocken meisseln müssen, die uns im Wege liegen. Die Hoffnung, dass diese Brocken weggeräumt werden, solange wir noch davon profitieren, habe ich schon fast begraben. 

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Und als Ausgleich zehn Dinge, die mich zutiefst glücklich machen

* Frisch geschleuderter Honig, geschenkt von Menschen, die ihn selber geschleudert haben. Kostbarer geht’s fast nicht, finde ich.

* Wenn ich mit einem oder mehreren Kindern lachend und schwatzend durch die Strassen gehe und wir erstaunte Blicke von Passanten ernten. Ihr glaubt gar nicht, wie befremdlich es gewisse Menschen finden, wenn Mütter mit ihren Kindern herumalbern. (Schnauze ich meine Brut in der Öffentlichkeit an, dreht sich übrigens kaum je einer nach uns um.)

* Wenn es spät abends zu regnen anfängt und am Morgen wieder die Sonne scheint. Von mir aus dürfte der ganze Sommer so sein.

* Dass „Meiner“ und ich es trotz allem noch miteinander aushalten. Ach, was untertreibe ich da? Ich liebe diese Nervensäge noch immer.

* Blütendüfte beim Abendspaziergang (natürlich nicht zu spät am Abend, weil es dann ja gefälligst regnen soll).

* Die Vielfalt an Menschen, mit denen wir grössere und kleinere Bruchstücke unseres Lebens teilen dürfen.

* Dass die Kätzchen innert kürzester Zeit begriffen haben, wo das Geschäft hingehört. Okay, vielleicht macht mich das nicht gerade zutiefst glücklich, aber doch sehr zufrieden. Vor allem, wenn ich bedenke, dass der gute Gottegris noch immer… Ach, lassen wir das, wir reden hier von schönen Dingen.

* Heidelbeeren

* Das Gefühl, gesegnet zu sein. Überkommt mich immer dann, wenn uns aus heiterem Himmel etwas unglaublich Gutes zustösst.

* Dass ich wieder gelernt habe, Tränen zu lachen.

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10 Dinge, die mir auf den Geist gehen

  • Hysterische Haushaltgeräte. Ihr wisst schon, diese Herdplatten, die beim kleinsten Tropfen Feuchtigkeit auf dem Schaltfeld hysterisch zu piepsen anfangen und erst wieder damit aufhören, wenn man sie zuerst mit einem leicht feuchten Lappen, dann mit einem frischen Küchentuch und schliesslich – wenn man nichts anderes mehr zur Hand hat – mit dem Rockzipfel oder dem Pulloverärmel trocken reibt. 
  • Wenn „Meiner“, der als Siebenjähriger offenbar zu anständig und zu schüchtern war, den Mitschülerinnen den Rock hochzuziehen, glaubt, er müsse diese prägende Erfahrung bei mir nachholen. Ich habe ihm dann zu verstehen gegeben, dass ich auf diesem Gebiet ganz und gar keinen Nachholbedarf habe, da ich im Alter zwischen drei und dreizehn ausschliesslich Röcke getragen habe und damit zur Zielscheibe sämtlicher Siebenjähriger wurde, die weniger schüchtern und anständig waren als „Meiner“ damals. 
  • Okay, damit mache ich mich jetzt unbeliebt: Dieses doofe „Happy, happy, happy“-Gedudel, dem man in diesen Tagen permanent ausgesetzt ist. Was, um alles in der Welt, gefällt euch allen so an diesem Lied? Mich treibt es auf die Palme.
  • Fruchtfliegen, die sich mangels anderer Alternativen auf dem Küchenlappen niederlassen. Muss ich jetzt meine Lappen wirklich mehr als einmal täglich wechseln?
  • Leute, die es nicht mal nötig haben, mir ein kurzes „Danke für die Anfrage, aber ich habe keine Zeit“ zukommen zu lassen, wenn ich sie höflich frage, ob sie mir allenfalls, wenn es ihnen nicht zu viele Umstände macht, ein paar Auskünfte für einen Artikel geben würden, den sie selbstverständlich vor der Publikation gegenlesen dürften, damit alles in ihrem Sinne wäre. 
  • Samstage, die vorgeben, sie wären nahezu kinderfrei, dabei verbringt man den halben Tag damit, die verschiednen Kinder zu verschiedenen Terminen zu karren. 
  • Schädlinge, die an sämtlichen Gemüsesorten ihre Spuren hinterlassen, aber nicht die Grösse haben, dazu zu stehen und sich zu zeigen. 
  • Die Peperoni-Sucht unserer Kinder. Ich meine, ist ja toll, dass sie Peperoni lieben, aber egal, ob ich das Doppelte, Drei- oder Vierfache der in den Rezepten vorgesehenen Menge kaufe, am Ende ist doch nichts mehr da, wenn ich am Herd stehe. Und dabei habe ich doch immer so ein furchtbar schlechtes Gewissen, wenn ich vor der Peperoni-Saison das Zeug aus Spanien oder Holland kaufe. 
  • Dass es mir nicht gelingt, mein Lachen zu verbergen, wenn das Prinzchen einen Mist gebaut hat und ich ihm eigentlich ganz ernst ins Gewissen reden möchte. Muss der seinen Unfug immer so charmant anstellen?
  • Haushaltgeräte, die dann, wenn man auf ihr Piepsen angewiesen wäre, weil dieses das Ende der Kochzeit anzeigen würde, plötzlich verstummen, so dass alles verkocht. Noch ärger sind nur noch Haushaltgeräte, die mal stumm bleiben und sich wenige Augenblicke später wieder hysterisch gebärden. Also zum Beispiel unser Kochherd. 

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Weshalb ich gestern nichts geschrieben habe

Gewollt hätte ich ja schon, aber nicht gekonnt, weil ich den ganzen Tag eine Zweijährige gehütet habe. Eine sehr selbständige, unternehmungslustige, aber auch äusserst friedfertige Zweijährige, die einem mit Blicken und Händedruck klar macht, was sie will. Eine Zweijährige, die so lange auf dem Trampolin hüpft, wie es ihr passt, die nicht länger als 45 Minuten Mittagsschlaf macht, die schelmisch lächelt, wenn sie etwas im Schilde führt, die unsere Jungs mit Leichtigkeit dazu bringt, ihr die volle Aufmerksamkeit zu schenken, die sofort Vertrauen zu mir gefasst hat, auch wenn sie mich nicht besonders gut kennt und darum liess sie sich willig von mir an der Hand nehmen, herumtragen, auf dem Schoss halten, auf die Schultern nehmen…  Eine ganz wunderbare Zweijährige, die schon bei unserer ersten Begegnung mein Herz erobert hat und die jederzeit herzlich willkommen ist bei mir. 

Wenn sie das nächste Mal kommt, muss ich vorher einfach gedanklich ein paar Jahre zurückreisen, um wieder in den „Allzeit bereit für den nächsten verrückten Einfall“-Modus zu kommen, den ich irgendwie verlernt habe, seitdem das Prinzchen im Kindergarten ist. Wie konnte ich bloss vergessen, dass so ein kleines Menschlein mindestens 59 von 60 Minuten für sich in Anspruch nimmt und das erst noch mit Charme? Wie konnte ich bloss vergessen, wie müde man nach einem wunderbaren Tag mit einem kleinen Menschlein ist?

Und wie haben wir das bloss geschafft, als bei uns zu Hause noch mehrere von diesen hinreissenden kleinen Menschlein gleichzeitig auf verrückte Einfälle kamen?

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