Ich möchte nur einmal….

… aufs WC gehen können, ohne vorher die Spuren meiner Söhne beseitigen zu müssen, ohne das Ding entstopfen zu müssen, ohne vorher eine neue Rolle WC-Papier suchen zu müssen, ohne dass jemand an die Tür poltert, weil er mir unbedingt jetzt etwas sagen muss.

… in den eben gerade geputzten Spiegel schauen können, ohne hinter den Fingerabdrücken meiner Tochter mein Gesicht nicht mehr erkennen zu können.

… die Hände waschen können, ohne vorher die Zahnpastaspuren sämtlicher Kinder zu beseitigen, ohne nach dem Handtuch suchen zu müssen, ohne zuerst die Badeenten aus dem Lavabo schmeissen zu müssen.

…. ein Bad nehmen können, ohne vorher die Wanne vollständig putzen und entrümpeln zu müssen.

Ist das den wirklich zu viel verlangt?

Es komme mir jetzt keine jener allwissenden Mütter und ermahne mich, ich müsste eben meine Kinder besser dressieren. Dressur ist nichts für mich; ich versuche es lieber mit Erziehung, auch wenn es anstrengender ist. Und es komme mir jetzt kein Single daher, der mir sagt, ich solle dankbar sein dafür, dass mein WC nicht immer sauber, mein Spiegel nicht immer blank, mein Handtuch nicht immer an seinem Platz ist. Ich bin unendlich dankbar für fast alles. Aber nicht dafür.

Mist! Das war wohl kein besonders erbauender Start ins neue Jahr. Aber es musste einfach mal gesagt sein…

Die letzten Absurditäten des alten Jahres

Bevor ich 2009 ad Acta lege, muss ich noch ein paar Absurditäten loswerden. Es wäre schade, sie mit ins neue Jahr zu nehmen. Hier also sind sie:

Da kaufe ich mir heute eine Amaryllis zum halben Preis und was muss ich auf der Verpackung lesen, als ich mir eine feine Mahlzeit daraus zubereiten will? „Achtung! Nicht zum Verzehr geeignet.“

Wie meine treuen Leserinnen und Leser wissen, ist der Zoowärter wieder auf Windeln umgestiegen, kaum dass er trocken war. Wochenlang habe ich mir  vergeblich den Kopf darüber zerbrochen, warum dies geschehen ist.  Schwiegermama hingegen schaut das Kind zwei Sekunden an und weiss den Grund: „Ha la schiena debole“ – Er habe eben einen schwachen Rücken. Aha, darum also habe ich wieder zwei Wickelkinder.

Bundespräsidentin Doris Leuthard habe ihre Neujahrsansprache mit schwarzen Nägeln und im dunklen Blazer gehalten, erfahre ich heute in der Tageszeitung. Seither zerbreche ich mir den Kopf darüber, welche Farbe die Fingernägel von Hans-Rudolf Merz hatten, als er letztes Jahr die Neujahrsansprache hielt. Auch an die Farbe von Pascal Couchepins Nagellack im Jahr davor kann ich mich nicht mehr erinnern. Oder könnte es gar sein, dass man auch am Ende der Nullerjahren noch immer alleine den Politikerinnen so genau auf die Fingernägel schaut?

In der Migros wollen sie, dass ich schon wieder Fasnachts-Chüechli kaufe. Und dabei habe ich noch immer zwei Christstollen, die darauf warten, verschlungen zu werden. Und die Weihnachtsguetzli sind auch noch nicht weniger geworden. Himmel, warum müssen die einen immer so hetzen?

Karlsson und Luise waren heute mit ihrer Tante bei Starbuck’s, wo es heisse Schokolade und Donuts gab. Danach waren sie noch im Süssigkeitenladen, wo sie auslesen durften, was ihr Herz begehrt. Der Zoowärter und der FeuerwehrRitterRömerPirat haben gestern bei Ikea ein winziges Stofftierchen auswählen dürfen. Ratet mal, wer wem aufs Dach gegeben hat, weil die anderen so viel mehr bekommen haben. Kleiner Tipp: Es waren nicht diejenigen, die tatsächlich weniger bekommen haben.

So, nun lasse mich meine geschätzten Leser in Ruhe für dieses Jahr. Es hat mir Spass gemacht, euch hin und wieder den Alltag zu versüssen und es war mir ein Vergnügen, zu lesen, dass ich nicht die einzige durchgeknallte Mama auf diesem Planeten bin. Ich freue mich darauf, auch im neuen Jahr wieder zu bloggen und von euch zu lesen. Allen Mamas & Papas wünsche ich, dass sie Silvester irgendwie hinter sich bringen, ohne von einer Tischbombe erschlagen zu werden, und allen zusammen, auch denen, die nicht Mamas & Papas sind, wünsche ich ein gesegnetes neues Jahr.

Schwiegermamas Weihnachtsfest

Die Schwiegermama wollte doch noch Weihnachten feiern mit uns und zwar auf ihre Art: Sich ins Ausverkaufs-Getümmel stürzen und den Kindern etwas kaufen, was sie dringend brauchen. Eine Winterjacke zum Beispiel. Oder einen Pullover und eine Hose. Eigentlich hätte sie schon vor Weihnachten gehen wollen, aber da haben „Meiner“ und ich nur auf den vollen Kalender geschaut und losgebrüllt vor lauter Lachen. Dann haben wir probiert, ihr die Sache auszureden, denn meistens schonen solche Einkaufstouren zwar unser Budget, nicht aber unsere Nerven und die sind bei uns meist noch knapper als das Geld. Aber Schwiegermama bestand auf ihrem Vorschlag und so haben wir ihr Traum-Weihnachtsfest eben heute nachgeholt: Morgens um halb neun die Kinder aus dem Bett gezerrt, sie schnell schnell verköstigt und in die Kleider gezwängt. Dann mit dem Zoowärter eine Ewigkeit darüber diskutiert, warum I-Ah nicht mitkommen könne und schliesslich doch nachgegeben, weil der Kleine so geheult hat. Irgendwann standen sie da, die fünf: geputzt, gestriegelt und vollkommen lustlos. Ich kann gar nicht verstehen, warum sie sich nicht aufs Kleiderkaufen freuten…

Auf dem letzten Zacken schafften wir es, den Bus zu erwischen und in die Stadt zu fahren, wo Schwiegermama bereits wartete. Dann also mal ab in die Läden. Im ersten schnappte sich der FeuerwehrRitterRömerPirat einen „Wickie“-Pyjama und damit war die Sache für ihn erledigt, mochte die Schwiegermama ihn noch so sehr anflehen, doch noch einen Pullover, eine Grosspackung Unterhosen oder ein Paar Socken auszuwählen. Luise konnte sich derweilen nicht zwischen der rosaroten und der geblümten Hose entscheiden und war überhaupt eingeschnappt, dass sie sich Hosen kaufen musste und nicht eines jener gerüschten Kleidchen. Der Zoowärter heulte, weil er  einen Winnie the Pooh haben wollte, aber nicht konnte, weil sein kleines gelbes Idol bei „C & A“ bloss Dekoration war. „Meiner“ und ich wühlten uns derweilen durch einen Haufen Baby-Bodies, um für das Prinzchen die passende Grösse zu finden, die aber leider praktisch ausverkauft war.

Irgendwie schafften wir es, fast alle Wünsche zu befriedigen und zogen danach weiter zum Warenhaus, wo Karlsson sich eine Winterjacke auswählen durfte. Während Karlsson in aller Seelenruhe Jacken anprobierte, verkrochen sich der Zoowärter und der FeuerwehrRitterRömerPirat unter die Regale und das Prinzchen, das bei Papa in der Rückentrage sass, begann, die oberen Regale leer zu räumen. Irgendwann hatte die Schwiegermama eine zündende Idee: Sie lotste den Zoowärter und den FeuerwehrRitterRömerPiraten an einen Ort, wo sie keinen Schaden anrichten konnten, nämlich in die Spielzeugabteilung! Wo ich sie beiden mit hunderttausend Versprechen, dass sie sich den singenden Winnie the Pooh und das Spiel mit den Rittern und den Lerncomputer und die Playmobil-Pyramide ganz bestimmt zum Geburtstag wünschen dürften. Während Karlsson und „Meiner“ sich weiter um die Jacke kümmerten und die Schwiegermama das ganze Treiben gleichmütig beobachtete, mutierte ich so langsam aber sicher zu einer jener Albtraum-Mütter, wie man sie in Warenhäusern so gerne sieht: „Komm sofort her, Zoowärter! Und fass mir ja nichts mehr an! Nein, Prinzchen, nicht die Dekoration herunterreissen! Hierher, FeuerwehrRitterRömerPirat, und zwar Dalli! Nein, das kaufe ich euch nicht. Das ist zu teuer. Wo bist du jetzt schon wieder, Luise? Zowääääääärter, neeeeeiiiiiiiiin!“ Irgendwann wusste ich mir nicht mehr anders zu helfen, als den Rabauken Zuckerstangen zu kaufen. Worauf der Streit losging, wer welche Farbe bekommen sollte. Worauf ausgerechnet die  Zuckerstange, die alle haben wollten, zerbrach. Worauf noch einmal eine neue Zuckerstange hermusste, weil zerbrochene Zuckerstangen bekanntlich ungeniessbar, ja, sogar giftig sind.

Irgendwann waren die Einkäufe geschafft, „Meiner“, die Kinder und ich auch. Nur Schwiegermama stand ganz entspannt daneben und meinte, das sei doch jetzt alles ganz glatt gelaufen. Ach ja, und wer hat sich eigentlich die ganze Zeit über liebevoll um I-Ah gekümmert und ihn mitgeschleppt, wenn er zwischen den Regalen liegenblieb?

Na, wer wohl?

Guten Abend, gut‘ Nacht, Teil II

Während „Meiner“ und ich die Nacht mit dem Zoowärter und dem FeuerwehrRitterRömerPiraten als wenig erholsam in Erinnerung haben, scheinen die beiden Jungs sie genossen zu haben. Anders lässt es sich nicht erklären, dass die zwei heute Nacht gegen vier Uhr wieder in unser Bett geschlüpft kamen. Ob I-Ah freiwillig wieder mitkam, ist mir nicht bekannt, aber ich nehme mal an, dass er keine andere Wahl hatte. Weil „Meiner“ und ich keine Lust hatten auf eine Wiederholung, es aber auch nicht übers Herz brachten, die zuckersüssen Kerlchen wieder nach oben zu schicken, beschlossen wir, ihnen noch eine Chance zu geben, diesmal einfach am Rande unseres Bettes. Und so kam es, dass ich schon bald dort lag, wo letzte Nacht I-Ah gelegen hatte: In der Mitte, eingekeilt zwischen „Meinem“, der mir möglichst viel Platz bieten wollte und den Kindern, die möglichst nahe bei mir sein wollten. Einfach perfekt. Vor allem für mich als Gelegenheits-Auf-dem Bauch-Schläferin. Versuch mal, dich auf den Bauch zu drehen, wenn du zu deiner Linken von zwei Jungs und einem depressiven Esel, zu deiner Rechten von einem dich beschützenden „Deinen“ bedrängt wirst.

Vergiss es!

Dann eben doch das Sofa. Wie ich es schaffte, aus diesem Bett herauszukommen, ohne einen meiner Bettgenossen platt zu treten, ist mir schleierhaft. Aber irgendwie gelang es mir, meine Kissen zu schnappen, im dunklen Treppenhaus nach oben zu schleichen, um mir die Globi-Decke des Zoowärters zu holen und danach unbeschadet den Weg zum Sofa zu finden. War gar nicht so leicht, mit all den Stillkissen, Winterstiefeln und Skijacken, die wir – als kleine Herausforderung, weil sonst dasLeben allzu gleichförmig wird – auf der Treppe liegen haben.

So machte ich es mir mit Globi auf dem Sofa bequem. Und konnte nicht mehr einschlafen. Denn inzwischen schwirrten mir schon die Sätze im Kopf herum, die ich hier niedergeschrieben habe. Und die musste ich erst einmal loswerden, bevor an Schlaf überhaupt zu denken war. Jetzt aber, wo das erledigt ist, ziehe ich mich wieder auf mein Sofa zurück.

Gute Nacht allerseits!

Soll ich? – es bleiben lassen?

Weihnachten 2009 ist Geschichte, das Jahr liegt in den letzten Zügen und völlig unerwartet schleichen sich da ein paar gute Vorsätze aus dem Hinterhalt an. Wie wär’s mit weniger essen? Vielleicht gar mit ein wenig abnehmen? Nur die zehn Kilos, die du noch immer mit dir rumschleppst von der letzten Schwangerschaft, mehr nicht. Oder du könntest bis Ostern auf Süsses verzichten. Hat doch letztes Jahr bestens geklappt und an den Geburtstagen der Kinder könntest du ja eine Ausnahme machen. Und dann steht da auf dem Dachboden noch dieser Hometrainer, den du dir im Sommer angeschafft hast. Wie wär’s wenn du den in Zukunft etwas öfter benützen würdest? Nicht jeden Tag. Zwei-, dreimal die Woche wäre immerhin schon besser als gar nie…

Was soll ich bloss tun? Die Vorsätze klingen ja ganz vernünftig. Aber ist es nicht grundsätzlich so, dass man gute Vorsätze nie einhält und sie deshalb am besten gar nicht erst fasst? Andererseits kann man nie wissen, was man schaffen könnte, wenn man es gar nicht erst probiert. Ich glaube, ich mache mich jetzt erst mal mit all den Christstollen und „After Eight“ zu schaffen, die noch in der Küche vor sich hingammeln. Sollte ich mich danach unwohl fühlen, kann ich mir ja den einen oder anderen Vorsatz etwas genauer anschauen…

Guten Abend, gut‘ Nacht…

Hätte ich gestern Abend doch bloss auf „Meinen“ gehört! Er hatte mir nämlich vorgeschlagen, ich sollte doch für einmal auf dem Sofa nächtigen, damit ich mal wieder durchschlafen könne. Aber weil wir gestern Abend Krach gehabt hatten – ja, auch das kommt vor bei uns, man sollte es kaum für möglich halten -, sah mir das Ganze zu sehr nach „Bleib doch bitte auf dem Sofa, dann habe ich meine Ruhe vor dir“ aus und deshalb ging ich, wie jeden Abend, brav in mein Körbchen. Wo ich einen schlafenden Zoowärter vorfand. Der schon bald nicht mehr schlafend war, weil er nämlich einen wunden Hintern hatte. Das kommt davon, wenn man, nachdem man mal sauber war, wieder zum Wickelkind wird. Nachdem aber der Zoowärter gesalbt und gewickelt war, sah es ganz danach aus, als könnte die Nacht doch noch ganz entspannend werden. „Meiner“ war nämlich so nett, den Zoowärter samt seinem geliebten I-Ah, ohne den er keinen Schritt mehr macht, auf seine Seite des Bettes zu nehmen. Was sich später als genau das Falsche herausstellte.

Denn später kam der FeuerwehrRitterRömerPirat in unser Bett gekrochen. Und weil bei „Meinem“ kein Platz mehr war, hatte ich das Vergnügen, den FeuerwehrRitterRömerPiraten unter meiner Decke zu beherbergen. Was etwa ähnlich vergnüglich sein dürfte, wie wenn man mit einem Zitteraal das Bett teilen würde. Mit einem Zitteraal, der einem immer wieder die Bettdecke zu entreissen versucht. Denn der FeuerwehrRitterRömerPirat schlägt im Schlaf nicht um sich, nein, er liegt ganz ruhig und ist dennoch stets mit irgend einem Körperteil in Bewegung. Ein eigenartiges Zittern, das einem den Schlaf raubt, einen an den Rand des Wahnsinns und an den Rand des Bettes treibt. Was zur Folge hatte, dass meine Füsse schon bald im Leeren baumelten, weil unser Bett nämlich rund ist.

Am Morgen bot sich dann folgendes Bild: Auf der rechten Seite des Bettes, fast schon auf dem Fussboden, lag „Meiner“, daneben, selig schlummernd, der Zoowärter. Auf der linken Seite das gleiche Bild mit mir und dem FeuerwehrRitterRömerPiraten. Und in der Mitte, dort, wo das Bett am bequemsten ist und wo ich eigentlich schlafen sollte, machte sich I-Ah breit. Nun, zumindest er hat wohl gut geschlafen. Und hat vielleicht ein einziges Mal in seinem Leben keinen Grund, bei seinen Freunden zu darüber zu jammern, wie schlecht es doch das Leben mit ihm meine. Wobei, so wie ich I-Ah kenne, wird er bestimmt auch an dieser Nacht etwas finden, worüber er jammern kann…

Stephanstag

Was macht man am Stephanstag, wenn sich einfach keiner mehr findet, der mit Vendittis noch ein wenig Weihnachten feiern möchte? Nicht mal die Schwiegermutter, die sonst immer froh ist um ein wenig Aufmerksamkeit, hatte Lust, mit uns die Weihnachtstage ein wenig zu verlängern. Und so bleib uns heute nichts anderes übrig, als den halben Tag im Pyjama herumzuhhängen, uns mit Guetzli vollzustopfen, ein wenig zu lesen, den Kindern beim Spielen zuzuschauen, zu dösen und in der Blogstatistik zu stöbern.

Und zum Beispiel herauszufinden, dass man beautifulvenditti heute mit der Suche nach der Antwort auf die immens wichtige Frage „Wieso gibt es das Feldschiessen?“ gefunden hat. Als ob ich schon je in meinem Leben etwas über Feldschiessen geschrieben hätte. Nun ja, habe ich vielleicht auch schon, damals, als ich noch Lokalredaktorin war. Aber falls ich mir je näher Gedanken gemacht habe über das Thema, dann eher, weil ich mich krank gelacht habe über so schöne Wörter wie „Behördenschiessen“ oder „Gemeinderatsschiessen“. Weil ich mir vorgestellt habe, wie sich die Behörden und Gemeinderäte hinter den Bäumen verstecken, während die Schützen versuchen, einen von ihnen vor die Flinte zu kriegen. Und nicht etwa, weil ich mich im Allgemeinen fürs Schiessen interessieren würde. Dazu bin ich viel zu pazifistisch eingestellt. Deshalb bin ich auch etwas erstaunt, dass die Suchmaschine glaubt, man finde bei mir eine Antwort auf die Frage nach dem Ursprung des Feldschiessens.

Ich weiss auch nicht, warum man mich findet, wenn man die Eingabe „strippen gegen den Hausfrauenfrust“ macht. Okay, über Hausfrauenfrust schreibe ich viel, aber doch nicht übers Strippen. Davon habe ich nun wirklich keine Ahnung und ich will davon auch gar keine Ahnung haben. Ist mir nämlich einfach zu doof. Auch auf das Problem „ich trage Frauenkleider und bin verheiratet“ habe ich herzlich wenige Antworten obschon ich sowohl verheiratet bin, als auch Frauenkleider trage, aber von mir erwartet man ja nichts anderes.

Dass man mich gleich dreimal mit der Suche „nacktschnecken zu treten“ gefunden hat, gibt mir ebenfalls zu denken. Muss man denn gleich so aggressiv werden gegen Nacktschnecken? Nicht, dass ich diese Tiere besonders lieben würde, aber muss man sie denn treten deswegen? Die können ja auch nichts dafür, dass sie so hässlich sind.

Und dann gibt es noch jemanden, der bei mir „bilder der perfekte hausmann“ sucht. Ich glaube, ich muss sofort alle Bilder von „Meinem“ löschen. Den perfekten Hausmann, den teile ich nämlich mit niemandem. Der gehört mir allein.

Du merkst, dass du langsam alt wirst, wenn….

… du diejenige bist, die an Heilig Abend hundertmal sagt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es Geschenke gibt und dass die Kinder sich doch jetzt bitte noch ein wenig gedulden sollen.

… du diejenige bist, die an Heilig Abend das Glöcklein läutet, um die Kinder ins Wohnzimmer zu rufen.

… du von „Deinem“ zu Weihnachten vier Tage Erholungsferien im „Ländli“ geschenkt bekommst. 🙂

… du diejenige bist, die an Heilig Abend länger aufbleiben darf, um den Gottesdienst zu besuchen. 🙂

… du in diesem Gottesdienst zum ersten Mal in diesem Jahr überhaupt ein paar Momente der Ruhe findest, um darüber nachzudenken, was dieses kleine Kind in der Krippe alles bewegt hat auf dieser Welt.

… du an Weihnachten eine volle Stunde zu spät zur Familienfete kommst, weil du noch so viele Windeln, Desserts, Bilderbücher, Schoppenflaschen, Geschenke für Neffen und Nichten, Geschenke für Gotten und Göttis, etc. hast einpacken müssen.

… du von deinem Patenkind als Weihnachtsgeschenk zum Essen eingeladen wirst. 🙂

… dir deine halbwüchsigen Nichten und Neffen nicht glauben, dass du vor vielen vielen Jahren auch mal Mist gebaut hast.

… dein älterer Bruder über Hexenschuss klagt und du genau weisst, wie elend er sich fühlt.

… du beim Familienfoto Rückenschmerzen bekommst, weil du so lange auf dem Boden kauern musstest weil es gar nicht so einfach ist, siebzehn  Erwachsene, sechs Teenager, zehn Kinder und zwei Babys zum Stillsitzen zu bringen.

… sie dich am Weihnachtsabend in der Polizeikontrolle nach einem kurzen Blick in deinen Führerausweis durchwinken, weil du mit deinen altbackenen Kleidern und mit deinen drei übermüdeten Kindern so kreuzbrav aussiehst, dass die Polizisten gar nicht erst auf die Idee kommen, dass du etwas ausgefressen haben könntest.

… du diejenige bist, die das Geschenkpapier entsorgen muss, kaputtes Spielzeug wieder flicken muss, Speisereste verwerten muss und dafür sorgen muss, dass die Kinder mal wieder etwas Gesundes in den Magen bekommen.

… du froh bist, wenn Weihnachten vorbei ist, damit endlich wieder mal Ruhe einkehrt.

Weihnachtsmenu

Während andere Bloggerinnen bereits vor Wochen ihr Weihnachtsmenu bekannt gegeben haben, habe ich mal wieder bis zur letzten Minute gewartet, um mir den Kopf darüber zu zerbrechen, was heute Abend auf den Tisch kommt. Und weil ich zu faul war, Kochbücher zu wälzen und dennoch nicht Jahr für Jahr das Gleiche kochen will, habe ich meine Familie gefragt, was es denn geben soll. Und deshalb sieht unser Menu für heute so aus:

Erste Vorspeise: Crêpes mit Räucherlachs und Frischkäse und zwar in Form einer Torte, „weisst du, so eine wie Petterson für Findus macht, aber nicht mit Beeren sondern mit Lachs“ (Wunsch von Karlsson und Luise)

Zweite Vorspeise: Riesencrevetten (Wunsch von „Meinem“ und Karlsson) – Und ich habe die schwierige Aufgabe, die Dinger in Bio-Qualität und garantiert frei von Kinderarbeit und dergleichen aufzutreiben…

Hauptspeise: Hausgemachte Chnöpfli mit Käse (Wunsch des FeuerwehrRitterRömerPiraten)

Dazu: Morchelsauce, „weil ohne Morchelsauce nicht Weihnachten ist“ (Wunsch von Karlsson)

Dazu auch noch: „Nein lieber Champignonssauce. Ich hasse Morcheln!“ (Wunsch von Luise)

Dessert: Sahnetorteund zwar genau so eine, wie sie Karlsson vom Dach mag“ (Wunsch von Luise)

Das also ist unser Weihnachtsmenu. Passt doch alles perfekt. So perfekt, wie die Faust aufs Auge, nicht wahr?

Wie? Ob ich denn keine Wünsche angebracht habe? Aber klar doch. Ich habe mir gewünscht, was sich die Mamas immer wünschen: „Brave Kinder und dass ihr alle zufrieden seid.“ Das ist es doch, was sich Mamas zu wünschen haben, oder?

Der perfekte Vormittag

Angefangen hat der Tag damit, dass „Meiner“ und ich ausnahmsweise nicht von lautstarkem Streiten geweckt wurden, sondern von vier zuckersüssen Kinderlein mit einem Tablett voller Tassen und Schälchen. Tee und Schokoladenjoghurt im Bett. Dazu ein Prinzchen, dass freudestrahlend in die Händchen klatscht, weil er sich mitfreut.  Gibt es ein schöneres Aufwachen? Für mich nicht.

Weiter ging der Morgen damit, dass ich mich ganz alleine auf den Weg in die Stadt machte. Mein Vorwand war, dass ich ein paar letzte Weihnachtsgeschenke besorgen musste. Aber der wahre Grund war natürlich, dass ich meine Büchergutscheine loswerden wollte, die nach drei Wochen des Herumliegens schon beinahe schimmlig wurden. Danach würde ich mich mit anregender Lektüre in ein Café zurückzuziehen. Um die leidigen Einkäufe so rasch als möglich hinter mich zu bringen, liess ich mir für meine Nichte ein verbilligtes aber noch immer sündhaft teures Calvin Klein-Schminkset aufschwatzen, besorgte zwei drei andere Geschenke und dann zog ich mich mit meiner neueste Errungenschaft – „In search of the English Eccentric“ von Henry Hemming, – ins Starbucks zurück. Ja, ich weiss, links wählende umweltbewusste Frauen haben bei Starbucks nichts verloren. Aber wo sonst bekomme ich einen Kaffee, der mit einem Berg von Schlagsahne und Lebkuchenaroma derart verfremdet ist, dass man das Getränk nicht mehr als Kaffe erkennt und der ausserdem so horrend teuer ist, dass man einfach glauben muss, man tue sich selber etwas unglaublich Gutes damit? Und wo sonst hat man während der Mittagszeit in der Vorweihnachtszeit Ruhe vor gestressten Last-Minute-Geschenkeeinkäufern und Geschäftsleuten, die sich darüber aufregen, dass man ihnen den letzten Platz im Selbstbedienungsrestaurant weggeschnappt hat?

So habe ich mich eben im verwerflichsten Café der Stadt in meine vergnügliche Lektüre gestürzt, zuckerigen Kaffee geschlürft und das Leben in vollen Zügen genossen. Jetzt bleibt mir noch exakt eine Stunde des seligen Nichtstuns, bevor „Meiner“ seinen perfekten Nachmittag antritt und in die Sauna abrauscht. Mal schauen, ob die zweite Tageshälfte für mich ebenso gemütlich wird wie die erste…