Du denkst doch dran, Mama?

Das Prinzchen im Fünfminutentakt: 

„Nicht vergessen, Mama, wir müssen noch Turnzeug kaufen für mich. Für die Schule, weisst du.“

„Denkst du dran, dass ich noch Bleistifte brauche vor dem ersten Schultag?“

„Mama, weisst du denn eigentlich, an welchem Tag die Schule beginnt? Nicht dass wir den ersten Tag verpassen.“

„Du hast nicht vergessen, dass die Turnschuhe keine schwarzen Sohlen haben dürfen, nicht wahr?“

„Aber wir haben ganz bestimmt noch genügend Zeit, alles zu besorgen, bevor die Schule beginnt, oder?“ 

„Haben wir einen wasserdichten (sic!) Stift? Wir müssen ja noch alles anschreiben. Nicht vergessen, gell Mama…“

„Eine Schachtel sollte ich noch haben. Reicht es, wenn wir sie nächste Woche kaufen, oder hat die Schule dann schon angefangen?“

„Meine Schulsachen sind alle schon gepackt. Also ja, alles, was ich schon habe. Du denkst doch dran, dass ich noch nicht ein paar Sachen brauche? Ich will wirklich alles dabei haben, wenn die Schule anfängt…“

Mein liebes Prinzchen, du denkst doch nicht etwa, ich würde so etwas Wichtiges wie deinen ersten Schultag verpassen? Und überhaupt: Du weisst doch, dass ich nun schon seit vielen Jahren deine Geschwister durch die Schulzeit begleite und in solchen Dingen ein alter, erfahrener Hase bin, auf den man sich blind verlassen kann. Oder willst du etwa behaupten, ich hätte bei Karlsson, Luise, dem FeuerwehrRitterRömerPiraten und dem Zoowärter jemals nur den klitzekleinsten Papierschnipsel vergessen? 

(Wie, hat da einer gelacht? Vielleicht sogar ein Lehrer?)

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Ja, mein Prinzen,

Ausschlafen im Hause Venditti

Mit nur zwei Kindern im Haus könnte man mal so richtig ausschlafen, finde ich.

„Meiner“ findet das auch, darum verlässt er das Bett erst irgendwann zwischen Morgengrauen und halb acht.

Prinzchen findet das auch und schläft deshalb, bis es wirklich nicht mehr anders geht, also so bis gegen Mittag.

Karlsson findet das auch und tigert deshalb ab sechs Uhr so leise wie möglich durchs Haus, ringt gegen seinen inneren Drang, in die Tasten zu hauen und setzt sich dann pünktlich um neun ans Klavier, um endlich die Edith rauszulassen. 

Um fünf nach neun komme ich mit Brummschädel und mieser Laune aus dem Bett getorkelt. „Kann man in diesem Haus eigentlich nie ausschlafen?“, grummle ich und mache mich an der Kaffeemaschine zu schaffen. „Aber du hast doch ausgeschlafen“, protestieren „Meiner“ und Karlsson im Chor und das Prinzchen, dieser miese Verräter, schnarcht einfach weiter, anstatt sich auf meine Seite zu stellen und zu sagen, dass es doch einfach auf keine Kuhhaut geht, die Leute zu solch unchristlichen Zeiten aus dem Bett zu werfen. 

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Fundstücke

Was tut die Bloggende, wenn ihr in der Hitze des Sommers die Ideen ausgehen, sie aber ganz genau weiss, dass manche Menschen sich ernsthafte Sorgen machen, wenn sie mehr als zwei Tage hintereinander nichts von sich vernehmen lässt? Na, was wohl? Sie schaut nach, mit welchen Suchbegriffen sich die Leute auf ihre Seite verirren und findet Folgendes: 

  • „Teenager keine sauberen Kleider“ – Also, ich würde es mal mit der Waschmaschine probieren. Aber vielleicht geht es ja eher um die Frage, wie man einen Teenager überhaupt dazu bringt, die schmutzige Wäsche aus dem Zimmer freizugeben, zu dem die Eltern keinen Zutritt haben. In diesem Fall ist Geduld gefordert, denn nach meiner Erfahrung werden die Kleider erst aus der Geiselhaft entlassen, wenn wirklich gar nichts Sauberes mehr da ist. Man sagt, manche Teenager würden unter diesem extremen Druck sogar auf wundersame Weise die Bedienung der Waschmaschine erlernen, allerdings erst, nachdem sie ihren Erzeugern vorgehalten haben, sie würden sich nie, aber auch gar nie um die Wäsche kümmern. 
  • „wan sind kinder aus dem gröbsten raus“ – Also zuerst müssten wir natürlich mal definieren, was „das Gröbste“ ist, aber ich nehme an, die arme Person, die aus lauter Verzweiflung nicht mal mehr in der Rechtschreibung Halt fand, wollte wissen, wann das endlich ein Ende nimmt mit diesem Affentheater und darauf kann ich nur antworten: Es nimmt kein Ende. Sobald deine Kinder halbwegs vernünftig sind, wirst du selbst auf einmal anstrengend, oder deine Schwiegermutter tut schwierig, oder dein Partner will plötzlich einen Fahrraddress und Dauerwellen, oder der verschollen geglaubte Grossonkel taucht auf und will bei euch einziehen, oder… Kurz: Einer spinnt immer und darum versuchst du am besten, das alles mit Humor zu nehmen, dann ist „das Gröbste“ auch gar nicht mehr so schlimm. 
  • „geschaftdtuchtig“ – Die Person ist offensichtlich nur bei mir gelandet, weil die Suchmaschine dieses Buchstabenkonstrukt nicht als das Wort „geschäftstüchtig“ erkannt hat. Über Geschäftstüchtigkeit lernt man bei mir nun wirklich nichts, denn wenn mir eines nicht liegt, dann ist es, die Dinge zu Geld zu machen, die mir liegen. 
  • „mein tochter eine auge gross als die linke“ – Also, wenn der Grössenunterschied nicht allzu markant ist, würde ich mir da keine Sorgen machen, aber ich bin natürlich keine Expertin. 
  • „Gummistiefel auf dem Schulweg tragen“ – Spricht etwas dagegen? 
  • „Wann ist Burrata schlecht“ – Nie! Burrata ist immer gut. Es sei denn, sie wäre verdorben und dann riecht man das auch. 
  • „Bekomme ich Schnupf im Tamar“ – Also, das würde mich jetzt wirklich auch interessieren. Kann da jemand weiterhelfen? 
  • „Wird sie in einem Elternbrief gross geschrieben“ – Aber natürlich! Es sei denn, Sie schreiben über sie, dann schreiben Sie „sie“ klein. 
  • „Wie schlagen in Süditalien die Kirchenglocken“ – Auch eine interessante Frage, aber da ich gerade nicht das geringste Bedürfnis verspüre, nach Süditalien zu reisen, reiche ich sie grosszügig weiter. 
  • „Käfer im menschlichen Darm“ – Ja, ich weiss, ich schreibe immer mal wieder gerne über die lieben kleinen Käferlein, die uns regelmässig heimsuchen, aber das muss man nicht so wörtlich nehmen. Also keine Maikäfer und so. 
  • Papa Moll Bedeutung“ – Wie jetzt, der hat eine tiefere Bedeutung? Der ist gar nicht so oberflächlich und bünzlig, wie ich immer gemeint habe? 
  • „high effekt lunch break“ – Tut mir leid, da kann ich nicht dienen. Mein „lunch break“ hat einzig den „effekt“, dass ich danach ganz dringend ein Mittagsschläfchen halten will und ich glaube nicht, dass das als „high effekt“ durchgeht. 
  • „putzen in Griechenland javel“ – Echt jetzt, ich glaube, in Griechenland haben sie derzeit andere Sorgen. 
  • „grose bose alte hexe“ – Jetzt mal langsam! Erstens bin ich nicht gros, als besonders bose bin ich auch nicht bekannt, alt bin ich einzig in den Augen meiner Kinder und eine Hexe bin ich meines Wissens auch nicht, also hör gefälligst auf, mich zu beleidigen. 
  • „Smartieskuchen Kinder“ – Wie oft muss ich noch sagen, dass ich keine Smartieskuchen backe? Und ihr sollt gefälligst auch endlich damit aufhören, wenn ihr nicht wollt, dass den Lehrern eurer Kinder das Zeug irgendwann aus den Ohren kommt, weil die Kinder nie etwas anderes mitbringen. 
  • „beautiful finditti“ – Find ich irgendwie noch fitzig, äääähm, ich meine witzig. 
la collina; prettyvenditti.jetzt

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Er ist doch noch so klein…

Langsam wird’s mir wirklich ein bisschen viel mit diesen Meilensteinen. Letzte Woche schloss das Prinzchen den Kindergarten ab und beendete damit die zehnjährige „Vendittis im Kindergarten“-Ära. Luise sagte der Primarschule Adieu und ist mir zugleich über den Kopf gewachsen. Also, ich meine jetzt, von der Grösse her, sonst Gott sei Dank noch nicht, auch wenn sie es immer mal wieder probiert. Und Karlsson fängt auch schon an, sentimental zu werden, weil „diese Schulzeit ja wirklich so furchtbar schnell vorbeigegangen ist. Ein Jahr nur noch…“ Als ob das alles für eine Gefühlsduselige wie mich nicht ausreichen würde, reist Zoowärter morgen zum ersten Mal ins Jungscharlager. Zoowärter? Jungscharlager? Spinnen die denn? Der Kleine ist doch erst….also ja….ich meine, alt genug ist er schon, und klein ist er ja auch nicht, aber er ist doch wirklich noch nicht so richtig….wie soll ich sagen? Also verglichen mit Karlsson ist er doch noch ein Zwerg und ganz bestimmt nicht reif fürs Lager. Ja, ja, ich weiss, vom Jahrgang her stimmt das schon, aber….

Ach, was soll’s? Ich kann vor mich hin brabbeln, so viel ich will, kann versuchen, irgendwie zusammenzrechnen, wo denn die Zeit geblieben ist. Aber das ändert auch nichts an der Tatsache, dass jene recht hatten, die damals, als die jetzt schon fast Grossen noch klein waren, prophezeiten, die Zeit mit Kindern würde wie im Flug vergehen.

Na ja, immerhin ist dem Zoowärter vor dem Jungscharlager-Meilenstein fast noch mulmiger als mir.

(Himmel, das ist doch kein Trost! Ich weiss ja nur zu gut, wie sich der Arme die Seele aus dem Leib heult, wenn er traurig ist und was wird dann, wenn er so richtig Heimweh bekommt?)

mangiare uno; prettyvendittti.jetzt

mangiare uno; prettyvendittti.jetzt

Wie war das nochmal mit diesen Mokassins?

Arbeitsunfäig? Der? Aber im Garten arbeiten, das kann er. Und die andere ist ganz selber Schuld, dass ihr Typ sie hat sitzen lassen. Hätte sich eben ein wenig um ihr Aussehen kümmern müssen, dann wäre er bestimmt geblieben. Dass ihr Sohn dann auch noch den Job verloren hat, wundert auch keinen. Ist halt so ein typischer Jugendlicher, ohne Durchhaltevermögen und Rückgrat. Ja, ja, ich weiss, die erzählen, der Chef sei total unfair gewesen, habe ihn auf die Strasse gestellt, weil er zu oft krank war, aber der bleibt ja auch bei jeder Erkältung zu Hause. Wie jetzt, ernsthafte Erkrankung? Wer’s glaubt! Verweichlicht ist der, sonst nichts. Und diese Flüchtlinge erst! Würden besser in ihrem Land bleiben und sich dafür einsetzen, dass es dort besser wird. So schlimm kann das in Syrien ja auch wieder nicht sein, dass man gleich mit Sack und Pack abhauen muss. Also wenn ich dort wäre, würde ich ganz bestimmt nicht… Und wenn die Griechen endlich ein Einsehen hätten, dann wäre das Problem in Nullkommanix gelöst. Die müssten halt einfach mal…

So hört und liest man pausenlos und allmählich fange ich an, mich nach dem Spruch zu sehnen, den sie einem in den Neunzigern immer um die Ohren gehauen haben. Ihr wisst schon, die Sache mit dem Mokassins, in denen man erst mal eine Meile gehen soll, ehe man ein Urteil fällt. Mir scheint, der sollte mal wieder in Mode kommen. Nicht so inflationär wie damals, einfach so ein bisschen, damit die Leute wieder denken, ehe sie die Klappe aufreissen. 

our secret; prettyvenditti.jetzt

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Was mir an der Hitze gefällt

Kaum ist sie da, zieht alle Welt über diese arme Hitze her. Dabei hat sie doch auch ihre guten Seiten. Zum Beispiel:

  • Abends um halb neun sind die Kinder so geschafft, dass sie sich trotz Sommerferien und Helligkeit widerstandslos ins Bett verfrachten lassen.
  • Keiner kann dich dazu zwingen, mit den Kindern ins Schwimmbad zu gehen. Viel zu gefährlich, bei diesen Ozonwerten draussen zu sein. 
  • Putzen? Viel zu heiss! Jäten? Viel zu heiss! Kochen? Viel zu heiss! 
  • Wer seinem Computer ein verantwortungsvoller Arbeitgeber sein will, sieht sich geradezu gezwungen, ihm tagsüber hitzefrei zu geben. 
  • Nie blubbert der Sauerteigansatz schneller und schöner, als wenn es rund um die Uhr heiss ist. (Okay, ich will gar nicht dran denken, dass aus diesem Sauerteig in ein paar Tagen im 250 Grad heissen Ofen ein Brot werden soll…)
  • Der Wäscheberg schmilzt dahin, wie Eis an der Sonne, weil das Zeug trocken ist, kaum hast du es aufgehängt. 
  • Keiner jammert über Dauerregen.
  • Keiner kann dir am nächsten Morgen einen Vorwurf machen, wenn du dir die halbe Nacht Filme reingezogen hast. Hättest ja doch nicht schlafen können bei dieser Hitze, ein Schlafmanko hättest du dir also ohnehin zugezogen. 
  • Das altbekannte Klagelied der Eltern, das da heisst „Im Juni war das Wetter traumhaft und jetzt, wo endlich die Ferien da sind, giesst es andauernd wie aus Kübeln“ wird dieses Jahr nicht gesungen.
  • Der eine oder andere fängt vielleicht doch noch damit an, die Sache mit dem Klimawandel ernst zu nehmen.

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Warum Erziehung Social Media braucht

Erörterungen, warum es in Sachen Social Media Erziehung braucht, gehören schon längst zum Kanon der pädagogischen Literatur. Zu Recht natürlich, denn so ganz ohne Leitplanken würde die heranwachsende Generation wohl noch gebannter aufs Display starren als ihre Erzeuger es fast den ganzen Tag tun. Weil wir aber zwischen drei Facebook-Nachrichten und acht Tweets gerne so tun, als fänden wir die sozialen Medien ganz furchtbar böse und verwerflich, übersehen wir Eltern leicht, welch ein Segen das Zeug sein kann. Wie, ihr findet, ich würde mal wieder übertreiben? Mitnichten. Es ist nämlich so:

Mama-Teenager-Beziehung ohne Social Media:

Mama: „Du bist ein wunderbarer Mensch.“

Teenager grunzt irgend etwas Unverständliches.

Mama: „Komm, lass dich umarmen!“

Teenager grunzt wieder, lässt sich widerwillig Mamas Arm um die Schulter legen.

Mama: „Ich hab dich soooo lieb!“

Teenager zuckt peinlich berührt die Schultern und schüttelt damit auch gleich Mamas lästigen Arm ab.

Mama (seufzend): „Manchmal habe ich das Gefühl, du magst mich überhaupt nicht mehr.“

Teenager (genervt): „Mama, wo sind meine Converse?! Immer versteckst du sie.“

Mama (beleidigt): „Bin ich für dich eigentlich nur noch das Dienstmädchen? Immerhin bin ich die Frau, die dich geboren hat…“

Mama-Teenager-Beziehung mit Social Media, hier zum Beispiel WhatsApp am späten Abend:

Teenager: Hallo Mama! 😍

Mama: Alles gut bei dir? 💖

Teenager:👌💐😘

Mama: 😊 Schlaf gut!

Teenager schickt Mama ein irrwitziges Selfie.

Mama: 😂😂😂

Mama schickt auch irgend ein schräges Bild.

Teenager: 😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂

Mama: Hab dich lieb! 😍🌟⭐️😘😘💖💖

Teenager: Ich dich auch!🌹💚💛💜💙💞💕💖💝💝😍😍

Mama: 💞💚⭐️🌟😘

Teenager: 💞🌼💖💖💖💖💖🎀🎀 …. und so weiter, bis beide wieder wissen, wie viel sie einander bedeuten und bis zur nächsten Krise viel entspannter miteinander umgehen können. 

 

Einbauküchenzweifel

Eine Küche ist eine Einbauküche. Unverrückbare Möbel, Geräte dezent hinter Türchen verborgen, abwaschbare Oberflächen. So macht man das, nicht wahr? Okay, das Bankkonto liebt sie nicht unbedingt, diese fein säuberlich geplanten, auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmten Küchen. Einen fünfstelligen Betrag muss man schon entbehren können. Böse Zungen behaupten auch, die Qualität habe in den vergangenen Jahren nachgelassen, Abnützungserscheinungen würden sich immer früher bemerkbar machen. Aber was soll’s? Das Zeug ist praktisch.

Praktisch? Na ja… Wenn ich da an den Abfalleimer im Schrank unter dem Spültrog denke…Oder an die Regalböden im Auszugsschrank, die sich wohl kippen, nicht aber rausnehmen lassen…Oder an die Schiene, auf der dieser Auszugsschrank rollt, in der sich Haferflocken so wunderbar ansammeln, dass kein Staubsauger gegen sie ankommt…Oder an diesen Eckschrank, der so saublöd in die Ecke gebaut ist, dass man die hintere Hälfte entweder leer lassen muss, oder jedes Mal, wenn man etwas aus dieser hinteren Hälfte braucht, reinkriechen muss…Oder an die Türscharniere, die auch der Küchenbauer, der das ganze Zeug vor ein paar Jahren eingebaut hat, nicht mehr retten kann… Oder an das winzige Fach mit dem Klapptürchen in unerreichbarer Höhe…Oder an… Ach was, ich erspare euch weiteres Hausfrauengejammer, ihr habt ja selber alle eine ach so praktische Einbauküche, die im Alltag doch eine Tauglichkeitsprüfung nach der anderen versaut.

Darum tragen wir uns jetzt, wo die abwaschbaren Oberflächen, unverrückbaren Möbelchen und Geräte verbergenden Türchen ziemlich verlebt dastehen, mit dem Gedanken, uns von der Einbauküche zu verabschieden. Irgendwie dünkt uns, das gute alte Küchenbuffet, der Abfalleimer mit Deckel und der Arbeitstisch, der sich dorthin schieben lässt, wo er gerade gebraucht wird, passten besser zu unserem Küchenalltag, der ja nie und nimmer so starr und unbeweglich ist wie all die doofen Ober- und Unterschränklein. (Nein, der Umstand, dass so ein Küchenbuffet in der Brocki für einen zwei- bis dreistelligen Betrag zu haben ist, hat uns in keiner Weise beeinflusst.)

grow; prettyvenditti.jetzt

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Interkultureller Dialogversuch, Teil IV

Vorbemerkung: Wie immer, wenn ich einen Einblick in die nicht immer ganz erfolgreiche Kommunikation mit der italienischen Verwandtschaft gewähre, ist auch dieser Beitrag nicht wertend zu verstehen. Er soll einfach zeigen, wie man auch nach Jahren noch grandios aneinander vorbei reden kann.

Am Gespräch beteiligt: „Meiner“ und Schwiegermama (der es momentan übrigens den Umständen entsprechend etwas besser geht). Ausserdem wäre noch anzumerken, dass es sich um ein Telefongespräch handelte.

Schwiegermama: „Wo ist deine Frau?“

„Meiner“: „Im Schwedischkurs.“

Schwiegermama: „Lernt sie immer noch Schwedisch?“

„Meiner“: „Ja.“

Schwiegermama: „Warum lernt sie immer noch Schwedisch?“

„Meiner“: „Weil es ihr Freude macht.“

Schwiegermama: „Aber warum?“

„Meiner“: „Nun, es gibt Menschen, die gerne malen, andere gehen in einen Chor und meine Frau lernt gerne Schwedisch.“

Schwiegermama: „Wie lange will sie denn noch Schwedisch lernen?“

„Meiner“: „Solange, wie es ihr Freude macht.“

Schwiegermama: „Aber warum?“

„Meiner“: „Weil sie gerne Sprachen lernt. Und weil sie sich in den Ferien mit den Leuten verständigen will.“

Schwiegermama: „Aber warum denn?“

„Meiner“: „Damit sie ein schwedisches Buch lesen kann.“

Schwiegermama: „Es wäre besser, sie würde sich ein wenig bewegen.“

„Meiner“: „Was willst du damit sagen?“

Schwiegermama: „Dann werden die Beine und Arme länger.“

„Meiner“: „Und was soll das jetzt genau heissen?“

Schwiegermama: „Bewegung ist für alle gut!“

„Meiner“: „Genau, darum bist du auch gleich in den Turnverein eingetreten, als ich es dir damals vorgeschlagen habe.“

Schwiegermama: „Was habt ihr heute gegessen?“

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Rechenspiele

Wer mehrere Kinder hat, kennt diese Rechenspiele: „Wenn die Älteste in die Schule kommt, fängt der Jüngste mit der Spielgruppe an“, rechnet man. Oder: „2013 ist das einzige Jahr, in dem wir alle Kinder im gleichen Schulhaus haben.“ Oder: „Die Vierte bekommt dann wohl eine neue Lehrerin. Ich glaube, die Bisherige wird dann pensioniert.“ 

Eine unserer Rechnungen lautete: „Wenn das Prinzchen in die Erste kommt, beginnt für Karlsson das letzte Schuljahr.“ Dann sahen wir einander an und fragten: „Kannst du dir das vorstellen? Ich nicht.“ 

In gerade mal sechs Wochen wird Wirklichkeit, was uns vor gar nicht so langer Zeit gänzlich unvorstellbar schien. Und es gibt doch tatsächlich Menschen, die nicht verstehen können, weshalb ich bei diesem Gedanken leicht wehmütig werde. 

never ever; prettyvenditti.jetzt

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