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Wer den Mann oder die Frau des Lebens in sehr jungen Jahren gefunden hat, kennt die Situation: Ihr verbringt einen netten Abend mit Freunden, die Stimmung ist wunderbar und du bist so locker drauf, dass du gerade heraus sagst, was du denkst. „Diese Hose ist potthässlich“, zum Beispiel. Oder: „Der Abend bei deinen Eltern war voll langweilig.“ Oder: „Picknicken finde ich total doof.“ Oder sonst irgend eine Sache, die man halt so sagt, wenn man glaubt, zu allem eine Meinung äussern zu müssen, weil man noch nicht begriffen hat, dass man jetzt einen geliebten, aber ausgesprochen sensiblen Menschen an seiner Seite hat. Und darum ist der Abend von diesem Moment an im Eimer. Solange die anderen noch dabei sind, fällt dir bloss auf, dass der Mann oder die Frau an deiner Seite plötzlich etwas kurz angebunden ist, sobald ihr aber alleine seid, geht es los mit dem ganzen „Du weisst doch, wie sehr es mich verletzt, wenn man mein Äusseres kritisiert und ich bin der einzige Mensch auf diesem Planeten, der meine Eltern nicht mögen darf und wenn du Picknicks nicht liebst, liebst du auch mich nicht.“ Im besten Fall seid ihr euch nach stundenlanger Gefülsanalyse, tausend Beteuerungen, dass es nicht so gemeint war und einer tränenreichen Versöhnung ein Schrittchen näher, als ihr es vorher wart. Im schlimmsten Fall kaut ihr drei Wochen lang an der Episode, ehe ihr endlich wieder so richtig verliebt seid.

Wenn ihr allmählich erwachsen werdet, lernt ihr, miteinander umzugehen. Falsche Bemerkungen geraten nicht mehr so leicht in den falschen Hals, jeder weiss vom anderen, wie die Dinge gemeint sind und irgendwann wird die Zeit zu zweit zu knapp, so dass ihr sie ganz bestimmt nicht mit banalen Streitereien vergeuden wollt. So kommt es, dass du dich allmählich wieder daran gewöhnst, ohne Rücksicht auf die Gefühle deiner Mitmenschen zu sagen, was du denkst. Du lässt dich wieder dazu verleiten, laut zu verkünden, wie hässlich du hellgraue Wände findest, wie doof ein bestimmter Comic deiner Meinung nach ist und was du über den Gebrauch von zu viel Parfum denkst. Tja, und dann sitzt da plötzlich ein Teenager vor dir, der dich mit grossen, traurigen Augen ansieht, weil du mit deiner herzlosen Aussage seine Gefühle verletzt hast und irgendwie kommt dir die Situation sehr bekannt vor. 

Im besten Fall seid der Teenager und du euch nach stundenlanger Gefülsanalyse, tausend Beteuerungen, dass es nicht so gemeint war und einer tränenreichen Versöhnung ein Schrittchen näher, als ihr es vorher wart. Im schlimmsten Fall kaut ihr drei Wochen lang an der Episode, ehe die Luft zwischen euch wieder richtig rein ist. Ob du dich je trauen wirst, wieder ganz entspannt deine Meinung zu äussern, ist fraglich. Der Satz „Meine Mutter hat immer so abschätzig… und darum habe ich es nie geschafft…“ kommt dir ja auch noch von irgendwo bekannt vor…


 

Was ich mir für 2017 wünschen würde

  • Dass Frieden wieder als ein absolut erstrebenswerter Zustand betrachtet wird und nicht als ein vollkommen veraltetes Konzept für Memmen, die es nicht wagen, anderen aufs Dach zu geben.
  • Dass Kinder ihre unheimliche Fähigkeit verlieren, jede Ersatzpackung Zahnbürsten sofort aufzuspüren und aufzureissen. (Selbstverständlich gilt dieser Wunsch für jede beliebige Art von Ersatzpackungen, die man irgendwo versteckt, in der Hoffnung, Ersatz zur Hand zu haben, wenn es mal dringend nötig wäre.)
  • Dass es wieder möglich wird, unterschiedliche Meinungen zu vertreten, hitzig zu diskutieren und einander trotzdem zu mögen.
  • Dass Pokémonologie zum Pflichtfach an jeder Schule erklärt wird, weil nur so eine gewisse Möglichkeit besteht, dass die Knöpfe endlich ihr Interesse an den Viechern verlieren.
  • Weniger Religiosität und mehr echten Glauben.
  • Dass das Denken über die eigene Nasenspitze hinaus wieder richtig in Mode kommt.
  • Die Abschaffung von Überraschungseiern, als Kokosnüsse getarnten Aludosen, Wochendendtrips nach New York, in Plastik geschweissten Gurken und anderem Blödsinn.
  • Eine Extraportion Nächstenliebe für jeden Menschen auf diesem Planeten.
  • Regen
  • Gemeinsame Mahlzeiten, bei denen nicht einer motzt.
  • Dass soziale Medien nicht immer asozialer werden. (Also, ich meine jetzt nicht, weil alle nur noch auf ihre Displays starren…)
  • Dass alle Kinder lernen, Blumenkohl zu lieben (Für den Anfang reichen auch zwei oder drei. Hauptsache, der Zoowärter muss sich nicht immer so unverstanden fühlen, wenn er von seiner Leibspeise schwärmt.)
  • Dass der Wahnsinn, der in letzter Zeit so furchtbar modern ist, ein Ende findet, bevor wir glauben, er sei ganz und gar normal.
  • Dass unsere Kinder zu Menschen heranwachsen, die mitdenken und mitgestalten, anstatt einfach nur mitzulaufen.
  • Mindestens einen Abstimmungssonntag, an dem ich nicht Trübsal blasen muss.
  • Friede, Freude, Eierkuchen – aber echt jetzt!

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Weshalb es hier so still war

Natürlich hätte ich etwas schreiben können. Aber das wäre dann ein endloses Gejammer geworden über den aggressiven Käfer, der mich ausgerechnet jetzt so lange ausser Gefecht gesetzt hat. Vielleicht auch eine wüste Schimpftirade über die Ärztin, die es wichtiger findet, mein Gewicht zu kritisieren, als sich meines Käfers anzunehmen. Möglicherweise auch ein ausgiebiges Bad im Selbstmitleid, weil man sich doch die Weihnachtstage so anders wünscht. 

Gejammer, Schimpftirade, Selbstmitleid – all das scheint mir wenig angebracht, wenn die Nachrichten voll sind von echtem Elend. Klar, nur weil es anderen sehr viel dreckiger geht, kommt unser Leben noch lange nicht ohne seine Herausforderungen aus und in der Regel finde ich es auch in Ordnung, darüber zu berichten. Doch nur, wenn es mir gelingt, den Lesern mit dem Geschriebenen ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern oder sie einen Moment lang zum Nachdenken zu bewegen. Weil ich aber sowohl für Humoristisches als auch für Tiefgründiges zu schlapp war, habe ich eben geschwiegen.

Glaubt mir, es war besser so, denn mein Gejammer hättet ihr wirklich nicht lesen wollen. 

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Auf der anderen Seite…

Neulich geriet ich in eine Diskussion, bei der ich mich ganz unerwartet auf der für mich eher ungewohnten Seite des Arguments wiederfand. Es ging um die Lehrer und ihre Missetaten. Um ihre Rolle als Gefängniswärter, die unseren Kindern die Freiheit rauben. Um ihre Herzlosigkeit, mit der sie ihren Schützlingen begegnen. Um ihre Foltermethoden, mit denen sie den Kleinen das Leben schwer machen.

Ich weiss, ihr denkt jetzt, ich sei bestimmt diejenige gewesen, die all diese Dinge geäussert hat. Immerhin werde ich nicht müde, lauthals über die Schule zu zetern und zu schimpfen. Habe ich nicht gerade vorgestern meinem Ärger wieder einmal Luft verschafft? Aber so hat meine Gesprächspartnerin geredet und ich habe dagegen gehalten und zwar nicht nur, weil ich Tisch und Bett mit einem Lehrer teile, der so gar nicht dem Bild des Schulzimmer-Tyrannen entsprechen will. Dass ich mich plötzlich in der Rolle der glühenden Lehrerverteidigerin wiederfand, hat auch andere Gründe.

Ja, man darf – und muss zuweilen auch – der Schule als Institution kritisch gegenüberstehen. Man soll nicht einfach alles widerspruchslos hinnehmen, was der Lehrplan für unsere Kinder vorsieht. Es gibt Situationen, in denen es angebracht ist, harte Kämpfe mit Lehrpersonen auszufechten, wenn sie nicht das Wohl des Kindes, sondern irgend ein halbgares pädagogisches Hirngespinst im Sinne haben. Es gibt auch viele gute Gründe, die eigenen Kinder der Schule gar nicht mehr anzuvertrauen. Von mir aus darf man sogar eine Lehrperson nicht mögen und alles grundfalsch finden, was sie oder er tut. In meinem Leben gibt es auch zwei oder drei Pädagogen, bei denen es mir ausgesprochen schwer fällt, etwas Gutes zu finden. 

Was man bei all dem aber nicht vergessen darf, ist die Tatsache, dass Lehrer und Lehrerinnen auch nur Menschen sind. Menschen, die in der Regel nicht böswillig handeln – obschon natürlich auch diese Regel ihre Ausnahmen kennt; ich rede da leider aus Erfahrung. Menschen, die sich meistens bei dem, was sie tun, etwas überlegen – obschon uns diese Überlegungen manchmal schleierhaft sind. Menschen, die aus irgend einem Grund sind, wie sie sind. Menschen, die vermutlich nicht selten ebenso laut über uns seufzen, wie wir über sie. Menschen, die einen Job ausüben, in dem ich schon am ersten Tag scheitern würde, weil ich nicht die Nerven dazu hätte. Menschen, die … Ach, was soll ich auch noch weiter aufzählen? Sie sind halt einfach auch nur Menschen. So wie du und ich. Darum lasse ich mich – bei aller Kritik an der Schule meiner Kinder – nicht vor den Karren jener spannen, die in jedem Lehrer ein kinderfressendes Monster sehen.

Mein Positionsbezug hatte aber auch noch andere Gründe. Nämlich die Perlen unter den vielen Lehrerinnen und Lehrer, die meine Kinder schon unterrichtet haben. Die Primarlehrerin, die dafür verantwortlich ist, dass eines unserer Kinder in zwei Jahren nur an einem einzigen Tag keine Lust hatte, zur Schule zu gehen. Der Klassenlehrer, der immer und immer wieder die Geduld aufbringt, unserem Sohn noch eine Chance zu geben. Die Förderlehrerin, die bei den Kindern so beliebt ist, dass sie ihr fast vors Velo springen, um sie zu begrüssen, wenn sie an unserem Haus vorbeifährt. Die Oberstufenlehrerinnen, die es nicht nur fertig bringen, die Herzen der Teenager im Sturm zu erobern, sondern die sogar in der Lage sind, überkritische, zynische Mütter zu begeistern. Die Geschichtslehrerin, die das Kunstwerk zustande bringt, ihre Schüler darüber nachdenken zu lassen, dass Kolumbus vielleicht nicht der Held war, als den die Geschichtsschreibung ihn gerne darstellt. 

Meine Gesprächspartnerin wollte mir natürlich nicht glauben, dass es solche Lehrer und Lehrerinnen gibt. Aber es gibt sie sehr wohl. Und wir sollten sie gefälligst anständig behandeln, denn sie sind es, die dafür sorgen, dass unsere Kinder trotz aller Mängel, die unser Schulsystem leider hat, viel Gutes mitbekommen.

Und wenn ihr jetzt findet, ich trete heute etwas gar oberlehrerhaft auf, dann schreibt das bitte den Käfern zu, die mir das Prinzchen in seiner unendlichen Grosszügigkeit freundlicherweise überlassen hat. Er hat jetzt genug gejammert und gestöhnt. Jetzt darf ich…

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Schlechte Nacht?

Heute wieder mal einer für die Rubrik „peinliche Anrufe aus dem Lehrerzimmer“:

„Frau Venditti, hatte ihr Kind eine schlechte Nacht?“

„Äääääh, ich weiss nicht so recht. Ich habe da schon so ein Rumoren gehört…“

„Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, das Kind macht mir einen ganz zufriedenen Eindruck und es sagt auch, es gehe ihm gut. Aber es ist jetzt … na ja, wie soll ich sagen?… also… es ist zweimal hintereinander regelrecht eingepennt. Ist es für Sie in Ordnung, wenn ich es nach Hause schicke?“

„…“

Wo, um Himmels Willen, sind diese Erdlöcher zum Verkriechen, wenn man sie mal dringend braucht?

Und nein, ich verrate nicht, wer es war…

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Mama mit den Superschuhen

Draussen ist es zum ersten Mal in diesem Herbst so richtig kalt. Prinzchen sitzt auf dem Fussboden, zieht sich Socken an und schaut mir dabei zu, wie ich mit nackten Füssen in meine halboffenen Schuhe schlüpfe.

Prinzchen: „Warum muss ich Socken anziehen, wenn du selber nie welche trägst?“

Ich: „Na ja, eigentlich wäre es klug, Socken anzuziehen, aber ich hasse es, warme Füsse zu haben.“

Prinzchen: „Aber warum frierst du denn nicht an die Füsse, wenn du ohne Socken nach draussen gehst?“

Ich: „Weisst du, manchmal friere ich schon auch, aber meistens ist mir eher zu warm als zu kalt, auch dann, wenn es draussen kalt ist. Ich glaube, ich bin halt einfach ein Mensch, der selten friert.“

Prinzchen: „Ach so. Ich habe immer gedacht, du müsstest nie Socken tragen, weil du Spezialschuhe hast, in denen man gar nicht frieren kann.“

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Ende des Tunnels?

Nach zahllosen Elterngesprächen, bei denen wir am Ende wie geschlagene Hunde aus dem Schulzimmer schlichen, weil es ja nicht von nichts kommen kann, wenn es mit einem Kind nicht so läuft, wie die Schule das gerne hätte,…

Nach so manchem furchtbar peinlichen „Frau Venditti, wir müssen reden“-Anruf,…

Nach vielen Terminen mit Experten, bei denen wir gelegentlich vollkommen entspannt und aufnahmefähig rechtzeitig im Wartezimmer sassen, in der Regel aber verschwitzt, leicht gereizt und mit einem Trupp kleiner Kinder im Schlepptau angerast kamen,…

Nach stundenlangem Brüten über Abschlussberichten, Standortbestimmungen, Untersuchungsergebnissen, Verordnungen und Formularen,…

Nach gefühlten zehntausend Tagen, an denen wir nicht mehr ein und aus wussten, weil Kind und Schule einfach nicht kompatibel zu sein schienen,…

Nach endlosem Gejammer und Geklöne, das sich Freunde und Verwandte von uns anhören mussten,…

Nach wunderschönen, mutmachenden Worten von lieben Menschen, die unser Gejammer und Geklöne auch beim hundertsten Mal noch ernst nahmen,… 

Nach mehreren intensiven Expertenrunden, bei denen zwar alle Beteiligten sehr guten Willen zeigten, die Grenzen des Machbaren aber doch wenig Spielraum für echte Veränderungen boten,…

Nach zornigen Ausbrüchen, weil einen bei der Starre des Systems und dem ewigen Dreinfunken des Kantönligeistes ein Gefühl der Ohnmacht überfällt,…

…sieht es endlich so aus, als gebe es einen richtig guten Ausweg aus dieser miesen Sackgasse. Und jetzt, wo wieder Licht ins Dunkel fällt, erkennt man, dass es zwischen all den Paragraphen und Verordnungen des Volksschulgesetzes halt auch Menschen gibt, denen das Wohlergehen eines Kindes wirklich am Herzen liegt.

So etwas muss auch einmal gesagt sein. 

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Schwärmerisches Geschwätz

Jetzt gehöre ich also auch schon zu den Menschen, die – kaum befinden sie sich mal wieder in den heiligen Hallen einer höheren Bildungsanstalt -, mit verklärtem Lächeln verkünden, eine schönere Zeit als die vier Jahre am Gymnasium gebe es nicht. So frei sei man da, so wissbegierig, so entspannt. Wenn ich könnte, würde ich die Zeit sofort zurückdrehen, behaupte ich, und natürlich kann ich es mir nicht verkneifen, die eine oder andere Anekdote von damals zum Besten zu geben. Ach, was gäbe ich doch drum, noch einmal so unbeschwert und jung zu sein…

Und wie ich mich so schwärmen höre, wird mir bewusst, wie furchtbar alt ich mit meinem schwärmerischen Geschwätz wirken muss. So alt eben, wie Menschen wirken, die ihre Jugendjahre nur noch durch die rosarote Brille betrachten und so tun, als hätte ihnen der Kampf um eine anständige Mathenote damals  nicht ganz fürchterlich zugesetzt.

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Wasser predigen und Adventssäcklein füllen

Das ist wohl wiedermal typisch: Da schreibe ich mir tagsüber beim Versuch, uns Eltern in Sachen Weihnachtsgeschenke ein wenig Vernunft einzureden, beinahe die Finger wund und am Abend fülle ich Adventssäcklein nach Adventssäcklein nach Adventssäcklein nach Adventssäcklein…. bis mir vor lauter Adventssäcklein der Schädel brummt. 

Damit ich mir beim Blick in den Spiegel noch in die Augen schauen kann, sage ich mir jetzt einfach, ich müsse eben die anderen Eltern davor warnen, so zu werden wie ich.

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Warum ich damit aufgehört habe,…

… mich wie ein kleines Kind auf schöne Dinge zu freuen:

Weil ich alt und pessimistisch geworden wäre? Nun, ich habe offen gestanden schon optimistischer die Zukunft geblickt, aber das hindert mich eigentlich nicht daran, das Schöne und Gute zu suchen.

Weil mein trübes Dasein mir so wenig Grund zur Freude böte? Nein, auch das nicht, denn bei allem Stress und Chaos bringt doch jeder Tag sein Erfreuliches mit sich. (Na ja, fast jeder Tag…)

Weil ich nun endlich vernünftig geworden wäre? Vernünftig? Ich doch nicht! Vernunft ist etwas für vernünftige Leute.

Nein, es ist ganz einfach so, dass sechzehn Jahre Mutterschaft mich gelehrt haben, wie schnell sich Vorfreude in tiefstes Selbstmitleid verwandelt, wenn ein Geippevirus, ein unzuverlässiger Babysitter oder ein geplatzter Blinddarm die schönsten Pläne über den Haufen werfen. Darum habe ich aufgehört, mich wie ein kleines Kind auf schöne Dinge zu freuen.

Dafür freue ich mich jetzt wie ein kleines Kind, wenn die schönen Dinge, auf die ich mich nicht zu freuen gewagt habe, zustande kommen.

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