Einen schönen guten Morgen allerseits

Und das, noch bevor ich Zeit hatte, zu frühstücken. Ratet mal, warum ich heute keinen rechten Appetit hatte. Und wie oft ich heute früh schon die Tür geknallt habe.

Wie das passiert ist? Da fragt man ab besten das Prinzchen und den Zoowärter. Mir selber ist es nämlich ein wenig zu schnell gegangen, als dass ich die Details rekonstruieren könnte. Es hat irgend etwas zu tun mit dem Prinzchen, das  auf den Esstisch geklettert war und dem Zoowärter, der damit nicht einverstanden war.

Aber was rege ich mich denn auf? Zumindest ist alles farblich abgestimmt…

Totales Versagen

Genau so, wie zum Familienleben die Sternstunden gehören, gehören auch die Zeiten des totalen Versagens dazu. Zeiten, in denen ich die Art von Mutter bin, die ich nie hätte sein wollen. Eine ungeduldige, herumbrüllende, herzlose, Türen knallende Mutter mit vor Wut verzerrtem Gesicht. Eine, die die Türe nicht nur einmal knallt, sondern gleich zwei, drei, viermal. Und das alles in Anwesenheit meiner Mutter, der Frau, die in ihrem ganzen Leben wohl noch nie das Bedürfnis verspürt hat, eine Tür zu knallen. Der Frau, von der ich zwar die Liebe zu Kindern, nicht aber das ausgeglichene, friedliche Temperament geerbt habe. Wenn ich dann in einem solchen Moment auch noch an die vierfache Mutter denke, die ich gestern im Schwimmbad dabei beobachtet habe, wie sie ganz still, liebevoll und geduldig mit ihren störrischen Kindern sprach, dann fühle ich mich einfach nur noch elend. Als die totale Versagerin eben.

Nicht, dass ich immer nur ausgeglichen und ruhig sein möchte. Ich liebe es, mal laut, mal leise, mal emotional, mal vor Lachen brüllend, mal ganz ernst zu sein. Aber muss es denn gleich so laut, so emotional sein? Ja, ich weiss, dass an der Explosion nicht ich alleine Schuld war. Dass Luise sich vor Wut auf dem Boden gewälzt hat, weil sie ihren zweiten Stiefel nicht finden konnte und sich weigerte, die Gummistiefel zu tragen, war auch nicht gerade erbauend. Auch die Tatsache, dass der FeuerwehrRitterRömerPirat einmal mehr seine Kindergartentasche im Nirgendwo hat liegen lassen und sich nicht eher vom Fleck bewegte, als dass ich ihm die Tasche hervorgezaubert hätte, trug nicht zu meiner guten Laune bei. Auch nicht, dass ich um Viertel nach neun mit dem Prinzchen beim Kinderarzt sein musste, vorher noch den Zoowärter in der Spielgruppe abliefern musste und mich dazu noch darüber ärgern musste, dass „Meiner“, als er heute früh das Auto in die Garage brachte, alle Kindersitze dort abgeliefert hat. Dass in all dem Chaos noch meine Hormone verrückt spielen, macht es nicht gerade einfacher, die Fassung zu behalten.

Ja, es gibt durchaus Gründe, warum ich heute nicht das Bild der stets geduldigen, stets liebevollen, stets ausgeglichenen Mutter abgeben konnte. Und ich will dieses Bild ja auch gar nicht abgeben, denn es hat mit der Realität der meisten Mütter nur wenig zu tun. Und dennoch weiss ich, dass ich versagt habe, dass ich zu laut war, zu unfair, zu wütend. Und deshalb fühle ich mich miserabel. Das Einzige, was mir in solchen Momenten hilft, ist, mich festzuklammern an der Idee der Gnade, der Idee der zweiten, der dritten, der vierhundertachtzehnten, der tausenddreihundertelften Chance. Allein dieser Glaube bringt mich in solchen Momenten wieder auf die Füsse und hilft mir, es immerhin zu versuchen, das nächste Mal alles besser zu machen, die Hoffnung auf weitere Sternstunden und weniger Zeiten des totalen Versagens nicht zu verlieren.

Mein lieber Samichlaus

Nachdem du gestern durchs Land gezogen bist und sämtlichen Kindern die Leviten gelesen hast, ist es Zeit, dass ich mal ein ernstes Wort mit dir rede. Nicht, dass ich ein grundlegendes Problem hätte mit dir. Ich finde dich eigentlich ganz nett und du darfst gerne nächstes Jahr wieder kommen, unter einer Bedingung: Du bringst uns keine Erdnüsse mehr. Ist dir eigentlich bewusst, was du mit deinen Besuchen jeweils anrichtest? Nein, ich meine jetzt nicht die ewigen Diskussionen darüber, ob es dich nun gibt oder nicht. Nicht meine erfolglosen Bemühungen, Karlsson davon abzuhalten, dem Zoowärter zu sagen, dass du bloss ein völlig normaler verkleideter Mann bist. Nein, ich rede einzig von den Erdnüssen.

Von mir aus darfst du alles bringen. Mandarinen, Schokolade, Lebkuchen, Baumnüsse. Aber lass doch bitte endlich die Erdnüsse weg. Hast du überhaupt eine Ahnung davon, wie mühsam es ist, einem fast Dreijährigen beizubringen, die Schalen nicht überall herumliegen zu lassen? Weisst du, wie frustrierend es ist, diese Schalen vom Boden auflesen zu müssen, kaum hat die Putzfrau es geschafft, so etwas wie Sauberkeit in unsere Wohnung zu zaubern? Und hast du noch nie davon gehört, dass unter Dreijährige noch gar keine Erdnüsse essen sollten wegen der Erstickungsgefahr? Das ist wie mit dem Spielzeug, verstehst du? Was denkst du dir überhaupt dabei, wenn du deinen Sack packst?

Wage jetzt nicht einzuwenden, ich würde ja die Säcklein selber füllen, es gebe dich nämlich gar nicht. So leicht kannst du dich nicht aus der Verantwortung stehlen. Ich weiss, dass es dich gibt, wenn auch nicht so, wie die Kinder glauben. Was hilft es, wenn ich  meinen Kindern Erdnuss-freie Säcklein mache. Du findest einfach einen anderen Weg, die Dinger bei uns einzuschleusen. Du jubelst sie den Kindern im Kindergarten unter, im Einkaufszentrum, ja, sogar in der Kirche. Du findest immer einen Weg, mich zu ärgern. Wenn das nicht aufhört, mein lieber Samichlaus, dann kannst du nächstes Jahr nach deinem Besuch gleich hier bleiben und mir beim Auflesen der Schalen und dem Überwachen des Prinzchens helfen. Das wird dich lehren, meinen Kindern Erdnüsse zu schenken!

In freier Wildbahn

Es kommt ja selten genug vor, dass ich samstags nach Zürich fahre, doch weil es sich in letzter Zeit doch dreimal so ergeben hat, habe ich mal wieder beobachten können, was in freier Wildbahn so alles abläuft. In meinem kleinen Zoo bekommt man nämlich nicht viel davon mit, worüber ich, offen gestanden, gar nicht so unglücklich bin. Ich bin zum Beispiel ganz froh, dass ich nicht jeden Tag zornigen Teenagerinnen zuhören muss, die mit übelsten Beschimpfungen lauthals über eine Abwesende herziehen, nur um Augenblicke später darüber zu jammern, wie sehr sie deren grobes Verhalten verletzt habe. Hä? Irgendwo habe ich mal gehört, wie man in den Wald hineinrufe, komme es auch zurück, aber vielleicht habe ich da etwas missverstanden. Ich stehe auch dazu, dass ich Agglo-Ei mich nicht mehr an den Anblick furchterregender, halb betrunkener Punks gewöhnt bin und deshalb mit einem mulmigen Gefühl an ihnen vorbeischleiche. Und dann musste ich noch mit Schrecken feststellen, dass Adrian Amstutz nicht einfach ein Schauspieler aus der Tagesschau ist, sondern dass der Kerl tatsächlich am hellichten Tag als Adrian Amstutz durch den Zürcher Hauptbnahnhof hetzt. Wäre doch zu schön gewesen, der SVP-Hardliner wäre bloss eine fiktive Persönlichkeit aus dem Fernsehen.

Weshalb ich trotzdem nach Zürich fahre, wo ich mich doch in all dem Lärm und Getümmel nicht wohl fühle? Nun, heute galt es, sich mit ein paar Novemberschreiberinnen über die Erfahrungen beim Kampfschreiben auszutauschen. Alles ganz nette Frauen, jede mit einer anderen Geschichte, einem anderen Hintergrund. Jede mit witzigen Anekdoten, scharfsinnigen Bemerkungen und tiefgründigen Beobachtungen im Gepäck. Für diese Runde lohnte es sich allemal, den heimischen Zoo zu verlassen. Auch wenn mir die freie Wildbahn im Moment nicht so recht zusagen will.

Mehr Leute mit Grips an den Herd!

Sonst verblöde ich beim Einkaufen. Denn treffe ich dabei eine Zufallsbekannte, dann laufen die Gespräche etwa so ab:

Bekannte: „Ist das dein Jüngster? Ach, ist der süss! Läuft er schon?“

Ich: „Noch nicht ganz. Und deiner? Ist er noch in der Spielgruppe oder schon im Kindergarten?“

B, leicht eingeschnappt: „In der dritten Klasse. Aber meine Kleine kommt im Sommer in die Spielgruppe. Sie ist so unglaublich schlau. Geht schon alleine aufs WC und kann schon bis zehn zählen. Und neulich hat sie doch tatsächlich bla bla bla“

Den Rest des Gesprächs muss ich hier nicht protokollieren, aber ich kann versichern, dass es nicht geistreicher wird. Ganz anders tönt es, wenn ich einen der wenigen Hausmänner treffe. Dann verläuft der Dialog etwa so:

Hausmann: „Was meinst du zu diesem unsäglichen Abstimmungsresultat von letztem Wochenende?“

Ich: „Eine Katastrophe! Und dann erst der Darbellay mit seinen Angriffen auf jüdische und muslimische Friedhöfe.“

H: „Finde ich auch zum Schreien. Und was denkst du zum neuesten Kommentar in der NZZ am Sonntag?“

Auch hier verzichte ich auf ein detailliertes Protokoll, aber ich hoffe, man kann auch so den Qualitätsunterschied erkennen. Mit Hausmännern lässt sich’s einfach besser quatschen. Nun, vielleicht ist das Ganze aber gar keine Frage des Geschlechts. Vielleicht liegt es ganz eifnach daran, dass die meisten Frauen, die sich für mehr interessieren als volle Windeln und wunde Popos, nicht dann einkaufen, wenn ich einkaufe. Weil sie, im Gegensatz zu mir, schlau genug waren, nicht Vollzeithausfrau zu werden und deshalb einer bezahlten Arbeit nachgehen. Unterhalte ich mich nämlich mit den Frauen der oben genannten Hausmänner, dann reden wir auch nicht über Babys erstes Rülpschen, sondern über spannende Projekte, lesenswerte Bücher und andere Dinge, die mich brennend interessieren. Leider aber sind solche Gespräche selten, denn egal ob Hausmann oder -frau, solche Leute trifft man fast nie einfach so im Alltag, weil sie meistens in einem wichtigen Job gebraucht werden. Darum meine innige Bitte an die Wirtschaftsbosse: Bitte bitte nehmt nicht alle Leute mit Grips für euch in Beschlag. Lasst uns Vollzeithausfrauen auch noch ein paar übrig, damit wir beim Einkaufen jemanden zum Quatschen haben.

So in love

Der FeuerwehrRitterRömerPirat schwebt auf Wolke sieben. Die Liebe hat ihn voll erwischt. Ausgerechnet ihn, der die letzten zwei Jahre mit Kämpfen, dem Singen von Soldatenliedern und dem Schwingen von Schwertern verbracht hat. Ausgerechnet ihn, der mir mal morgens, als ich ihn aus dem Bett holte, verkündete, er hasse Frauen. Doch seit einer Woche ist alles anders: Mit leuchtenden Augen geht er in den Kindergarten, mit noch leuchtenderen Augen kommt er nach Hause und erzählt, was er mit der Angebeteten alles erlebt hat. Jedes Kunstwerk wird ihr gewidmet, jedes Stofftier trägt ihren Namen, auf jedem Fetzchen Papier lese ich die drei Buchstaben ihres Namens in wackeliger Kindergärtnerschrift. Und seit heute malt er gar Herzchen, die von Pfeilen durchbohrt sind. Was die Liebe nur alles zustande bringt…

Während ich mich an der ersten Liebe meines Sohnes erfreue, fallen mir zwei Dinge auf:  1. Ich habe mich ganz umsonst gesorgt, ob ich dereinst meine Schwiegertöchter werde ertragen können. Wenn der FeuerwehrRitterRömerPirat bei seinem Frauengeschmack bleibt, habe ich rosige Zeiten vor mir. Die Dame seines Herzens ist einfach perfekt. 2. Ich habe mir ganz umsonst den Mund fusselig geredet. Wie viel Zeit habe ich doch damit vergeudet, dem FeuerwehrRitterRömerPiraten beizubringen, dass es im Leben nicht allein ums Kämpfen geht? Wie oft habe ich ihn angepredigt, ihm gesagt, er solle nicht gleich dreinhauen, ihn darauf aufmerksam gemacht, die von ihm vergötterten Römer und Ritter hätten auch ihre sanften Seiten gehabt? Hätte ich alles gar nicht sagen müssen. Alles was es brauchte, war eine erste grosse Liebe und der Junge verstand von selbst, dass ein Ritter nur ein echter Ritter ist, wenn er auch einfühlsam und sensibel sein kann.

Da hoffe ich doch, dass er noch sehr sehr lange verliebt bleibt…

Geschafft

Hätte man mir vor ein paar Monaten gesagt, dass es möglich ist, mit fünf Kindern und Ehemann die Schweinegrippe inklusive anschliessender Mittelohrentzündung durchzustehen, dazwischen Karlssons Geburtstag zu feiern, das ganz normale Leben mit Haushalt, Gästen und Wäschebergen zu meistern und daneben noch 62399 Worte zu schreiben, ich hätte ihn für verrückt erklärt. Neben all dem Trubel in unserer Familie kann man nicht an einem Text dranbleiben. So lautete meine Standardausrede, wenn mich jemand fragte, weshalb ich meine Schreibprojekte nicht endlich zu Papier bringen würde. Und nun habe ich mir, ohne es ernsthaft zu wollen, das Gegenteil bewiesen. Dass ich mich beim Novemberschreiben angemeldet habe, war nämlich nur so eine Idee, von der ich gedacht hatte, ich würde sie beim geringsten Widerstand wieder aufgeben. Eine Erkältung oder ein paar zu kurze Nächte würden genügen, um mich wieder davon abzubringen, hatte ich gedacht. Zwei, drei Tage würde die Begeisterung andauern, länger nicht.

Aber ich hatte nicht mit der Leidenschaft gerechnet, die mich packte, sobald ich mit dem Schreiben begonnen hatte. Ob ich kochte, wickelte, einkaufte oder putzte, immer war mein Kopf am Schreiben. Immer wieder musste ich mich zum Computer schleichen, um ein paar Sätze einzutippen, die ich vergessen würde, wenn ich sie nicht sofort notierte. Und dennoch ist unser Leben nicht vollkommen aus den Fugen geraten. Okay, „Meiner“ und ich haben etwas weniger miteinander geredet als gewöhnlich, sind uns sogar einmal in die Haare geraten, der Zoowärter musste sich etwas öfter mit sich selbst beschäftigen, die in gewöhnlichen Zeiten schon spärliche Adventsdekoration fällt dieses Jahr noch etwas spärlicher aus und die Putzfrau musste heute vier Stunden putzen anstatt der sonst üblichen zwei. Aber wenn ich sehe, wie viel glücklicher ich war, wie viel ausgeglichener, wie viel erträglicher für meine Umwelt, dann war es das Wert.

Und wenn ich sehe, wie viel Novembertext darauf wartet,  überarbeitet zu werden, dann wird mir klar, dass dieser November noch lange dauern wird. Sehr sehr lange.

Soap Opera?

Es gibt da eine Frau, der ich, wenn immer möglich, aus dem Weg gehe. Nicht, dass sie unfreundlich wäre oder besonders unsympathisch. Sie erzählt mir einfach zu viele intime Details aus ihrem Leben, wenn sich etwa einmal im Jahr unsere Wege kreuzen. Über diese Frau weiss ich fast mehr als über meine engsten Freunde: Jedes Detail ihrer Fehlgeburten, jeden Fehltritt, den ihr Mann je begangen hat, alle Schandtaten ihrer Schwiegermutter, ihrer Nachbarn, – die sich übrigens gerade getrennt haben, – der Lehrer ihrer Kinder. Einfach alles, was ich nicht unbedingt erfahren möchte. Schon gar nicht beim Einkauf. Wenn ich sie treffe, fühle ich mich immer in eine Soap Opera versetzt.

Heute war es mal wieder so weit und weil ich keine Fluchtmöglichkeit sah, liess ich mich auf ein Gespräch ein. Fragte nach dem Befinden der Kinder, hörte mir ein paar Schauergeschichten an. Als sie gerade richtig in Fahrt geraten will, nimmt sie plötzlich das Prinzchen wahr, das still im Einkaufswagen sitzt. „Ist das dein Jüngster?“, will sie wissen. „Der sieht ja gar nicht aus wie die anderen!“ Sie mustert mich prüfend. Erwartet sie etwa, dass ich rot werde, oder dass ich ihr erzähle, ich hätte „Meinem“ ein Kuckucksei untergejubelt? Hofft sie, eine Schauergeschichte zu erfahren, die sie in ihrem Bekanntenkreis weitererzählen kann. Etwa so:  „Ich kenne eine, die hat fünf Kinder und das Fünfte sieht den anderen vier kein bisschen ähnlich…“

Ich versuche ihr zu erklären, dass das Prinzchen eben ganz die Mama sei, dass er ausserdem Luise so ähnlich sieht, dass er ihr eineiiger Zwilling sein könnte, wäre da nicht der Altersunterschied. In ihren Augen lese ich, dass all dies sie kalt lässt. Wenn sie sich mal dazu entschieden hat, daran zu zweifeln, dass „Meiner“ des Prinzchens Vater ist, dann lässt sie sich nicht mehr davon abbringen. Da würde nicht mal das eindeutige Resultat eines Vaterschaftstests etwas ändern. Ein Sohn, der der Mama gleicht, ist in ihren Augen doch einfach suspekt. Und überhaupt: Wozu hat man all die Soaps geschaut, wenn man nicht wenigstens ein kleines Bisschen Menschenkenntnis daraus ins reale Leben einfliessen lassen kann?

Nun, drei Dinge lässt die gute Frau ausser Acht: Erstens hätte ich gar keine Zeit, mich mit irgendwelchen fremden Männern einzulassen und zweitens liebe ich „Meinen“ auch nach siebzehn Jahren noch wie am ersten Tag. Und das lebhafte, – man könnte auch sagen das überdrehte, –  Wesen kann das Prinzchen unmöglich von mir geerbt haben. Das sind eindeutig die Gene von „Meinem“. Aber wenn jemand von Klatsch und Tratsch lebt, spielen solche Kleinigkeiten  keine Rolle…

 

Endlich!

Ich hab’s getan! Was genau, behalte ich lieber noch für mich, denn wenn ich scheitere, dann lieber ohne Getöse. Entscheidend  ist allein, dass ich mir einen gewaltigen Tritt in den Hintern gegeben habe. Damit ich endlich mit meinem Endlosschleifen-Gejammer aufhöre. Denn im Grunde ist mir nichts mehr zuwider, als Mütter, die immer nur darüber jammern, dass ihnen die Decke auf den Kopf fällt. Die vertanen Chancen hinterherheulen, sich die besseren Zeiten herbeisehnen und dabei ganz vergessen, wie glücklich sie sein könnten, wenn sie nur mal endlich aufhören würden, den anderen die Schuld zu geben an ihrem Elend. Und was mache ich seit drei Jahren tagein tagaus? Eben dies.

Für eine Weile mag Jammern ja ganz gut und wichtig sein, aber irgendwann reicht’s. Und so habe ich eben beschlossen, mir endlich einen Tritt in den Hintern zu geben. Bevor ich mir selber noch ganz zuwider werde und aus lauter Frust Mitglied bei den Landfrauen werde. Oder bei der Trachtengruppe. Oder beim Kaninchenzüchterverein.

 

Das Majestix-Syndrom

„Ich fühl mich so müde …. nur noch müde…“

Und „Meinem“ geht’s nicht anders. Und die Adventszeit fängt morgen erst richtig an…

Wann endlich wird der Winterschlaf für Eltern eingeführt?